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Hier liest du eine von 11531 Fragen:
Frage Nr. 12948 vom 11.04.2010
Hi liebes Lilli Team,
ich bin weiblich und 18 Jahre alt. Ich bin in einer festen Beziehung und über Glücklich.
Es gibt nur ein Problem, was alles irgenwie kaputt macht und mich psychisch belastet (meinen Partner auch), wir können kein Geschlechtsverkehr haben, weil meine Vaginalöffung zu eng ist.
Wen er versucht einzudringen, tut es einfach nur höllisch weh und ich verkrampf mich total, nicht einmal die Finger gehen rein (bin demzufolge auch noch Jungfrau).
Wir haben schon sehr viel ausprobiert, z.B. Gleitgel, leicht betäubendes Gleitgel usw. aber nichts hilft.
Jetzt hat mein Frauenarzt vorgeschlagen, das man mich operiert.
Ich hab keine Ahnung, was man da genau operieren will und wie des dann abläuft! Vorallem hab ich Angst, dass ich dann nie "normal" Sex haben kann!!
Und ich würd einfach noch gern wissen, ob es vielleicht noch andere möglichkeiten gibt, weil Ärzte machen ja immer so schnell und gern ein Schlußstrich unter solche Sachen.
Ich hoffe ihr habt noch nen guten Rat für mich, der mir vielleicht hilft oder könnt mir die Angst vor einer Operation nehemen.
Schon mal Danke im Vorraus
Liebe Grüße
Unsere Antwort
Du tust gut daran, den Vorschlag deines Gynäkologen anzuzweifeln, das ist gute Intuition. Eine Operation ist bei Vaginismus – Scheidenkrampf – in ungefähr 1:10000 Fällen aus anatomischen Gründen nötig. In allen anderen Fällen ist sie etwa so sinnvoll, als wenn man verspannte Nackenmuskulatur mit einer Operation behandeln möchte. Viele Frauenärztinnen und Frauenärzte sind in Sachen Sexualität wenig weitergebildet – und schon gar nicht in Sachen Vaginismus –, und der Vorschlag einer Operation widerspiegelt oft eine gewisse Ratlosigkeit.
Du erkennst das Problem ja selbst sehr gut: Du verkrampfst dich – genau genommen verkrampft sich deine Beckenbodenmuskulatur. Dadurch macht die Scheide sozusagen «zu». Wenn die Scheide (noch) nicht bereit ist, einen Finger aufzunehmen, dann ist sie schon gar nicht bereit, einen Penis aufzunehmen. Betäubung ist nicht die Lösung; die Lösung ist, dass du die Scheide gewöhnst an «Besucher» und dich mit ihr vertraut machst, und dass du lernst, deine Beckenbodenmuskulatur bewusst zu kontrollieren, auch beim Sex.
Wir haben dazu viele Übungen, die du machen kanst. Wichtig ist, dass du – und dein Freund – deiner Scheide Zeit lasst. Es ist also Geduld und regelmässiges Üben angesagt. Beim Sex zu Zweit ist es gut, wenn ihr nur Petting macht. Dein Freund wird dafür sicher Verständnis haben, wenn du ihm erklärst, was das Problem ist und dass du etwas dafür machst, es zu beheben. Möglicherweise möchtest du dich dabei von einer Sexualberaterin oder Sexualtherapeutin, die auch Körperarbeit macht, begleiten lassen. Bei unseren Links findest möglicherweise jemanden in deiner Nähe.

