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Hier liest du eine von 11550 Fragen:
Frage Nr. 12118 vom 13.07.2009
Hallo, auch ich finde das Projekt hier wirklich gut, auch wenn sich die Fragen inwzischen natürlich oft wiederholen.
Ich bin trotzdem froh, dass es diese Anlaufstelle hier gibt und ich weiß
jedesmal wenn ich wieder sehr deprimiert bin, dass ich mir montags Hilfe holen
kann im Hinblick auf dieses schambesetzte Thema Sexualität.
Ich hab hier natürlich schon öfter mal was geschrieben und geh dabei wohl
immer etwas mehr in die Tiefe.
Ich bin männlich, 19. Und ich schaffe es denke ich nur schlecht mein sexuelles
Verlangen und diese plagenden Fantasien zu kontrollieren, so dass ich im
Alltag damit umgehen kann. [ 1 ] Ich hab schon länger therapeutische Betreuung (u.a. weil ich mich nur schwer unter Menschen zurechtfinde),
aber mir ist das Thema Selbtsbefriedigung, sexuelles Verlangen, anstößige
sexuelle Neigungen, einfach viel zu peinlich als dass ich es vor meiner Therapeutin
ansprechen könnte. Ich frage mich nur immer ... Die Sexualität kontrolliert
doch alles in meinem Leben und meinem Eindruck nach ist es bei vielen/allen anderen
genau so, sie wollen gut dastehen vor ihren Mitmenschen und alles (oder fast alles) rührt von
diesem sexuellen Antrieb her. Ich frage mich, warum ich diesbezüglich von
keinem Therapeuten so genau ausgefragt werde, so könnte ich mich vielleicht mal öffnen.
Das krasseste war bislang glaub ich, dass ich vor ein paar Jahren mal danmach gefragt
wurde ob ich mich für Mädchen interessiere.
Ich könnte mir natürlich vorstellen, dass ihnen die Sache ähnlich unangenehm
sein könnte und sie es deshalb lieber umgehen. Da wir hier ja das Glück
haben von der gleichen Zunft Hilfe zu bekommen, könntet ihr mir vielleicht mehr dazu sagen ...
Wenn ich jetzt plötzlich da sitze und erzähle wie ich davon träume mit dem
Mädchen dies und das zu machen, was geht dann in dem Therapeuten vor ... wie
medizinisch normal und "erwartbar" ist das für ihn ??? [ 1 ].
[ 2 ] Mein zweiter Punkt schlägt eigentlich in die gleiche Kerbe. Die Vorstellung, die
mir allgemein am meisten zu schaffen macht ist die, dass ein Mädchen, dass ich vielleicht sogar
liebe (wobei für mich das sexuelle Verlangen derzeit im Vordergrund steht) so
hemmungslos einem anderen hingibt wie ich es mir gemeinsam mit ihr vorstellen würde.
Das ist Folter. So wie ich die Mädchen durch Beobachtungen erfahre kenne ich
ihre sexuelle Lustseite gar nicht. Man ist es gewohnt, dass Mädchen sich lieber teuer
verkaufen und sich so geben, als gäbe es bei ihnen diese Fantasien nicht.
Dann liest man hier von Mädchen die sich von einem Jungen sexuelle Dienste ERPRESSEN. Könnte in dieser Rolle nicht jedes andere Mädchen sein
wenn es um einen Typen geht den sie begehren ??? [ 2 ].
[ 3 ] Nunja, wenn ich so in Bussen oder an Bushaltestellen verweile, seh ich so viele
wunderschöne Mädchengesichter und Körper ... natürlich würde ich sofort mit ihnen
Sex haben wollen ... öfters empfängt man selbst interessierte Blicke zurück
und fragt sich, geht in diesem Kopf nicht eventuell ähnliches vor, hat sie auch Verlangen ???
Immer wieder spiele ich mit dem Gedanken, sofrt das Gespräch zu suchen und
mal abzutasten was so möglich ist.
Warum ist sowas nicht gang und gäbe, dass die Menschen schauen wer ihnen gefällt
und man dann gemeinsam einfach Sex hat. Warum ist es nicht so im Alltag ???
Und denkt ihr nicht, dass es EIGENTLICH so der menschlichen Natur entspräche ??? [ 3 ].
Unsere Antwort
[ 1 ] Du hast deine Therapeuten gut beobachtet und gemerkt, dass du bisher keine zufrieden stellenden Antworten auf deine Fragen bekommen hast. In psychotherapeutischen Ausbildungen werden nicht notwendigerweise auch Sexualität und sexualtherapeutische Arbeitsweisen vermittelt. Therapeuten haben oft die gleichen Hemmungen und negativen Sichtweisen auf die Sexualität wie du. Nimm also deine Wahrnehmung ernst. Wenn du über deine Sexualität sprechen willst, suchst du dir am besten einen Spezialisten. Aber auch da ist es wichtig, dass du prüfst, ob dich die Arbeitsweise zufrieden stellt.
Natürlich spielt die Sexualität in deinem Leben eine grosse Rolle. Du bist in jedem Augenblick deines Lebens ein Mann. Einem gesunden Mann wie du einer bist, ist natürlich immer bewusst, dass du dich sexuell erregen kannst. Du kämst ganz schön in Not, wenn du nicht sicher sein könntest, dass dein Penis steif werden kann.
[ 2 ] In deiner Fantasie kennst du den Mann schon, der sich einer Frau, die sexuelle Ansprüche hat und diese in hemmungsloser Hingabe zeigt, gewachsen fühlt. Das ist eben das Gute an der Fantasie: Du machst sie selbst! Du kannst dir einen kompetenten, penetrationsfähigen Mann schon gut vorstellen. Im Moment machst du aus deinem Fantasiemann einen Pionier, der stellvertretend für dich, das neue Land der eigenen Lust und das Lustland der Frauen erkundet.
[ 3 ] Der menschlichen Natur entspricht, dass sie wächst, sich entwickelt und durch Lernen Fähigkeiten erwirbt. Die menschliche Natur lernt langsam und in kleinen Schritten. Die Siebenmeilenstiefel haben nur die Riesen im Märchen. Deine Fantasien um die wunderschönen Mädchen, die dich so erregen, zeigen dir dein Ziel. Gang und gäbe wird es, wenn du das «gang und gäbe» in einem lebenslangen Männerprojekt methodisch entwickelst.
Hier sind die vier Lernstufen:
1. Eigene Attraktivität entwickeln und sich selbst erotisieren.
Du fantasierst bereits ein Gespräch. Wie wirst du aktiv? Wie zeigst du dich den Mädchen als attraktiver Mann? Du möchtest, dass sie auf dich aufmerksam werden und dich attraktiv finden. Dafür kannst du was tun. Such Dir Männervorbilder. Üb sexuelle Erregung zu geniessen und schau dir im Spiegel dabei zu.
2. Wirksame Verführungsstrategien entwickeln.
Wenn du gelernt hast, dich selbst attraktiv und männlich zu fühlen und dich zu zeigen, braucht es wirksame Verführungsstrategien, damit du bekommst, was du dir wünscht. Wenn du eine Frau für dein sexuelles Projekt gewinnen willst, machst du ihr das am besten so schmackhaft, dass sie selbst den Sex mit dir wünscht. Überleg mal, welche Verführungsstrategien du schon gut kannst. Wie erreichst du deine Ziele und erfüllst dir deine Wünsche in den nicht-sexuellen Bereichen? Bettelst du? Spielst du das Opfer der Umstände und lässt dir helfen? Oder nimmst du dein Glück selbst in die Hand und machst dich und dein Bedürfnisse so attraktiv, dass andere gern daran teilhaben?
3. Fähigkeit entwickeln, intrusiv zu sein und penetrieren zu können.
Du planst, einem anderen Menschen unter die Haut zu gehen, d.h. du möchtest eine Frau penetrieren. Zwischen den sexuellen Wünschen und dem sexuellen Können stehen wieder Lernschritte. Je genauer du dir das Penetrieren einer richtigen, lebendigen und erwachsenen Frau vorstellen kannst und je konkreter du das in der Selbstbefriedigung übt, desto besser wirst du den ganzen Weg, vom Ansprechen über das Verführen bis zum Penetrieren, genussvoll gehen können.
4. Sich mit der Sexualpartnerin emotional zu verbinden.
Du stellst dir auch vor, dass du deine Partnerin liebst. Du möchtest also sexuelle Erregung und Intimität verbinden und beides mit ihr teilen können. Auch das kann man in kleinen Schritten lernen. Wenn du selbst dich sexuell kompetent fühlst, weil du lange genug geübt, Erfahrungen gesammelt hast und dir wohl gesonnen bist, wird dir das auch gelingen.
Schau mal, ob du weiter den grossen alles regierenden «Sexteufel» in dir brauchst, oder ob du dich auf den «kleinschrittigen» Weg machst, ein sexuell und emotional kompetenter Mann zu werden, der seine Kraft geniesst, sich freut, dass seine sexuelle Erregungsfähigkeit so gesund und sicher ist und männlichen Stolz fühlen und zeigen kann. Vielleicht merkst du selbst: Alles, was du verteufelst und beängstigst, ist immer da und bekommt viel zu viel Bedeutung..
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