Die Antibabypille
- Wie schütze ich mich vor Schwangerschaft und Infektionen?
- Die wichtigsten sexuell übertragbaren Infektionen
- Kondome (Präservative, Pariser)
- Die Antibabypille
- Antibabypille: Wo bekomme ich sie und wer berät mich?
- Pillenarten: kombinierte Pille und Gestagenpille
- Wirkung von kombinieren Pillen und Gestagenpillen
- Antibabypille: Wie nehme ich sie korrekt ein?
- Antibabypille: keine Menstruation, sondern Entzugsblutungen
- Kombinierten Pille: Änderung der Einnahmezeit und Verschiebung der Blutung
- Antibabypille vergessen einzunehmen – was jetzt?
- Antibabypille: Mögliche Nebenwirkungen
- Kombinierte Pillen, Rauchen und Thromboembolie
- Antibabypille: Was vermindert ihre Wirkung?
- Antibiotika-Einnahme und die Wirkung von hormonellen Verhütungsmitteln
- Durchfall oder Erbrechen nach Einnahme der Antibabypille
- Andere Verhütungsmethoden
- Wenn die Verhütung nicht geklappt hat
Antibabypille: Wo bekomme ich sie und wer berät mich?
Für die Pille braucht es ein Rezept
Die Pille ist ein Medikament. Darum muss sie von einer Ärztin verschrieben werden. Das gilt für alle hormonellen Verhütungsmittel – auch Verhütungsring und Verhütungspflaster. Du kannst dich zuerst auch bei einer Beratungsstelle der Familienplanung beraten lassen. Einige Stellen können auch Antibabypillen abgeben. Adressen von Beratungsstellen in der Schweiz findest du auf dieser Site, Adressen in Deutschland auf dieser Site, Adressen in Österreich auf dieser Site.
Die verschiedenen Präparate auf dem Markt unterscheiden sich in der genauen Zusammensetzung und Menge der Wirkstoffe. Sie haben daher auch unterschiedliche Nebenwirkungen. Welche Pille für dich die richtige ist, besprichst du mit der Frauenärztin, die dir die Pille verschreibt. Dafür braucht es keine Untersuchung, nur ein Gespräch.
Ist die Antibabypille für mich geeignet?
Die Ärztin oder die Beraterinnen der Beratungsstelle klären mit dir ab, ob die Pille für dich geeignet ist. Das hängt von deinem Gesundheitszustand und deinem Lebensstil ab und auch von anderen Medikamenten, die du viellecht einnimmst. Sie erklären dir auch, welche Nebenwirkungen sie haben kann.
Es gibt verschiedene Gesundheitszustände, bei denen bei der Einnahme der Pille Vorsicht geboten ist, z.B. Diabetes oder Migräne. Die Ärztin wird das mit dir besprechen. Sprich mit ihr auch über das erhöhte Risiko bei der Einnahme von kombinierten Pillen für Gerinnselbildung in Venen und Arterien (venöse und arterielle thromboembolische Krankheiten). Thrombosen und Embolien können schlimme Folgen haben, daher sollte ausgeschlossen werden, dass bei dir aus gesundheitlichen Gründen schon ein erhöhtes Risiko dafür besteht (z.B. Bluthochdruck, starkes Übergewicht, Blutgerinnungsstörungen, bestimmte Herzkrankheiten, Thrombosen oder Embolien in der Familie). Du solltest aus diesem Grund auch besser nicht rauchen, wenn du die Pille einnimmst.
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Pillenarten: kombinierte Pille und Gestagenpille
Kombinierte Pillen/Kombinationspräparate/Mikropille
Die am häufigsten eingesetzten Antibabypillen sind kombinierte Pillen oder Kombinationspräparate – sie enthalten ein Östrogen (Ethinylestradiol) und ein Gestagen. Sie werden auch Mikropillen genannt. Der Name kommt daher, dass die ersten Pillen in den 60er Jahren noch viel höher dosiert waren als heute. Heute enthalten sie 15-30 Mikrogramm Ethinylestradiol. Kombinierte Pillen müssen täglich zur gleichen Tageszeit eingenommen werden (maximal 12 Stunden zu spät). Am Ende der Packung gibt es entweder eine Pillenpause von bis zu einer Woche oder einige Plazebopillen. In dieser Phase findet eine Entzugsblutung statt.
Es gibt verschiedene Arten von kombinierten Pillen:
- Einphasenpräparate. Hier wird in jeder Pille die gleiche Menge Östrogen und Gestagen zugeführt.
- Zweiphasenpräparate (Sequenzpräparate). Hier wird in der ersten Pillenwoche nur Östrogen zugeführt, danach Östrogen und Gestagen.
- Dreiphasenpräparate. Hier wird die ersten 6 Tage wenig Östrogen und Gestagen zugeführt, dann beides in gesteigerter Dosis für 5 Tage, und die letzten 10 Tage wenig Östrogen und die höchste Gestagendosis.
Einphasenpräparate sind am häufigsten. Die Verträglichkeit soll mit Zweiphasen- und Dreiphasenpräparaten erhöht werden. Die Wirkung ist aber die gleiche. Zweiphasenpräparate spielen heute kene grosse Rolle mehr.
Gestagen-Pille/Minipille
Weniger häufig angewendet wird die Gestagen-Pille oder Minipille. Sie enthält nur Gestagen (z.B. Cerazette). Bei der Einnahme unterscheidet sie sich vor allem dadurch, dass es keine regelmässige Entzugsblutung gibt, sondern oft Schmierblutungen gibt. Sie muss je nach Präparat auch in einem genaueren Zeitfenster eingenommen werden, da relativ schnell der Verhütungsschutz nicht mehr gegeben ist. Besprich das mit der Ärztin, die dir die Pille verschreibt. Weil sie kein Östrogen enthält, ist sie für Jugendliche nicht so geeignet.
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Wirkung von kombinieren Pillen und Gestagenpillen
Wie wirken Kombinationspräparate?
Wenn du eine kombinierte Pille nimmst, wird dein Menstruationszyklus unterdrückt. Es findet keine Eireifung und somit kein Eisprung statt, wenn du die Pille korrekt einnimmst. Du hast also keine fruchtbaren Tage. Alle Tage sind unfruchtbar. Das gilt auch für die siebentägige Pillenpause am Ende der Packung, die es bei vielen Kombinationspräparaten gibt.
Ausserdem verändert sich die Schleimhaut der Gebärmutter, so dass eine Einnistung eines befruchteten Eis unmöglich wäre. Je nach Art und Dosierung der Pille verändert sich der Schleim des Gebärmutterhalses (Zervixschleim) mehr oder weniger stark, so dass den Samenzellen eine Wanderung in die Gebärmutter erschwert oder verunmöglicht wird.
Wie wirken Gestagenpillen?
Niedriger dosierte Gestagen-Pillen sorgen dafür, dass der Zervixschleim verdickt ist und keine Spermien in die Gebärmutter gelangen. Ausserdem wird der Aufbau der Uterusschleimhaut verhindert, so dass eine Einnistung eines befruchteten Eis unmöglich wäre. Höherdosierte (z.B. Cerazette) Gestagen-Pillen verhindern zusätzlich, dass ein Eisprung stattfinden kann. Eireifungen können aber stattfinden. Es ist daher bei einigen Präparaten wichtig, sie recht genau zum gleichen Zeitpunkt zu nehmen. Lies dazu bitte die Packungsbeilage, denn die Regelung des Einnahmezeitpunkts ist von Pille zu Pille verschieden.
Wie sicher ist die Pille?
Die Pille ist neben der Hormonspirale das sicherste reversible Verhütungsmittel. Das ist sie natürlich nur dann, wenn du sie korrekt einnimmst. Gestagen-Pillen haben ein höheres Schwangerschaftsrisiko, da die strengeren Einnahmeregeln öfter gebrochen werden.
Ab wann schützt die Pille?
Der Schutz besteht ab sofort, sofern du korrekt am ersten Menstruationstag mit der Pilleneinnahme begonnen hast. Bei besonders niedrig dosierten Pillen gilt dies nicht. Lies dazu bitte die Packungsbeilage.
Schützt die Pille auch vor sexuell übertragbaren Infektionen?
Nein. Das einzige Verhütungsmittel, das einen Schutz gegen verschiedene sexuell übertragbare Infektionen (Geschlechtskrankheiten) bietet, ist das Kondom bzw. Femidom (Frauenkondom).
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Antibabypille: Wie nehme ich sie korrekt ein?
Kombinierte Pille mit 21 Pillen und 7 Tagen Pause
Du beginnst bei kombinierten Pillen die erste Packung am ersten Tag der Menstruationsblutung. In der Packung sind Pillen für 21 Tage, und dann folgen 7 Tage Pause. Das heisst, du nimmst die Pille 21 Tage ein, dann machst du 7 Tage Pause und beginnst anschliessend die neue Packung. Beispiel: Der erste Tag ist ein Donnerstag. Du nimmst die Pille über drei Wochen bis zum Mittwoch ein, machst 7 Tage Pause und beginnst am Donnerstag wieder mit der nächsten Packung.
Du musst nach 7 Tagen unbedingt die nächste Packung beginnen: Der Eierstock kann ein Ei zur Reifung bringen, wenn das pillenfreie Intervall verlängert wird. Fang also auf jeden Fall nach 7 Tagen eine neue Packung an, auch wenn keine Entzugsblutung eingetreten ist oder die eingetretene Blutung noch andauert.
Kombinierte Pille mit 28 Pillen
Möglich ist auch, dass 28 Pillen in der Packung sind, wovon die letzten 4 keinen Wirkstoff enthalten. Man nennt sie Plazebopillen. Bei dieser Art nimmst du eine Packung nach der anderen ohne zusätzliche Pause.
Müssen Kombinationspräparate immer zum gleichen Zeitpunkt eingenommen werden?
Du solltest dir angewöhnen, kombinierte Pillen immer zur gleichen Tageszeit einzunehmen. Zum Beispiel kannst du sie immer beim Zähneputzen nehmen – oder bei irgend etwas, das du immer täglich machst. So gewöhnst du dir am besten eine Routine an und vergisst die Pille am wenigsten. Es ist nicht schlimm, wenn du die Pille nicht zum genau gleichen Zeitpunkt nimmst. Wichtig ist folgende Regel: Eine Pille gilt als vergessen, wenn du sie mehr als 12 Stunden nach dem üblichen Einnahmezeitpunkt nimmst. Das heisst, der Abstand zwischen zwei Pillen sollte nicht länger als 24 plus 12 Stunden, also 36 Stunden, dauern.
Wie nehme ich Gestagen-Pillen ein?
Gestagen-Pillen werden jeden Tag ohne Pause genommen. Dabei ist es wichtig, dass du den Einnahmezeitpunkt einhältst. Wie fix der Zeitpunkt der Einnahme ist, und wie viele Stunden du sie zu spät nehmen darfst, ist je nach Präparat unterschiedlich. Besprich das mit der Ärztin, die dir die Pille verschreibt, und lies die Packungsbeilage.
Ablaufdatum beachten
Nach dem Ablaufdatum sind hormonelle Verhütungsmittel nicht mehr garantiert wirksam. Falls eine Packung also über das Ablaufdatum hinaus ist, solltest du sie nicht mehr verwenden.
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Antibabypille: keine Menstruation, sondern Entzugsblutungen
Wodurch kommt es bei Kombinationspräparaten zur Blutung?
Die Blutung, die du hast, wenn du die kombinierte Pille (Kombinationspräparat) nimmst, ist keine richtige Menstruationsblutung (Mens, Periode, Regel), denn die Pille unterdrückt ja deinen Menstruationszyklus. Dass es trotzdem alle vier Wochen zu einer Blutung kommt, liegt am Östrogen in der Pille und daran, dass dem Körper in der Pillenpause keine Hormone zugeführt werden. Der Entzug der Hormone führt zur Abblutung der Gebärmutterschleimhaut. Man nennt die Blutung bei kombinierte Pillen daher auch Abbruchblutung oder Entzugsblutung.
Wie sollten Entzugsblutungen/Abbruchblutungen bei Kombinationspräparate ablaufen?
Es ist normal, dass die Abbruchblutung meist schwächer ist als eine Menstruationsblutung. Auch die Stärke der Blutung kann unterschiedlich sein, d.h. ein Monat ein bisschen stärker, ein Monat ein bisschen schwächer. Auch der Tag, an dem die Blutung nach Beginn der Pillenpause einsetzt, kann etwas unterschiedlich sein. Lass dich von einem veränderten Blutungsmuster nicht beunruhigen. Für den Verhütungsschutz ist wichtig, dass du die Pille korrekt einnimmst.
Was tun bei Zwischenblutungen unter Kombinationspräparaten?
Bei Kombinationspräparaten können auch gelegentlich Zwischenblutungen (Schmierblutungen) auftreten. Wenn diese länger als drei Monate andauern, solltest du das mit deiner Frauenärztin besprechen.
Wie sollten Blutungen bei Gestagen-Pillen ablaufen?
Auch unter der Gestagen-Pille hast du keinen Menstruationszyklus und keine Menstruationsblutung. Die Blutungen, die du hast, sind wegen des fehlenden Östrogens und der fehlenden Pillenpause sehr unregelmässig und unterschiedlich stark – das variiert von keine Blutungen bis zu täglichen Schmierblutungen oder über zwei Wochen anhaltende stärkere Blutungen. All diese Blutungsformen gehören zum normalen Blutungsmuster unter der Gestagen-Pille.
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Kombinierten Pille: Änderung der Einnahmezeit und Verschiebung der Blutung
Du kannst die Einnahmezeit oder den Einnahmetag von kombinierten Pillen (Kombinationspräparaten) grundsätzlich ändern, wenn du dich an ein paar Regeln hältst.
Mindestens 21 Pillen, nie länger als 7 Tage Pause
Wenn du ein Kombinationspräparat mit 21 Pillen und 7 Tagen Pillenpause nimmst, hältst du dich an zwei Grundsätze:
- Vor der Pillenpause musst du mindestens 21 mal die Pille genommen haben.
- Die Pillenpause darf nicht länger als 7 Tage dauern.
Möglichkeiten, die Entzugspblutung zu verschieben
Wenn du dich an diese Grundsätze hältst, ist das Verschieben auf zwei Arten möglich:
- Nachdem du alle 21 Pillen einer Packung geschluckt hast, beginnst du ohne Pause mit der nächsten Packung. Von der zweiten Packung nimmst du so viele, bis der Wochentag erreicht ist, an dem du jeweils die letzte Pille einnehmen möchtest. Dann machst du 7 Tage Pause.
- Nachdem du alle 21 Pillen einer Packung geschluckt hast, machst du kürzere Pause als sonst – beginnst also nach 6, 5, 4 oder noch weniger Tagen mit der nächsten Packung.
Packungen mit 24 wirksamen Pillen und 4 Plazebotabletten
Bei Packungen mit 24 wirksamen Pillen und 4 Plazebotabletten kannst du die vier Plazebotabletten einfach weglassen und sofort mit der neuen Packung anfangen. Diese nimmst du dann komplett bis zum Schluss, also mitsamt der Plazebotabletten. Da diese Pillen sehr tief dosiert sind, kann es hier manchmal zu Schmierblutungen kommen. Du bist bei korrekter Einnahme trotzdem geschützt. Du kannst die Pille trotz Schmierblutung einfach weiternehmen.
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Antibabypille vergessen einzunehmen – was jetzt?
Eine kombinierte Pille gilt als vergessen, wenn du sie mehr als 12 Stunden nach dem üblichen Einnahmezeitpunkt nimmst. Wenn du die Pille also üblicherweise um 10 Uhr morgens nimmst und erst nach 22 Uhr merkst, dass du die Pille nicht eingenommen hast, ist es eine vergessene Pille. Du solltest sie trotzdem noch einnehmen und am nächsten Morgen um 10 Uhr die ganz normal die nächste Pille einnehmen. Bei reinen Gestagen-Pillen gelten je nach Präparat andere (strengere) Regeln. Bitte lies dazu die Packungsbeilage.
Pille vergessen in der ersten Pillenwoche
Vor allem die ersten 1-3 Pillen einer Packung solltest du auf keinen Fall vergessen, denn die Gefahr schwanger zu werden ist unmittelbar nach der siebentägigen Pause am grössten. In einem solchen Fall nimmst du lieber die Pille danach ein, falls ungeschützter Geschlechtsverkehr stattgefunden hat – egal, ob der Mann in dir gekommen ist oder nicht. Nimm die vergessene Pille ein und nimm die restlichen Pillen der Packung zum gewohnten Zeitpunkt weiter. Schütze dich zusätzlich über 7 Tage mit Kondomen.
Pille vergessen in der zweiten Pillenwoche
Das Risiko ist kleiner als in der ersten Woche der Packung. Bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr am Anfang der zweiten Woche solltest du trotzdem zur Sicherheit noch die «Pille danach» nehmen. Nimm die vergessene Pille ein und nimm die restlichen Pillen der Packung zum gewohnten Zeitpunkt weiter. Schütze dich zusätzlich über 7 Tage mit Kondomen. Ab Ende der zweiten Woche kannst du auf die «Pille danach» verzichten, du solltest dich aber für 7 Tage noch zusätzlich mit Kondomen schützen.
Pille vergessen in der dritten Pillenwoche
Nimm die vergessene Pille ein und nimm die restlichen Pillen der Packung zum gewohnten Zeitpunkt weiter. Das Risiko, schwanger zu werden, ist gering, trotzdem solltest du dich über den Rest des Pillenzyklus zusätzlich mit Kondomen schützen. Wenn du von den letzten 7 Pillen mehr als eine vergessen hast, solltest du die Pillenpause weglassen, sofort die neue Packung beginnen und dich 7 Tage zusätzlich mit Kondomen schützen. Wenn du die Pille am letzten Einnahmetag vergisst, beginnt die Pillenpause sozusagen einen Tag früher. Achte darauf, dass sie nicht länger als 7 Tage dauert, fange die nächste Packung also mindestens einen Wochentag früher an wie sonst. Oder fang sie am üblichen Wochentag an und schütze dich in den ersten 7 Tagen zusätzlich mit einem Kondom.
Mehrere Pillen vergessen
Wenn die Pilleneinnahme vergessen wird, sinkt der Blutspiegel des Verhütungshormons kontinuierlich ab. Nach einem grösseren Pilleneinnahmefehler - also wenn du mehrere Pillen vergessen hast - gilt es, immer zusätzlich mit Kondomen zu verhüten für 7 Tage und dann die Abbruchblutung abzuwarten bzw. bei Ausbleiben der Abbruchblutung einen Schwangerschaftstest zu machen. Weitere Informationen dazu liest du hier.
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Antibabypille: Mögliche Nebenwirkungen
Hormonelle Verhütungsmittel sind Medikamete
Die Pille ist ein Medikament. Darum muss sie von einer Ärztin verschrieben werden. Die Ärztin klärt mit dir ab, ob die Pille aufgrund deines Gesundheitszustandes und deines Lebensstils für dich geeignet ist, und bespricht mit dir mögliche Nebenwirkungen. Bei der Pille können ganz verschiedene Nebenwirkungen auftreten. Bei kombinierten Pillen besteht eine leicht erhöhtes Thromboserisiko. Die Pille wirkt auch auf Knochen, arterielles System, Lipide und Gerinnung ein. Auf der Packungsbeilage liest du alle möglichen Nebenwirkungen.
Der Körper muss sich erst an die Pille gewöhnen
Der Körper braucht am Anfang eine gewisse Gewöhnungszeit, deshalb hab etwas Geduld, falls du beim Beginn der Pilleneinnahme Nebenwirkungen spürst, z.B. Stimmungsänderungen oder Gewichtsänderungen. Auch Schmierblutungen können auftreten. Ein Absetzen der Pille oder ein Wechsel auf ein anderes Präparat macht dann Sinn, wenn du nach drei Monaten immer noch Nebenwirkungen hast.
Bei bestimmten Nebenwirkungen sofort zur Ärztin
Es gibt bestimmte Beschwerden, bei denen du in jedem Fall sofort eine Ärztin kontaktieren resp. die Pille absetzen solltest - auch wenn du die Pille erst seit kurzem nimmst. Das sind z.B. starke Kopfschmerzen, Schwindel, Seh- oder andere Wahrnehmungsstörungen, Brustschmerzen, Beinschmerzen oder Atembeschwerden. Du findest sie auf der Packungsbeilage.
Du solltest auch dann eine Ärztin kontaktieren, wenn nach längerer Pilleneinnahme ohne Nebenwirkungen plötzlich irgendwelche Nebenwirkungen auftreten.
Manche Kombinationspräparate können bei Pubertäts-Akne helfen
Eine für manche wünschenswerte Nebenwirkung verschiedener Kombinationspräparate (nicht von Gestagen-Pillen) ist die günstige Beeinflussung der Pubertätsakne.
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Kombinierte Pillen, Rauchen und Thromboembolie
Was sind Thromboembolien?
Bei kombinierten Pillen besteht ein leicht erhöhtes Risiko für Gerinnselbildung in Venen und Arterien (venöse und arterielle thromboembolische Krankheiten). Thromboembolien sind Gefässverschlüsse, die zu Verstopfung eines Hirngefässes führen können – mit entsprechenden Ausfällen. Natürlich sind dies seltene Ereignisse. Aber wenn man als junge Frau davon betroffen ist, sind die Auswirkungen auf das weitere Leben besonders schlimm.
Vorsicht in den ersten 6 bis 12 Monaten der Einnahme
Das Risiko ist in den ersten 6 bis 12 Monaten der Einnahme am höchsten. Wenn du die Pille neu verschrieben bekommst und planst, innerhalb der nächsten drei Monate auf eine Flugreise zu gehen, besprich mit deiner Ärztin, wie du dich während dem Flug verhalten kannst (viel trinken, viel herumlaufen) oder ob du den Einnahmebeginn auf nach die Flugreise verschieben möchtest.
Vorsicht, wenn du rauchst!
Durch das Rauchen wird das Risiko einer Thromboembolie erhöht. Wenn du rauchst, besprich das mit der Frauenärztin, damit ihr gemeinsam ein geeignetes Verhütungsmittel für dich findet. Das Risiko steigt mit dem Alter. In der Schweiz gilt Rauchen daher als ein absoluter Kontraindikator für die Pilleneinnahme bei Frauen über 35 – wenn die Frau mehr als 15 Zigaretten am Tag raucht, sinkt dieses Alter.
Vorsicht bei gesundheitlicher Vorbelastung
Falls bei dir aus gesundheitlichen Gründen schon ein erhöhtes Risiko für Thromboembolien besteht (z.B. Bluthochdruck, starkes Übergewicht, Blutgerinnungsstörungen, bestimmte Herzkrankheiten), solltest du keine kombinierte Pille nehmen – auch wenn du nicht rauchst. Ungünstig ist auch, wenn Mitglieder deiner Familie aus ungeklärten Gründen oder in jüngeren Jahren Thrombosen oder Embolien oder diverse andere Erkrankungen hatten. Die Ärztin sollte das alles mit dir abklären.
Mögliche Alternative: Gestagen-Pillen
Bei reinen Gestagen-Pillen ist das Risiko für thromboembolische Ereignisse nach heutigem Wissen nicht erhöht. Sie sind also eine mögliche Alternative, wenn keine Östrogene eingenommen werden sollten (z.B. wegen einer Gerinnungsstörung).
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Antibabypille: Was vermindert ihre Wirkung?
Wechselwirkungen hormoneller Kontrazeptiva mit anderen Medikamenten
Hormonelle Verhütungsmittel sind Medikamente. Medikamente können mit anderen Medikamenten Wechselwirkungen eingehen, das heisst, sie beeinflussen die Wirkung voneinander. Die wichtigsten Medikamente, welche die Wirkung hormoneller Verhütungsmittel beeinträchtigen können, sind Antibiotika, die als Tablette oder Sirup geschluckt werden. Vorsicht ist auch bei verschiedenen Medikamenten gegen Epilepsie, Migräne, Diabetes, Depressionen, Tuberkulose und HIV-Infektionen sowie bei gewissen Abführmitteln geboten.
Besprich die Anwendung hormoneller Verhütungsmittel mit deiner Ärztin/deinem Arzt, wenn du auch sonst Medikamente nimmst. Auch in der Apotheke kann man dir Auskunft geben. Lies auf jeden Fall die Packungsbeilage deines hormonellen Verhütungsmittels über allfällige Wechselwirkungen und Beeinträchtigungen.
Keine Beeinflussung durch Nahrungsmittel, Drogen oder Alkohol
Nahrungsmittel, Drogen oder Alkohol beeinflussen die Wirkung der Pille nicht.
Achtung bei Erbrechen oder Durchfall
Wenn du allerdings bis 2-4 Stunden nach Pilleneinnahme erbrechen musst oder 3-4 Stunden nach Pilleneinnahme Durchfall hast, ist die Sicherheit der Pille herabgesetzt.
Ablaufdatum beachten
Nach dem Ablaufdatum sind hormonelle Verhütungsmittel nicht mehr garantiert wirksam. Falls eine Packung also über das Ablaufdatum hinaus ist, solltest du sie nicht mehr verwenden.
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Antibiotika-Einnahme und die Wirkung von hormonellen Verhütungsmitteln
Welche Antibiotika vermindern die Wikung der Antibabypille?
Die Einnahme verschiedener Antibiotika kann die Wirkung der Pille vermindern, und es kann zu einem Eisprung kommen. Es gibt auch Antibiotika, die die Wirkung der Pille nicht beeinflussen. Das hängt sehr vom Präparat ab. Frag daher auch immer den Arzt/die Ärztin, die dir das Antibiotikum verschreibt. Und lies die Packungsbeilage deiner Pille und des Antibiotikums.
Falls das Antibiotikum auf die Pille einen Einfluss hat, dann gelten verschiedene Verhaltenstipps je nachdem, wann genau du das Antibiotikum nimmst:
Antibiotika in der ersten Woche der Packung
Wenn du in der ersten Pillenwoche ein Antibiotikum nimmst, musst du dich während der Einnahme des Antibiotikums und 7 Tage darüber hinaus zusätzlich mit Kondomen schützen.
Antibiotika in der zweiten oder dritten Woche der Packung
Wenn du das Antibiotikum in der zweiten und dritten Pillenwoche einnimmst, solltest du dich 7 Tage zusätzlich mit Kondomen schützen und die Pillenpause weglassen, also nach der letzten Pille der alten Packung gleich die neue Packung beginnen.
Antibiotika in der Pillenpause
Wenn du das Antibiotikum in der pillenfreien Zeit nimmst, musst du während der Einnahme nicht zusätzlich verhüten. Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, kannst du in den ersten 7 Tagen der neuen Packung zusätzlich mit Kondomen verhüten.
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Durchfall oder Erbrechen nach Einnahme der Antibabypille
Was tun bei Durchfall?
Wenn du bis 3-4 Stunden nach Einnahme der Pille einmaligen Durchfall (richtig wässrigen, also nicht einfach weichen Stuhlgang) bekommst, kann die Wirkung der Pille herabgesetzt sein. Nimm dann noch einmal eine Pille aus einer Reservepackung.
Wenn du eine Magen-Darminfektion hast mit mehrmals pro Tag dünnen oder wässrigen Darmentleerungen, ist die Wirksamkeit der Pille sicher herabgesetzt, weil der Wirkstoff der Pille nicht so gut von der entzündeten Darmschleimhaut aufgenommen werden kann. Dann ist es eine gute Idee, so zu handeln, als ob du die Pille vergessen hättest: Du verhütest zusätzlich 7 Tage mit Kondomen.
Lies auch die Packungsbeilage deiner Pille und halte dich auf jeden Fall daran, was dort steht.
Was tun bei Erbrechen?
Wenn du 2-4 Sunden nach der Einnahme der Pille erbrichst, nimm noch einmal eine Pille aus einer Reservepackung.
Wenn du eine Magen-Darmgrippe hast, wird die Pille langsamer/nicht so gut aufgenommen. Dann ist es eine gute Idee, so zu handeln, als ob du die Pille vergessen hättest: Du verhütest zusätzlich 7 Tage mit Kondomen.
Lies auch die Packungsbeilage deiner Pille und halte dich auf jeden Fall daran, was dort steht.
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