Warum ist Bauchatmen so gut und wie mach ich (m) das?
Warum ist Bauchatmen so gut und wie mach ich (m) das?
Bauchatmen entspannt
Viele Menschen atmen nicht mit dem Bauch, sondern mit der Brust. Sie ziehen beim Einatmen den Bauch ein und die Schultern hoch, beim Ausatmen gehen die Schultern wieder runter. Diese Art zu atmen ist nicht sehr entspannend. Bauchatmung hingegen entspannt.
Darum ist Bauchatmen gut, wenn du Angst hast oder wütend oder aufgeregt bist. In der Angst spannt sich der Körper an, und du atmest kurz und flach. Manchmal hechelt man da richtig, ohne dass man es merkt. Dadurch kann einem richtig mulmig und schwindlig werden. Wenn du in so einer Situation ganz bewust langsam mit dem Bauch atmest, wirst du merken, dass dich das sofort ein bisschen beruhigt. Denn es entspannt den Körper. Du kannst beim Aus- und wieder Einatmen auch ganz langsam auf 100 zählen.
Wie lerne ich Bauchatmen?
Setz oder lege dich bequem hin. Lege die Hände auf den Unterbauch. Wenn du eine enge Hose anhast, mach sie auf. Und dann atme aus. So viel wie möglich. Merkst du wie sich der Bauch zusammenzieht? Wenn alle Luft draussen ist und der Bauch wieder Luft will, lass sie wieder reinfliessen. Jetzt weitet sich der Bauch aus. Bis er ganz rund ist. Und dann atme wieder aus. Die Arbeit geschieht beim Ausatmen: die Bauchmuskeln ziehen sich dann etwas zusammen, der Bauch wird kleiner. Beim Einatmen lassen sie nach und weiten sich aus. Du wirst vielleicht merken, dass das Einatmen wie von selbst kommt. Konzentriere dich also vor allem auf das Ausatmen. Es kann gut möglich sein, dass du zwei bis dreimal so lang ausatmest wie du einatmest. Wenn du sehr entspannt bist, gibt es eine kurze Pause nach dem Ausatmen, bevor du wieder einatmest.
Wichtig ist, dass du langsam atmest. So spürst du besser, was in deinem Körper abläuft. Und du kannst dich bewusst darauf konzentrieren, zu entspannen.
Übe das Bauchatmen auch stehend vor dem Spiegel. Dann kannst besser darauf achten, dass deine Brust und deine Schultern beim Atmen ruhig bleiben und nicht die Atemarbeit übernehmen. Wenn die Schultern beim Einatmen hochgehen, ist das ein Zeichen dafür, dass du mit der Brust atmest, nicht mit dem Bauch!
Wenn du regelmässig Bauchatmen übst, bekommst du mit der Zeit ein Gefühl für den Unterschied zwischen Atmen mit der Brust und Atmen mit dem Bauch. Achte während des Tages immer wieder drauf, wie du atmest und atme bewusst langsam mit dem Bauch, so oft es dir einfällt. Mit der Zeit geht das Bauchatmen immer automatischer. Achte auch darauf, wie sich das auf deine Gefühle auswirkt, wenn du langsam mit dem Bauch atmest. Merkst du, dass es dich ruhiger und sicherer macht?
Bauchatmen und Sex
Bauchatmen ist auch beim Sex hilfreich. Einerseits, weil es dich entspannt. Wenn du beim Sex so mit dem Bauch aus- und einatmest, kann sich deine sexuelle Erregung auch viel besser im ganzen Körper verteilen. Du nimmst sie dann grösser und besser wahr. Und sie hat im Körper Platz und muss sich nicht gleich mit dem Samenerguss entladen.
Wenn du schon ein bisschen Übung mit dem Bauchatmen hast, konzentrier dich auch auf deinen Beckenboden. Beim Einatmen entspannt sich die Beckenbodenmuskulatur, beim Ausatmen zieht sie sich leicht zusammen. Wenn du lernst, das wahrzunehmen, kannst du die Beckenbodenmuskeln gezielt entspannen. Übungen dazu findest du in diesem Text.
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