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Das Hymen oder Jungfernhäutchen
Das Hymen, das fälschlicherweise manchmal Jungfernhäutchen genannt wird, ist eine Hautfalte zwischen Vulva und Scheide, die die Scheidenöffnung ganz oder teilweise umrandet. Bei einem weiblichen Embryo – so nennt man das Kind während der Schwangerschaft – entwickelt sich das innere Geschlecht getrennt vom äusseren. Die Verbindungsstelle ist die Hautfalte, die man Hymen nennt. Bei der Geburt ist das weibliche Geschlecht auf Grund der weiblichen Hormone, die durch die Mutter im Körper des weiblichen Säugling sind, ähnlich saftig und dick wie in der Pubertät. Etwa zwei Monate nach der Geburt sind die weiblichen Hormone abgebaut, und das Hymen umrandet den Scheideneingang wie eine glatte, dünne und gespannte Haut. Dies bleibt während der ganzen Kindheit so. Wenn mit Beginn der Pubertät weibliche Hormone gebildet werden, wird das Gewebe feucht und saftig. Es verändert dann seine Form und wird kräftiger.
Wie sieht das Hymen aus?
Grösse und Form des Hymen sind bei jedem Mädchen sehr unterschiedlich. Meistens ist es von rosaroter Farbe. Du siehst es am besten, wenn du je eine äussere Lippe mit zwei Fingern fasst und leicht vom Körper weg ziehst. Dann kannst du auch den Scheideneingang gut sehen. Es ist nicht ganz einfach, das Hymen selbst mit einem Spiegel zu entdecken. Wenn du es genau sehen willst, geht das bei einer Frauenärztin am besten. Bitte deine Ärztin, dir einen kleinen Spiegel zu geben oder bring selbst einen Taschenspiegel zur Untersuchung mit. Oder vielleicht möchtest du eine Freundin fragen, dass ihr zusammen eure Hymen entdeckt. An der Seite des Scheideneingangs, die näher zum After ist, ist das Hymen oft etwas breiter. Darum siehst du es dort besser. Es kann mehr oder weniger gefurcht und gerubbelt aussehen.
Wann reisst das Hymen – und tut das weh?
Beim ersten Geschlechtsverkehr, also beim ersten Eindringen des Penis in die Scheide, kann das Hymen einreissen. Je nach dem wie gross der Riss ist, blutet es mehr oder weniger. Das tut in der Regel nicht sehr weh. Meist reisst es nur an einer Stelle ein. Wenn du dir den Scheideneingang wie ein Zifferblatt vorstellst, findet man bei den meisten Frauen den Riss dort, wo die Acht auf dem Zifferblatt ist. Etwa 20 bis 30 Prozent der Frauen bluten beim ersten Geschlechtsverkehr nicht, weil das Hymen nur gedehnt wird. Man sieht deinem Hymen also nicht unbedingt an, ob du bereits Geschlechtsverkehr hattest. Mit einem Tampon kannst du das Hymen nicht verletzen. Wenn du einen Tampon einführen kannst, kannst du das Hymen damit geschmeidiger machen. Du kannst deinen Scheideneingang auch selbst regelmässig mit einem oder mehreren Fingern massieren. Verwende dazu am besten ein Öl, zum Beispiel Mandelöl. Auf diese Art dehnst und weitest du dein Hymen.
Warum gibt es eigentlich das Hymen und wie entsteht es?
Die Eierstöcke, die Eileiter, die Gebärmutter und die oberen zwei Drittel der Scheide entstehen im Embryo – also während der Schwangerschaft – aus den Müllerschen Gängen. Das untere Drittel der Scheide und das äussere Geschlecht bilden sich aus dem Geschlechtshöcker. Die Entwicklung der Geschlechtsorgane hat also zwei Ursprünge. Das Hymen gehört zum äusseren Geschlecht und verschliesst beim Embryo den Ausgang der Scheide. Es ist nicht zu einem bestimmten Zweck da – zum Beispiel bietet es keinen Schutz vor Infektionen, da es bei der Geburt bereits geöffnet ist.
