Ich (m) komme zu schnell – was tun?
Ich (m) komme zu schnell – was tun?
Warum kommt «es»? 1. Wenig Gespür
Wenn du schnell kommst, bist du ein sexuell gesunder Mann, der leicht sexuell erregbar ist und die sexuelle Erregung gut steigern kann. Möglicherweise hast du auch grosse Lust, zu ejakulieren. Wenn du allerdings immer zielstrebig auf den Samenerguss zusteuerst, kümmerst du dich weniger um den Weg dahin und spürst dich nicht so gut.
Es gibt beim Sex diesen Point of no return – den «Punkt ohne Wiederkehr». Das ist der Punkt, an dem du nicht mehr bremsen kannst – du kommst, auch wenn du nicht willst. Das ist, wie wenn du mit einem Ferrari zu einer Steilküste hinfährst. Die sexuelle Erregung ist der Ferrari, die Steilküste ist der Punkt ohne Wiederkehr. Wenn du deinen Point of no Return nicht spürst, kannst du deinen Ferrari nicht genug früh bremsen und schiesst sozusagen über den Abgrund ins Wasser…
Daher kommt es, wenn es will – und nicht du kommst, wenn du willst.
Der erste Schritt dazu, deine sexuelle Erregung besser zu kontrollieren ist also: Lerne deinen Penis in der sexuellen Erregung besser spüren. Wie geht das? Wir geben dir weiter unten Tipps. Dummerweise geht es nicht ohne Üben…
Warum kommt «es»? 2. Hohe Muskelspannung
Viele Männer berühren ihren Penis heftig und schnell, wenn sie sich erregen, und dabei halten sie den Körper still und spannen die Po- und Beckenbodenmuskeln an. So treiben sie die sexuelle Erregung schnell in die Höhe. Denn schnelles Rubbeln, Druck und hohe Muskelspannung macht bei den meisten jungen Männern, dass sie schneller kommen. Vielleicht spannst du die Muskeln im Po und im Becken sogar absichtlich an, um den Samenerguss zurückzuhalten. Doch dadurch kommst du dummerweise noch schneller…
Ein guter Trick gegen schnelles Kommen ist also, die Muskeln nicht so stark anzuspannen, wenn du sexuell erregt bist – vor allem am Becken und am Po. Das ist gar nicht so einfach, da die Spannung in den Muskeln in der sexuellen Erregung ganz automatisch ansteigt, und wenn du ganz entspannt bist, schläfst du ein. Was also tun? Bewegen. Wenn du dich bewegst beim Sex, können sich deine Muskeln nicht verkrampfen, sie schlafen aber auch nicht ein. Und ausserdem ist die Durchblutung besser. Und damit spürst du dich auch besser (siehe Punkt 1 ganz oben).
Der zweite wichtige Tipp ist also: Komm beim Sex in Bewegung. Bis das richtig klappt, musst du allerdings auch üben. Tipps liest du weiter unten.
Warum kommt «es»? 3. Stress und Aufregung
Wahrscheinlich kommst du noch schneller, wenn Sex mit einer anderen Person hast. Das kann daran liegen, dass du sie/ihn einfach so heiss und erregend findest. Vielleicht bist du auch aufgeregt und gestresst, weil du es ihr/ihm rechtmachen und nicht zu schnell kommen willst. Dadurch spannst du den Körper ganz automatisch an. Oder du wählst für den Sex eine Stellung, die für deinen Körper anstrengend ist. Vielleicht spannst du die Muskeln im Po und im Becken sogar absichtlich an, um die Ejakulation zurückzuhalten. Doch wie oben schon erwähnt, ist Muskeln Anspannen eine gute Methode, schneller zu kommen…
Was tun? Nun, die Übungen, die wir dir unten angeben, helfen alle, deine sexuelle Erregung besser zu spüren und zu steuern. Dadurch wirst du auch beim Sex mit einer anderen Person selbstsicherer. Ausserdem kannst du durch tiefes Atmen und Bewegen dafür sorgen, dass du nicht so in die «Stress-Spannung» hineinkommst. Also empfehlen wir dir sehr, die Übungen unten zu machen.
Falls du vor allem beim Sex zu zweit zu schnell kommst – und allein nicht –, interessieren dich möglicherweise vor allem unsere Tipps für den Sex zu zweit, wenn du nicht so schnell kommen willst.
Regelmässig Üben hilft sehr!
Das ist wie wenn du Sport treibst. Am Anfang braucht es Überwindung, zu trainineren. Aber irgendwann erkennst du, dass sich etwas tut: Dein Körper ist fitter, und was du trainierst, gelingt dir besser. Das ist genauso, wenn du ein Mann bist, der schneller kommt, als er möchte, und der seine sexuelle Erregung unter Kontrolle bekommen möchte. Die gute Nachricht ist, dass das ein Ziel ist, welches Männer mit gezielter Übung ziemlich rasch erreichen. Alle Tipps, die wir hier angeben, helfen dir. Aber es reicht nicht, wenn du sie durchliest und ein, zweimal ausprobierst! Ein paar Wochen regelmässig Üben (also mehrmals die Woche…) solltest du dir schon geben. Auch wenn du vielleicht JETZT SOFORT eine Besserung möchtest, ein bisschen Zeit und Geduld braucht es also schon.
Tipp: Penis besser spüren lernen
Die erste Hilfe zum besseren Kontrollieren der Ejakulation ist: langsamer werden. Du spürst viel besser, was in deinem Penis abläuft, wenn du ihn mit langsamen Bewegungen berührst, als wenn du schnell rubbelst. Es gibt Hunderte verschiedener Arten, den Penis zu berühren. Am besten, du machst deine Hand feucht, damit es schön glitscht. Besonders geeignet ist ein gutes Öl, z.B. Mandelöl. Such dir einen ruhigen, gemütlichen Ort und nimm dir ein bisschen Zeit und schau, was es alles für Berührungen gibt: langsamere, leichtere, festere – und schau mal was passiert, wenn du deinen Penis nicht mir der üblichen Hand (bei den meisten ist das die Rechte), sondern mit dern anderen berührst. Schau doch mal, ob du vor der Selbstbefriedigung ein paar Minuten Penis-Erforschung machen kannst. Auch wenn du das am Anfang vielleicht stinklangweilig findest, du wirst mit der Zeit ein feineres Gespür entwickeln dafür, was in deinem Penis abläuft. Und das brauchst du, damit du ihn besser kontrollieren kannst.
Tipp: Point of no return spüren lernen
Diese Übung ist anstrengend – aber sie hilft dir sehr, Kontrolle über den Zeitpunkt des Samenergusses zu bekommen.
- Such dir einen ruhigen, gemütlichen Ort.
- Nimm deine Hand und berühre deinen Penis damit, um dich zu erregen.
- Wenn du das Gefühl hast, «jetzt kommts gleich», berühre den Penis weniger oder langsamer – im Notfall kannst du ihn auch ganz loslassen. Dadurch kann die sexuelle Erregung wieder etwas absinken. Möglicherweise ist dann der Penis auch nicht mehr so steif.
- Errege dich jetzt wieder.
- Wenn du wieder merkst, dass es brenzlig wird, berühre den Penis weniger oder langsam - und lass ihn im Notfall los.
- Mach so oft es geht – am besten fünf Mal, bevor du zulässt, dass du kommst.
Vielleicht gelingt es dir am Anfang nur ein Mal. Vielleicht kannst du dich nur wenige Sekunden erregen, bevor du Pause machen musst, damit du nicht kommst. Vielleicht gelingt es dir am Anfang sogar überhaupt nicht, zu spüren, wann du den «Punkt ohne Wiederkehr» erreichst, und du schiesst sofort darüber hinweg. Macht nichts: Je öfter du diese Übung machst, desto besser wird es dir gelingen, die Erregung rechtzeitig durch sanftere Berührungen abzubremsen oder notfalls zu stoppen.
Tipp: Für Beckenbewegung sorgen
Die beste Methode, beim Sex nicht steif zu sein, sondern locker und bewegt, ist, wenn du dein Becken dabei bewegst. Dazu haben wir einen Text mit vielen Übungen geschrieben. Es ist für dich besonders wichtig, dass du diese Übungen machst. Denn denk dran: Wenn du dich beim Sex bewegst, verspannen sich deine Muskeln nicht so sehr und du kannst deine Erregung besser kontrollieren. Ausserdem spürst du besser, was in deinem Geschlecht abläuft, weil die Durchblutung besser ist.
Tipp: Beim Sex tief durchatmen
Viele Männer atmen beim Sex flach, vergessen das Atmen oder halten die Luft an. Achte bei allen sexuellen Handlungen daher darauf, dass du tief mit dem Bauch atmest. So verspannst du dich weniger und beruhigst dich auch, falls du gesteresst und aufgeregt bist. Das tiefe Atmen ist für Männer, die schnell kommen, noch aus einem anderen Grund sehr wichtig: Sie macht mehr Raum in deinem Körper, so dass sich die sexuelle Erregung darin besser verteilen kann. So muss sie nicht so schnell in einem Samenerguss entladen werden. Sexuelle Erregung braucht also Platz in deinem Körper.
Tipp: Beckenmuskeln noch besser spüren lernen
Es gibt ein paar gezielte Übungen, die dir helfen, besser zu spüren und zu steuern, was in deinem Penis und seinem Umfeld beim Sex abläuft. Lies dazu bitte diesen Text. Wenn du sie regelmässig machst, garantieren wir dir, dass sie dir helfen, deine sexuelle Erregung besser zu kontrollieren.
Das Wichtigste zum Schluss: Erregung geniessen lernen
Für viele Männer ist die sexuelle Erregung nur Mittel zum Zweck: Sie wollen «kommen» und geniessen die Entspannung danach. Eigentlich verständlich, dass sie daher bei der Selbstbefriedigung «trainieren», so schnell wie möglich zu kommen. Und ebenso verständlich, dass es ihnen schwerfällt, den Samenerguss herauszuzögern. Denn wozu auch? Wer will schon, dass eine Reise länger dauert, wenn er sie nicht geniesst? Darum ist es wichtig, dass du lernst, die sexuelle Erregung zu geniessen: Erst wenn du die sexuelle Erregung geniesst, macht es für dich auch Sinn, dass sie länger dauert. Geniessen lernst du allmählich. Was dir dabei hilft: Langsamer werden, neue Berührungen ausprobieren, Spüren lernen, mehr bewegen, tiefer atmen. Alle unsere Übungstipps helfen dir, den Sex auf die Dauer mehr zu geniessen.
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