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Besuch bei der Frauenärztin

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  • Besuch bei der Frauenärztin
    • Wann sollte ich zur Frauenärztin gehen?
    • Müssen meine (w) Eltern von dem Frauenarztbesuch erfahren?
    • Was passiert bei der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung?
    • Tipps zur Entspannung bei der gynäkologischen Untersuchung
    • Ab wann sollte ich zur gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung gehen?
    • Ist eine gynäkologische Untersuchung trotz Jungfernhäutchen möglich?
    • Ist eine gynäkologische Untersuchung während der Periode möglich?

Wann sollte ich zur Frauenärztin gehen?

  • zur gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung
  • Wenn du Beschwerden am Geschlecht oder im Unterbauch hast
    Bei der Frauenärztin kannst du Schmerzen beim Geschlechtsverkehr abklären lassen. Auch wenn du ganz allgemein Schmerzen, Brennen oder Jucken am Geschlecht oder starken, übelriechenden Ausfluss hast, sollte die Frauenärztin das untersuchen, um abzuklären, ob eine bakterielle oder eine Pilzentzündung, das Vestibulitis-Vulvae-Syndrom oder eine andere Krankheit vorliegt. Und wenn du starke Unterbauchschmerzen hast, solltest du das auch mit der Ärztin besprechen. Die Ärztin kann dich auch bei Problemen mit der Harnröhre oder der Blase behandeln.
  • wenn du Probleme mit dem Menstruationszyklus hast
    Der Besuch ist auch sinnvoll, wenn etwas mit deinem Menstruationszyklus nicht in Ordnung ist, zum Beispiel wenn deine Periode mehr als drei Zyklen ausgeblieben ist, obwohl du nicht schwanger bist. Oder wenn du Zwischenblutungen hast, die länger als drei Tage dauern und nicht mit dem Menstruationszyklus im Zusammenhang stehen. Oder wenn du plötzlich übermässig starke und lange Blutungen oder starke Schmerzen während der Periode hast.
  • wenn du bis 16 keine Periode hast
    Wenn du bis zum 16. Lebensjahr noch keine Periode hast, solltest du dich von einer Frauenärztin untersuchen lassen. Sie wird schauen, ob mit deinem inneren Geschlecht alles in Ordnung ist, und sie wird begutachten, wie weit dein Körper in der Pubertät ist.
  • Wenn du Beschwerden am Geschlecht oder im Unterbauch hast
    Bei der Frauenärztin kannst du Schmerzen beim Geschlechtsverkehr abklären lassen. Auch wenn du ganz allgemein Schmerzen, Brennen oder Jucken am Geschlecht oder starken, übelriechenden Ausfluss hast, sollte die Frauenärztin das untersuchen, um abzuklären, ob eine bakterielle oder eine Pilzentzündung, das Vestibulitis-Vulvae-Syndrom oder eine andere Krankheit vorliegt. Und wenn du starke Unterbauchschmerzen hast, solltest du das auch mit der Ärztin besprechen. Die Ärztin kann dich auch bei Problemen mit der Harnröhre oder der Blase behandeln.
  • wenn du dich über Verhütungsmittel informieren willst
    Ein Gespräch mit der Frauenärztin kann dir weiterhelfen, wenn du dich über Methoden der Verhütung vor unerwünschten Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Infektionen informieren willst. Du kannst dazu auch zu einer Familienplanungsstelle gehen. Adressen von Familienplanungsstellen im deutschsprachigen Raum findest du auf unserer Seite «adressen» in der Kategorie «Familienplanung und Schwangerschaft».
  • wenn du dir ein hormonelles Verhütungsmittel verschreiben lassen möchtest
    Hormonelle Verhütungsmittel (z.B. Pille, Vaginalring, Verhütungspflaster) muss dir eine Ärztin/ein Arzt verschreiben. Auch dafür braucht es keine Untersuchung, nur ein Gespräch.
  • wenn du dir die Spirale einsetzen lassen möchtest
    Die Frauenärztin setzt dir die Spirale ein, während du die Periode hast.
  • wenn du dir ein Diaphragma anpassen lassen möchtest
  • wenn du ein Verhütungsmittel schlecht verträgst
    Falls das Verhütungsmittel störende Nebenwirkungen hat, die länger als drei Monate nach Beginn der Anwendung andauern, solltest du das mit der Ärztin besprechen. Und wenn du ein Verhütungsmittel, das du immer gut vertragen hast, plötzlich nicht mehr gut verträgst, solltest du auch zur Ärztin.
  • wenn du eine HPV-Impfung machen lassen möchtest
  • wenn du seit mehr als einem Jahr versuchst, schwanger zu werden
    Die Ärztin wird dann eine hormonelle Abklärung machen.
  • wenn du schwanger bist
    Falls du schwanger bist, solltest du sofort einen Termin mit der Frauenärztin ausmachen. Während einer Schwangerschaft wird dich die Ärztin ständig begleiten, und je nachdem wird sie auch bei der Geburt dabei sein.

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Müssen meine (w) Eltern von dem Frauenarztbesuch erfahren?

Deine Eltern müssen nach Schweizer Gesetz nichts von dem Frauenarztbesuch erfahren, auch wenn du noch nicht mündig bist, d.h. auch wenn du unter 18 bist. Sie müssen auch nicht bei ärztlichen Behandlungen einwilligen (zur Lage in Deutschland bietet profamilia.de gute Info). Denn es gehört zu deinen Persönlichkeitsrechten, dich ärztlich behandeln zu lassen. Voraussetzung ist, dass der Arzt/die Ärztin zum Schluss kommt, dass du bezüglich einer bestimmten Behandlung urteilsfähig bist, das heisst, dass du die Folgen der Behandlung kennst und in diesem Wissen vernunftgemäss handelst. Es ist die Aufgabe des Arztes/der Ärztin, dich aufzuklären und zu beraten, so dass du in dieser bestimmten Situation urteilsfähig bist.

Die Frage der Bezahlung des Arztbesuches ist damit nicht gelöst. Wenn du den Besuch aus der eigenen Tasche zahlst, erfahren deine Eltern natürlich nichts davon. Wenn es über die Krankenkasse gehen soll, wird das ganze komplizierter. Eine gute Idee ist, wenn du den Arztbesuch und das Vorgehen bezüglich der Krankenkasse mit Beraterinnen einer Beratungsstelle für Schwangerschaft und Familienplanung besprichst, so dass ihr gemeinsam eine Lösung findet, bei der deine Eltern möglichst nichts von der Rechnung erfahren und die Kasse trotzdem zahlt. Das Gespräch ist vertraulich, und deine Eltern erfahren davon nichts. Adressen in der Schweiz findest du bei isis-info.ch, Adressen in Deutschland bei profamilia.de, in Österreich bei familienberatung.gv.at.

 


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Was passiert bei der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung?

Zunächst wird man dich bitten, im WC etwas Urin in einen Becher zu geben. Anschliessend wirst du im Labor gebeten, auf eine Wage zu steigen, und man wird deine Grösse messen. Ausserdem misst man den Blutdruck. Möglicherweise nimmt man von einem Finger etwas Blut. Das Blut wird auf eine Eisenmangelanämie hin untersucht, der Urin auf Harnwegsinfekte, Blasen- oder Nierenprobleme.

Danach wirst du wahrscheinlich wieder ins Wartezimmer gebeten, und die Ärztin wird dich irgendwann begrüssen. Zunächst gibt es ein kurzes Gespräch; die Ärztin fragt dich über deinen Menstruationszyklus und deine Periode, sie fragt dich vermutlich ob du Beschwerden hast und ob du Fragen zur Verhütung oder zur Sexualität hast, und ihr werdet über die Laborresultate reden. Es ist gut möglich, dass bei der allerersten Vorsorgeuntersuchung nur ein Gespräch stattfindet, keine Untersuchung.

Die gynäkologische Untersuchung findet auf dem Untersuchungsstuhl statt. Wenn du das erste Mal zur Frauenärztin gehst, lass dir erklären, um was es bei der Untersuchung geht. Zudem sollte sie dir während der Untersuchung immer sagen, was sie gerade tut. Wenn du willst, bitte deine Ärztin, dir einem kleinen Spiegel zu geben oder bring selbst einen Taschenspiegel zur Untersuchung mit.

Die Gynäkologin wird dich bitten, Hose oder Jupe und Unterhose auszuziehen, und sie wird dir Zeit lassen, dich auf dem Untersuchungsstuhl bequem einzurichten und zu entspannen. Üblicherweise sieht sich die Ärztin zuerst an, ob das äussere Geschlecht gesund ist – also die Vulva mit Klitoris, äusseren und inneren Lippen, Harnröhrenmündung, Scheideneingang, Jungfernhäutchen, Damm und After. Du kannst die Untersuchung mit dem Handspiegel verfolgen.

Danach führt die Ärztin ein Spekulum in die Scheide ein. Das Spekulum sieht aus wie ein Entenschnabel und besteht aus zwei Löffeln (oder Branchen), die die Ärztin spreizen kann. Es gibt verschiedene Grössen, je nach Grösse der Scheide. Die Ärztin führt das Spekulum mit geschlossenen Branchen ein. Es ist vorgewärmt und mit Gleitmittel bestrichen. In der Scheide spreizt sie die Branchen. So werden der Gebärmutterhals und die Scheidenwände sichtbar und untersuchbar. Du spürst das Spreizen als leichten Druck in der Scheide. Vielleicht ist der Druck für dich ungewohnt, aber unangenehm sollte er nicht sein. Wenn du möchtest, frag, ob du das Spekulum selbst einfügen kannst. Mit dem Taschenspiegel kannst du die anschliessende Untersuchung mitverfolgen und selbst in die Scheide hineinsehen – bis hin zum Gebärmutterhals.

Mit dem Wattetupfer entnimmt die Ärztin ein bisschen Scheidenflüssigkeit, die sie anschliessend unter dem Mikroskop auf Entzündungserreger untersucht. Die Ärztin schabt zudem ein wenig Gewebe vom Gebärmutterhals ab für den Zellabstrich (PAP-Abstrich, Krebsabstrich, PAP-Test). Dieser wird anschliessend in einem Labor nach Veränderungen in der Zellstruktur untersucht. Das ist wichtig für die Vorsorge von Gebärmutterhalskrebs. Denn wenn solche Veränderungen in einem frühen Stadium erkannt werden, können sie behandelt werden, bevor etwas Schlimmeres daraus entsteht. Manche Frauen erleben auch den Abstrich als ganz kurzes unangenehmes Gefühl im Gebärmutterhals, andere spüren ihn kaum oder gar nicht.

Nach Entnahme des Abstrichs betupft die Ärztin die Oberfläche des Gebärmutterhalses um den Muttermund herum mit verdünnter Essiglösung oder Jod. Das kann kurz ein bisschen brennen, muss aber nicht. Mit der Flüssigkeit werden mögliche Zellveränderungen sichtbar gemacht. Die Ärztin schaut sich den Gebärmutterhals durch das Kolposkop, ein spezielles Mikroskop, sehr genau an. Das nennt man Kolposkopie. Das Kolposkop platziert die Ärztin vor dem Scheideneingang, führt es also nicht in die Scheide ein. Danach schliesst sie die Branchen des Spekulum und entfernt es wieder aus der Scheide.

Nach Entfernung des Spekulums tastet die Frauenärztin mit einem oder zwei Fingern in der Scheide und zugleich der anderen Hand auf dem Unterbauch nach der Gebärmutter und den Eierstöcken. So beurteilt sie die Grösse, Beweglichkeit, Lage und Oberfläche der Gebärmutter und schaut, ob die Eierstöcke Zysten haben; diese fallen ab einer gewissen Grösse beim Tasten auf. Auch bei dieser Tastuntersuchung ist es gut, wenn du dich entspannst, denn so können diese Organe besser gespürt werden. Manchmal ist auch ein Abtasten des Afters sinnvoll. Wenn die Ärztin irgend etwas Unklares oder Auffälliges getastet hat, führt sie zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung durch. Bei dieser wird eine dünne Sonde in die Scheide eingeführt. Diese Untersuchung verursacht manchmal etwas Druck an verschiedenen Stellen in der Scheide, sollte aber auch nicht schmerzhaft sein.

Zur Vorsorge von Brustkrebs tastet die Ärztin schliesslich auch deine Brüste und Achselhöhlen ab. Anschliessend gibt es noch ein kurzes Gespräch.

Die körperliche Untersuchung dauert etwa 10-15 Minuten, das Vor- und das Nachgespräch etwa 30 Minuten, dazu kommen noch 5 bis 10 Minuten im Labor. Es ist also gut, wenn du für den Besuch der Ärztin etwa eine Stunde Zeit einberechnest.


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Tipps zur Entspannung bei der gynäkologischen Untersuchung

Die körperliche Untersuchung sollte nicht weh tun. Sie wird angenehmer, wenn du dich dabei entspannst, und die Ärztin sieht und spürt die Dinge besser, die sie untersuchen muss. Das Entspannen gelingt dir am besten, wenn du tief und langsam ein- und ausatmest. Es ist auch gut, wenn du kein Hohlkreuz machst, sondern das Becken leicht nach vorn kippst.

Insbesondere die Beckenbodenmuskeln sollten entspannt sein. Das sind die Muskeln, mit denen du den Harnstrahl abklemmen kannst. Diese Muskeln spannen sich manchmal wie zum Schutz unwillkürlich an. Das kann die Untersuchung erschweren. Du kannst lernen, die Spannung dieser Muskeln zu kontrollieren. Dazu eine kleine Übung:

Versuch, die Beckenbodenmuskeln langsam anzuspannen. Das ist, als würdest wenn du den Urinstrahl zurückhalten. (Achtung: Das Bild mit dem Urinstrahl soll dir nur dazu dienen, dass du dir besser vorstellen kannst, wie sich das anfühlt. Du solltest die Übung nicht beim Urinieren machen, das ist nicht gut für die Blase). Wenn du die Beckenbodenmuskeln anspannst, schau, ob du sie noch mehr anspannen kannst, und dann wieder etwas weniger. Gelingt es dir, ohne dabei auch Gesäss und Beine anzuspannen? Atme tief mit den Bauch aus und schau, ob du beim Ausatmen anspannen und beim Einatmen entspannen kannst.

Wiederhole diese Übung mehrmals täglich – das geht auch, wenn du im Tram sitzt! So lernst du deine Beckenbodenmuskeln wahrzunehmen und selbst zu bestimmen, wann und wie sehr du sie anspannen willst.

Ausserdem wirst du dich bei der Untersuchung leichter entspannen, wenn du dir Berührungen in deiner Scheide gewöhnt bist, also wenn du schon Geschlechtsverkehr hattest oder bei der Selbstbefriedigung gern mit den Fingern die Scheide erforschst. Falls dies nicht der Fall ist, kannst du vor der ersten gynäkologischen Untersuchung gelegentlich mit den Fingern den Eingang und die Scheidenwände berühren, sanft drücken und massieren, am besten mit etwas Flüssigkeit, z.B. Mandel- oder Olivenöl. So bist du bereits vertrauter mit dem, was du in deiner Scheide spürst, und fühlst dich darin «zuhause», bevor etwas Neues wie ein Untersuchungsinstrument dich dort besucht.

Wenn du wegen Schmerzen zur Untersuchung gehst, ist es vielleicht nicht möglich, die Untersuchung schmerzlos durchzuführen. Sie kann aber sofort abgebrochen werden, wenn du das wünschst. Das gilt auch für eine normale Vorsorgeuntersuchung.


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Ab wann sollte ich zur gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung gehen?

Die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung ist etwa ein Jahr, nachdem du zum ersten Mal Geschlechtsverkehr hattest, sinnvoll. Sie sollte danach einmal jährlich durchgeführt werden. Dadurch können Erkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs und Brustkrebs frühzeitig erkannt werden. Auch wenn du kein Geschlechtsverkehr bis zum 20. Lebensjahr hattest, solltest du ab dann zur Vorsorgeuntersuchung gehen, da Frauen auch Gebärmutterhalskrebs bekommen können, die andere sexuelle Handlungen (Petting, Oralverkehr, Analverkehr u.s.w.) machen.


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Ist eine gynäkologische Untersuchung trotz Jungfernhäutchen möglich?

Eine gynäkologische Untersuchung ist auch möglich, wenn dein Hymen (Jungfernhäutchen) noch nicht gedehnt oder gerissen ist. Dabei werden speziell feine Untersuchungsinstrumente benützt, um das Jungfernhäutchen nicht zu verletzen.

Für Mädchen, die noch keine Periode haben, gibt es spezialisierte Kindergynäkologinnen. Die Untersuchung findet bei Kindern nicht auf einem Untersuchungsstuhl, sondern auf einer Untersuchungsliege statt.


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Ist eine gynäkologische Untersuchung während der Periode möglich?

Gynäkologische Untersuchungen können gut während der Periode stattfinden.

Nur bei der jährlichen Vorsorgeuntersuchung ist es besser, wenn du nur schwach oder überhaupt nicht blutest. Wenn du stark blutest, rufst du am besten bei deiner Frauenärztin an und fragst sie, ob du trotzdem zum Termin kommen sollst, oder ob man ihn verschieben soll.


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