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Ich (w) habe Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

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    • Vaginismus: Tipps zum Üben mit dem Partner
    • Vaginismus: Tipps für den Partner, wenn die Scheide «zu eng» scheint
    • Schmerzen beim GV durch Östrogenmangel
    • Schmerzen beim GV in der Tiefe

Wie fühlen sich meine (w) Schmerzen beim GV genau an?

Wenn dir der Geschlechtsverkehr weh tut, kann dies eine ganze Reihe von Ursachen haben. Für dich ist es wichtig, zu beobachten, wann und bei welchen Tätigkeiten die Schmerzen auftreten, und wo genau es weh tut. Bevor du unsere weiteren Texte zum Thema Schmerzen beim Geschlechtsverkehr liest, versuch, folgende Fragen zu beantworten:

  • Bestehen die Schmerzen schon seit langem? Wenn nein, seit wann bestehen sie?
  • Treten sie bei jedem Geschlechtsverkehr auf, unabhängig von der Stellung?
  • Ist es überhaupt möglich, Geschlechtsverkehr auszuüben, oder tut es zu sehr weh?
  • Wann im Verlauf des Geschlechtsverkehrs treten vor allem Schmerzen auf – am Anfang, nach einer Weile? Oder treten sie erst nach dem Geschlechtsverkehr auf?
  • Was löst die Schmerzen sonst noch aus: Berührung mit der Hand, Sitzen auf dem Velo, Urinieren oder etwas anderes?
  • Sind die Schmerzen auch da, wenn dein Geschlecht nicht berührt wird?
  • Wie sind die Schmerzen: Sind sie brennend, stechend, ziehend, dumpf, mit Juckreiz oder etwas anders?
  • Wo genau sind die Schmerzen – ausserhalb der Scheide, am Eingang, im untersten Teil der Scheide (mit dem Finger erreichbar), oder tief im Inneren des Bauches? Durch vorsichtiges Abtasten kannst du eine Art «Schmerzlandkarte» erstellen. Auch wenn du oft meinst, es tue überall weh, zeigt sich manchmal, dass der Schmerz auf bestimmte Stellen eingrenzbar ist.
  • Ist die Scheide beim Geschlechtsverkehr feucht oder eher trocken?
  • Bist du beim Geschlechtsverkehr sexuell erregt?
  • Hast du die Tendenz, in der sexuellen Erregung deine Muskeln im Becken stark anzuspannen und dich wenig zu bewegen?

Wenn du diese Fragen für dich beantwortest, kommst du dem Grund für die Schmerzen selbst vielleicht schon auf die Schliche. Und sie helfen dir natürlich auch, falls du deine Schmerzen mit einer Frauenärztin besprichst.


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Schmerzen beim Geschlechtsverkehr: Ursachen

Es gibt einige Gründe für Beschwerden beim Geschlechtsverkehr, die leicht behebbar sind.

  • Schneller, heftiger Sex

Wenn der Geschlechtsverkehr sehr lang dauert und dabei schnell und heftig ist, kann es auch der geübtesten Liebhaberin mal wehtun. Die Scheide kommt gerade bei dauernden schnellen Rein-Raus-Bewegungen nicht mit Feuchtigkeitproduzieren nach.

Wenn die Frau beim Geschlechtsverkehr ihre Vulva fest an den Partner reibt, kann das zu Beschwerden ihres äusseren Geschlechts führen.

  • Fehlendes Vorspiel

Ebenfalls ein häufiger Grund für Schmerzen ist, wenn ohne Vorspiel sofort aufs Ganze gegangen wird, so dass die Scheide gar keine Zeit hatte, sich auf ihren Besucher vorzubereiten. Lies dazu bitte unsere Tipps für den Geschlechtsverkehr.

  • Manche Stellungen

Je nach Stellung kanns gerade bei grösseren, dickeren Penissen unangenehm werden. Schmerzen in der Tiefe der Scheide liegen oft daran, dass der Penis mit einem Eierstock zusammenstösst. Da geht es darum, mit Stellungen und Winkeln und Bewegungen zu experimentieren. Lies dazu bitte auch unseren Text über den GV und die Penisgrösse.

  • Trockenheit bei Anwendung von Kondomen

Falls ihr mit Kondomen verhütet, reibt der Penis etwas mehr in der Scheide. Das kann zu Schmerzen führen. Das gleiche gilt für die Anwendung eines Dildos oder Vibrators. Genügend Gleitmittel kann dieses Problem beheben. Achtung: Verwendet bei Kondomen keine Gleitmittel auf Ölbasis!

  • Falsches Kondom oder Gleitmittel

Beschwerden können auch auftreten, wenn du Kondome nicht verträgst. Es ist auch möglich, dass das Milieu in deiner Scheide gewisse Gleitmittel nicht verträgt, zB solche mit Geschmackstoffen oder Spermiziden.

  • Das reissende Hymen

Beim ersten Mal Geschlechtsverkehr kannst du unter Umständen kurz Schmerzen empfinden, wenn das Hymen (Jungfernhäutchen) reisst.

Gründe, die durch Übung oder medizinische Behandlung behebbar sind

Und nun zu den Gründen, die mit Übung oder medizinischer Behandlung behebbar sind. Du spürst sie vor allem am Scheideneingang und im äussersten Drittel der Scheide. Wir haben zu diesen Gründen separate Texte geschrieben.

  • Du spannst die Beckenbodenmuskeln stark an, um dich sexuell zu erregen
  • Du bist nicht besonders erregt
  • Es liegt eine bakterielle Entzündung oder eine Pilzentzündung vor
  • Du verkrampfst die Beckenbodenmuskulatur; man nennt das auch Vaginismus oder Scheidenkrampf
  • Es liegt ein Vestibulitis Vulvae Syndrom vor
  • Es liegt ein Östrogenmangel vor
  • Auch sexuell übertragbare Infektionen (Geschlechtskrankheiten) können zu Schmerzen beim GV führen

Die häufigsten Gründe sind Entzündungen oder ungenügende Feuchtigkeit

Der häufigste Grund für Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind Entzündungen und ungenügende Feuchtigkeit der Scheide. Das kann daran liegen, dass du dich nicht genug sexuell erregst oder dass du die Muskeln in der Erregung stark anspannst. Bei bakteriellen Entzündungen, Pilzentzündungen und dem Vestibulitis Vulvae Syndrom hast du die Schmerzen auch, wenn du keinen Geschlechtsverkehr hast. Darum besprechen wir diese Beschwerden in einem anderen Kapitel. Schmerzen in der Tiefe können auch mit einer gynäkologischen Erkrankung zusammenhängen.

Der Besuch bei der Frauenärztin ist kein Luxus

Geh auf jeden Fall zur Frauenärztin, wenn du den Verdacht hast, an eine Infektion oder Erkrankung zu leiden. Es ist auch sinnvoll, zur Ärztin zu gehen, wenn die Schmerzen auch ohne Geschlechtsverkehr andauern, und wenn du trotz der Lektüre hier und der Befolgung unserer Tipps keine Besserung bemerkst.


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Schmerzen beim GV durch hohe Muskelspannung bei der sexuellen Erregung?

Wenn du dich sexuell erregst, wird die Scheide – wie auch das übrige Geschlecht – stärker durchblutet. Dadurch tritt Flüssigkeit durch die Scheidenwand in den Scheideninnenraum, so dass der Penis gut in ihr gleitet und nicht unangenehm reibt.

Zuviel Spannung stoppt die Durchblutung und macht die Scheide enger

Sexuelle Erregung braucht ein gewisses Mass an Spannung. Mit der sexuellen Erregung steigt die Spannung der Beckenbodenmuskeln daher ganz automatisch. Die Frage ist, wie stark sie steigt. Denn ab einer gewissen Spannung ist keine gute Durchblutung der Scheide mehr möglich. So kann diese nicht richtig feucht werden; der Penis gleitet schlechter und reibt. Ausserdem wird die Scheide durch die angespannten Muskeln enger, was die Reibung zusätzlich stärker macht, und das führt dann oft zu Schmerzen. Es können so auch klitzekleine Risse in der Scheidenwand entstehen, das macht sie anfälliger für Pilzentzündungen.

Beobachtest du bei dir öfter, dass du dich eigentlich sehr sexuell erregt fühlst, ohne dass deine Scheide richtig feucht wird? Wenn ja, dann achte beim nächsten Mal, wenn du dich allein oder mit dem Partner sexuell erregst, wie sehr du die Muskeln im Beckenbereich anspannst. Achte auch darauf, ob du den Körper eher steif machst und vielleicht flach atmest und vielleicht sogar den Atem anhältst. Das wären auch Anzeichen für eine hohe Muskelspannung.

Die Lösung heisst: Bewegen und Atmen beim Sex

Das beste Gegenmittel gegen zu hohe Muskelspannung ist, sich zu bewegen und mit der Beckenbodenmuskulatur zu spielen. Für den bewegten Sex lies bitte diese Tipps. Für das Spiel mit der Beckenbodenmuskulatur lies bitte diese Tipps. Wir empfehlen dir sehr, die vorgeschlagenen Übungen regelmässig zu machen. Ausserdem kannst du mit Bauchatmung etwas gegen die Anspannung tun.

Wichtig ist auch eine gute Pflege deiner Geschlechtsregion.

Erhöhte Grundspannung – z.B. durch Stress

Es ist auch möglich, dass eine Frau grundsätzlich eine erhöhte Spannung im Beckenboden hat. Oder die Spannung kann erhöht sein, weil die Frau aus irgendeinem Grund Stress hat. Die Beckenbodenmuskeln reagieren nämlich sehr empfindlich auf Stress. Auch gegen diese Spannung helfen unsere Übungen. Ein ausgedehntes Vorspiel beim Sex kann auch zu mehr Entspannung führen: Streicheln setzt z.B. Hormone frei, die entspannen. Genauso wie deine Stimmung deine Körperspannung beeinflussen kann, dannst du durch das Spiel mit den Muskeln, durch Bewegung und durch Berührungen deine Stimmung beeinflussen.

Schmerzen vermeiden, denn sie machen die Spannung noch höher

Wichtig ist, dass du Schmerzen beim Geschlechtsverkehr in jedem Fall vermeidest. Denn Schmerzen führen zu noch höherer Muskelanspannung. Und sie senken die Lust auf Sex, wodurch du dich beim Sex noch mehr anspannst. Möglicherweise ist dein Problem schnell behoben, wenn ihr einfach ein längeres Vorspiel macht oder wenn du dein Becken beim Sex etwas anders einsetzt. Fürs Erste hilft sicher auch ein Gleitmittel. Möglicherweise reicht das aber nicht, und die Schmerzen bleiben bestehen. Und du merkst, dass du länger üben musst. Dann besprich mit deinem Partner, dass du mit Übungen an deiner Muskelspannung arbeitest, und dass das Geduld braucht – sprich, in nächster Zeit nur Petting. Dein Freund kann dir mithelfen, in dem er beim Petting mit dir zusammen ausprobiert, welche Berührungen möglich sind, und sich allmählich wieder in die Scheide vortastet.

Tipps zur Pflege und Heilung der Scheide

Zur Pflege und Heilung der Scheide hilft das tägliche Einreiben und leichte Einmassieren des Scheideneingags und der äussersten 2 cm der Scheide mit einem pflegenden Mittel, z.B. VEA Olio (übers Internet erhältlich). Diese Massage ist auch gut zur Entspannung der Beckenbodenmuskulatur, und sie hilft dir, (wieder) eine gute Beziehung zu deiner Scheide aufzubauen. Wenn du merkst, dass die Schmerzen bestehen bleiben, solltest du zur Abklärung eine Frauenärztin besuchen.


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Schmerzen beim GV durch fehlende sexuelle Erregung beim GV?

Die Scheide ist erst für den Geschlechtsverkehr bereit, wenn du dich so weit sexuell erregt hast, dass sie gut durchblutet und feucht und gross genug ist, einen Penis in sich aufzunehmen. Oft ist das Vorspiel einfach nicht lang genug, oder die Frau sorgt beim Vorspiel nicht genügend dafür, dass sie sich sexuell erregt. Das Vorspiel ist für die Vorbereitung der Scheide auf den Geschlechtsverkehr sehr wichtig!

Die Erregbarkeit der Scheide ist Übungssache

Aber mit dem Vorspiel allein ist es natürlich nicht getan: Auch während des Geschlechtsverkehrs selbst ist es wichtig, dass du dich sexuell erregst. Möglicherweise bist du beim Vorspiel sehr erregt und die Scheide wird schön feucht. Beim Geschlechtsverkehr geht die Erregung aber wieder zurück. Das kann daran liegen, dass dir Geschlechtsverkehr generell nicht viel sagt. Frauen z.B., die ihre Erregbarkeit vor allem durch Stimulation der Klitoris trainiert haben, können ein Vorspiel, dass sich auf das äussere Geschlecht konzentriert, sehr erregend empfinden. Wenn dann beim Geschlechtsverkehr die Klitoris nicht mehr stimuliert wird, geht die Erregung automatisch zurück. Wenn das bei dir der Fall ist, kannst du die Erregbarkeit der Scheide üben.

Der Geschlechtsverkehr sollte kein Einheitsbrei sein

Oder es kann natürlich auch sein, dass euer Geschlechtsverkehr eher eintönig abläuft. Es gibt viele Möglichkeiten, ihn lustvoller und erregender zu gestalten. Dabei kommst du am ehesten auf deine Kosten, wenn du deinem Partner sagst, was du beim Sex willst.

Sex nur dem Partner zuliebe bringts nicht…

Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass fast alle Frauen (und auch die meisten Männer) gelegentlich beim Geschlechtsverkehr mitmachen, obwohl sie keine besondere Lust haben. Sich dem Partner zuliebe dem Sex hinzugeben, kann ab und zu ein schöner Liebesdienst sein. Achte für solche Fälle darauf, dass ihr ein gutes Gleitmittel habt und dies reichlich einsetzt, dann wird die mangelnde Feuchtigkeit nicht zum schmerzenden Problem, wenn du dich beim Geschlechtsverkehr mal nicht so sexuell erregst. Schmerzen sind ein Lustkiller, und es ist gut möglich, dass du das nächste Mal noch weniger Lust auf Sex hast.

Geschlechtsverkehr als Liebesdienst sollte nicht zur Regel werden. Wenn du oft nur dem Partner zuliebe mitmachst, oder nur, um Streit oder Stress mit ihm aus dem Weg zu gehen, wirst du allmählich Groll empfinden. Damit sinkt deine Lust auf Sex noch mehr. Und du entwickelst eine Abwehr; dadurch spannt sich dein Körper beim Sex an. Durch die höhere Muskelspannung tut der Geschlechtsverkehr noch mehr weh.

…hör auf deine Bedürfnisse - und teile sie dem Partner mit

Darum höre auf dich und deine Bedürfnisse. Wenn du mit deinem Partner zu kuscheln beginnst, versuche zu spüren, ob du mit deinem Körper wirklich bereit für Geschlechtsverkehr bist. Manchmal hilft es, mit der Scheide wie zu einer Person zu sprechen und sie zu fragen, ob sie jetzt in diesem Moment Lust darauf hat, einen Penis in sich aufzunehmen, oder ob sie heute eher eine Pause möchte. Vielleicht hat dein Körper dann noch eine andere Idee, wie er heute die Sinnlichkeit mit dem Partner geniessen möchte. Teile das deinem Partner mit – dir selbst und deiner Scheide zuliebe. Du solltest nicht bei sexuellen Handlungen mitmachen, die du wirklich nicht machen willst. Falls du merkst, dass du gar nicht so genau weisst, ob du Sex willst oder was du beim Sex willst, lies bitte diesen Text.

Und was, wenn ich einfach keine Lust habe?

Lustlosigkeit kann verschiedene Gründe haben. Du kannst auch etwas dafür tun, mehr Lust auf Geschlechtsverkehr zu entwickeln und dich besser zu erregen. Wir haben auch Tipps, was ihr als Paar für mehr Lust auf Sex in der Partnerschaft tun könnt. Möglicherweise bist du aber einfach auch noch nicht bereit für den Geschlechtsverkehr mit dem Partner. Dann ist Petting eine gute Vorbereitung.

Es kann auch vorkommen, dass du schon beim Vorspiel oder früh beim Geschlechtsverkehr einen Orgasmus hast und deine sexuelle Erregung danach wieder abnimmt. Durch die Scheidenwand sickert dann nicht mehr so viel Feuchtigkeit. Für diese Fälle ist es gut, wenn ihr ein Gleitmittel parat habt. Vielleicht möchtest du auch eine kleine Pause machen und deine sexuelle Erregung danach erneut steigern. Oder du übst, deine sexuelle Erregung länger zu geniessen und den Orgasmus hinauszuzögern.

Tipps zur Pflege und Heilung der Scheide

Zur Pflege und Heilung der Scheide hilft das tägliche Einreiben und leichte Einmassieren des Scheideneingags und der äussersten 2 cm der Scheide mit einem pflegenden Mittel, z.B. VEA Olio (übers Internet erhältlich). Diese Massage ist auch gut zur Entspannung der Beckenbodenmuskulatur, und sie hilft dir, (wieder) eine gute Beziehung zu deiner Scheide aufzubauen. Wenn du merkst, dass die Schmerzen bestehen bleiben, solltest du zur Abklärung eine Frauenärztin besuchen.


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Vaginismus: Kann die Scheide zu eng (für den Penis) sein?

Die Scheide ist nicht zu eng für den Penis…

Zunächst einmal: Die Scheide ist nicht zu eng für den Penis. Falls dein Partner einen grossen, dicken Penis hat, gibt es verschiedene Dinge, auf die ihr achten könnt, damit der Geschlechtsverkehr euch beiden Spass macht und nicht wehtut. Grundsätzlich ist jede Scheide so dehnbar, dass ein Babykopf durchkann.

…aber die Muskeln können sich unwillkürlich anspannen

Es kann allerdings sein, dass sich bei dir die Beckenbodenmuskulatur so anspannt, dass Versuche, Geschlechtsverkehr zu haben oder andere Dinge in die Scheide einzuführen, sehr schmerzhaft oder sogar unmöglich sind. Man nennt das Scheidenkrampf oder Vaginismus. Die Muskulatur verspannt sich unwillkürlich - also ohne dass du das bewusst möchtest.

Ursachen für Vaginismus

Es gibt verschiedene Gründe, wieso es zu diesem «Zumachen» der Scheidenmuskulatur kommen kann.

  • Verkrampfung durch Schmerz

Möglich ist, dass du beim Geschlechtsverkehr Schmerzen erlebst. Dazu kann es verschiedene Gründe geben, die du in diesem Text nachlesen kannst. Im Schmerz verspannen sich Muskeln, das ist völlig normal. Durch die Verspannung tut es aber noch mehr weh beim Geschlechtsverkehr, und so spannen die Muskeln noch mehr an… das kann dann eben dazu führen, dass sie schon «vorsorglich» anspannen, bevor der Geschlechtsverkehr stattfindet.

  • Unvertrautheit der Scheide

Möglich ist auch, dass dir deine Scheide einfach noch nicht so vertraut ist. Stell sie dir wie ein Haus vor: Wenn du gern darin lebst, wirst du dich über Besuch freuen und weisst auch, wo der Besuch gerade ist und dass er wieder gehen wird. Wenn du hingegen keine klare Vorstellung davon hast, was hinter dem Scheideneingang liegt, wie gross die Scheide ist und was sie tut, wenn du sexuell erregt bist, bist du unsicher und behältst – vernünftigerweise – die «Haustür» geschlossen. In anderen Worten, die Beckenbodenmuskeln machen einfach zu – unwillkürlich, also ohne dass du es bewusst beabsichtigst.

  • Angst vor Schwangerschaft

Es kann sein, dass eine Frau so grosse Angst vor Schwangerschaft hat, dass sie die Scheide deshalb «zu» hat. Diese Frau wird ohne Probleme Finger oder Objekte in die Scheide einführen können – nur der Penis geht nicht. Hinter der Angst vor Schwangerschaft verbirgt sich die Angst vor dem Muttersein. Überleg dir mal: Wie ist für dich die Vorstellung, schwanger zu sein? Oder ein Kind nach der Geburt zu versorgen? Ist das, wenn du dir das ganz konkret vorstellst, sehr beängstigend? Vielleicht hast du auch eine enge Beziehung zu deiner eigenen Mutter und fühlst dich eher als Tochter als als Frau. In diesem Fall sind die Übungen, die wir hier anfügen, auch geeignet für dich, denn sie helfen dir dabei, als Frau selbstbewusster und eigenständiger zu werden. Was dir aber sicher auch hilft, ist, wenn du dich auseinandersetzt mit dem Frausein und mit der Rolle, die du als Frau einnehmen möchtest.

Durch Üben kann das Problem behoben werden

Gegen Vaginismus hilft Üben. Wir haben viele Übungstipps, die du für dich allein machen kannst. Wenn du einen Partner hast, kannst du zusätzlich auch mit dem Partner diese Tipps befolgen.


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Vaginismus: Tipps zum Allein Üben

Die Scheide muss nicht «gedehnt» werden

Wenn die Scheide zu eng für den Penis scheint, gibt es zwei grundfalsche Ideen: die Idee, dass die Scheide gedehnt werden müsse, und die Idee, dass die Scheide durch den Schmerz durchmuss, bis sie weiter wird. Die Scheide ist von sich aus dehnbar genug, dass ein Babykopf durchkann! Das Problem sind stark angespannte Muskeln, und die löst man nicht durch schmerzvolles Dehnen! Das heisst: Mach jetzt mal Pause mit dem Geschlechtsverkehr.

Die Lösung: Kontrolle der Muskeln und Kennenlernen der Scheide

Egal was die Gründe zu der Verkrampfung der Beckenbodenmuskulatur sind:

  • Es ist ganz wichtig, dass du lernst, sie zu spüren und zu kontrollieren, so dass du selbst bestimmen kannst, wie sehr du die Beckenbodenmuskeln beim Sex anspannen willst.
  • Und wenn dir deine Scheide noch unvertraut ist, ist es wichtig, dass du sie kennenlernst – so dass du sie sozusagen immer mehr bewohnst.

Wir haben verschiedene Übungen aufgeschrieben, die du allein machen kannst. Wir bitten dich, dazu einen Ort zu suchen, wo du ungestört bist, am besten dein Bett – vielleicht, nachdem du warm geduscht hast. Es bringt am meisten, wenn du die Übungen regelmässig machst, also mindestens viermal in der Woche. Ziel ist, dass du Berührungen in der Scheide mit lustvollen Gefühlen verbindest und nicht mehr mit Schmerz. Dann kriegst du auch Lust darauf, einen Penis mit der Scheide aufzunehmen.

Übungen zur besseren Wahrnehmung und Kontrolle der Beckenbodenmuskulatur

Achte darauf, dass du bei den Übungen bequem und mit einem leicht abgerundeten Rücken dasitzt. So ist die Scheide nach vorne gekippt und entspannter.

  • Versuch, die Beckenbodenmuskeln langsam anzuspannen. Das ist, als würdest wenn du den Urinstrahl zurückhalten. (Achtung: Das Bild mit dem Urinstrahl soll dir nur dazu dienen, dass du dir besser vorstellen kannst, wie sich das anfühlt. Du solltest die Übung nicht beim Urinieren machen, das ist nicht gut für die Blase). Wenn du die Beckenbodenmuskeln anspannst, schau, ob du sie noch mehr anspannen kannst, und dann wieder etwas weniger. Gelingt es dir, ohne dabei auch Gesäss und Beine anzuspannen?

  • Wiederhole diese Übung mehrmals täglich – das geht auch, wenn du im Tram sitzt! So lernst du deine Beckenbodenmuskeln wahrzunehmen und selbst zu bestimmen, wann und wie sehr du sie anspannen willst. Du solltest sie so oft machen, bis du die Muskeln gut bewusst spürst und bewusst spannen kannst.

  • Wenn du Lust auf noch mehr Beckenbodenmuskelübungen hast, findest du sie in diesem Text.

Danach könntest du mit folgenden Übungen weiter machen. Am besten du machst dich mit einer nach der anderen vertraut.

Übungen, mit denen du deine Scheide besser kennenlernst

  • Nimm einen Spiegel und betrachte deine Vulva. (Dazu kannst du auch unsere Texte «Reise durch die weibliche Geschlechtsregion» lesen). Schau mal, ob du die Scheidenöffnung gut siehst. Dann spann die Beckenbodenmuskeln an. Siehst du diese Bewegung an der Scheidenöffnung?

  • Mach deine Hand voll mit Gleitmittel, Bio-Mandelöl oder viel Speichel. Halte deinen Finger vor den Scheideneingang und bewege deinen Scheideneingang zum Finger hin (du bewegst also das Becken). Spann die Beckenbodenmuskeln fester an. Spürst du mit dem Finger, wie gut sich die Scheide verschliessen kann? Merkst du den Unterschied, wenn du die Muskeln etwas weniger anspannst? Mit Übung wirst du den Unterschied zwischen mehr und weniger angespannten Muskeln immer besser spüren.

  • Drück mit dem Scheideneingang ein bisschen auf den Finger. Das machst du durch Bewegen deines Beckens. Vielleicht nimmt die Scheide den Finger ein wenig auf, vielleicht geht er ganz hinein– eben so weit du möchtest: Du hast die Kontrolle. Nimm den Finger nur so weit auf, wie es nicht wehtut. Wichtig ist, dass du die Bewegung mit der Scheide (also konkret mit dem Becken) machst. So wird sie zur aktiven Aufnehmerin. Lass dir Zeit. Es ist gut möglich, dass die Scheide erst nach mehrmaligem Üben bereit ist, den Finger aufzunehmen.

  • Wenn es dir gelingt, mit der Scheide den Finger aufzunehmen. Was spürt der Finger, was spürt die Scheide? Wie fühlt sich das an, wenn du jetzt die Muskeln mehr oder weniger anspannst? Ist es angenehm? Oder eher komisch?

  • Je mehr du diese Übung machst, desto mehr wirst du dich an das Gefühl gewöhnen, einen Finger mit der Scheide aufzunehmen. Und mit der Zeit kannst du es auch mit dem Daumen oder mit zwei Fingern versuchen. Wichtig: Gewöhne deine Scheide ganz allmählich, schrittweise an breitere «Besucher». Auch wenn du deinen Finger schon gut einführen kannst, ist es sehr gut möglich, dass ein Dildo oder ein Penis immer noch zu breit für sie ist. Geduld ist wichtig – wenn du ungeduldig bist, verspannst du dich. Viele Frauen geben auf, wenn die Scheide, die sich an einen Finger gewöhnt hat, bei zwei Fingern wieder spannt. Dabei geht es wirklich darum, die Scheide Millimeter um Millimeter zu gewöhnen. Lass deiner Scheide also Zeit, sich an immer breitere Besucher (Finger, Dildos oder andere Objekte) zu gewöhnen. Sobald es wehtut, weisst du, dass deine Scheide es gern eine Nummer kleiner hätte.

Mehr Übungen für den Einsatz der Beckenbewegung

  • Halte den Finger völlig still mit der Spitze im Scheideneingang. Jetzt bewege dein Becken so nach vorn, dass der Finger in die Scheide sinkt. Bewege das Becken zurück, damit er wieder herauskommt. Du merkst: Die Scheide kann eigentlich sehr aktiv sein – sie holt sich den Finger selbst herein. Wenn du beim Sex immer in Bewegung bleibst, merkst du, dass die Scheide nicht einfach passiv hinhält, sondern aktiv aufnimmt und sich aktiv an dem erregt, was sie aufnimmt.

  • Beweg dein Becken langsam kreisförmig, so dass sich die Scheide am Finger oder an den Fingern sanft massieren kann. Wenn du Lust hast, deine Finger zu bewegen, tu das auch – streicheln, reiben, drücken, auf allen Seiten. Achte darauf, was deine Scheide da so alles wahrnimmt. Wenn du das oft wiederholst, wird sie mehr spüren. Wenn sich eine Berührung angenehm anfühlt, wiederhole und sie verstärke sie auch.

  • Spiel viel mit Bewegungen deines Beckens – Schaukeln und Kreisen. Halt deine Finger in der Scheide still, während du dein Becken auf alle möglichen Arten bewegst. Probier auch aus, wie es sich anfühlt, wenn du die Beckenbodenmuskeln anspannst und entspannst.

  • Wenn dir deine Scheide schon etwas vertraut geworden ist, kannst du anfangen, den Atem einzusetzen. Da zu haben wir separate Übungen.

Übungen für das Spüren der sexuellen Erregung

  • Wenn dir deine Scheide schon vertrauter ist, kannst du auch bewusst darauf achten, wie das mit der sexuellen Erregung ist. Passiert da etwas? Auch hier zu haben wir Übungstipps.

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Vaginismus: Tipps zum Üben mit dem Partner

Bitte auch allein üben

Wenn deine Scheide zu eng für einen Penis scheint, empfehlen wir dir sehr, auch für dich allein zu üben. Denn so kannst du deine Sexualität am einfachsten in deine eigenen Hände nehmen. Und das ist wichtig, denn du willst ja Kontrolle über deine Scheidenmuskulatur erhalten.

Wenn mit dem Partner: Du machst die Spielregeln

Es gibt zusätzlich einige Dinge, die du mit dem Partner zusammen machen kannst. Wichtig bei all diesen Tipps ist, dass du diktierst, was gemacht wird und wie viel. Dein Partner sollte sich an deine Spielregeln halten. Dazu kannst du dich an eine einfache Faustregel halten: Du bist beim Sex genauso aktiv wie der Mann. Deine Scheide nimmt den Penis aktiv auf, und sie erregt sich an ihm. 

So, und hier sind einige Tipps zum Üben mit dem Partner. (Partner lesen von Vorteil zusätzlich diesem Text.)

Den Penis auf den Boden der Wirklichkeit herunterholen

Frauen mit Vaginismus stellen sich den Penis oft im Verhältnis zu Scheide übergross vor. Das merkt man, wenn man sie die Scheide und den Penis zeichnen lässt (probier das mal!). Dabei ist die Scheide ja sogar für einen Babykopf gross genug! Es hilft dir sehr, den Penis auf den Boden der Wirklichkeit herunterzuholen, wenn du ihn in deine eigenen Hände nimmst und dich mit ihm vertraut machst, indem du ihn streichelst und mit ihm spielst. Noch vertrauter kannst du dich mit ihm machen, wenn du ihn in den Mund nimmst.

Finger des Partners mit der Scheide aufnehmen

Diese Übung empfiehlt sich, wenn dein Partner bis zu deiner Übungsphase den Finger nicht in die Scheide einführen konnte oder das noch nie gemacht hat. Wir empfehlen dir, das erst zu tun, wenn du deine Scheide schon beim Üben allein an deine Finger gewöhnt hast. Fang mit einem Finger des Partners an. Wichtig ist, dass du den (feuchten!) Finger in die Hand nimmst. Leg ihn auf dein äusseres Geschlecht, streich mit ihm über deine Geschlechtslippen und die Klitoris, bewege ihn zum Eingang deiner Scheide hin. Bewege deinen Scheideneingang zum Finger hin und schau, ob du ihn ein bisschen aufnehmen möchtest. Wenn du noch nicht so weit bist, lass dir Zeit und probiere es das nächste Mal wieder. Wenn es gut klappt, kann der Partner gern mit dem Finger auch ein bisschen aktiv in der Scheide werden. Zum Beispiel kann er die Scheidenwand mit leichtem Druck massieren. Macht ab, dass du sofort «Stopp» sagst, wenn es sich unangenehm anfühlt. Dann schaltet ihr einen Gang zurück.

Mehrere Finger und ein Dildo

Wenn deine Scheide einen Finger des Partners gut aufnehmen kann, ist es Zeit für einen dickeren Finger oder zwei Finger. Das Vorgehen ist genau gleich wie bei der oberen Übung: Du holst dir die Finger mit der Scheide rein, dein Freund beginnt erst allmählich selbst aktiv zu werden. Wenn ihr einen Dildo habt oder ein anderes Objekt, das so gross wie ein Penis ist, könnt ihr dann allmählich das gleiche mit diesem Objekt tun (wir empfehlen mit Kondom). Achtet auf genügend Feuchtigkeit. Ihr könnt z. B. Gleitmittel einsetzen.

Immer in Bewegung bleiben

Der Tipp gilt für alle Frauen, und für dich ganz besonders: Wenn du mit deinem Becken während all dieser Aktivitäten in Bewegung bleibst, verkrampfst du dich nicht. Du bekommst zudem das Gefühl, aktiv beim Sex mitzumachen und nicht einfach passiv hinzunehmen. Und schliesslich wird deine Scheide feuchter und spürt viel mehr. Und so lernst du viel besser, das Aufnehmen mit der Scheide als erregend und lustvoll zu erleben. Bitte lies dazu auch diesen Text.

Den Penis des Partners mit der Scheide aufnehmen

Wenn deine Scheide gut mehrere Finger und/oder einen Dildo aufnehmen kann, ist es Zeit für den Penis. Dazu nimmst du ihn in die Hand, legst ihn an dein äusseres Geschlecht, streichst mit ihm über deine Geschlechtslippen und die Klitoris, bewegst ihn zum Eingang deiner Scheide hin. Bewege deinen Scheideneingang zur Penisspitze hin und schau, ob du ihn ein bisschen aufnehmen möchtest. Vielleicht möchte die Schedie zuerst nur die Spitze des Penis aufnehmen. Mit der Zeit wird sie mehr von ihm aufnehmen wollen. Dein Partner sollte zunächst passiv bleiben und erst dann beginnen, sein Becken selbst zu bewegen, wenn du ihm grünes Licht gibst. Macht ab, dass du sofort «Stopp» sagst, wenn es sich unangenehm anfühlt. Dann schaltet ihr einen Gang zurück.

Vergiss nicht: Es braucht ein Vorspiel

Ein Vorspiel braucht sogar die geübteste Liebhaberin. Gewöhnt euch an, immer vor dem Geschlechtsverkehr ein paar Finger oder ein Objekt in die Scheide einzuführen und sie damit ein bisschen zu massieren. So kann sie sich gut erregen und wird weiter und feuchter. Das wird sie besonders, wenn du dabei nicht ruhig daliegst, sondern dich mitbewegst. Wir können das gar nicht oft genug betonen! Mehr Tipps für den Geschlechtsverkehr liest du in diesem Text.


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Vaginismus: Tipps für den Partner, wenn die Scheide «zu eng» scheint

Dehnen ist nicht nötig

Es ist wichtig für dich zu wissen, dass die Scheide nicht zu eng für den Geschlechtsverkehr ist. Sie ist so dehnbar, dass ein Babykopf durchkommt. Manchmal machen aber die Beckenbodenmuskeln um den Scheideneingang herum sozusagen «zu», das heisst, sie spannen sich sehr stark an. Deine Partnerin macht das nicht absichtlich, die Muskeln machen das von sich aus. Man nennt das Vaginismus oder Scheidenkrampf.

In so einer Situation ist es völlig falsch, sich abzumühen und irgendwie zu versuchen, den Penis hineinzubringen. Das kann sehr wehtun, und bei Schmerzen ziehen sich die Muskeln noch mehr zusammen!

Mit Geschlechtsverkehr pausieren

Für dich als Partner ist es erst einmal wichtig, dass du dich über Vaginismus informierst. Lies dazu bitte diesen Text. Damit deine Partnerin den Vaginismus überwindet, ist es erstens wichtig, dass sie lernt, beim Sex Kontrolle über ihre Beckenbodenmuskeln zu gewinnen. Zweitens geht es darum, dass sie lernt, Berührungen in der Scheide nicht mehr mit Schmerz zu verbinden, sondern als angenehm und erregend zu empfinden. All diese Dinge muss sie selbst üben. Ganz wichtig ist, dass sie nichts tut, was ihr wehtut, und daher solltet ihr nicht versuchen, Geschlechtsverkehr zu haben.

Petting ist eine gute Idee

Petting dagegen ist in dieser Übungsphase aber überhaupt nicht verboten. Im Gegenteil, es ist zum Beispiel eine sehr gute Idee, wenn deine Freundin mit ihren Händen und ihrem Mund mit deinem Penis spielt und sich mit ihm anfreundet. Wir haben im Text über Vaginismus auch Übungen mit dem Partner angefügt, die dich vielleicht interessieren.

Die Geduld lohnt sich

Etwa eine von 20 Frauen berichtet von Problemen mit Vaginismus. Oft betrifft er vor allem jungen, sexuell noch unerfahrenen Frauen. Vaginismus überwinden bedeutet nicht zuletzt die Kontrolle über die eigene Sexualität gewinnen. Das heisst für dich als Partner, dass du jetzt auf jeden Fall genau darauf achten solltest, was deine Freundin beim Sex möchte, und dich an die Übungsanweisungen hältst. Das kann mitunter eine Geduldsprobe sein – für beide! Du kannst deiner Partnerin helfen, indem du nicht drängelst, sondern sie ermunterst, weiterzuüben. Wenn du bei ihrem «Projekt» mitmachst, wird sich das auf die Dauer für dich auszahlen!


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Schmerzen beim GV durch Östrogenmangel

Während der Stillzeit und nach den Wechseljahren produziert der Körper weniger vom Hormon Östrogen. Es kann auch zu einem Hormonmangel kommen, wenn du über längere Zeit keine Monatsblutung hattest, zum Beispiel wegen einer Essstörung oder einer Hormonbehandlung.

Ein Hormonmangel führt dazu, dass die Scheidenwand dünner wird; dadurch wird die Scheide weniger durchblutet und weniger feucht.

Falls bei dir ein Hormonmangel vorliegt, hilft

  • regelmässiger Sex (mit Partner oder auch allein): Die Schleimhaut und Blutgefässe der Scheide regenerieren sich durch regelmässige sexuelle Aktivität; das kann den körperlichen Veränderungen durch Hormonmangel entgegenwirken.
  • Ein längeres Vorspiel, bei dem du dich sexuell erregst und deine sexuelle Erregung geniesst
  • Ein gutes Gleitmittel
  • Eine ärztlich verschriebene Östrogencreme zur Anwendung an der Scheide: Diese kann zusätzlich Linderung verschaffen, du musst sie aber etwa einen Monat lang auftragen, bevor sie anfängt zu wirken.

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Schmerzen beim GV in der Tiefe

Änderung der Stossrichtung hilft

Schmerzen, die bei Eindringen des Penis oder Dildo plötzlich in der Tiefe – also eher im Bauch als in der Scheide – auftreten, sind oft durch einen Zusammenstoss des Penis oder Dildo mit einem Eierstock bedingt. Die Eierstöcke liegen bisweilen direkt an die Scheide angrenzend und können ausgesprochen schmerzempfindlich sein (ähnlich wie Hoden!), vor allem zum Zeitpunkt des Eisprungs. Meist lässt sich das Problem durch eine Änderung der Stossrichtung oder der Position beim Geschlechtsverkehr beheben.

Sexuelle Erregung und Bewegung hilft

An sich hat die Natur hier selbst Vorkehrungen getroffen: die verstärkte Durchblutung der Scheidenwand bei sexueller Erregung führt zu einem Erweitern des oberen Scheidendrittels, wodurch Gebärmutter und Eierstöcke angehoben und aus dem Weg gebracht werden. Das heisst also, bei genügend sexueller Erregung sollten keine Schmerzen auftreten. Vorausgesetzt, du hast bei sexueller Erregung im Beckenboden keine hohe Muskelspannung, so dass die Scheide durchblutet ist und sich ausweiten kann. Darum ist es sinnvoll, zu lernen, die Muskeln bei sexueller Erregung zu bewegen statt anzuspannen (mehr dazu in diesem Text).

Verwachsungen, Zysten, Endometriose

Manchmal gibt es auch anatomische Besonderheiten oder Verwachsungen, die die Beweglichkeit der Eierstöcke einschränken – eine frauenärztliche Untersuchung kann dies vielleicht nachweisen. Die Untersuchung ist sinnvoll, wenn du jedesmal beim Geschlechtsverkehr tief im Bauch Schmerzen hast, oder wenn die Schmerzen nach dem Verkehr nicht verschwinden oder so stark sind, dass Schmerzmittel nötig werden. Denn in seltenen Fällen können auch mal gynäkologische Erkrankungen verantwortlich sein dafür (Verwachsungen, Zysten oder Endometriose).


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