Kombinierte Pillen, Rauchen und Thromboembolie
Kombinierte Pillen, Rauchen und Thromboembolie
Was sind Thromboembolien?
Bei kombinierten Pillen besteht ein leicht erhöhtes Risiko für Gerinnselbildung in Venen und Arterien (venöse und arterielle thromboembolische Krankheiten). Thromboembolien sind Gefässverschlüsse, die zu Verstopfung eines Hirngefässes führen können – mit entsprechenden Ausfällen. Natürlich sind dies seltene Ereignisse. Aber wenn man als junge Frau davon betroffen ist, sind die Auswirkungen auf das weitere Leben besonders schlimm.
Vorsicht in den ersten 6 bis 12 Monaten der Einnahme
Das Risiko ist in den ersten 6 bis 12 Monaten der Einnahme am höchsten. Wenn du die Pille neu verschrieben bekommst und planst, innerhalb der nächsten drei Monate auf eine Flugreise zu gehen, besprich mit deiner Ärztin, wie du dich während dem Flug verhalten kannst (viel trinken, viel herumlaufen) oder ob du den Einnahmebeginn auf nach die Flugreise verschieben möchtest.
Vorsicht, wenn du rauchst!
Durch das Rauchen wird das Risiko einer Thromboembolie erhöht. Wenn du rauchst, besprich das mit der Frauenärztin, damit ihr gemeinsam ein geeignetes Verhütungsmittel für dich findet. Das Risiko steigt mit dem Alter. In der Schweiz gilt Rauchen daher als ein absoluter Kontraindikator für die Pilleneinnahme bei Frauen über 35 – wenn die Frau mehr als 15 Zigaretten am Tag raucht, sinkt dieses Alter.
Vorsicht bei gesundheitlicher Vorbelastung
Falls bei dir aus gesundheitlichen Gründen schon ein erhöhtes Risiko für Thromboembolien besteht (z.B. Bluthochdruck, starkes Übergewicht, Blutgerinnungsstörungen, bestimmte Herzkrankheiten), solltest du keine kombinierte Pille nehmen – auch wenn du nicht rauchst. Ungünstig ist auch, wenn Mitglieder deiner Familie aus ungeklärten Gründen oder in jüngeren Jahren Thrombosen oder Embolien oder diverse andere Erkrankungen hatten. Die Ärztin sollte das alles mit dir abklären.
Mögliche Alternative: Gestagen-Pillen
Bei reinen Gestagen-Pillen ist das Risiko für thromboembolische Ereignisse nach heutigem Wissen nicht erhöht. Sie sind also eine mögliche Alternative, wenn keine Östrogene eingenommen werden sollten (z.B. wegen einer Gerinnungsstörung).
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