Pilzentzündungen – Candidasis
Pilzentzündungen – Candidasis
Falls du Schmerzen an der Vulva oder in der Vagina nur beim Geschlechtsverkehr oder bei direkter Berührung hast, lies bitte die Texte zum Thema «Schmerzen beim Geschlechtsverkehr». Wenn du auch sonst Schmerzen hast, ist es wahrscheinlich, dass du eine bakterielle oder eine Pilz-Entzündung hast. Diese Infektionen sind oft so unangenehm, dass Geschlechtsverkehr gar nicht mehr möglich ist. Oft kommt es dabei zu verstärktem Ausfluss und Juckreiz, und die Vulva kann gerötet sein und winzige Hautrisse aufweisen. Die häufigsten Erreger sind Candida, der Hefepilz mit weisslichem Ausfluss und Juckreiz, sowie Gardnerella.
Wenn du die hier erwähnten Beschwerden erstmals hast, solltest du eine Frauenärztin aufsuchen. Pilzentzündungen können auch immer wiederkehrend auftreten. Du spürst sie eventuell vor allem in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus. Das hängt mit dem Anstieg des Progesteron zusammen. Wiederkehrende Pilzentzündungen kannst du, wenn du die Zeichen gut kennst, auch ohne Arztbesuch behandeln. Einmal solltest du aber mindestens bei der Ärtzin gewesen sein. Für die Behandlung von Pilzinfektionen gibt es Scheidenzäpfchen, Creme oder Tabletten, die nach den Anweisungen der Ärztin oder des Apothekers durchgeführt werden sollen. Achtung: Hör nicht zu früh damit auf und behandle den Pilz nicht nur auf der Vulva, sondern immer auch in der Scheide. Der Pilz klingt nach einer Weile auch von allein wieder ab. Spätfolgen gibt es keine.
Infektionen mit Pilzen treten meist nicht durch Ansteckung auf. Die meisten von uns haben etwas Pilz im Körper, ohne dass uns dies normalerweise stört – das heisst, der Partner ist in der Regel nicht schuld. Auch in Hallenbädern kommt Pilz öfter vor. Erst wenn die natürliche Umgebung der Scheide gestört ist, zum Beispiel bei Allgemeinerkrankungen oder Antibiotika-Behandlung, kommt es zur Entzündung. Noch häufiger entwickelt sich eine Pilzentzündung nach mechanischer Belastung, z.B. nach dem Geschlechtsverkehr, vor allem wenn dieser besonders lang war. Ein möglicher Grund ist auch, dass die Scheide zu wenig feucht oder durch hohe Muskelspannung relativ eng war – dabei entstehen mikroskopisch kleine Risslein in der Scheidenwand, in denen sich die Erreger vermehren können. Zwei bis drei Tage später beginnen dann die Beschwerden. Zu häufiger Tamponwechsel kann auch diese Wirkung haben.
Wenn du eine Neigung hast zu immer wiederkehrenden Candida-Infektionen, kannst du vorsorglich nach dem Geschlechtsverkehr sowie vor und nach einem Hallenbadbesuch scheidenfreundliche Pflegegels oder ein bisschen Pilzsalbe am Eingang und untersten Teil der Scheide auftragen.
Wenn du bei sexueller Erregung zu hoher Muskelspannung im Beckenbodenbereich neigst, hilft es, wenn du lernst, den Körper mehr zu bewegen mit dem Bauch zu atmen und mit den mit den Muskeln zu spielen. Wenn du deine Periode hast, kannst du scheidenfreundliches Pflegegels auf die Tampons auftragen, bevor du sie einführst.
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