Wie lerne ich, Berührungen in der Scheide angenehm und erregend zu erleben?
Wie lerne ich, Berührungen in der Scheide angenehm und erregend zu erleben?
Die Scheide wird oft etwas ausgeklammert
Viele Frauen haben noch nicht gelernt, Berührungen in der Scheide als erregend wahrzunehmen, weil sie sich bei der Selbstbefriedigung vor allem auf die Klitoris und das überige äussere Geschlecht konzentrieren. So üben sie nicht, ihre Scheide zu spüren und sich daran zu erregen, dass sie etwas in ihrer Scheide aufnehmen. Da erstaunt es nicht, dass mehr als die Hälfte der Frauen beim Geschlechtsverkehr nicht ohne zusätzliche Berührung der Klitoris zum Orgasmus kommt. Und es ist ebenso verständlich, dass nicht wenige Frauen keine besondere Lust darauf haben, einen Penis in ihrer Scheide zu spüren.
Was ist deine Vorstellung von der Scheide?
Hast du schon mal deine Scheide gezeichnet? So aus der Vorstellung heraus (es ist also völlig egal, ob es anatomisch stimmt)? Es ist spannend, zu sehen, wie Frauen ihre Scheide zeichnen. Und wie sich die Zeichnungen mit ihren sexuellen Erfahrungen und Lernschritten verändern. Vielleicht möchtest du sie auch mal zeichnen?
Zeit und Ruhe zum Erforschen
Wir empfehlen dir, dass du dir mehrmals wöchentlich Zeit für deine Scheide nimmst. Dazu brauchst du einen gemütlichen Ort – z.B. dein Bett, wo du ungestört liegen oder zurückgelehnt sitzen kannst. Idealerweise hast du ein gutes Öl (z.B. süsses Mandelöl) parat oder ein Gleitmittel. Wenn nicht, dann hilft auch viel Spucke. Wenn du deine Scheide mit einem Finger erforschen willst, ist das viel angenehmer, wenn er feucht ist. Vielleicht möchtest du dabei die andere Hand (sofern sie warm ist) auf den Bauch legen. So kannst du den Bauch weichmachen und entspannen. Mit entspanntem Bauch fühlt sich vieles angenehmer an. Wir empfehlen auch, dass du das Atmen nicht vergisst, sondern möglichst tief mit dem Bauch atmest.
Was spürt dein Finger?
Am besten du liest, wie die Scheide aufgebaut ist, und achtest darauf, was du alles ertasten kannst, wenn du den Finger einführst. Wie fühlt sich die Scheidenwand an? Fühlt sie sich überall gleich an? Wie tief kannst du mit dem Finger hinein? Findest du den Gebärmutterhals? Wenn du noch nie Geschlechtsverkehr hattest, kannst du auch dein Hymen zu erkennen versuchen. Dafür ist es gut, wenn du einen Taschenspiegel parat hast.
Was spürt deine Scheide?
Manche Frauen sagen «Ich spüre nichts in der Scheide», und wenn man genauer nachfragt, spüren sie schon etwas, aber das ist halt nichtssagend und überhaupt nicht erregend. Egal: Von Erregung ist jetzt noch nicht die Rede. Es geht darum, überhaupt mal darauf zu achten, was du mit der Scheide spürst. Probiere verschiedene Berührungen aus. Wie nimmt sie sanftes Streicheln wahr? Wie nimmt sie es wahr, wenn du fester drückst? Unterscheidet sich die Empfindlichkeit in den ersten drei Zentimetern zur Empfindlichkeit weiter hinten? Unterscheidet sich die Empfindlichkeit an der Vorder- und an der Hinterwand? Spürst du deine G-Zone? Wenn du sie berührst, ist es gut möglich, dass sich das zunächst so anfühlt, als müsstest du pinkeln.
Massage der Scheidenwand
Die Scheide mag gern massiert werden. Denn, besonders weiter innen, ist sie vor allem für Druck empfindlich. So kann auch sexuelle Erregung ausgelöst und gesteigert werden. Für die Massage kannst du deinen Finger langsam kreisförmig bewegen und auch einfach an die Wand drücken – auf allen Seiten. Dadurch werden auch die Beckenbodenmuskeln, die die ersten 2 cm der Scheide umfliessen, sanft massiert. Nachdem du die Scheide durch Massieren schon etwas aufgewärmt hast, kannst du auch mal ausprobieren, ob allenfalls mehr als ein Finger in ihr Platz hat, und mit mehreren Fingern weitermassieren.
Bewegung des Beckens
Wenn du dich bewegst, können sich die Muskeln des Beckenbodens nicht verspannen. Die Scheide wird besser durchblutet, und du spürst mehr. Wir bitten dich, dazu diesen Text zu lesen, der erklärt das genauer. Durch Schaukeln und Kreisen hältst du dein Becken immer in Bewegung. Du wirst merken, dass es sich ganz anders anfühlt, wenn du mit dem Körper still bleibst und den Finger bewegst, als wenn du den Finger still hältst und den Körper bewegst. Wann spürt deine Scheide mehr? Für mehr Bewegung beim Sex empfehlen wir dir auch sehr diese Tipps.
Spiel mit den Beckenbodenmuskeln
Auch das abwechselnde Anspannen und Entspannen der Beckenbodenmuskeln ist eine gute Methode, die Scheide besser zu spüren. Es hilft auch, die sexuelle Erregung zu steigern. Tipps zum Spiel mit den Muskeln findest du in diesem Text.
Das Geheimnis der häufigen Wiederholung
Wenn du eine Berührung oft wiederholst, wird deine Scheide mehr spüren. Warum das so ist, liest du in diesem Text. Wenn sich eine Berührung angenehm anfühlt, wiederhole und verstärke sie. Wenn du oft übst, wirst du Berührungen in der Scheide mit der Zeit immer erregender finden. Achte darauf, was dich sexuell erregt und was bei sexueller Erregung in deiner Scheide passiert. Was merkt der Finger? Wird die Scheide feuchter? Wird sie weiter? Bewegen sich die Muskeln anders?
Einsatz deiner Vorstellung
Du kannst dir auch vorstellen, deine Finger seien ein Penis, den du mit deiner Scheide greifst. Stell dir vor, was die Scheide alles mit diesem Penis macht und erlebt. Diese Übung ist gut, wenn du mehr Lust darauf kriegen willst, etwas in deiner Scheide aufzunehmen und dich daran zu erregen.
Übung mit dem Dildo
Wenn du Lust hast, kauf dir einen Dildo. Für den Besuch im Erotic-Shop musst du in der Schweiz mindestens 16 sein. Du kannst dir auch einen Vibrator kaufen. Das starke Vibrieren eignet sich allerdings nicht so gut dafür, wenn du deine Scheide für den Geschlechtsverkehr «fit» machen willst. Denn ein Penis kann ja nicht vibrieren, fühlt sich also ganz anders an als ein Vibrator. Du kannst dir auch andere Objekte in die Scheide stecken (Banane, Zucchini, Wurst usw.). Sofern sie sauber, glatt und nicht spitz sind. Am besten, du rollst immer ein Kondom darüber ab (mit Gleitmittel). Einerseits ist das hygienischer, andererseits gewöhnst du dir so den Umgang mit Kondomen an.
Einbau in die Selbstbefriedigung
Falls du eine vertraute Methode hast, dich bei der Selbstbefriedigung zu erregen, kannst du Berührungen in der Scheide «einbauen». Wenn du z.B. gewöhnt bist, dir die Klitoris zu reiben, kannst du sie zuerst reiben, dann mit dem Finger in die Scheide gehen, die Scheide etwas massieren und dann wieder zurück zur Klitoris. Oder du setzt zwei Hände ein, die eine auf der Klitoris, die andere in der Scheide. Durch die Kombination von Vertraut und Neu verbindest du das Neue schneller mit sexueller Erregung.
Üben beim Geschlechtsverkehr
Die Bewegung des Beckens und das Spiel mit den Beckenbodenmuskeln erlauben dir, dich auch beim Geschlechtsverkehr aktiv mit deinem Partner zu erregen. Du kannst auch gleichzeitig mit der Hand dein äusseres Geschlecht stimulieren. Zwischendurch ist es allerdings gut, wenn du die Hand weglässt, so dass du dich völlig auf das konzentrieren kannst, was du in der Scheide erlebst, und dass das nicht «überdeckt» wird von dem, was du am äusseren Geschlecht spürst. So trainierst du das Spüren in der Scheide immer mehr, und du erlebst den Geschlechtsverkehr ganz allmählich immer erregender. Mehr Tipps für den Geschlechtsverkehr liest du in diesem Text.
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