Schmerzen beim GV durch hohe Muskelspannung bei der sexuellen Erregung?
Schmerzen beim GV durch hohe Muskelspannung bei der sexuellen Erregung?
Wenn du dich sexuell erregst, wird die Scheide – wie auch das übrige Geschlecht – stärker durchblutet. Dadurch tritt Flüssigkeit durch die Scheidenwand in den Scheideninnenraum, so dass der Penis gut in ihr gleitet und nicht unangenehm reibt.
Zuviel Spannung stoppt die Durchblutung und macht die Scheide enger
Sexuelle Erregung braucht ein gewisses Mass an Spannung. Mit der sexuellen Erregung steigt die Spannung der Beckenbodenmuskeln daher ganz automatisch. Die Frage ist, wie stark sie steigt. Denn ab einer gewissen Spannung ist keine gute Durchblutung der Scheide mehr möglich. So kann diese nicht richtig feucht werden; der Penis gleitet schlechter und reibt. Ausserdem wird die Scheide durch die angespannten Muskeln enger, was die Reibung zusätzlich stärker macht, und das führt dann oft zu Schmerzen. Es können so auch klitzekleine Risse in der Scheidenwand entstehen, das macht sie anfälliger für Pilzentzündungen.
Beobachtest du bei dir öfter, dass du dich eigentlich sehr sexuell erregt fühlst, ohne dass deine Scheide richtig feucht wird? Wenn ja, dann achte beim nächsten Mal, wenn du dich allein oder mit dem Partner sexuell erregst, wie sehr du die Muskeln im Beckenbereich anspannst. Achte auch darauf, ob du den Körper eher steif machst und vielleicht flach atmest und vielleicht sogar den Atem anhältst. Das wären auch Anzeichen für eine hohe Muskelspannung.
Die Lösung heisst: Bewegen und Atmen beim Sex
Das beste Gegenmittel gegen zu hohe Muskelspannung ist, sich zu bewegen und mit der Beckenbodenmuskulatur zu spielen. Für den bewegten Sex lies bitte diese Tipps. Für das Spiel mit der Beckenbodenmuskulatur lies bitte diese Tipps. Wir empfehlen dir sehr, die vorgeschlagenen Übungen regelmässig zu machen. Ausserdem kannst du mit Bauchatmung etwas gegen die Anspannung tun.
Wichtig ist auch eine gute Pflege deiner Geschlechtsregion.
Erhöhte Grundspannung – z.B. durch Stress
Es ist auch möglich, dass eine Frau grundsätzlich eine erhöhte Spannung im Beckenboden hat. Oder die Spannung kann erhöht sein, weil die Frau aus irgendeinem Grund Stress hat. Die Beckenbodenmuskeln reagieren nämlich sehr empfindlich auf Stress. Auch gegen diese Spannung helfen unsere Übungen. Ein ausgedehntes Vorspiel beim Sex kann auch zu mehr Entspannung führen: Streicheln setzt z.B. Hormone frei, die entspannen. Genauso wie deine Stimmung deine Körperspannung beeinflussen kann, dannst du durch das Spiel mit den Muskeln, durch Bewegung und durch Berührungen deine Stimmung beeinflussen.
Schmerzen vermeiden, denn sie machen die Spannung noch höher
Wichtig ist, dass du Schmerzen beim Geschlechtsverkehr in jedem Fall vermeidest. Denn Schmerzen führen zu noch höherer Muskelanspannung. Und sie senken die Lust auf Sex, wodurch du dich beim Sex noch mehr anspannst. Möglicherweise ist dein Problem schnell behoben, wenn ihr einfach ein längeres Vorspiel macht oder wenn du dein Becken beim Sex etwas anders einsetzt. Fürs Erste hilft sicher auch ein Gleitmittel. Möglicherweise reicht das aber nicht, und die Schmerzen bleiben bestehen. Und du merkst, dass du länger üben musst. Dann besprich mit deinem Partner, dass du mit Übungen an deiner Muskelspannung arbeitest, und dass das Geduld braucht – sprich, in nächster Zeit nur Petting. Dein Freund kann dir mithelfen, in dem er beim Petting mit dir zusammen ausprobiert, welche Berührungen möglich sind, und sich allmählich wieder in die Scheide vortastet.
Tipps zur Pflege und Heilung der Scheide
Zur Pflege und Heilung der Scheide hilft das tägliche Einreiben und leichte Einmassieren des Scheideneingags und der äussersten 2 cm der Scheide mit einem pflegenden Mittel, z.B. VEA Olio (übers Internet erhältlich). Diese Massage ist auch gut zur Entspannung der Beckenbodenmuskulatur, und sie hilft dir, (wieder) eine gute Beziehung zu deiner Scheide aufzubauen. Wenn du merkst, dass die Schmerzen bestehen bleiben, solltest du zur Abklärung eine Frauenärztin besuchen.
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