Selbstbefriedigung bei Frauen: Ab welchem Alter und wie oft?
Selbstbefriedigung bei Frauen: Ab welchem Alter und wie oft?
Schon Babys erleben sexuelle Erregung
Die körperlichen Voraussetzungen für sexuelle Erregung hat ein Mädchen schon vor der Geburt, im Mutterleib: Der Erregungsreflex kann schon beim Foetus in der Gebärmutter ausgelöst werden. Mädchen sind also bereits vor der Geburt sexuelle Wesen. Von Geburt an lernen Säuglinge, Empfindungen zu spüren, zu unterscheiden und zu geniessen – am ganzen Körper. Sie wippen und schaukeln, sie reiben oder pressen ihren Körper gegen etwas. Durch Muskelspannung und Bewegung kann es passieren, dass der Erregungsreflex ausgelöst wird. Und da sich das angenehm anfühlt, kann es sein, dass ein Baby diese Erregung immer wieder sucht. Das hat zwar schon manche Eltern beunruhigt, ist aber völlig normal. Das Baby macht das natürlich völlig unbewusst.
Kleinkinder berühren ihren Körper und lernen so, ihn zu spüren
Sobald sie die Fingerfertigkeit haben, erforschen die Kleinkinder ihren ganzen Körper und lernen so durch verschiedenste Arten von Berührungen, ihn zu spüren und das angenehm zu finden. Sie machen beim Geschlecht keine Ausnahme. Durch Betasten und Spüren erleben sie sich auch immer mehr als Mädchen.
Von Reiten bis Gummitwist: vieles löst den Erregungsreflex aus
Manche Frauen erinnern sich gut daran, wie sie sich als kleine Mädchen oder in der Primarschule schon sexuell erregt haben. Andere haben sich bis in die Pubertät oder das Erwachsenenalter nie bewusst selbst befriedigt. Aber wenn sie genau nachdenken, fällt ihnen möglicherweise ein, dass sie in bestimmten Situationen angenehme Gefühle erlebt haben. Zum Beispiel beim Gummitwist, oder wenn sie in der Turnstunde ein Seil hochgeklettert sind, oder beim Reiten. So haben sie – meist ohne es zu merken – die Wahrnehmung ihrer sexuellen Erregung geübt. Vielleicht überlegst du dir mal, wie das bei dir war.
Ab wann machen Mädchen bewusst Selbstbefriedigung?
Auf diese Frage haben wir keine Antwort. Denn das ist von Frau zu Frau verschieden. Wichtig ist: Es gibt, was den Zeitpunkt der ersten Selbstbefriedigung angeht, kein «richtig» oder «falsch» – egal, ob die Frau die Selbstbefriedigung mit 5 oder mit 50 entdeckt hat – oder ob sie es in ihrem Leben nie macht. Wenn du Lust darauf hast, es auszuprobieren, ist das OK, wenn nicht, ist das auch OK.
Wie viel Selbstbefriedigung ist richtig?
Die Antwort auf diese Frage lautet: so viel, wie Spass macht. Es ist ebenso normal, wenn eine Frau einmal pro Jahr oder mehrmals am Tag Selbstbefriedigung macht – oder wenn sie es überhaupt nie macht. Manche Frauen haben ein schlechtes Gewissen, weil sie sich selbst befriedigen – weil sie irgendwo gelernt haben, dass «Frauen das nicht tun», oder weil sie in einer Beziehung sind und finden, sie dürften es drum nicht. Falls du solche Gedanken hast, könntest du sie vielleicht einmal kritisch hinterfragen. Was bringt dir die Selbstbefriedigung, wenn du sie mit schlechtem Gewissen verbindest? Vielleicht hilft dir auch dieser Gedanke: Genussvolle Selbstbefriedigung hilft dir, ein besseres Gefühl in deinem Körper zu kriegen, und die Stoffe, die in der sexuellen Erregung und dem Orgasmus ausgeschüttet werden, sind für deine Seele und dein Immunsystem gesund.
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