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Wieso ist Üben für meine (m) Sexualität so wichtig?

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Wieso ist Üben für meine (m) Sexualität so wichtig?

Du hast dich über Jahre bei der sexuellen Erregung an bestimmte Berührungen, Bewegungen und Muskelspannungen gewöhnt. Die kannst du jetzt als sexuell erregend empfinden. Warum eigentlich? In deinem Geschlecht hat es unglaublich viele Nervenendigungen (so nennt man die Enden der Nerven). Wenn sie stimuliert werden, schicken sie über die Nerven sogenannte Nervenimpulse (Nachrichten) an das Gehirn. Es gibt verschiedene Arten von Nervenendigungen, sie sind für Verschiedenes empfindlich: die einen für sanfte Berührungen, die anderen für Druck, andere für Schmerz, andere für bestimmte Bewegungen, andere für Anspannen der Muskeln u.s.w.

Wenn das Gehirn über die Nerven Information zugeschickt bekommt, weiss es zunächst einmal wenig damit anzufangen. Erst mit der Zeit lernt es, zwischen verschiedenen Nachrichten zu unterscheiden, diese als angenehm oder unangenehm zu erkennen und mit sexueller Erregung zu verbinden. Ein Baby muss also erst lernen, zu spüren, und ein Kind muss lernen, sich zu erregen. Mit jeder Berührung, mit jeder Bewegung, mit jeder Muskelaktion werden die Bahnen zwischen den Nervenendigung und dem Gehirn – also die Nerven – dicker und schneller. Und die Fläche, die im Gehirn für sie zuständig ist, wächst auch immer mehr.

Was passiert nun, wenn du dich immer auf die gleiche Art und Weise selbst befriedigst? Dann werden die Bahnen zwischen ganz bestimmten Nervenendigungen und deinem Gehirn immer dicker und glatter. Dank zahllosen Wiederholungen laufen die Nervenimpulse, die zum Gehirn geschickt werden, so schnell wie auf einer Superautobahn. Berührungen, Bewegungen und Muskelarbeit, die du in der sexuellen Erregung machst, übersetzten sich in die Fantasien, die ganz automatisch kommen. Das Gehirn lernt immer besser, sie erregend zu finden. Und deine sexuellen Vorlieben richten sich danach aus.

Andere Nervenendigungen, die du nicht stimulierst, schlafen da etwas ein; ihre Bahnen zum Gehirn sind holprig wie schlecht gepflegte Feldwege. Wenn ein Mann sich allein immer in steifer Körperhaltung und mit viel Druck oder Rubbeln erregt, ist es daher verständlich, wenn er beim Geschlechtsverkehr um seine Erregung kämpft oder sogar ganz schlapp macht. Die Scheide bietet eben feuchtere, sanftere Stimulation, die sein Penis nicht kennt, und er ist es sich auch nicht gewöhnt, sein Becken zu bewegen, wenn er sexuell erregt ist. Er muss diese ungenützten Feldwege erst durch viele Wiederholungen beim Üben sanieren und ausbauen.

Regelmässig Üben ist anstrengend – besonders am Anfang, wenn du noch keine Erfolge merkst. Wichtig ist, dass du nicht erwartest, dass ein neuer Handgriff oder eine neue Bewegung gleich toll und erregend ist: Das geht gar nicht – denk an den holprigen Feldweg. Logisch ist also auch, dass du deine Erektion verlierst, wenn du etwas Neues übst. Dann greife einfach zwischendurch kurz auf deine vertrauten, eingeübten Methoden und Fantasien zurück und stell die Erektion so wieder her. Wechsle also zwischen Vertraut und Neu ab. Wenn du neue Berührungen, Atemtricks, Bewegungen und Muskelspiele sehr oft wiederholst, kannst du die ungenützten Feldwege mit der Zeit immer besser ausbauen. Du wirst dich immer besser auf neue Arten erregen können, dabei werden dir allmählich neue Fantasien kommen, und du wirst neue sexuelle Vorlieben entwickeln.

Wenn du absolut keine Lust hast, unsere Übungen zu machen und du trotzdem ein bisschen dazulernen willst, versuch folgendes: Spiel ein bisschen mit deiner vertrauten Methode der Selbstbefriedigung. Drück zwischendurch ein bisschen weniger, streichle auch an einer benachbarten Stelle, nimm die linke statt die rechte Hand, schmier ein bisschen Spucke auf den Penis, rubble nicht immer gleichförmig, sondern schneller und langsamer, spiel mit deinem Becken, atme tief aus, und probier was passiert, wenn du das ganze im Stehen tust: Je mehr du so mit deiner Erregungsmethode spielst, desto mehr kannst du Seitenstrassen deiner Autobahn ausbauen und so das Menü deiner sexuellen Erregungsquellen so ganz allmählich ausweiten.


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