Andere Verhütungsmethoden
Der Verhütungsring (NuvaRing)
Beim Verhütungsring oder NuvaRing handelt es sich um einen durchsichtigen, weichen Kunststoffring, den du in die Scheide einführst. Er hat einen äusseren Durchmesser von etwas mehr als 5 cm und einen Querschnittdurchmesser von 4 mm.
Wie wirkt der Verhütungsring?
Der Verhütungsring ist ein niedrig dosiertes, kombiniertes hormonales Empfängnisverhütungsmittel. Er enthält also Gestagen und Östrogen. Diese Hormone werden in ganz kleinen Mengen über drei Wochen in den Blutkreislauf abgegeben. Die empfängnisverhütende Wirkung beruht vor allem auf der Hemmung des Eisprungs. Der Menstruationszyklus wird unterdrückt. Der Verhütungsring wirkt also gleich wie kombinierte Pillen; die Sicherheit ist bei beiden Methoden gleich hoch. Der Verhütungsring bietet keinen Schutz vor sexuell übertragbare Infektionen.
Was sind die Vor- und Nachteile des NuvaRings gegenüber der Pille?
Der NuvaRing hat verschiedene Vorteile gegenüber kombinierten Pillen: Die Hormone werden nicht einmal täglich in einem Schub dem Körper zugeführt, sondern gleichmässig. Es kommt also zu keinen Hormonschwankungen, und die Hormondosen sind niedriger. Daher sind die Nebenwirkungen unter dem NuvaRing in der Regel schwächer als unter der Pille. Ausserdem musst du nicht täglich daran denken, etwas einzunehmen, sondern nur alle drei Wochen. Und schliesslich können Störungen und Erkrankungen im Verdauungstrakt nicht wie bei der Pille die Aufnahme der Hormone beeinflussen. Manche sehen als Nachteil, dass man den Ring in die Scheide einführen muss und er allenfalls rausrutschen könnte und man ihn kontrollieren muss. Wir sehen das als Vorteil: Wenn eine Frau den NuvaRing einführt und mit dem Finger kontrolliert, lernt sie gleichzeitig ihre Scheide besser kennen und macht sich mit ihr vertraut. 95% der Frauen, die ihn anwenden, finden den Verhütungsring leicht und unproblematisch anzuwenden. Nur 4% sagen, dass sie den Ring spüren.
Wie sind die Blutungen unter dem Verhütungsring?
Da der Zyklus unterdrückt ist, kommt es nicht zu einer Menstruationsblutung. In der siebentägigen Pause kommt es aber wegen des Abfalls der Hormone zu einer Entzugsblutung (Abbruchblutung). Diese setzt in der Regel 2 bis 3 Tage nach Herausnehmen des Rings ein und ist in der Regel schwächer und kürzer als eine Menstruationsblutung.
Der Verhütungsring und Medikamente
Auf der Packungsbeilage steht, welche Medikamente die Wirkung des Verhütungsrings beeinträchtigen können.
Welche Nebenwirkungen kann der Verhütungsring haben?
Die Nebenwirkungen, die unter dem Verhütungsring auftreten können, sind vom Typ her gleich wie die Nebenwirkungen kombinierter Pillen. Sie legen sich in der Regel nach 2 bis 3 Monaten. Grundstätzlich berichten Frauen von weniger Nebenwirkungen als unter der Pille. Die Hormone werden nicht einmal täglich in einem Schub dem Körper zugeführt, sondern ständig und gleichmässig. Es kommt also zu keinen Hormonschwankungen, und die Hormondosen sind niedriger. Der Hormonabfall in der Ringpause ist geringer als unter der Pille; daher berichten Frauen in der ringfreien Pause weniger von Kopfschmerzen als unter der Pille. Auch die Gewichtsveränderungen liegen in einem kleinen Bereich. Schmierblutungen sind sehr selten. Möglich ist ein leicht verstärkter Ausfluss aus der Scheide; dieser ist unproblematisch.
Wie bekomme ich den NuvaRing?
Wie alle hormonellen Verhütungsmittel wird dir der Verhütungsring von der Frauenärztin verschrieben.
Wie wende ich den NuvaRing an?
Setze den ersten NuvaRing am ersten Tag deines Zyklus ein – das ist der erste Tag deiner Menstruationsblutung. Du führst ihn wie einen Tampon ein, er legt sich dann selbst zurecht. Wenn du ihn richtig, das heisst tief genug, einsetzt, solltest du ihn nicht mehr spüren. Auf der Packungsbeilage stehen genaue Anleitungen, wie du ihn einsetzt. Deine Frauenärztin wird dir das auch genau zeigen, wenn sie ihn dir verschreibt. Du kannst den Ring auch später (2. bis 5. Tag) einsetzen. Dann solltest du aber während 7 Tagen beim Geschlechtsverkehr zusätzlich mit Kondomen verhüten. Wenn du vor dem Einsetzen des ersten Rings die Pille genommen hast, solltest du den Ring spätestens dann einsetzen, wenn du normalerweise nach der Pause (oder den Placebopillen) wieder eine neue Packung beginnst. Die Pause sollte also nicht länger als 7 Tage betragen.
Drei Wochen nach Einsetzen des NuvaRings nimmst du ihm, am gleichen Wochentag und zur gleichen Tageszeit, zu der du ihn eingesetzt hast, wieder heraus. Du kannst ihn leicht herausnehmen, in dem du mit einem Finger einhakst. Es folgt eine Pause von 7 Tagen, während der eine Entzugsblutung eintritt. Während der Pause bist du auch vor einer Schwangerschaft geschützt. Nach der Pause setzt du, zum gleichen Wochentag und zur gleichen Tageszeit, einen neuen NuvaRing ein (auch wenn deine Entzugsblutung noch andauert). Du bist auch jetzt sofort vor einer Schwangerschaft geschützt.
Wie kann ich die Blutungen verschieben?
Du kannst, um das Einsetzen der Blutungen zu verschieben, die siebentägige ringfreien Pause verkürzen oder auch ganz weglassen und zwei bis drei Ringe hintereinander anwenden. Wenn du Pause sehr kurz machst oder weglässt, kann es sein, dass die Entzugsblutung ausbleibt und es während der Anwendung des nächsten Rings zu Zwischenblutungen kommt. Das ist kein Grund zur Besorgnis.
Was, wenn ich vergesse, den NuvaRing herauszunehmen oder nach der Pause wieder einzuführen?
Der Verhütungsring wirkt bis zu vier Wochen empfängnisverhütend. Wenn du ihn also bis zu einer Woche später als die üblichen 3 Wochen herausnimmst, bist du immer noch vor einer Schwangerschaft geschützt. Allerdings solltest du dann keine Pause machen und den nächsten Ring sofort einführen. Falls deine Ringpause länger als 7 Tage ist, solltest du während den ersten sieben Tagen des neuen Rings Kondome verwenden.
Was mache ich beim Geschlechtsverkehr mit dem Verhütungsring?
Der Verhütungsring kann während des Geschlechtsverkehrs in der Scheide bleiben. Für die Frau ist er selten beim Geschlechtsverkehr spürbar, für den Mann noch seltener. Wenn ihr ihn spürt, hat das oft damit zu tun, dass der Verhütungsring nicht korrekt (also nicht weit genug in die Scheide) eingeführt wurde. In den allermeisten Fällen stört der NuvaRing also nicht. Sag deinem Freund auf jeden Fall, dass du den Verhütungsring anwendest. Falls du ihn für den Geschlechtsverkehrs herausnimmst, solltest du ihn spätestens drei Stunden später wieder einsetzen. Der Ring sollte nicht länger als maximal drei Stunden pro 24 Stunden ausserhalb der Scheide sein, damit du weiterhin vor einer Schwangerschaft geschützt bist.
Kann ich Tampons verwenden, wenn ich den NuvaRing in der Scheide habe?
Ja. Nach dem Herausziehen des Tampons kannst du mit dem Finger nachkontrollieren, ob der Ring immer noch weit genug in der Scheide ist.
Was, wenn der Ring rausrutscht?
Wenn der Verhütungsring rausrutscht, hast du ihn nicht weit genug eingesetzt. Achte darauf, dass du ihn gut zusammendrückst, wenn du ihn wieder einsetzt. Wasche ihn vorher mit kaltem oder lauwarmen Wasser ab. Kontrolliere auch nach dem Geschlechtsverkehr, oder wenn du einen Tampon aus der Scheide genommen hast, mit dem Finger, ob der Ring noch weit genug in der Scheide ist.
Was tun, wenn ein gebrauchter Ring mehr als drei Stunden nicht in der Scheide war?
Der NuvaRing sollte nicht länger als maximal drei Stunden pro 24 Stunden ausserhalb der Scheide sein, sonst ist die empfängnisverhütende Wirkung herabgesetzt. Wenn dir das in der ersten oder zweiten Anwendungswoche passiert, setze den Ring wieder ein und lasse ihn ununterbrochen bis Ende der dritten Woche in der Scheide. Falls er länger ausserhalb der Scheide war, solltest du anschliessend 7 Tage mit Kondomen verhüten. Falls du Geschlechtsverkehr hattest, während der Ring mehr als drei Stunden aus der Scheide war, ist es sinnvoll, die Pille danach zu nehmen. Falls der Ring in der dritten Anwendungswoche mehr als drei Stunden ausserhalb der Scheide war, kannst du entweder gleich einen neuen Ring einsetzen oder die Blutung abwarten und dann einen neuen Ring einsetzen – letztere Variante solltest du aber nur dann wählen, wenn du den NuvaRing vorher 7 Tage ununterbrochen angewendet hast. Die Pause sollte aber nicht länger als 7 Tage sein.
Wie lagere ich NuvaRing-Packungen?
Der NuvaRing sollte kühl gelagert sein – maximal vier Monate ausserhalb des Kühlschranks. Wenn du auf eine lange Reise gehst, erkundige dich, ob er in den Ländern, die du bereist, verkauft wird. Er wird in vielen Ländern verkauft. Teilweise sogar rezeptfrei.
Alle Infotexte in «Andere Verhütungsmethoden» als pdf herunterladen
Das interessiert dich vielleicht auch:
Fragen, Infotexte und Adressen
zum Thema
Die Hormonspirale (Mirena)
Die Hormonspirale Mirena ist ein sehr sicheres, effektives Mittel der Verhütung von Schwangerschaften mit wenig Nebenwirkungen. 92% aller Frauen, die sie anwenden, sind zufrieden damit.
Wie wirkt die Hormonspirale?
Die Hormonspirale ist 3.2 cm mal 3.2 cm gross, T-förmig und aus Kunststoff. Die Hormonspirale gibt ständig minimale Mengen des Hormons Levonorgestrel (ein Gestagen) ab. Während z.B. mit der Pille der Eisprung und somit die Produktion von eigenen Sexualhormonen unterdrückt wird findet nach Einlage einer Hormonspirale in 85% der Menstruationszyklen ein Eisprung statt, und die Produktion der eigenen Sexualhormone wird nicht unterdrückt. Die Hormonspirale hat hauptsächlich eine lokale Wirkung, also in der Gebärmutter. Durch diese örtliche Hormonwirkung entsteht am Gebärmuttermund ein Schleimpropf, der für Spermien undurchdringlich ist. Somit ist den Spermien der Weg versperrt, so dass es zu keiner Befruchtung der Eizelle kommen kann. Zusätzlich wird durch die örtliche Hormonwirkung die Gebärmutterschleimhaut nur minimal aufgebaut, so dass sich Eizellen gar nicht einnisten könnten. Die Hormonspirale wirkt nach dem Einsetzen sofort. Sie kann 5 Jahre in der Gebärmutter bleiben und jederzeit vorher durch die Ärztin wieder herausgenommen werden. Sobald sie herausgenommen wird, kannst du wieder schwanger werden. Der Schwangerschaftsschutz der Mirena ist sehr hoch (Pearl Index: 0,16). Sie ist heute die sicherste reversible Verhütungsmethode auf dem Markt. Sie schützt aber nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen.
Wie sind die Blutungen unter der Hormonspirale?
Nach Einsetzen der Hormonspirale treten bis zu zirka drei Monaten oft leichte Schmierblutungen auf. Die Blutungen sind in der Regel viel schwächer als die normale Menstruationsblutung und auch weniger schmerzhaft. Nach einigen Monaten treten meist nur noch sehr schwache Blutungen auf in regelmässigen oder unregelmässigen Abständen. Einige Spiralenträgerinnen haben überhaupt keine Blutungen mehr. Trotz des Ausbleibens der Blutung bist du vor einer Schwangerschaft geschützt. Bei Frauen, die unter Hypermenorrhoe (übermässig starken Blutungen) leiden, kann die Hormonspirale helfen. Sie wird in der Schweiz bei Hypermenorrhoe sogar von der Krankenkasse bezahlt.
Ab welchem Alter kann die Hormonspirale eingesetzt werden?
Im Gegensatz zur Kupferspirale, die wegen Infektionsgefahr nicht bei Jugendlichen eingesetzt werden sollte, kann die Hormonspirale bei Jugendlichen ab 17-18 eingesetzt werden. In vereinzelten Fällen geht es auch schon bei 16- oder gar 15ährigen. Das hängt davon ab, ob die Gebärmutter schon gross genug für die Spirale ist. Die Frauenärztin kann das mit einer Ultraschalluntersuchung feststellen.
Wann macht die Hormonspirale als Verhütungsmittel Sinn?
Sobald deine Gebärmutter gross genug ist (sicher ab dem Alter von 17-18) und du ein sicheres Verhütungsmittel suchst mit möglichst wenig Beeinflussung deines natürlichen Zyklus und mit möglichst wenig Nebenwirkungen, und wenn es dich nicht stört, dass die Blutungen sehr schwach sind oder ausbleiben. Sinnvoll ist sie auch bei diversen Beschwerden, etwa bei zu starken Blutungen (Hypermenorrhoe), bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, oder wenn du die Antibabypille genommen hast und Probleme mit Nebenwirkungen hattest. Es gibt Erkrankungen, unter denen die Mirena nicht eingesetzt werden sollte; bespricht das mit der behandelnden Frauenärztin.
Welche Nebenwirkungen kann die Hormonspirale haben?
Da die Hormonspirale ein hormonelles Verhütungsmittel ist, werden viele Nebenwirkungen erwähnt, die auch bei Antibabypillen aufgelistet werden. Die Nebenwirkungen sind aber geringer als bei der Antibabypille oder auch beim Nuvaring oder bei Hormonpflastern, weil bei der Hormonspirale nur eine minimale Dosis Hormone abgegeben wird. Sie eignet sich also auch für Frauen, die bei Einnahme der Pille unter Nebenwirkungen gelitten haben. Eileiterschwangerschaften, Entzündungen und Verletzungen im Beckenraum sind ausgesprochen selten. Wenn du die Pille auch als Mittel gegen Akne genommen hast und jetzt auf die Mirena wechseln willst, kann es sein, dass sich deine Akne verschlechtert. Die Hormonspirale wirkt sich nicht negativ auf deine Fruchtbarkeit aus, sie ist also problemlos für Frauen anwendbar, die noch nicht geboren haben.
Wie wird die Hormonspirale eingesetzt?
Auch wenn du noch nie geboren hast, ist das Einsetzen der Mirena in der Regel einfach. Sie wird während der Menstruation eingelegt. Achte darauf, dass du vorher etwas isst. Ein Fünftel der Frauen sagen, das Einlegen tut weh, zwei Drittel sagen, es sei leicht unangenehm. Falls vorher keine Infektionen bestanden haben (z.B. Chlamydien), besteht auch nach Einsetzen der Mirena keine erhöhte Infektionsgefahr in den ersten 20 Tagen. Nach Einsetzen der Hormonspirale kann es während 6 bis 8 Wochen zu täglichen Schmierblutungen kommen. Nach 4 bis 6 Wochen folgt eine Nachkontrolle durch die Frauenärztin um die Verträglichkeit und den korrekten Sitz der Spirale zu prüfen. Mit dem Einsetzen bekommst du einen Mirenapass, dort steht das Datum des Einsetzens drin. Die Hormonspirale hat einen Rückholfaden, der 1 bis 2 cm aus dem Muttermund hinaushängt. Du kannst ihn mit den Fingern ertasten.
Wie teuer ist die Hormonspirale?
In der Schweiz kostet die Mirena 500 Franken. Das ist zunächst ein hoher Betrag – aber wenn du bedenkst, dass sie 5 Jahre in der Gebärmutter bleiben kann, und was du für die monatlichen Pillenpackungen zahlen müsstest, lohnt sich die Investition.
Alle Infotexte in «Andere Verhütungsmethoden» als pdf herunterladen
Das interessiert dich vielleicht auch:
Fragen, Infotexte und Adressen
zum Thema
Die Kupferspirale
Die Spirale (Intrauterinpessar, IUP) ist eine Methode der Langzeitverhütung von Schwangerschaften. Sie wird von der Frauenärztin in die Uterushöhle eingelegt. Es gibt verschiedene Modelle. In der Regel enthalten sie Kupfer und heissen drum auch Kupferspirale. Sie sind etwa 2.5-3.5 cm lang. Viele haben die Form eines T, es gibt aber auch verschiedene andere Formen. Alternativen sind die Hormonspirale, zu der du in diesem Text mehr erfährst, die Kupferkette, oder die Gold-Kupfer-Spirale.
Wie wirkt die Kupferspirale?
Es ist nicht ganz klar, wie die Kupferspirale wirkt. Das Einnisten der befruchteten Eizelle in der Gebärmutter wird verhindert durch die ungüngstigen Bedingungen, andererseits hat Kupfer eine spermientötende Wirkung. Möglicherweise verändert sich auch die Bewegung in den Eileitern.
Die Kupferspirale ist eine ziemlich sichere Methode zur Verhütung von Schwangerschaften.
Der Pearl-Index beträgt 0.9-3, damit ist gemeint, dass von 100 Frauen, die mit der Kupferspirale während eines Jahres (zwölf Zyklen) lang verhüten, etwa 0.9-3 schwanger werden. Die zusätzliche Verwendung von Kondomen zur Kupferspirale ist nur zum Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen nötig. Als etwas sicherere Alternative eignen sich die Hormonspirale, die Kupferkette oder die Gold-Kupfer-Spirale.
Wann eignet sich die Kupferspirale nicht?
Die Kupferspirale wird nach ausführlicher Abklärung durch die Frauenärztin eingelegt. Es gibt Gründe, warum sie nicht verwendet werden sollte, z.B., Infektionen, frühere Eileiterchwangerschaften, sehr starke Menstruationsblutungen, häufige Zwischenblutungen, Kupferallergie, Anämie, Medikamente, die die Immun-Abwehr oder die Blutgerinnung herabsetzen usw. Eine gute Alternative ist in vielen Fällen die Hormonspirale, die Kupferkette oder auch die Gold-Kupfer-Spirale.
Wo genau liegt die Kupferspirale?
Die Spirale wird während der Menstruation eingelegt, da dann der Gebärmutterhals etwas weiter offen ist. Die Spirale wird so eingelegt, dass die Spirale selbst, also das T-förmige Plastikstück, das mit der Kupferspirale umwickelt ist, in der Gebärmutterhöhle liegt, wo sie gut verankert sitzt ohne dass sich ihre Lage verschiebt. Von diesem T-Teil führen zwei Rückhaltefäden durch den Gebärmutterhals hindurch und ragen 1-2cm in die Scheide hinein. Diese Fäden können entweder gerade in die Scheide hineinragen (dann kann man sie gut tasten), oder manchmal kann es sie auch um die Cervix (das ist der unterste Teil der Gebärmutter, der ein wenig in die Scheide hineinragt) herumlegen. Dann sind die Fäden nicht mehr so einfach ertastbar.
Finger, Tampons oder ein Penis in der Scheide können den Sitz der Spirale nicht beeinflussen. Wenn ihr beim Sex Kondome einsetzt, können die Fäden das Kondom nicht beeinträchtigen.
Mögliche Komplikationen und Nebenwirkungen
Die Kupferspirale solltest du nach den Einlegen nicht spüren. Wenn die Spirale nach der ersten Menstruationsblutung nicht verrutscht ist, sollte sie eigentlich nicht mehr rutschen. Der Sitz der Spirale sollte trotzdem jährlich durch die Frauenärztin geprüft werden, denn die Wirkung ist vom korrekten Sitz abhängig.
In der Regel sind die Menstruationsblutungen unter der Kupferspirale stärker. Bei der Kupferkette oder der Hormonspirale ist dies nicht so.
In den ersten paar Monaten ist es möglich, dass die Kupferspirale vom Körper ausgestossen wird.
In den ersten paar Monaten - insbesondere im allerersten Monat - nach Einsetzen der Kupferspirale besteht ein erhöhtes Risiko für Infektionenen. Danach ist es gleich wie bei Frauen, die keine Spirale haben.
Gelegentlich wird zu gewisser Vorsicht geraten mit der Kupfer-Spirale bei jungen Frauen, die einen späteren Kinderwunsch haben. Hauptsächlich geht es um die Gefahr einer Infektion der inneren Genitalorgane, insbesondere der Eileiter, da eine Eileiterinfektion zu Vernarbungen führen kann. Dadurch könnte die Fruchtbarkeit eingeschränkt werden, oder es könnte zu einem erhöhten Risiko für eine Eileiterschwangerschaft kommen.
Die Gefahr der Infektion besteht vor allem bei der Einlage der Spirale, deshalb ist es wichtig, vor Einlage eine Infektion auszuschliessen. Und bei Sexualkontakt mit einem neuen Partner sollten immer zusätzlich Kondome verwendet werden.
Das Risiko der Infektionen ist bei der Gold-Kupfer-Spirale, der Kupferkette oder der Hormonspirale geringer.
Wie lange kann die Kupferspirale angewendet werden?
Die Kupferspirale sollte nach 3 bis 5 Jahren ersetzt werden. Die Frauenärztin zieht die Spirale mit einer Zange an den Fäden heraus.
Alle Infotexte in «Andere Verhütungsmethoden» als pdf herunterladen
Das interessiert dich vielleicht auch:
Fragen, Infotexte und Adressen
zum Thema
Die Kupferkette
Die Kupferkette wirkt ähnlich wie die Kupferspirale. Da sie einfach die Form einer Kette hat, passt sie sich aber besser der Form der Gebärmutter an. Sie ist auch kleiner als gängige Spiralen. Frauen, die noch nie geboren haben oder noch im Wachstum sind, können davon profitieren. Sie gibt noch besser als die Kupferspiralen Kupfer ab, das eine spermientötende Wirkung hat. Darum ist sie noch sicherer; sie hat einen Pearl-Index von weniger als 1. Im Gegensatz zur Kupferspirale sind die Blutungen auch nicht verstärkt - ausser möglicherweise in den ersten paar Monaten nach dem Einsetzen.
Alle Infotexte in «Andere Verhütungsmethoden» als pdf herunterladen
Das interessiert dich vielleicht auch:
Fragen, Infotexte und Adressen
zum Thema
Vasektomie/Vasoresektion
Bei einer Vasektomie werden die Samenleiter, die sich im Hodensack befinden, durchtrennt. Dadurch gelangen keine Spermien mehr ins Ejakulat, und der Mann ist unfruchtbar. In der Schweiz wird die Vasektomie auch Unterbindung genannt und in Deutschland Sterilisation.
Was passiert bei der Operation?
Es ist ein ambulanter Eingriff, dass heisst, du kannst gleich nach der Operation wieder nach Hause gehen. Am Hodensack wird eine lokale Betäubung gesetzt. Dann erfolgt ein kleiner Hautschnitt, und der Samenleiter wird ein Stückchen aus dem Hodensack heraus gezogen. Es wird dann ein kleines Stück (ca. 1cm ) aus dem Samenstrang heraus geschnitten, und die beiden Enden werden zugebunden. Die beiden Enden werden wieder in den Hodensack zurückverlagert. Dann wird die Haut mit einigen Fäden verschlossen. Entweder sind das Fäden, die sich von selber auflösen, oder sie müssen nach 7 bis 10 Tagen gezogen werden. Auf der anderen Seite wird dann natürlich noch mal dasselbe gemacht. Die Narben, die bleiben, sind sehr klein und meist nach einiger Zeit nicht mehr in der faltigen Haut des Hodensacks zu sehen.
Sex kannst du nach der Operation gleich wieder haben. Viele haben aber wegen der Wundschmerzen für ein paar Tage nicht soviel Interesse daran.
Wie sicher ist die Vasektomie als Verhütungsmethode?
Da es immer oberhalb der Schnittstelle noch «Restspermien» gibt, ist ein Mann nicht sofort nach der Vasektomie zeugungsunfähig. Bis diese Spermien ausgeschieden oder abgebaut sind, vergehen ein paar Wochen. Deshalb ist es wichtig, nach einigen Wochen zwei Mal Ejakulat zur Untersuchung abzugeben. Erst wenn in beiden Proben keine Spermien mehr nachgewiesen werden, kann der Mann auf andere Verhütungsmassnahmen verzichten.
Die Vasektomie ist ausser Kondomen zurzeit die einzige Verhütungsmethode für den Mann. Es handelt sich dabei um eine dauerhafte Empfängnisverhütung. Wenn du dir nach einiger Zeit überlegst, dass du doch noch Kinder haben möchtest, kann man zwar die Samenleiter meist wieder operativ verbinden, die Wahrscheinlichkeit, dann eine Schwangerschaft zu erzeugen, ist aber geringer, als wenn die Vasektomie nicht gemacht worden wäre.
Verändert sich die Sexualität nach der Vasektomie?
Nach der Vasektomie gibt es aus medizinischer Sicht keine Veränderungen in der Sexualität: Lust, Erektion und Orgasmus sind genau wie vorher. Sollte das nicht der Fall sein, hat das psychische Gründe.
Spermien werden nach einer Vasektomie weiter produziert, auch wenn sie nicht mehr ins Ejakulat gelangen. Sie sind im Hoden und Nebenhoden und werden dort regelmässig vom Körper abgebaut. Genauso wie es der Körper z.B. auch mit alten Blutkörperchen macht. Da bei der Vasektomie am Hoden selbt gar nichts gemacht wird, werden natürlich nachher nach wie vor männliche Hormone (Testosteron) produziert. Die Vasektomie ist also keine Kastration!!
Das Ejakulat ist mit dem blossen Auge vor und nach der Operation nicht zu unterscheiden. Der grösste Anteil des Ejakulats stammt aus der Prostata und den Samenblasen, und dieser Teil kommt weiterhin beim Orgasmus heraus. Mit dem Mikroskop kann man sehen, dass keine Spermien mehr im Ejakulat sind.
Alle Infotexte in «Andere Verhütungsmethoden» als pdf herunterladen
