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Frage Nr. 35263 von 20.06.2022

Hallo, ich habe ein paar Fragen zum PCO-Syndrom und würde gerne eine weitere, möglichst unabhängige Meinung dazu hören:

Ich habe die Diagnose seit ich 20 bin, sie wurde auch mit diversen Bluttests bestätigt, wobei meine Androgen-Werte beim zweiten Mal im Normalbereich waren. Ich habe leichte (!) Akne, ein paar Härchen im Gesicht und Zyklusschwankungen.

Mir ist aufgefallen, dass es mir mithilfe gesunder Ernährung und Sport elungen ist, das PCOs besser in den Griff zu bekommen, obwohl ich nicht übergewichtig bin und keine Insulinresistenz habe. Schulmedizinisch wird ja meist die Pille verschrieben (ist bei mir kontraindiziert und ich fühle mich auch nicht sowohl damit, auch wenn ich es als Verhütungsmittel sehr praktisch finde). Soweit ich weiß gibt es aber durchaus Studien, die den Zusammenhang zwischen Ernährung und einer Verbesserung des PCOs bestätigen.

Gleichzeitig gibt es aber auch viele Seiten, auf denen Frauen davon berichten, dass sie das Pcos komplett weggekriegt habe über ihren Lebensstil und dass es eigentlich jeder heilen kann. Da heißt es dann, man müsste "nur" komplett auf raffinierte Kohlenhydrate, Zucker und Gluten verzichten und alles wäre wieder im Lot. Mich stresst das immer mehr, gerade weil meine Zyklen gerade wieder länger geworden sind. Ich fühle mich so unfähig weil ich das nicht schaffe. Habe ein schlechtes Gewissen, sobald ich mal eine Pizza oder ein Eis esse, gerade wenn ich mit Leuten unterwegs bin, die weniger darauf achten.

Die Prognose "PCOS oder NUR noch gesunde Lebensmittel" finde ich sehr ernüchternd. Gibt es dort keinen Mittelweg? Ist es wirklich so, dass ich mir mit jeder Süßigkeit meinen Zyklus weiter kaputt mache? Ich habe das Gefühl, mein Alltag dreht sich gerade nur noch darum, meinen Zyklus zu regulieren. Manchm würde ich gerne die Pille nehmen, einfach um mich nicht mehr dauernd damit befassen zu müssen.
Was kann ich noch tun?

Vielen Dank für eine Antwort.

Unsere Antwort

Du bist auf einem tollen Weg. Lass dich nicht durch irgendwelche Posts von anderen verrückt machen. 

Es ist richtig, dass das PCO positiv beeinflusst werden kann durch eine gesündere Ernährung. Leider ist unsere aktuelle "Normalernährung" nicht besonders gesund. In den letzten 50 Jahren hat das Angebot an stark verarbeiteten Nahrungsmitteln extrem zugenommen und wird überall angeboten. Es ist gar nicht so einfach, sich auswärts gesund zu ernähren. Es wird uns also wirklich nicht einfach gemacht und wir werden immer wieder verführt, Pizzas, Süssigkeiten, stark mehl-, zucker- und fetthaltige Speisen zu konsumieren. 

Von dem her gratuliere dir selbst dafür, wenn du es schaffst, relativ häufig gesündere Nahrungsmittel zu dir zu nehmen. Ideal ist eine pflanzenbasierte, möglichst unverarbeitete Kost. Also möglichst viel frisches Gemüse, Früchte, Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte. Idealerweise bereitest du dein Essen selbst zu, denn bei vielen gekauften Produkten, sind auch Zucker oder ungesunde Fette beigemengt, damit sie besser verkauft werden, auch wenn drauf steht, dass sie zB Gemüse enthalten.

Sei auch vorsichtig damit, jeden Monat deinen Zyklus mit einer gewissen Angst zu verfolgen und wenn er mal ein wenig länger dauert, dich gleich schuldig dafür zu fühlen. So eins zu eins funktioniert das sowieso nicht jeden Monat, und du verursachst dir damit nur unnötigen Stress. Es ist nicht dein Versagen, wenn der Zyklus mal wieder etwas unrnegelmässiger ist. Lehn dich also mal für ein paar Monate zurück und lass den Zyklus Zyklus sein, so wie er nun mal ist.

Konzentriere dich dafür darauf, welche gesunden Lebensgewohnheiten du noch weiter entwickeln möchtest, wie du dir diese genussvoll und lebensbejahend gestalten kannst. VIelleicht möchtest du neue pflanzenbasierte Rezept raussuchen und ausprobieren. Oder du stellst sicher, dass du genügend Schlaf bekommst jede Nacht (möglichst 8 Stunden). Oder vielleicht hast du Lust auf mehr Bewegung, Radfahren, häufiger zu Fuss gehen, Treppe statt Lift nehmen, Yoga, Schwimmen etc. Achte darauf, was dir gut tut und mach mehr davon. Und achte darauf, was dir deine Energie raubt oder dir schlechte Laune verursacht, und mache weniger davon. Vertrau auf die Signale deines Körpers und nimm sie Ernst. Nur du weisst, was dir wirklich gut tut. Vertrau darauf.

 

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