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HIV/Aids

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HIV/Aids

Was ist HIV/Aids und wie wird es ausgelöst?

Aids bedeutet acquired immune deficiency syndrome, auf deutsch: erworbenes Immunschwäche-Syndrom. Der Erreger ist das humane immune deficiency virus (HIV), was soviel bedeutet wie menschliches Immunschwäche-Virus. Zwischen der Ansteckung mit dem HI-Virus und dem Ausbruch der Erkrankung Aids können Jahre bis Jahrzehnte liegen.

Wie häufig ist HIV/Aids?

Die Anzahl der weltweit mit HIV infizierten Menschen steigt stetig weiter an, ebenso wie die Todesfälle durch Aids. Insgesamt gab es 2006 ungefähr 40 Millionen HIV-positive Menschen (in Deutschland 56'000). Besonders stark davon betroffen sind junge Menschen bis 25 Jahre.

Was sind die Krankheitszeichen und wann treten sie auf?

Drei bis vier Wochen, nachdem du dich angesteckt hast, kann es zu Lymphknotenschwellungen und vielleicht auch einem Ausschlag kommen. Möglich sind auch Fieber, Müdigkeit und Kopfschmerzen, Durchfall und andere Beschwerden, die für Infektionskrankheiten typisch sind.

Wie wird eine HIV-Infektion behandelt?

Falls du HIV positiv getestet wurdest, geh bitte zu einem Behandlungszentrum für HIV oder zu einem Arzt, der sich auf HIV-Infektionen spezialisiert hat. Lass dich dort beraten und behandeln. Es gibt inzwischen mindestens 22 verschiedene Medikamente, die man einzeln oder in Kombination einnehmen kann. Der Therapiebeginn wird vom Arzt je nach Viruslast (Menge der Viren im Blut) festgelegt. Eine solche Therapie verläuft unter regelmässiger ärztlicher Kontrolle und kann schwere Nebenwirkungen haben. Die Infektion ist inzwischen besser behandelbar geworden, jedoch nicht heilbar. Unter der Medikation kann das Auftreten von Aids um viele Jahre oder Jahrzehnte oder möglicherweise sogar auf unbestimmte Zeit hinausgezögert werden. Darum ist es extrem wichtig, dass du eine Medikamentetherapie machst und das mit der Medikamenteneinnahme diszipliniert durchziehst.

Was können die Folgen einer HIV-Infektion sein?

Nach einem jahre- bis jahrzehntelangen Stadium ohne Krankheitszeichen kommt es zu einer Lymphknotenschwellung am ganzen Körper, zu Fieber, Schwäche, Müdigkeit, Gewichtsabnahme und einem Leistungsknick. Das Immunsystem des Körpers ist dann so sehr geschwächt, dass eine ganze Reihe Erkrankungen auftreten, die ein gesunder Körper abwehren könnte. Zum Beispiel Pilzerkrankungen, Entzündungen – oft schwere – aller Art und aller Organe, Krebserkrankungen. Wenn diese enorme Schwächung des Immunsystems eingetreten ist, spricht man von Aids. Du bist dann unter enger ärztlicher Kontrolle und musst jede Menge Medikamente einnehmen, die oft schwere Nebenwirkungen haben. Obwohl die Behandlung der Krankheit grosse Fortschritte macht, ist sie immer noch nicht heilbar.

Wie wird HIV übertragen?

Zu 80 Prozent wird das HI-Virus sexuell übertragen, zu 20 Prozent durch Drogenkonsum (Teilen des Spritzenbestecks) oder durch Übertragung von der Mutter aufs Kind.

Das HI-Virus kann über Sperma, Blut (z.B. offene Wunden) oder Schleimhäute (z.B. Scheide, Eichel/Vorhaut, After/Darm, Harnröhre) übertragen werden. Ansteckungsgefahr besteht bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr und ungeschütztem Analverkehr für beide Partner. Beim Oralverkehr (Stimulation mit dem Mund) kannst du dich nur anstecken, wenn du Sperma oder Menstruationsblut in den Mund bekommst. Wenn du dich selbst oral befriedigen lässt, kannst du dich nicht anstecken.

So wird HIV NICHT übertragen

Grundsätzlich lässt sich sagen: Das Virus ist sehr empfindlich und ausserhalb des menschlichen Körpers unter Alltagsbedingungen nicht lebensfähig. Die üblichen Hygienemassnahmen im Haushalt und im Krankenhaus reichen aus, um es unschädlich zu machen. Die Aids-Hilfe Schweiz gibt an, wo/wie HIV zum Beispiel überall NICHT übertragen wird:

  • Küssen oder Zungenküsse
  • Sexuelle Stimulation mit der Hand
  • Händeschütteln, Umarmen, Streicheln und Kuscheln
  • bei Coiffeur, Manicure, Pedicure
  • Piercing und Tattooing, wenn die Fachpersonen sich an die Hygienevorschriften ihres Berufsstandes halten
  • Husten und Niesen
  • Über kleinen oder bereits verheilte Wunden
  • Über Urin oder Kot
  • in öffentlichen Toiletten, Saunas, Schwimmbädern
  • gemeinsamer Gebrauch von Geschirr, Haushaltgegenständen oder Wäsche
  • Berührung von Türklinken, Telefonhörern und anderen Möbeln und Wohnaccessoires
  • Insektenstiche, Hundebisse oder Haustiere

Mehr Information zur Übertragung des Virus findest du bei der Aids-Hilfe Schweiz.

Kann ich nach einer HIV-Aussetzung noch eine Ansteckung verhindern?

Wenn du den dringenden Verdacht hast, dass du HIV ausgesetzt warst, solltest du dich innerhalb von 72 Stunden an eine PEP-Notfallnummer wenden. Dort kann eine vorbeugende Therapie mit Medikamenten (HIV-Postexpositions-Prophylaxe (PEP)) gemacht werden, um das Risiko der Infektion zu senken.

Wie funktioniert ein HIV-Test und wo mache ich ihn?

Tests, die in der Schweiz durchgeführt werden, sind HIV-Kombinationstests. Sie suchen Antikörper und p24-Antigene. Drei Monate nach einer Ansteckung kann ein HIV-Test eine Infektion sicher anzeigen. (In Ausnahmefällen kann er sie schon 2 bis 6 Wochen anzeigen; wenn Symptome bestehen, empfiehlt es sich, schon jetzt einen Test zu machen. Wenn der Test negativ ausfällt, muss er 3 Monate nach der möglichen Ansteckung noch einmal durchgeführt werden). Es gibt in der Schweiz zwei Testmöglichkeiten: Blutentnahme aus dem Finger (Schnelltest) oder Blutentnahme aus der Vene. Die Verlässlichkeit des Schnelltests ist sehr gut (99%). Du bekommst das Resultat am gleichen Tag. Wenn der Test positiv ist, muss eine venöse Blutentnahme erfolgen. Das Blut wird anschliessend im Labor getestet. Nur so ist eine Diagnose möglich. Wenn du einen HIV-Test machen möchtest, kannst du dich z.B. an eine anonyme HIV-Beratungs- und Teststelle, eine Aids-Hilfe in deiner Nähe oder eine Beratungsstelle der Familienplanung wenden. Der Test kann anonym durchgeführt werden; allerdings musst du dann die Kosten selbst übernehmen (20-80 Franken).

Wie kann ich mich beim Sex vor HIV schützen?

  • Verwende beim Sex immer Kondome oder Femidome.
  • Vermeide es, Menstruationsblut oder Sperma der anderen Person in den Mund zu bekommen. Bei oraler Stimulation der Geschlechts- und Analregion schützen Lecktücher.
  • Sprich mit einem neuen Partner, einer neuen Partnerin bevor ihr Sex habt. Frag ihn/sie, ob sie/er HIV-positiv ist.
  • Macht einen HIV-Test.
  • Schau genau hin, ob dein Partner/deine Partnerin Veränderungen hat, die vielleicht mit einer sexuell übertragbaren Infektion zu tun haben könnten.
  • Sag nein zu sexuellen Handlungen, wenn du vermutest, dass der/die Andere eine sexuell übertragbare Infektion hat.
  • Sag nein, wenn der/die Andere es ablehnt, Kondome oder Femidome zu benutzen.

Sehr ausführliche Information über HIV/Aids, viele Tipps, Links und Adressen findest du auf der Website der Aids-Hilfe Schweiz.


Alle Infotexte in «Die wichtigsten sexuell übertragbaren Infektionen» als pdf herunterladen

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