Der Hymen (das Jungfernhäutchen)
Der Hymen (das Jungfernhäutchen)
Was ist der Hymen?
Du kennst wahrscheinlich das Wort Jungfernhäutchen. Fachleute sagen dazu «der Hymen» oder «das Hymen». Wir sagen auch lieber Hymen, weil wir das Wort «Jungfer» ziemlich altmodisch finden. Der Hymen ist eine Hautfalte zwischen Vulva und Scheide, also zwischen äusserem und innerem weiblichen Geschlecht. Der Hymen umrandet die Scheidenöffnung ganz oder teilweise.
Warum gibt es den Hymen und wie entsteht er?
Beim weiblichen Embryo – so nennt man das Kind während der Schwangerschaft – entwickelt sich das innere Geschlecht getrennt vom äusseren. Genauer gesagt: Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter und die inneren zwei Drittel der Scheide entstehen aus den Müllerschen Gängen. Das äussere Drittel der Scheide und das äussere Geschlecht (also die Vulva) bilden sich aus dem Geschlechtshöcker. Die Verbindungsstelle zwischen Innen und Aussen ist eine Hautfalte, die man Hymen nennt. Offiziell wird er zum äusseren Geschlecht gezählt. Der Hymen hat eigentlich gar keinen bestimmten Zweck oder Nutzen – zum Beispiel bietet er keinen Schutz vor Infektionen, da er die Scheide nicht verschliesst, sondern geöffnet ist.
Wie sieht der Hymen in der Kindheit aus?
Bei der Geburt ist das weibliche Geschlecht ähnlich saftig und dick wie in der Pubertät. Das liegt daran, dass das Baby wegen der Verbindung mit der Mutter durch die Nabelschnur noch viele weibliche Hormone in seinem Körper hat. Etwa zwei Monate nach der Geburt sind diese Hormone dann abgebaut, und der Hymen umrandet den Scheideneingang wie eine glatte, dünne und gespannte Haut. Dies bleibt während der ganzen Kindheit so.
Wie sieht der Hymen ab der Pubertät aus?
Wenn mit Beginn der Pubertät weibliche Hormone gebildet werden, wird das Gewebe des Hymen feucht und saftig. Er verändert dann seine Form und wird kräftiger. Grösse und Form des Hymen sind bei jedem Mädchen sehr unterschiedlich. Meistens ist er von rosaroter Farbe.
Wie kann ich den Hymen erkennen?
Du siehst den Hymen am besten, wenn du je eine äussere Geschlechtslippe mit zwei Fingern fasst und leicht vom Körper weg ziehst. Dann kannst du auch den Scheideneingang gut sehen. Am besten ist es, du nimmst dazu einen Taschenspiegel. An der Seite des Scheideneingangs, die näher zum After ist, ist der Hymen oft etwas breiter. Darum siehst du ihn dort besser. Er kann mehr oder weniger gefurcht und gerubbelt aussehen. Falls du zur Untersuchung bei der Frauenärztin gehst, kannst du sie auch bitten, dir einen kleinen Spiegel zu geben und dir den Hymen zu zeigen. Oder du bringst selbst einen Taschenspiegel zur Untersuchung mit. Oder vielleicht möchtest du eine Freundin fragen, dass ihr zusammen eure Hymen entdeckt.
Wann reisst der Hymen – und tut das weh?
Beim ersten Geschlechtsverkehrkann der Hymen einreissen. Je nach dem wie gross der Riss ist, blutet es mehr oder weniger. Das tut in der Regel nicht sehr weh. Meist reisst er nur an einer Stelle ein. Wenn du dir den Scheideneingang wie ein Zifferblatt vorstellst, findet man bei den meisten Frauen den Riss dort, wo die Acht auf dem Zifferblatt ist. Etwa 20 bis 30 Prozent der Frauen bluten beim ersten Geschlechtsverkehr nicht, weil der Hymen bei ihnen gar nicht einreisst, sondern nur gedehnt wird.
Kann der Hymen schon vor dem ersten Geschlechtsverkehr reissen?
Da der Hymen beim ersten Geschlechtsverkehr nicht immer reisst, sieht man ihm also nicht unbedingt an, ob du bereits Geschlechtsverkehr hattest. Durch das Einführen eines Tampons oder eines Fingers kannst du den Hymen nicht verletzen. Du kannst ihn so aber dehnen und geschmeidiger machen. Dazu kannst du deinen Scheideneingang regelmässig mit einem oder mehreren Fingern massieren. Verwende dazu am besten ein Öl, zum Beispiel Mandelöl. Auf diese Art dehnst und weitest du den Hymen.
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