Menstruationszyklus: Was ist das und wie läuft er ab?
Menstruationszyklus: Was ist das und wie läuft er ab?
Was ist der Menstruationszyklus?
Als Menstruationszyklus – kurz «Zyklus» – bezeichnet man einen regelmässigen Kreislauf aus Aufbau, Veränderung und Abbau deiner Gebärmutterschleimhaut. Pro Zyklus reift in deinen Eierstöcken eine Eizelle heran und springt in den Eileiter, wo sie befruchtet werden kann.
Kompliziertes Zusammenspiel von Hormonen
Dein Menstruationszyklus ist etwas vom Raffiniertesten, das dein Körper vollbringt. Möglich wird er dank Hormonen aus der Hirnanhangsdrüse – vor allem dem Luteinisierenden Hormon LH und dem Follikelstimulierenden Hormon FSH, und Hormonen aus den Eierstöcken – vor allem Östrogen und Progesteron. Damit der Menstruationszyklus stattfinden kann, spielen die verschiedenen Hormone auf komplizierte Weise miteinander; dieses Zusammenspiel wird von verschiedenen Botenstoffen (Neurotransmittern) im Gehirn beeinflusst. Dass die verschiedenen Hormone während des Zyklus ansteigen und abfallen, kann sich auch in körperlichen und psychischen Veränderungen während des Zyklus bemerkbar machen.
Eizellen und Follikel
In deinen Eierstöcken sind ab deiner Geburt viele Tausend Eizellen angelegt. Sobald du geschlechtsreif bist, regen die Hormone aus der Hirnanhangdrüse in regelmässigen Abständen einen Eierstock dazu an, mehrere Eizellen zum Wachstum zu bringen. Die Eizellen sitzen in sogenannten Follikeln, welche Hormone – vor allem Östrogen – produzieren. Diese Hormone sorgen dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut dicker wird.
Eisprung und Gelbkörper
Von den wachsenden Follikeln setzt sich nur einer durch. Wenn er reif ist, verschmilzt er mit der Haut des Eierstocks, platzt und gibt die Eizelle in den Eileiter ab. Das nennt man den Eisprung. Nach dem Eisprung wird der Follikel, der die Eizelle umgeben hat, zum Gelbkörper – der heisst so, weil er jetzt ganz gelb ist. Dieser Gelbkörper produziert mehr Progesteron. Dieses Hormon macht, dass sich die Schleimhaut der Gebärmutter so umwandelt, dass sich eine befruchtete Eizelle darin einnisten kann.
Hormonabfall und Menstruationsblutung
Wenn keine Eizelle befruchtet wurde, fallen Progesteron- und Östrogenspiegel nach einiger Zeit wieder ab. Das führt dazu, dass die Gebärmutterschleimhaut 14 Tage nach dem Eisprung abgebaut und durch die Scheide abgegeben wird. Man nennt das die Menstruationsblutung, Periode, Mens oder «die Tage». Die Periode beginnt also immer etwa 14 Tage nach dem Eisprung – egal wie lang dein Zyklus ist. Anders gesagt: Wenn zwei Frauen einen unterschiedlich langen Zyklus haben, unterscheidet sich bei ihnen die Zeitdauer von der Periode zum Eisprung, nicht aber vom Eisprung zur nächsten Periode. (Das stimmt nur dann nicht, wenn die Frau eine Gelbkörperschwäche hat, dann kommt die Periode nämlich früher.)
Wie lang sollte der Zyklus sein?
In der Regel dauert der Menstruationszyklus zwischen 21 und 35 Tagen. Man rechnet den ersten Tag der Menstruationsblutung als den ersten Tag jedes Zyklus. Wenn du regelmässig aufschreibst, wann deine Periode kommt, kannst du am besten beobachten, wie lang und wie regelmässig dein Zyklus ist. Bei vielen Frauen ist der Zyklus nicht in jedem Monat gleich lang. Schwankungen der Zykluslänge bis zu 7 Tagen sind normal.
Wenn du hormonelle Verhütungsmittel nimmst, hast du keinen Menstruationszyklus
Wenn du die Pille oder andere hormonelle Verhütungsmittel nimmst, wird dein Menstruationszyklus unterdrückt. Du hast keinen Eisprung. Hier liest du mehr darüber.
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