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Frage Nr. 39772 von 15.05.2025

Ich hatte diese Frage gestellt: 39739 und wollte jetzt auf die Antwort reagieren.

Erstmal vielen Dank für die ausführlichen Ideen und Hinweise, das hilft mir schon sehr und ermutigt mich!! Ich habe schon Orgasmen erlebt, aber nur klitoral, in der Vagina berühre ich mich erst seit Februar. Da ich dieses "Problem" mit dem Harndrang habe, habe ich schon versucht was geschieht, wenn ich nur die Finger benutze und keinen Dildo. Tatsächlich habe ich mich sehr an eurem Artikel sexuelles Lernen orientiert. Ich spüre manchmal eine leichte Erregung, wenn ich mit zwei Fingern die Stellen hinter der Blase berühre. Doch es verändert oder steigert sich nicht und sehr schnell assoziiere ich es auch mit Harndrang und muss mich konzentrieren, um bei dem lustvollen Gefühl zu bleiben.
Wenn ich einen Dildo nutze, ist der Harndrang aber so stark, dass ich abbreche und auf Toilette gehe und, du hast recht, da kommt dann meist nicht viel Urin.
Das ist vielleicht eine etwas andere Sache, aber ich verspüre auch Scham, dass ich bisher noch keinen Geschlechtsverkehr hatte. Ich bin in anderen Bereichen meines Lebens sehr selbstbewusst, andere Menschen würden nicht von mir vermuten, dass ich so wenig Erfahrung habe. In letzter Zeit flirte ich viel mit Männern (und auch Frauen). Doch ich mache mir Sorgen, wenn es sich weiterentwickeln sollte, dass ich mit der Erfahrung der anderen nicht "mithalten" kann und mich im Bett blamiere. Dieses Thema mit dem Harndrang zu lösen ist darum so wichtig für mich. Ich denke, dass man Geschlechtsverkehr in verschiedener Weise haben kann und dass ich jemandem anderen, auch mit wenig Erfahrung, Genuss bringen kann. Aber ich wüsste nicht wie, wenn ich jedes Mal auf Toilette muss und den Moment abbrechen.. All' das um zu sagen, wenn ich allein übe, bin ich ungeduldig und frustriert, dass ich immer wieder diesen Harndrang spüre. Darum habe ich seit einem Monat nicht mehr geübt. Mit deiner Antwort auf meine ursprüngliche Frage, fühle ich mich jetzt aber wieder ermutigt, es weiter zu probieren. Glaubst du, es wäre gut, mir einen Termin zu setzen, drei Mal die Woche oder so mir bewusst Zeit zu nehmen? Jetzt mache ich es immer nur, wenn ich mich danach fühle, aber vielleicht braucht das Gehirn diese Regelmäßigkeit ganz konkret?!
Seit ich im Februar damit begonnen habe, meine Vagina mit den Fingern zu erkunden, fühle ich mich ganz anders verwurzelt in mir. Verankert. Und das ist ein schönes und beruhigendes Gefühl, das ich auch für mich selbst weiter erkunden will!
Sorry für diese lange Antwort! Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!! Liebe Grüße!!

Unsere Antwort

Super, dass dir die Tipps geholfen haben. Deine Antwort zeigt, dass du dich auf einem bereits erfolgreichen Lernpfad befindest. Du hast bereits erfahren, dass du mit regelmässigem Üben die Empfindsamkeit steigern kannst. Deshalb möchte ich dich motivieren, da dran zu bleiben. 

Du hast also bereits gelernt, wie du über die Klitoris Orgasmen auslösen kannst. Es kann helfen, wenn du dir bewusst machst, dass bei der Stimulation über die Vagina sehr wahrscheinlich immer die Klitoris mit stimuliert wird. Mehr dazu erfährst du in diesem Text. Auf dem anatomischen Bild in der Antwort deiner letzten Frage (39739) ist zu sehen, wie die Schenkel der Klitoris um die Vagina herum reichen. So werden sie sehr wahrscheinlich bei vaginaler Berührung mit stimuliert. Aktuell ist es so, dass du die Rezeptoren in der Vagina seit Februar stimulierst. Stelle die beiden Zeiträume, also jener, wie lange du die äusseren Bereiche deiner Klitoris stimulierst und den Zeitraum, seit wann du begonnen hast, deine Vagina zu stimulieren gegenüber. Ich gehe davon aus, dass du feststellen wirst, dass du bereits deutlich mehr Zeit investiert hast, die äusseren Bereiche deiner Klitoris zu spüren. Gebe dir also Zeit.

Das muss nicht heissen, dass du für die neuen Bereiche in deiner Vagina genau so lange brauchst, bis du sexuelle Erregung empfindest. Ich denke jedoch, dass es dir zugute kommt, wenn du die Berührungen in einer gewissen Regelmässigkeit machst. Das können tägliche kurze Einheiten sein, oder ein Zeitplan, den du dir zurecht legst. Dies wird in folgendem Text übers Üben für Sex beschrieben. Unser Gehirn möchte meistens gerne Dinge tun, die ihm Spass bereiten. Unangenehme Situationen versucht es zu vermeiden. Deshalb ist es wichtig, dass du deine Stimulation so angenehm wie möglich gestaltest. Wenn du merkst, dass du keine Lust mehr hast zu experimentieren, kannst du immer auch zu deiner gewohnten Stimulation über gehen. 

Zum Thema Harndrang: Du hast bereits eine gute Beobachtung gemacht. Wenn du dich stimulierst, kannst du den Fokus auf verschiedene Zonen deines Körpers wechseln. Deshalb ist es gut, wenn du dich weiterhin auf die erregenden, sexuellen Empfindungen fokussierst. Setzt der Harndrang ein, so folge den Tipps aus der letzten Antwort. 

So durchdacht und reflektiert wie du vorgehst, macht dies einen sehr selbstbewussten Eindruck. Das wird dir auf deinem Weg zugute kommen. Du möchtest gut vorbereitet sein und bist auf einem guten Weg dahin. Du musst dich nicht dafür schämen, dass du bisher noch keinen Geschlechtsverkehr hattest. Es gibt viele Frauen, denen es ähnlich geht. Denke daran, dass jede Person ihre ganz eigene Lerngeschichte mitbringt und genau so viel Zeit braucht, wie sie braucht. Je mehr du dich selbst und deine Bedürfnisse spürst, desto uninteressanter werden Ideale, wie zum Beispiel, dass man bis zu einem gewissen Alter Sex mit andern haben sollte. Deshalb kann es dir helfen, wenn du dabei bleibst, deinen Körper, insbesondere deinen vaginalen Innenraum gut kennenzulernen, zu spüren und weiter zu verankern.

Im Moment flirtest du. Vielleicht kommst es irgendwann zu mehr Körperkontakt. Achte gut auf dich und was du möchtest. So kannst du dich langsam vortasten. Das könnte auch beudeuten, dass du zunächst Petting machst und erst bei einer späteren Begegnung zu Geschlechtsverkehr kommt.

Viel Erfolg auf deinem Weg!

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