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Hepatitis

Was ist Hepatitis und wie wird sie ausgelöst?
Hepatitis heisst eigentlich nur Leberentzündung und kann von allem möglich hervorgerufen werden (Alkohol, Medikamente, Krankheiten usw.). Wenn man Hepatitis sagt, meint man allerdings meist die durch Viren hervorgerufene Hepatitis. Es gibt verschiedene Typen: Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C, Hepatitis D, Hepatitis E. Hepatitis D kann nur zusammen mit Hepatitis B auftreten. In diesem Text beziehen wir uns auf Hepatitis B, da diese häufig sexuell übertragen wird. Für die anderen Hepatitiden ist die sexuelle Übertragung die Ausnahme.

Wie häufig ist Hepatitis B?
Fünf bis sieben Prozent der Weltbevölkerung haben eine chronische Hepatitis-B-Virusinfektion. Die Verteilung schwankt je nach Gebiet aber erheblich. In Skandinavien sind es z.B. nur 0,1 Prozent, in Ost-und Südeuropa 8 Prozent..

Was sind die Krankheitszeichen bei Hepatitis B?
Es können grippeähnliche Krankheitszeichen auftreten: Müdigkeit, Fieber, Oberbauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen usw. Bei 30 Prozent der Erkrankten kommt es zu Gelbfärbung der Haut und des Augenweiss, zu Juckreiz, hellem Stuhl und dunklem Urin. Der Verlauf und die Symptome sind sehr unterschiedlich und hängen vom Alter des Menschen (für Babys und Kleinkinder besonders schlimm) und von der Immunabwehr des Körpers ab.

Wie lange dauert es, bis Krankheitszeichen bei Hepatitis B auftreten?
Von der Ansteckung bis zu den ersten Krankheitszeichen vergehen ein bis sechs Monate.

Was können die Folgen von Hepatitis B sein?
Die Leberentzündung wird bei fünf Prozent der Erwachsenen chronisch. Bei chronischem Verlauf kann es zu Leberzirrhose oder Leberzellcarcinom (Krebs) kommen.

Ich habe Krankheitszeichen – was kann ich tun?
Geh zum Arzt/zur Ärztin. Wenn du erkrankt bist, brauchst du Ruhe. Vielleicht musst du auch die Ernährung in dieser Zeit ein wenig umstellen (viele Kohlenhydrate, wenig Fett, kein Alkohol); du darfst dann auch keine leberschädigenden Medikamente nehmen. Die Leberentzündung heilt dann meist ohne Medikamente aus. Der Arzt/die Ärztin kontrolliert regelmässig den Verlauf der Krankheit.

Falls die Leberentzündung chronisch wird, kann der Arzt/die Ärztin verschiedene Virostatika oder Interferon geben.

Wie wird Hepatitis übertragen?
Hepatitis B wird bis in der Hälfte der Fälle durch Blut oder Blutprodukte übertragen, in der Hälfte der Fälle sexuell. Du kannst dich beim Oralverkehr, Analverkehr und Geschlechtsverkehr anstecken. Wenn dein Partner/deine Partnerin Hepatitis B hat, ist das Risiko hoch, dass du dich ansteckst. Es ist zehn mal höher als bei HIV.

Mit Hepatitis A und E steckt man sich durch verunreinigte Lebensmittel oder verunreinigtes Trinkwasser an. Dabei muss infizierter Kot mit den Lebensmitteln in Berührung gekommen sein. Es ist deshalb auch denkbar (aber sehr selten), dass man durch oral-anal Verkehr (also Lecken des Anus oder Eindringen mit der Zunge in den After) Hepatitis A oder E bekommt.

Hepatitis C wird in erster Linie auf dem Blutweg übertragen. Eine sexuelle Übertragung ist zwar möglich, aber extrem selten. Eigentlich kannst du dich beim Sex nur anstecken, wenn Blut des/der infizierten Partners/Partnerin mit Blut von dir (also einer offenen Wunde) in Berührung kommt.

Wie kann ich mich schützen?

  • Zum Schutz vor Hepatitis A und B gibt es Impfstoffe. In der Schweiz und in Deutschland wird eine Impfung für Hepatitis B empfohlen. Die Impfung sollte möglichst schon im Kindes- oder Jugendalter durchgeführt werden.
  • Kondome/Femidome (Frauenkondome) bieten einen guten Schutz gegen Hepatitis B.
  • Bei oraler Stimulation der Geschlechts- und Analregion schützen Lecktücher.
  • Sprich mit einem neuen Partner, einer neuen Partnerin bevor ihr Sex habt. Frag ihn/sie, ob er eine sexuell übertragbare Krankheit hat.
  • Schau genau hin, ob dein Partner/deine Partnerin Veränderungen hat, die vielleicht mit einer sexuell übertragbaren Krankheit zu tun haben könnten.
  • Sag nein zu sexuellen Handlungen, wenn du vermutest, dass der andere/die andere eine sexuell übertragbare Krankheit hat.
  • Sag nein, wenn der/die andere es ablehnt, Kondome oder Femidome zu benutzen.

Alle Infotexte in «Die wichtigsten sexuell übertragbaren Infektionen» als pdf herunterladen

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