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Frage Nr. 39751 von 12.05.2025

Liebes Lilli-Team. Ich (34) bin durch eine Samenspende schwanger geworden und jetzt in der 31. SSW. Langsam beschäftige ich mich mit der Geburt und wie ich mich körperlich auf diese am besten vorbereite. Es wird ja empfohlen, den Beckenboden zu trainieren, um für nach der Geburt Inkontinenz und andere Probleme vorzubeugen. Aber ist ein starker Beckenboden für die Geburt an sich nicht eher hinderlich? Was ist da die optimale Ausgangslage? Wie regelmässig soll ich meinen Beckenboden trainieren oder nicht? Ich hatte schon über 1.5 Jahre kein Sex mehr. Ist dies ein Hindernis für die Geburt, da sich das Gewebe die Penetration nicht mehr gewohnt ist? Ich habe den Epi-No bestellt und Dammmassage-Öl. Da ist die Empfehlung ab der 35. SSW anzuwenden. Wäre es sinnvoll schon früher damit zu beginnen? Gibt es sonst noch Möglichkeiten, meinen Körper auf die Geburt vorzubereiten? Ich habe eine sehr schöne Schwangerschaft, fühle mich fit und habe noch immer keine Beschwerden. Liebe Grüsse,

Unsere Antwort

Erstmal Glückwunsch zur Schwangerschaft. Ideal ist am Ende, dass du deinem Körper und deinem Kind so weit vertraust, dass du weisst, dass ihr zusammen die Geburt schaffen könnt. Dabei hast du schon gute Überlegungen und Vorbereitungen getroffen.

Dass du in den letzten 1.5 Jahren keinen Sex mehr hattet, ist kein Hindernis für die Geburt. Für die Geburt ist nicht relevant, wie oft ein Penis in deiner Vagina "zu Besuch" war, also muss sich die Vagina keinen Penis gewohnt sein. 

Was unterstützend sein kann, ist wie gut du selbst mit deinem Beckenboden, deiner Vagina und deiner Vulva vertraut bist. Vertraut im Sinne von, dass du den Geburtsweg, über den dein Kind zur Welt kommt, bewusst wahrnehmen und ansteuern kannst. Dabei kann es helfen, wenn du in den folgenden Wochen die Gewohnheit entwickelst, dein Geschlecht zu berühren und zu spüren und in Bewegung zu setzen. Du liegst also richtig damit, dass Beckenbodentraining für die Geburt hilfreich sein kann. Das Beckenbodentraining zur Stärkung des Beckenbodens bezüglich Inkontinenz ist ein Thema für nach der Geburt.

Wie oft und wie intensiv du übst, darfst du so gestalten, wie es dir angenehm ist. Unser Gehirn lernt besser, je öfter etwas wiederholt wird. Eine tägliche Übung kann also sehr effizient sein. Achte dabei jedoch gut auf dich und mache nichts, was unangenehm ist oder Schmerzen bereitet.

Beim Beckenbodentraining in der Schwangerschaft geht es nicht darum, dass du einen möglichst kräftigen Beckenboden bekommst. Es geht zunächst darum, dass du den gesamten Spielraum von deinem Beckenboden zwischen hoher Anspannung und totaler Entspannung kennenlernst. Dabei können die Anleitungen zum Spüren des Beckenbodens sehr hilfreich sein. Sie zielen primär auf sexuelle Begegnungen ab, können jedoch genauso unterstützend für die Geburt sein.

Lerne im folgenden Text über den Beckenboden, wie du die einzelnen Muskeln ansteuern kannst. Oft gerät der Beckenboden während der Geburt unter eine erhöhte Anspannung. Deshalb ist es gut, wenn du weisst, wie du proaktiv loslassen kannst. Da es während der Geburt zu Untersuchungen durch eine Gynäkologin/einen Gynäkologen oder eine Hebamme kommen kann, ist vielleicht auch der Text Tipps zur Entspannung bei der gynäkologischen Untersuchung für dich interessant.

Das Beckenbodentraining kannst du sehr gut mit der Anleitung zur Beckenschaukel kombinieren. Diese zielt eher auf das Fördern von sexueller Erregung ab. Sie kann jedoch auch frei von sexueller Erregung ausgeführt werden. Gerade das bewusste Ausatmen mit offenem Mund, welches im Text zur Beckenschaukel beschrieben wird, kann dir während dem Veratmen der Wehen helfen.

Halte dich beim Epi No an die Vorschriften der Herstellerfirma. Bis dahin kannst du deine Finger und das Dammmassageöl zur Erkundung der Vagina einsetzen. Taste genau hin und mache dich mit dem Gewebe des Dammes und der Vagina vertraut. Hierbei kannst du auch mal deinen Beckenboden an- und entspannen. So hast du ein direktes Feedback über deine Finger, was mit den Muskeln rund um die Vagina passiert. Wenn du mit dem Epi-No beginnst, könnte es interessant sein, wenn du mit der Beckenschaukel experimentierst. Diese fördert die Durchblutung und sorgt damit dafür, dass der Damm und die Vagina warm und dehnbar werden. Steigere den Umfang des Epi-Nos nur soweit, wie es schmerzfrei ist.

Was du sonst noch tun kannst: 

  • Besuche einen Geburtsvorbereitungskurs. So bist du informiert und weisst, wie eine Geburt ablaufen kann und du sie selbstbestimmt mitgestalten kannst.
  • Wähle deinen Geburtsort, nachdem du dich ausführlich informiert hast.
  • Wähle eine vertraute Person, welche dich während deiner Geburt begleitet und deine Wünsche und Vorstellungen kennt. So hast du jemanden bei dir, der dir unterstützend zur Seite stehen kann.

Je mehr Vertrautheit, sprich Vertrauen du zu deinem Körper aufbaust, desto mehr kannst du spüren, was du gerade brauchst. 

Viel Erfolg bei der Vorbereitung und eine gute Geburt.

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