Die Scheide oder Vagina – das innere weibliche Geschlecht
Die Scheide oder Vagina – das innere weibliche Geschlecht
Die Scheide ist das innere weibliche Geschlecht
Manche verwechseln die Scheide (Vagina) mit dem äusseren weiblichen Geschlecht, der Vulva. Die Scheide ist aber im Inneren des Körpers: Sie ist ein bis zu 12 Zentimeter langer Schlauch aus sehr dehnbarer Schleimhaut, umgeben von einer dünnen Muskelschicht. Du siehst ihren Eingang am besten, wenn du je eine äussere Lippe mit zwei Fingern fasst und leicht vom Körper weg ziehst. Vielleicht erkennst du auch das Hymen oder Jungfernhäutchen.
Wenn die Vulva dein Geschlechtsgesicht ist, dann ist die Scheide sozusagen das Innere deines Mundes. Und wenn du den Finger in sie steckst, wirst du merken, dass sie sich auch ein bisschen ähnlich anfühlt.
Wie ist die Scheide aufgebaut?
Im Ruhezustand liegen die Wände aneinander, weshalb du bei der Selbstbetrachtung keinen offenen Tunnel siehst. Aber die Scheide ist so dehnbar, dass ein Baby durchtreten kann.

Die Scheidenwand hat keine Drüsen, aber die Haut ist sehr flüssigkeitsdurchlässig. Die Scheide ist immer mehr oder weniger feucht. Dieser Ausfluss ist wichtig, um die Scheide und die Gebärmutter sauber und gesund zu halten.
Was passiert bei sexueller Erregung in der Scheide?
Bei sexueller Erregung wird die Scheide stärker durchblutet, was zu einem vermehrten Durchtritt von Flüssigkeit in die Scheide führt. Du spürst dieses Feuchterwerden wahrscheinlich. Es erleichtert das Gleiten des Penis beim Geschlechtsverkehr. Durch die verstärkte Durchblutung glättet sich die Scheidenwand, und das oberste Drittel der Scheide wird aufgespannt wie ein Ballon, was dem Penis mehr Raum gibt. Du kannst mit dem Finger ausprobieren, ob du diese Veränderungen ertasten kannst.

Durch regelmässiges Berühren und Drücken deiner Scheidenwand kannst du die sexuelle Erregbarkeit deiner Scheide trainieren. Die Scheide ist im äusseren Drittel sehr berührungs- und reibungsempfindlich. Weiter innen enthält sie weniger Nervenfasern, diese reagieren mehr auf Druck als auf Reibung. Manche Frauen nehmen diesen Druck kaum wahr, andere haben gelernt darauf zu achten und erleben ihn als erregend. Er kann auch einen Orgasmus auslösen.
G-Zone (G-Punkt)
Wenn du einen Finger in die Scheide einführst, wirst du vielleicht merken, dass der Eingang nicht rund, sondern eher U-förmig ist. Denn an der Scheidenvorderwand ist eine gewölbte Fläche. Dort liegt, etwa eine Fingerlänge nach innen, der G-Punkt. Eigentlich ist er eine Fläche, darum nennen wir ihn lieber G-Fläche oder G-Zone. Das «G» steht für «Gräfenberg», so hiess der Mann, der die Zone entdeckt hat. Es handelt sich um Klitorisschwellgewebe rund um die Harnröhre. Druck auf die G-Fläche löst bei einigen Frauen einen Harndrang aus. Andere haben gelernt, die Wahrnehmung vom Harndrang zu unterscheiden und als sexuell erregend zu erleben. Manche lernen auch, sich durch Druck der G-Fläche bis zum Orgasmus zu erregen. Frauen haben bei der G-Zone zudem unterschiedlich viel Drüsengewebe, das mit der männlichen Prostata verwandt ist, und das Öffnungen in die Harnröhre hat. Vermutlich erleben dank dieser Drüsen manche Frauen bei sexueller Erregung und bei Stimulation der G-Fläche den Austritt von Flüssigkeit aus der Harnröhre, das wird auch weibliche Ejakulation genannt. Mehr dazu liest du in diesem Text.
Die Muskulatur der Scheide
Bis zu zwei Zentimeter innerhalb des Scheideneingangs lässt sich mit dem Finger die Beckenbodenmuskulatur auf beiden Seiten ertasten. Sie kann willkürlich angespannt und entspannt werden, zum Beispiel wenn du den Harnstrahl unterbrechen willst, oder um die sexuelle Erregung zu steigern. Im Spiegel nimmst du das Zusammenziehen beim genauen Hinsehen wahr. Beim Orgasmus ziehen sich die Muskeln unwillkürlich mehrmals rhythmisch zusammen. Sie können bei Schmerzen dazu neigen, sich zu verkrampfen, und damit das Gefühl auslösen, dass die Scheide zu eng für den Geschlechtsverkehr sei.
Falls du merkst, dass die Scheide bei dir trotz hoher sexueller Erregung eher trocken bleibt, könnte es sein, dass du deine Beckenbodenmuskeln anspannst. Dann wird die Scheide weniger gut durchblutet. Wenn du bei der sexuellen Erregung schlecht mit mehr als einem Finger in die Scheide hineinkommst, ist das auch ein Zeichen dafür, dass du die Muskeln stark anspannst.
Gebärmutterhals, Muttermund
Mit etwas Anstrengung ist noch weiter oben an der Vorderwand der Scheide eine etwas härtere, trauben- bis aprikosengrosse Erhebung mit einer zentralen Delle zu ertasten. Dies ist der Muttermund, die Öffnung des Gebärmuterhalses (Cervix) zur Scheide. Der Gebärmutterhals ist der unterste Teil der Gebärmutter. Die Delle ist die Öffnung, aus der das Menstruationsblut austritt. Sie ist sehr eng; beim Eisprung und während der Periode ist sie etwas weiter. Manche Frauen testen mit ihrem Finger regelmässig die Grösse des Muttermundes und spüren so, wann sie ihren Eisprung haben. Sie ist so dehnbar, dass ein Neugeborenes durchkommen kann. Die Berührung des Gebärmutterhalses ist für manche Frauen erregend, für manche unangenehm, andere nehmen die Berührung nicht wahr.
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