Vestibulitis Vulvae Syndrom
Vestibulitis Vulvae Syndrom
Falls du Schmerzen an der Vulva oder in der Vagina nur beim Geschlechtsverkehr oder bei direkter Berührung hast, lies bitte die Texte zum Thema «Schmerzen beim Geschlechtsverkehr». Wenn du über einen oder mehrere Monate Schmerzen hast, die auch durch leichte Berührungen ausgelöst werden oder sogar ohne Berührung bestehen, so liegt möglicherweise eine chronische Hautveränderung vor. Hier gibt es eine ganze Reihe veschiedener Erkrankungen. Die genaue Diagnose erfordert immer einen Besuch bei der Frauen- oder Hautärztin. Nicht so ganz selten ist das Vestibulitis Vulvae Syndrom.
Es kann sein, dass du an einem Vestibulitis Vulvae Syndrom (VVS) leidest, wenn
- Du über mehr als 6 Monate beim Geschlechtsverkehr vor allem am Eingang der Scheide oder gerade ausserhalb, im Bereich des Scheidenvorhofes, brennende oder stechende Schmerzen hast,
- das Einführen von Tampons, das Tragen enger Jeans oder das Velofahren schmerzhaft sind,
- dabei ohne Berührung aber weniger oder keine Schmerzen bestehen.
Es ist nicht genau bekannt, wodurch die Erkrankung verursacht wird. Sie tritt gehäuft nach medizinischen Behandlungen der Vulva auf – z.B. nach Pilzerkrankungen oder nach Laserbehandlungen. Sie ist aber keine Infektion oder sexuell übertragbare Krankheit und somit nicht ansteckend. Viele Mädchen und Frauen mit VVS haben eine sehr hohe Beckenbodenmuskelspannung, so dass hier ein Zusammenhang vorliegen könnte. Wegen der wiederholten schmerzhaften Erlebnisse beim Geschlechtsverkehr vergeht vielen Mädchen und Frauen mit VVS die Lust darauf – nicht selten führt die Angst vor erneuten Schmerzen sogar zu einer Verschlechterung, da sich ein Scheidenkrampf (Vaginismus) einstellen kann.
Es gibt verschiedene Behandlungen gegen Vestibulitis Vulvae Syndrom. Am nachhaltigsten ist die sexologische Behandlung. Hier lernst du durch bestimmte Übungen allmählich eine andere, weniger schmerzhafte und dafür lustvollere Wahrnehmung des eigenen Geschlechts. Man kann das noch durch eine Biofeedback-Physiotherapie unterstützen. Die sexologische Behandlung ist auch deshalb interessant, weil sie das lustvolleres Erleben der Sexualität unterstützt, aber sie erfordert viel Zeit und Einsatz, weil das Lernen einer neuen Wahrnehmung mit vielen Wiederholungen verbunden ist.
Andere, rein auf Symptombekämpfung abzielende Behandlungen beinhalten örtlich betäubende Salben, verschiedene Medikamente (Antidepressiva und Epilepsiemedikamente), Akupunktur oder Lasertherapie. In einzelnen Fällen kann die operative Entfernung des schmerzhaften Bereichs erfolgreich sein. Bei rund der Hälfte der Frauen mit VVS heilt die Erkrankung im Verlauf von einigen Jahren auch unbehandelt ab. Da das Vestibulitis Vulvae Syndrom vielen Frauenärzten nicht geläufig ist, solltest du dich einem Arzt oder einer Ärztin überweisen lassen, die damit vertraut sind.
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