Wie errege ich (m) mich bis zum Orgasmus?
Wie errege ich (m) mich bis zum Orgasmus?
Wenn du die sexuelle Erregung weit genug steigerst, kommt sie irgendwann an einen Punkt, wo in deinem Körper ein zweiter Reflex ausgelöst wird: Muskeln im Becken ziehen sich zusammen, es kommt zur Ejakulation. Du kannst diesen Reflex nicht beeinflussen. Du kannst aber lernen, den Weg dahin länger zu machen, und du kannst lernen, dass der Weg nicht anstrengend ist, sondern dass du ihn geniesst. Das hängt davon ab, wie du deinen Körper einsetzt, um die Erregung zu steigern, und was du alles gelernt hast, erregend zu finden.
Wenn du die Ejakulation mit sehr angenehmen, lustvollen Gefühlen verbindest, spricht man von einem Orgasmus. Wo und wie stark du den Orgasmus spürst, hängt auch davon ab, wie du deinen Körper einsetzt: Wenn du zum Beispiel die Muskeln im ganzen Körper stark anspannst, spürst du weniger. Wenn du deinen Körper bewegst und tief atmest, wirst du den Orgasmus mehr im ganzen Körper spüren, und du nimmst ihn auch intensiver wahr.
Du kannst bei einer Ejakulation ganz unterschiedliche Gefühle und Gedanken haben. Vielleicht wolltest du die Ejakulation herauszögern und hast befürchtet, dass das nicht klappt. Du hattest also Stress. Und als du dann gekommen bist, hattest du zwar eine körperliche Entladung. Aber du warst frustriert, weil es für dich zu früh war. Oder vielleicht hattest du schon Sex, obwohl du das eigentlich gar nicht wolltest, weil dich jemand dazu gedrängt hat. Dann hattest du vielleicht eine Ejakulation, aber es ging dir schlecht dabei. Was bei der sexuellen Erregung im Körper passiert und wieviel Lust du dabei empfindest, sind also zwei verschiedene Dinge.
Unten siehst du zwei Kurven, die zeigen, wie das bei der sexuellen Erregung aussehen kann: Die blaue zeigt, was im Körper passiert, die rote, wie lustvoll du sie erlebst.

Das ist nur ein Beispiel; die Kurven können ganz unterschiedlich aussehen. Überleg dir, wie das bei dir bei der Selbstbefriedigung ist: Wie schnell steigen die Kurven an? Steigen sie zielstrebig hoch oder schlängeln sie sich so langsam hoch? Steigen beide bis zum Höhepunkt, oder sinkt die Lust vorher wieder? Überleg dir auch, wie das bei dir ist beim Sex mit PartnerInnen. Wie ist das mit der Lustkurve, wenn du zu schnell kommst? Wie ist das, wenn du mit Anstrengung kämpfst, einen Orgasmus zu erreichen? Wie sieht dann die Lustkurve aus? Passiert es dir auch mal, dass du zwar eine körperliche Entladung hast, dabei aber nur sosolala fühlst oder vielleicht gar nicht gut – die Lust also im Keller ist? Und wie fühlst du dich nach dem Sex? Entspannt? Glücklich? Oder ist die Lust ganz schnell wieder abgesunken und du fühlst dich gar nicht gut? Das kann es alles geben.
Vielleicht möchtest du Kurven für verschiedene Situationen, die du schon erlebt hast, auf ein Blatt Papier zeichnen. Dadurch findest du vielleicht etwas über deine sexuelle Erregung und deine sexuelle Lust heraus, das dir vorher nicht bewusst war. Vielleicht fällt dir zum Beispiel auf, dass du immer wieder irgend welche Gedanken hast, die deiner sexuellen Lust in der Quere stehen. Typische Lustkiller sind zum Beispiel die Irrmeinungen «Männer müssen funktionieren!» oder «Selbstbefriedigung ist schlecht!».
Du kannst lernen, beide Kurven, die körperliche sexuelle Erregung und die Lust, zu steuern. All unsere Tipps zur Selbstbefriedigung und zum Üben mit dem Becken sind gut dafür.
Alle Infotexte in «Die Sexualität der Männer» als pdf herunterladen
Das interessiert dich vielleicht auch:
Fragen, Infotexte und Adressen
zum Thema
- Ejakulation (m)
- Erregungsquellen
- Erregungstechniken
- Orgasmus
- sexuelle Erregung
- Sexuelle Fantasien
- Sexuelle Lust
