Die wichtigsten sexuell übertragbaren Infektionen
- Wie schütze ich mich vor Schwangerschaft und Infektionen?
- Die wichtigsten sexuell übertragbaren Infektionen
- Was sind sexuell übertragbare Infektionen?
- HPV-Infektionen
- Chlamydien
- Herpes genitalis
- Trichomonaden
- Gonorrhoe (Tripper, Gonokokken)
- Syphilis (Lues)
- Ulcus molle
- Lymphgranuloma inguinale
- Granuloma inguinale (Granuloma venereum)
- Hepatitis
- HIV/Aids
- Zytomegalie
- Gardnerella vaginalis (bakterielle Vaginose, Aminkolpitis)
- Genitale Mykoplasmeninfektionen
- Candidasis
- Filzläuse
- Kondome (Präservative, Pariser)
- Die Antibabypille
- Andere Verhütungsmethoden
- Wenn die Verhütung nicht geklappt hat
Was sind sexuell übertragbare Infektionen?
Sexuell übertragbare Infektionen (sexually transmitted infection= STI) sind Krankheiten, die du dir bei sexuellen Handlungen mit anderen Menschen holen kannst. Im Volksmund sagen wir auch «Geschlechtskrankheiten». Nach der Ansteckung braucht es eine gewisse Zeit (je nach Krankheit unterschiedlich), bis Anzeichen der Krankheit (Symptome) auftreten, so dass es sein kann, dass du zunächst gar nicht bemerkst, dass du dich angesteckt hast. Es gibt eine Reihe verschiedener Krankheiten, die von verschiedenen Erregern (Bakterien, Viren, Parasiten, Pilzen) ausgelöst werden:
- HPV-Infektion/Condylomata acuminata (Feigwarzen)
- Chlamydien
- Herpes genitalis
- Trichomonaden
- Gonorrhoe (Tripper, Gonokokken)
- Syphilis (Lues, Harter Schanker)
- Ulcus molle
- Lymphgranuloma inguinale
- Granuloma inguinale
- Hepatitis
- HIV/Aids
- Zytomegalie
- Gardnerella vaginalis (bakterielle Vaginose, Aminkolpitis)
- Genitale Mykoplasmeninfektionen
- Candidiasis
- Filzläuse
Es gibt verschiedene Übertragungswege. Flüssigkeiten, die Krankheitserreger enthalten können, sind Sperma, Scheidenflüssigkeit oder Blut. Bei vielen Erregern gelangen die Erreger über die Schleimhäute in den Körper. Schleimhäute befinden sich an der Vulva, in der Scheide, im Mund, in der Harnröhre, an der Eichel, Im Auge und im Darm. Bei manchen Erregern braucht es offene Wunden. Herpes- und Papillomaviren zum Beispiel können auch direkt durch Hautkontakt übertragen werden.
Die Zahl der Neuerkrankungen ist bei vielen sexuell übertragbaren Infektionen in den letzten Jahren stark gestiegen. Häufige Partnerwechsel erhöhen das Risiko, sich mit einer sexuell übertragbaren Krankheit anzustecken. HPV-Infektionen, Chlamydien, Herpes simplex (HSV) und Trichomonaden sind die häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen.
Mit den meisten sexuell übertragbaren Infektionen kann man sich immer wieder neu anstecken. Das heisst, wenn man sie einmal hatte, wird man nicht immun dagegen. Hier sind einige allgemeine Tipps zum Schutz.
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HPV-Infektionen
Was sind HPV-Infektionen und wie häufig sind sie?
HPV-Infektionen werden von humanen Papillomaviren (HPV) verursacht. Sie gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Es wird geschätzt, dass 60 Prozent der Bevölkerung einmal in ihrem Leben eine HPV-Infektion hatten.
Es gibt sehr viele verschieden Typen von Papillomaviren. Über 50 von ihnen können zu Veränderungen im Genitalbereich und am Anus führen. Ein Teil ruft Feigwarzen hervor, und ein Teil ist für Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Auch viele andere Krebserkrankungen im Genital-, Anal- und Hals-Rachenbereich werden durch Papillomaviren verursacht.
Oft verlaufen die Infektionen aber auch ohne Krankheitszeichen und werden vom Arzt nicht diagnostiziert.
Wie werden HPV-Viren übertragen?
Die Viren werden durch Hautkontakt, Schmierinfektion, gemeinsames Baden und am häufigsten durch sexuellen Kontakt übertragen. Wenn du mit einer Feigwarze in Berührung kommst, ist das Risiko, dass du dich ansteckst, relativ hoch (etwa 70 Prozent).
Feigwarzen (Condylomata acuminata)
Was sind die Krankheitszeichen?
Einer von hundert sexuell aktiver Erwachsenen hat Feigwarzen. Diese finden sich im Genitalbereich oder am After und sind stecknadelkopfgross bis mehrere Zentimeter gross. Sie sind fleischfarben-rötlich, weisslich oder grau-bräunlich erhaben und haben meist eine zerklüftete Oberfläche. Es kann eine einzelne sein, meist treten sie aber in Vielzahl auf. Bei Männern sind die Warzen am häufigsten an der Vorhaut, der Eichel, dem Frenulum (Bändchen), in der Harnröhre und am Penisschaft. Bei Frauen treten die Warzen hauptsächlich an den grossen und kleinen Venuslippen, am Scheideneingang, in der Scheide, am Muttermund und in der Harnröhre auf. Sie können auch an allen anderen Stellen, z.B. am Anus, vorkommen. Die Warzen machen meist überhaupt keine Beschwerden (selten Juckreiz, Brennen oder Blutung).Wie lange dauert es, bis Krankheitszeichen auftreten?
Vom Zeitpunkt der Ansteckung bis zum Auftreten der Warzen vergehen mindestens vier Wochen, manchmal aber auch mehrere Monate.Was können die Folgen sein?
Meist wird das Virus von selbst beseitigt, hinterlässt aber oft geringe Schäden an der Haut oder Schleimhaut.Ich habe den Verdacht auf Feigwarzen – was kann ich tun?
Geh zum Arzt/zur Ärztin. Feigwarzen werden mit einer Crème oder Lösung behandelt, die auf die Warzen gestrichen wird. Es kann aber auch sein, dass die Warzen chirurgisch, mit Kryotherapie (eine spezielle Kältebehandlung) oder mit Laser entfernt werden müssen. Dein Partner/deine Partnerin muss unbedingt auch untersucht und gegebenenfalls behandelt werden.
Gebärmutterhalskrebs
Was sind die Krankheitszeichen?
Keine. Es gibt erst im Spätstadium welche.Wie lange dauert es, bis Krebs auftritt?
Da bei den Viren, die Krebs verursachen, normalerweise nach der Ansteckung keine Symptome auftreten, kann man den Zeitraum (von der Ansteckung bis zu ersten Vorstufen von Krebs) nur schätzen. Manche Wissenschaftler gehen von 15 Jahren aus. Der Zeitraum kann auch erheblich kürzer sein, besonders bei jungen Frauen.Was können die Folgen sein?
Für Europa gilt: Gebärmutterhalskrebs ist bei Frauen zwischen 15-44 Jahren die zweithäufigste Todesursache durch Krebs (Brustkrebs ist die häufigste).Wie kann ich eine Erkrankung vorbeugen?
Es gibt eine Impfung gegen HPV, die für Mädchen unbedingt empfohlen wird. (Über eine Empfehlung für Jungen wird noch diskutiert.) Der Impfstoff kann die Infektion und die Erkrankung vorbeugen. Die Impfung sollte möglichst zwischen dem 9. Und 15. Lebensjahr durchgeführt werden. Wenn dieses Zeitfenster versäumt wurde, ist sie auch noch später möglich. Diese Impfung macht dich immun gegen die meisten der Virentypen, die die Krebserkrankung auslösen.
Wenn du ein Mädchen bist, solltest du, sobald du Geschlechtsverkehr hast, einmal im Jahr zu deiner Frauenärztin zu einer Vorsorgeuntersuchung gehen. Die Ärztin macht einen kleinen Abstrich vom Muttermund, der in einem Labor nach Veränderungen in der Zellstruktur untersucht wird.
Wie kann ich mich vor Papillomaviren schützen?
- Sprich mit einem neuen Partner, einer neuen Partnerin bevor ihr Sex habt. Frag ihn/sie, ob er eine sexuell übertragbare Krankheit hat.
- Verwendet Kondome bzw. Femidome (Frauenkondome). Kondome schützen, aber dazu muss der Haut- oder Schleimhautkontakt zur Warze vollständig durch das Kondom verhindert werden, und das ist je nach Sitz der Warze nicht immer möglich. Wenn keine Warzen vorhanden sind, können die Viren trotzdem vorhanden – und ansteckend – sein, da die meisten Erkrankungen unerkannt verlaufen.
- Latexhandschuhe und Lecktücher bieten einen möglichen Schutz bei Stimulation des Geschlechts mit den Händen und dem Mund. Auch hier gilt: Der Hautkontakt muss vermieden werden.
- Schau genau hin, ob dein Partner/deine Partnerin Veränderungen hat, die vielleicht mit einer sexuell übertragbaren Krankheit zu tun haben könnten.
- Sag nein zu sexuellen Handlungen, wenn du vermutest, dass der andere/die andere eine sexuell übertragbare Krankheit hat.
- Sag nein, wenn der/die andere es ablehnt, Kondome oder Femidome zu benutzen.
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Chlamydien
Was löst Chlamydien aus?
Die Bakterien heissen Chlamydia trachomatis Serotypen D-K. Sie vermehren sich wie die Gonokokken in den Schleimhäuten, also in der Harnröhre, in der Scheide, im Enddarm und im Rachen. Wenn man Gonokokken (Gonorrhoe) hat, hat man häufig gleichzeitig Chlamydien.
Wie häufig sind Chlamydien?
Diese Erkrankung ist in Mitteleuropa sehr häufig und gehört auch weltweit zu den häufigsten sexuell übertragenen Krankheiten. Zur Infektionszahl gibt es nur Schätzungen, so haben in Deutschland etwa 300.000 Menschen pro Jahr genitale Chlamydieninfektionen (weltweit ca. 50 Millionen Neuinfektionen pro Jahr). Man muss davon ausgehen, dass ungefähr fünf von hundert Frauen, die sexuell aktiv sind, infiziert sind.
Was sind die Krankheitszeichen?
Krankheitszeichen beim Mann sind: Entzündungen der Harnröhre, der Prostata, der Nebenhoden, des Enddarms und der Gelenke. Krankheitszeichen bei der Frau sind: Entzündungen der Harnröhre, des Muttermundes, der Gebärmutterschleimhaut, der Eileiter, des Enddarms und der Gelenke. Es können einzelne dieser Krankheitssymptome allein auftreten oder auch gar keins. Die Entzündungen in den Organen können schmerzhaft sein – sie müssen aber nicht. Es kann auch sein, dass du, selbst wenn du die Bakterien hast, gar nichts bemerkst. Bis zu 80 Prozent der Frauen, die infiziert sind, merken nichts davon.
Wie lange dauert es, bis Krankheitszeichen auftreten?
Falls du nach der Ansteckung Krankheitszeichen bemerkst, treten diese nach einer bis drei Wochen auf, es kann aber auch mal sechs Wochen dauern.
Was können die Folgen sein?
Wenn eine Frau sich nicht rechtzeitig behandeln lässt, kann es sein, dass bei ihr Sterilität eintritt. Das heisst, dass sie auf natürlichem Weg nicht mehr schwanger werden kann, weil die Eileiter verklebt sind. Ob das (Sterilität) auch für den Mann gilt, ist möglich, aber noch nicht bewiesen.
Ich habe Krankheitszeichen – was kann ich tun?
Geh zum Arzt/zur Ärztin. Er/sie stellt die Diagnose und behandelt dich mit einem Antibiotikum. Die Erkrankung heilt so aus – wenn die Behandlung rechtzeitig war, heilt sie auch folgenlos. Wenn du ein Junge oder ein Mann bist und bei dir Chlamydien nachgewiesen wurden, solltest du dich auch sofort behandeln lassen, da du sonst immer wieder die PartnerInnen, mit denen du Verkehr hast, ansteckst.
Wie werden Chlamydien übertragen?
Du kannst dich beim Geschlechtsverkehr, beim Analverkehr und beim Oralverkehr anstecken.
Wie kann ich mich schützen?
- Sprich mit einem neuen Partner, einer neuen Partnerin bevor ihr Sex habt. Frag ihn/sie, ob er eine sexuell übertragbare Krankheit hat.
- Verwendet Kondome bzw. Femidome (Frauenkondome).
- Lecktücher bieten einen möglichen Schutz bei Stimulation des Geschlechts mit dem Mund.
- Schau genau hin, ob dein Partner/deine Partnerin Veränderungen hat, die vielleicht mit einer sexuell übertragbaren Krankheit zu tun haben könnten.
- Sag nein zu sexuellen Handlungen, wenn du vermutest, dass der andere/die andere eine sexuell übertragbare Krankheit hat.
- Sag nein, wenn der/die andere es ablehnt, Kondome oder Femidome zu benutzen.
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Herpes genitalis
Was löst Herpes genitalis aus?
Erreger ist das Herpes-simplex-Virus (HSV). Im Genitalbereich ist es zu 80 Prozent das Herpes-simplex-Virus 2 (HSV2) und zu 20 Prozent das Herpes simplex Virus 1(HSV1). Am Mund (auch als Fieberbläschen bekannt) ist es meist das HSV1.
Wie häufig ist Herpes genitalis?
In Deutschland haben über 80 Prozent der Bevölkerung HSV1. HSV2 haben in Deutschland etwa 11 Prozent der Männer und 14 Prozent der Frauen.
Was sind die Krankheitszeichen?
Wenn du genitalen Herpes hast, hast du schmerzhafte kleine Bläschen und Geschwüre am Geschlecht. Beim ersten Auftreten sind aber auch Fieber und grippeähnliche Symptome möglich – also z.B. Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit. Ob eine Infektion statt gefunden hat, kann man ausser an den Bläschen noch mit Blutuntersuchungen feststellen.
Wie lange dauert es, bis Krankheitszeichen auftreten?
Erste Krankheitszeichen hast du ungefähr eine Woche, nachdem du dich angesteckt hast.
Was können die Folgen sein?
Man behält das Virus lebenslang. Es versteckt sich in den Nervenenden der Gegend, in der es auftritt. Bei Stress, Fieber usw. kommt es wieder hervor, und du bekommst dann wieder die typischen schmerzhaften Bläschen und bist ansteckend. Es ist auch möglich, dass das Virus z.B. bei Stress aus den Nervenenden kommt und bis an die Schleimhaut gerät und dort keine Bläschen oder Geschwüre hervorruft. Dann hast du zwar keine Krankheitszeichen, kannst aber andere trotzdem anstecken. Solange das Virus nur in den Nervenenden ruht, bist du nicht ansteckend.
Ich habe Krankheitszeichen – was kann ich tun?
Geh zum Arzt/zur Ärztin. Wenn die Ärztin/der Arzt die Diagnose gestellt hat, verschreibt sie/er Medikamente (Virostatika), um die Krankheitszeichen zu lindern. Heilen kann man Herpes nicht.
Wie wird Herpes übertragen?
Mit Herpes kannst du dich ziemlich leicht anstecken, wenn du mit den Geschwüren oder der Flüssigkeit aus den Bläschen in Kontakt kommst. Der Herpes im Gesichts- und Lippenbereich wird meist schon in der Kindheit übertragen, der genitale Herpes erst, wenn du sexuelle Kontakte hast. Die Übertragung findet durch engen Schleimhautkontakt statt, also durch Küssen, Oralverkehr und Geschlechtsverkehr.
Herpes im Gesichtsbereich kann auch genitalen Herpes auslösen – und umgekehrt. Wenn du also Fieberbläschen hast und Oralverkehr machst, kann dein(e) PartnerIn genitalen Herpes bekommen. Und wenn du Herpes genitalis hast, und jemand macht mit dir Oralverkehr, dann kann diese Person Fieberbläschen bekommen.
Wie kann ich mich schützen?
- Die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung kannst du durch den Gebrauch von Kondomen bzw. Femidome (Frauenkondome) reduzieren.
- Latexhandschuhe und Lecktücher bieten einen möglichen Schutz bei Stimulation des Geschlechts mit den Händen und dem Mund.
- Sprich mit einem neuen Partner, einer neuen Partnerin bevor ihr Sex habt. Frag ihn/sie, ob er eine sexuell übertragbare Krankheit hat.
- Schau genau hin, ob dein Partner/deine Partnerin Veränderungen hat, die vielleicht mit einer sexuell übertragbaren Krankheit zu tun haben könnten.
- Sag nein zu sexuellen Handlungen, wenn du vermutest, dass der andere/die andere eine sexuell übertragbare Krankheit hat.
- Sag nein, wenn der/die andere es ablehnt, Kondome oder Femidome zu benutzen.
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Trichomonaden
Was löst Trichomonaden aus?
Hervorgerufen wird diese Krankheit durch Trichomonas vaginalis, einen Flagellat (Geisseltierchen).
Wie häufig sind Trichomonaden?
Frauen haben diese Erkrankung häufiger als Männer. Sie gehört zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. Weltweit werden 170 Millionen Fälle pro Jahr geschätzt.
Was sind die Krankheitszeichen?
Die Frau hat meist eine leichte Entzündung der Scheide mit süsslich-übel riechendem, grünlich-gelben Ausfluss. Eine zusätzliche Infektion der Harnröhre (mit Brennen beim Wasserlassen) ist möglich. Der Mann hat meist keine Krankheitszeichen, und wenn, dann eine leichte Entzündung der Harnröhre.
Wie lange dauert es, bis Krankheitszeichen auftreten?
Zwischen der Ansteckung und den ersten Krankheitszeichen vergehen normalerweise vier Tage bis drei Wochen.
Was können die Folgen sein?
Trichonomaden haben keine Spätfolgen.
Ich habe Krankheitszeichen – was kann ich tun?
Geh zum Arzt/zur Ärztin. Nach der Diagnosestellung gibt dir die Ärztin/der Arzt ein Medikament (Metronidazol). Die Krankheit heilt dann aus. Der Partner/die Partnerin sollte immer mit behandelt werden.
Wie werden Trichomonaden übertragen?
Die Erkrankung betrifft nur die Genitalien und die Harnwege. Das heisst, wenn du dich ansteckst, ist es fast ausschliesslich beim Geschlechtsverkehr. Es besteht aber auch ein geringes Risiko, sich über Badewasser oder feuchte Gegenstände, wie z.B. Waschlappen, anzustecken.
Wie kann ich mich schützen?
- Sprich mit einem neuen Partner, einer neuen Partnerin bevor ihr Sex habt. Frag ihn/sie, ob er eine sexuell übertragbare Krankheit hat.
- Kondome schützen vor Trichonomaden. Verwendet Kondome bzw. Femidome (Frauenkondome).
- Schau genau hin, ob dein Partner/deine Partnerin Veränderungen hat, die vielleicht mit einer sexuell übertragbaren Krankheit zu tun haben könnten.
- Sag nein zu sexuellen Handlungen, wenn du vermutest, dass der andere/die andere eine sexuell übertragbare Krankheit hat.
- Sag nein, wenn der/die andere es ablehnt, Kondome oder Femidome zu benutzen.
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Gonorrhoe (Tripper, Gonokokken)
Was löst Gonorrhoe aus?
Gonorrhoe wird von Bakterien mit Namen Neisseria gonorrhoeae (auch Gonokokken genannt) hervorgerufen.
Wie häufig ist Gonorrhoe?
Weltweit werden etwa 60 Millionen Erkrankungen pro Jahr geschätzt.
Was sind die Krankheitszeichen?
Typisch beim Mann ist eine Harnröhrenentzündung. Das heisst, beim Wasserlassen brennt es stark, und es kann auch Eiter aus der Harnröhre fliessen. Männer haben in 90 Prozent der Fälle Krankheitszeichen. Frauen haben häufig keine Krankheitszeichen, können aber Entzündungen am Muttermund und an den Eileitern haben, was auch sehr schmerzhaft sein kann. Hat die Infektion im Enddarm stattgefunden, kannst du eine sehr schmerzhafte Entzündung dort bekommen, evtl. auch mit Durchfall und Eiterabgang aus dem After. Tripper im Mund kann Halsschmerzen und Mandelentzündungen verursachen.
Wie lange dauert es, bis Krankheitszeichen auftreten?
Die Krankheitszeichen treten zwei bis acht Tage nach der Ansteckung auf.
Was können die Folgen sein?
Wenn du dich nicht behandeln lässt, kann die Entzündung sehr schmerzhaft werden und du kannst unfruchtbar werden.
Ich habe Krankheitszeichen – was kann ich tun?
Geh zum Arzt/zur Ärztin. Wenn der Arzt/die Ärztin die Diagnose gestellt hat, verschreibt er/sie dir ein Antibiotikum. Gonorrhoe ist heilbar. Solange du die Bakterien hast, kannst du andere, mit denen du ungeschützt Sex hast, anstecken. Wenn bei dir Gonokokken festgestellt wurden, solltest du immer auch auf Chlamydien untersucht werden, da die beide Erkrankungen häufiger zusammen auftreten.
Wie werden Gonokokken übertragen?
Die Bakterien vermehren sich in Schleimhäuten, also in der Harnröhre, in der Scheide, im Darm und im Rachen. Das heisst, du kannst dich beim Geschlechtsverkehr, beim Oralverkehr und beim Analverkehr anstecken. Beim Küssen steckt man sich normalerweise nicht an.
Wie kann ich mich schützen?
- Sprich mit einem neuen Partner, einer neuen Partnerin bevor ihr Sex habt. Frag ihn/sie, ob er eine sexuell übertragbare Krankheit hat.
- Verwendet Kondome bzw. Femidome (Frauenkondome).
- Lecktücher bieten einen möglichen Schutz bei Stimulation des Geschlechts mit dem Mund.
- Schau genau hin, ob dein Partner/deine Partnerin Veränderungen hat, die vielleicht mit einer sexuell übertragbaren Krankheit zu tun haben könnten.
- Sag nein zu sexuellen Handlungen, wenn du vermutest, dass der andere/die andere eine sexuell übertragbare Krankheit hat.
- Sag nein, wenn der/die andere es ablehnt, Kondome oder Femidome zu benutzen.
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Syphilis (Lues)
Was löst Syphilis aus?
Syphilis wird durch das Bakterium Treponema pallidum hervorgerufen.
Wie häufig ist Syphilis?
2005 gab es in Deutschland vier Neuerkrankungen auf 100 000 Einwohner. Die Zahl der Erkrankten in Mitteleuropa steigt seit Ende der 90er Jahre stark an. Bei HIV-Infizierten tritt Syphilis oft als zusätzliche Infektion auf.
Was sind die Krankheitszeichen und Folgen?
Die Erkrankung verläuft in 3 Phasen:
1. Primärstadium: Zuerst entwickelt sich nach etwa 14 bis 24 Tagen an der Hautstelle/Schleimhautstelle, an der die Infektion stattgefunden hat, ein schmerzloses hartes Geschwür. Deshalb nennt man die Krankheit auch «harter Schanker». Es kann sein, dass du das Geschwür gar nicht bemerkst, wenn es z.B. in der Scheide oder im Rachenraum ist. Dieses Geschwür bleibt einige Wochen und heilt dann von selbst ab. In dem Geschwür sind sehr viele Erreger. Du kannst jetzt leicht jemanden anstecken. Die Lymphknoten in der Nähe des Geschwürs sind geschwollen. Zur gleichen Zeit strömen im Blut schon unzählige Erreger durch deinen Körper.
2. Sekundärstadium: Nach ca. vier bis zehn Wochen kannst du grippeähnliche Krankheitszeichen (Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, Lymphknotenvergrösserungen am ganzen Körper) bekommen und dann einen Hautausschlag am ganzen Körper (rötlich-bräunliche Flecken). Diese Flecken werden mit der Zeit derber und etwas grösser und können aufgehen und nässen. In den nässenden Hautstellen befinden sich viele Bakterien, so dass du auch in diesem Stadium leicht jemanden anstecken kannst, mit dem du intensiven Körperkontakt (auch ohne Sex) hast. Die Hauterscheinungen können sich immer wieder verändern und heilen nach mehreren Wochen ab. Es kann in dieser Zeit auch Veränderungen der Kopfhaut geben mit Haarausfall. Am Hals gibt es manchmal Hautstellen, die ihre natürliche Farbe verlieren (auch als «Halsband der Venus» bezeichnet). Ebenso können Veränderungen der Mundschleimhaut auftreten.
Jetzt kommt eine Zeit des Stillstands, die Jahre dauern kann. Du bist in dieser Zeit beschwerdefrei, aber die Bakterien sind im Körper, und du kannst immer noch andere anstecken.
3. Tertiärstadium: Nach fünf bis zwanzig Jahren (manche sagen auch fünfzig Jahren) haben die Erreger die Strukturen/Organe im ganzen Körper angegriffen. Es bilden sich gummiartige Geschwüre (Gummen), die dort, wo sie auftreten, das Gewebe völlig zerstören. Es können alle Gewebe befallen sein: Knochen, Muskeln, Darm, Herz, Nerven, Gehirn, Gefässe usw. Die Folgen sind sehr schlimm: Man kann verbluten, erblinden, schwerste Schmerzen haben, geisteskrank/dement werden und anderes mehr.
Wie lange dauert es, bis Krankheitszeichen auftreten?
Die Krankheitszeichen des Primärstadiums treten nach 14 bis 24 Tagen auf, die des Sekundärstadiums nach vier bis zehn Wochen.
Ich habe Krankheitszeichen – was kann ich tun?
Geh zum Arzt/zur Ärztin. Er/sie gibt dir, nachdem sie/er die Diagnose gestellt hat, ein Antibiotikum. Wenn du früh genug zum Arzt/zur Ärztin gehst, also während des ersten oder zweiten Stadiums, ist die Syphilis heilbar. Das heisst, wenn du ein Geschwür entdeckst, das nicht weh tut, oder einen Hautausschlag hast, oder nässende Hautstellen, solltest du auf jeden Fall zum Arzt/zur Ärztin gehen und dich untersuchen lassen. Du solltest dich auch untersuchen lassen, wenn du mit jemandem sexuellen Kontakt hattest, der solche Krankheitszeichen hat – auch wenn du das erst nach dem Sex festgestellt hast.
Wie wird Syphilis übertragen?
Das Bakterium kann die intakte Hautschicht nicht durchdringen. Damit es zur Infektion kommt, muss die oberste Hautschicht verletzt sein. Diese Verletzung kann aber so klein sein, dass du es nicht siehst. Du kannst dich anstecken beim ungeschützten Geschlechtsverkehr, Oralverkehr oder Analverkehr und über offene Wunden und Blut. Falls der Infekt im Primärstadium im Mund ist, kann auch Küssen ansteckend sein. Ist der/die Erkrankte im Sekundärstadium, kannst du dich auch anstecken, indem du intensiv mit seiner/ihrer Haut in Berührung kommst, allerdings musst du dann auch eine kleine Verletzung deiner Haut haben.
Wenn dein Partner/deine Partnerin infiziert ist, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass du dich beim Geschlechtsverkehr ansteckst, bei 30 Prozent.
Wie kann ich mich schützen?
- Sprich mit einem neuen Partner, einer neuen Partnerin bevor ihr Sex habt. Frag ihn/sie, ob er eine sexuell übertragbare Krankheit hat.
- Verwendet Kondome bzw. Femidome (Frauenkondome). Mit Kondomen kannst du dich recht gut gegen Syphilis schützen, aber nicht 100 prozentig.
- Latexhandschuhe und Lecktücher bieten einen möglichen Schutz bei Stimulation des Geschlechts mit den Händen und dem Mund.
- Schau genau hin, ob dein Partner/deine Partnerin Veränderungen hat, die vielleicht mit einer sexuell übertragbaren Krankheit zu tun haben könnten.
- Sag nein zu sexuellen Handlungen, wenn du vermutest, dass der andere/die andere eine sexuell übertragbare Krankheit hat.
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Ulcus molle
Was löst Ulcus molle aus?
Ulcus molle wird durch den Erreger Haemophilus ducreyi hervorgerufen.
Wie häufig ist Ulcus molle?
Diese Krankheit ist in Mitteleuropa selten.
Was sind die Krankheitszeichen?
Drei bis fünf Tage nach der Ansteckung kannst du an der Stelle der Infektion ein sehr schmerzhaftes Geschwür sehen. Es schwellen dann auch die Lymphknoten in der Region an.
Wie lange dauert es, bis Krankheitszeichen auftreten?
Drei bis fünf Tage.
Ich habe Krankheitszeichen – was kann ich tun?
Geh zum Arzt/zur Ärztin. Nach der Diagnose gibt die er/sie dir ein Antibiotikum. Die Krankheit heilt damit aus.
Was können die Folgen sein?
Ohne Therapie können Lymphknoten nach aussen zur Haut hin durchbrechen und eitern.
Wie wird Ulcus molle übertragen?
Durch Geschlechtsverkehr.
Wie kann ich mich schützen?
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- Verwendet Kondome bzw. Femidome (Frauenkondome).
- Schau genau hin, ob dein Partner/deine Partnerin Veränderungen hat, die vielleicht mit einer sexuell übertragbaren Krankheit zu tun haben könnten.
- Sag nein zu sexuellen Handlungen, wenn du vermutest, dass der andere/die andere eine sexuell übertragbare Krankheit hat.
- Sag nein, wenn der/die andere es ablehnt, Kondome oder Femidome zu benutzen.
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Lymphgranuloma inguinale
Was löst Lymphgranuloma inguinale aus?
Diese Krankheit entsteht durch die Erreger Chlamydia trachomatis Serotypen L1-L3.
Wie häufig ist Lymphgranuloma inguinale?
Diese Erkrankung ist in Mitteleuropa selten.
Was sind die Krankheitszeichen?
Etwa drei Wochen nachdem du dich angesteckt hast, entsteht an der Stelle der Infektion ein kleines Knötchen, das aufgeht. Wieder drei Wochen später kriegst du riesige Schwellungen der dazugehörigen Lymphknoten. Wenn das Knötchen am Penis war, sind es die Lymphknoten in der Leiste («inguina» ist der medizinische Ausdruck für Leiste). Es bilden sich dann dort derbe Platten; die Haut kann sich öffnen; es entstehen Fisteln (Gänge aus dem Lymphknoten an die Oberfläche der Haut). Das tut weniger weh, als du jetzt vielleicht vermutest.
Wie lange dauert es, bis Krankheitszeichen auftreten?
Etwa drei Wochen.
Ich habe Krankheitszeichen – was kann ich tun?
Du solltest so früh wie möglich zum Arzt/zur Ärztin gehen, der/die die Diagnose stellt und dir dann ein Antibiotikum gibt. Wenn die Krankheit behandelt wird, dauert es einige Wochen, bis sich die Lymphknoten wieder zurückbilden.
Was können die Folgen sein?
Wenn du zu spät oder gar nicht zum Arzt/zur Ärztin gehst, werden die Lymphwege verlegt und das Geschlecht (Penis/ Hodensack oder Venuslippen) schwillt elefantenmässig an und ist deshalb im Extremfall auch nicht mehr für den Sex zu gebrauchen.
Wie wird Lymphgranuloma inguinale übertragen?
Durch Geschlechtsverkehr.
Wie kann ich mich schützen?
- Sprich mit einem neuen Partner, einer neuen Partnerin bevor ihr Sex habt. Frag ihn/sie, ob er eine sexuell übertragbare Krankheit hat.
- Verwendet Kondome bzw. Femidome (Frauenkondome).
- Schau genau hin, ob dein Partner/deine Partnerin Veränderungen hat, die vielleicht mit einer sexuell übertragbaren Krankheit zu tun haben könnten.
- Sag nein zu sexuellen Handlungen, wenn du vermutest, dass der andere/die andere eine sexuell übertragbare Krankheit hat.
- Sag nein, wenn der/die andere es ablehnt, Kondome oder Femidome zu benutzen.
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Granuloma inguinale (Granuloma venereum)
Was löst Granuloma inguinale aus?
Diese Krankheit entsteht durch Calymmatobacterim granulomatis (früher donovania granulomatis oder Klebsiella granulomatis).
Wie häufig ist Granuloma inguinale?
In Europa ist dies Erkrankung selten. Sie kommt in tropischen und subtropischen Regionen häufiger vor.
Was sind die Krankheitszeichen?
Eine bis zwölf Wochen nach der Ansteckung zeigen sich juckende Pusteln und Knoten am Geschlecht, in der Leiste oder im After-Gebiet. Schmerzen hast du dabei nicht. Diese Knoten breiten sich immer mehr aus und werden zu Geschwüren, die ineinander fliessen und leicht bluten.
Wie lange dauert es, bis Krankheitszeichen auftreten?
Eine bis zwölf Wochen.
Ich habe Krankheitszeichen – was kann ich tun?
Geh zur Ärztin/zum Arzt. Sie/er stellt die Diagnose und behandelt dich mit Antibiotika und möglicherweise auch mit desinfizierenden Umschlägen. Eventuell muss auch chirurgisch etwas entfernt werden.
Was können die Folgen sein?
Ohne Behandlung erfolgt keine Heilung. Mit rechtzeitiger Antibiotikagabe heilen die Veränderungen ab, hinterlassen aber Narben.
Wie wird Granuloma inguinale übertragen?
Durch Geschlechtsverkehr.
Wie kann ich mich schützen?
- Sprich mit einem neuen Partner, einer neuen Partnerin bevor ihr Sex habt. Frag ihn/sie, ob er eine sexuell übertragbare Krankheit hat.
- Verwendet Kondome bzw. Femidome (Frauenkondome).
- Schau genau hin, ob dein Partner/deine Partnerin Veränderungen hat, die vielleicht mit einer sexuell übertragbaren Krankheit zu tun haben könnten.
- Sag nein zu sexuellen Handlungen, wenn du vermutest, dass der andere/die andere eine sexuell übertragbare Krankheit hat.
- Sag nein, wenn der/die andere es ablehnt, Kondome oder Femidome zu benutzen.
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Hepatitis
Was ist Hepatitis und wie wird sie ausgelöst?
Hepatitis heisst eigentlich nur Leberentzündung und kann von allem möglich hervorgerufen werden (Alkohol, Medikamente, Krankheiten usw.). Wenn man Hepatitis sagt, meint man allerdings meist die durch Viren hervorgerufene Hepatitis. Es gibt verschiedene Typen: Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C, Hepatitis D, Hepatitis E. Hepatitis D kann nur zusammen mit Hepatitis B auftreten. In diesem Text beziehen wir uns auf Hepatitis B, da diese häufig sexuell übertragen wird. Für die anderen Hepatitiden ist die sexuelle Übertragung die Ausnahme.
Wie häufig ist Hepatitis B?
Fünf bis sieben Prozent der Weltbevölkerung haben eine chronische Hepatitis-B-Virusinfektion. Die Verteilung schwankt je nach Gebiet aber erheblich. In Skandinavien sind es z.B. nur 0,1 Prozent, in Ost-und Südeuropa 8 Prozent..
Was sind die Krankheitszeichen bei Hepatitis B?
Es können grippeähnliche Krankheitszeichen auftreten: Müdigkeit, Fieber, Oberbauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen usw. Bei 30 Prozent der Erkrankten kommt es zu Gelbfärbung der Haut und des Augenweiss, zu Juckreiz, hellem Stuhl und dunklem Urin. Der Verlauf und die Symptome sind sehr unterschiedlich und hängen vom Alter des Menschen (für Babys und Kleinkinder besonders schlimm) und von der Immunabwehr des Körpers ab.
Wie lange dauert es, bis Krankheitszeichen bei Hepatitis B auftreten?
Von der Ansteckung bis zu den ersten Krankheitszeichen vergehen ein bis sechs Monate.
Was können die Folgen von Hepatitis B sein?
Die Leberentzündung wird bei fünf Prozent der Erwachsenen chronisch. Bei chronischem Verlauf kann es zu Leberzirrhose oder Leberzellcarcinom (Krebs) kommen.
Ich habe Krankheitszeichen – was kann ich tun?
Geh zum Arzt/zur Ärztin. Wenn du erkrankt bist, brauchst du Ruhe. Vielleicht musst du auch die Ernährung in dieser Zeit ein wenig umstellen (viele Kohlenhydrate, wenig Fett, kein Alkohol); du darfst dann auch keine leberschädigenden Medikamente nehmen. Die Leberentzündung heilt dann meist ohne Medikamente aus. Der Arzt/die Ärztin kontrolliert regelmässig den Verlauf der Krankheit.
Falls die Leberentzündung chronisch wird, kann der Arzt/die Ärztin verschiedene Virostatika oder Interferon geben.
Wie wird Hepatitis übertragen?
Hepatitis B wird bis in der Hälfte der Fälle durch Blut oder Blutprodukte übertragen, in der Hälfte der Fälle sexuell. Du kannst dich beim Oralverkehr, Analverkehr und Geschlechtsverkehr anstecken. Wenn dein Partner/deine Partnerin Hepatitis B hat, ist das Risiko hoch, dass du dich ansteckst. Es ist zehn mal höher als bei HIV.
Mit Hepatitis A und E steckt man sich durch verunreinigte Lebensmittel oder verunreinigtes Trinkwasser an. Dabei muss infizierter Kot mit den Lebensmitteln in Berührung gekommen sein. Es ist deshalb auch denkbar (aber sehr selten), dass man durch oral-anal Verkehr (also Lecken des Anus oder Eindringen mit der Zunge in den After) Hepatitis A oder E bekommt.
Hepatitis C wird in erster Linie auf dem Blutweg übertragen. Eine sexuelle Übertragung ist zwar möglich, aber extrem selten. Eigentlich kannst du dich beim Sex nur anstecken, wenn Blut des/der infizierten Partners/Partnerin mit Blut von dir (also einer offenen Wunde) in Berührung kommt.
Wie kann ich mich schützen?
- Zum Schutz vor Hepatitis A und B gibt es Impfstoffe. In der Schweiz und in Deutschland wird eine Impfung für Hepatitis B empfohlen. Die Impfung sollte möglichst schon im Kindes- oder Jugendalter durchgeführt werden.
- Kondome/Femidome (Frauenkondome) bieten einen guten Schutz gegen Hepatitis B.
- Bei oraler Stimulation der Geschlechts- und Analregion schützen Lecktücher.
- Sprich mit einem neuen Partner, einer neuen Partnerin bevor ihr Sex habt. Frag ihn/sie, ob er eine sexuell übertragbare Krankheit hat.
- Schau genau hin, ob dein Partner/deine Partnerin Veränderungen hat, die vielleicht mit einer sexuell übertragbaren Krankheit zu tun haben könnten.
- Sag nein zu sexuellen Handlungen, wenn du vermutest, dass der andere/die andere eine sexuell übertragbare Krankheit hat.
- Sag nein, wenn der/die andere es ablehnt, Kondome oder Femidome zu benutzen.
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HIV/Aids
Was ist HIV/Aids und wie wird es ausgelöst?
Aids bedeutet acquired immune deficiency syndrome, auf deutsch: erworbenes Immunschwäche-Syndrom. Der Erreger ist das humane immune deficiency virus (HIV), was soviel bedeutet wie menschliches Immunschwäche-Virus. Zwischen der Ansteckung mit dem HI-Virus und dem Ausbruch der Erkrankung Aids können Jahre bis Jahrzehnte liegen.
Wie häufig ist HIV/Aids?
Die Anzahl der weltweit mit HIV infizierten Menschen steigt stetig weiter an, ebenso wie die Todesfälle durch Aids. Insgesamt gab es 2006 ungefähr 40 Millionen HIV-positive Menschen (in Deutschland 56'000). Besonders stark davon betroffen sind junge Menschen bis 25 Jahre.
Was sind die Krankheitszeichen und wann treten sie auf?
Drei bis vier Wochen, nachdem du dich angesteckt hast, kann es zu Lymphknotenschwellungen und vielleicht auch einem Ausschlag kommen. Möglich sind auch Fieber, Müdigkeit und Kopfschmerzen, Durchfall und andere Beschwerden, die für Infektionskrankheiten typisch sind.
Wie wird eine HIV-Infektion behandelt?
Falls du HIV positiv getestet wurdest, geh bitte zu einem Behandlungszentrum für HIV oder zu einem Arzt, der sich auf HIV-Infektionen spezialisiert hat. Lass dich dort beraten und behandeln. Es gibt inzwischen mindestens 22 verschiedene Medikamente, die man einzeln oder in Kombination einnehmen kann. Der Therapiebeginn wird vom Arzt je nach Viruslast (Menge der Viren im Blut) festgelegt. Eine solche Therapie verläuft unter regelmässiger ärztlicher Kontrolle und kann schwere Nebenwirkungen haben. Die Infektion ist inzwischen besser behandelbar geworden, jedoch nicht heilbar. Unter der Medikation kann das Auftreten von Aids um viele Jahre oder Jahrzehnte oder möglicherweise sogar auf unbestimmte Zeit hinausgezögert werden. Darum ist es extrem wichtig, dass du eine Medikamentetherapie machst und das mit der Medikamenteneinnahme diszipliniert durchziehst.
Was können die Folgen einer HIV-Infektion sein?
Nach einem jahre- bis jahrzehntelangen Stadium ohne Krankheitszeichen kommt es zu einer Lymphknotenschwellung am ganzen Körper, zu Fieber, Schwäche, Müdigkeit, Gewichtsabnahme und einem Leistungsknick. Das Immunsystem des Körpers ist dann so sehr geschwächt, dass eine ganze Reihe Erkrankungen auftreten, die ein gesunder Körper abwehren könnte. Zum Beispiel Pilzerkrankungen, Entzündungen – oft schwere – aller Art und aller Organe, Krebserkrankungen. Wenn diese enorme Schwächung des Immunsystems eingetreten ist, spricht man von Aids. Du bist dann unter enger ärztlicher Kontrolle und musst jede Menge Medikamente einnehmen, die oft schwere Nebenwirkungen haben. Obwohl die Behandlung der Krankheit grosse Fortschritte macht, ist sie immer noch nicht heilbar.
Wie wird HIV übertragen?
Zu 80 Prozent wird das HI-Virus sexuell übertragen, zu 20 Prozent durch Drogenkonsum (Teilen des Spritzenbestecks) oder durch Übertragung von der Mutter aufs Kind.
Das HI-Virus kann über Sperma, Blut (z.B. offene Wunden) oder Schleimhäute (z.B. Scheide, Eichel/Vorhaut, After/Darm, Harnröhre) übertragen werden. Ansteckungsgefahr besteht bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr und ungeschütztem Analverkehr für beide Partner. Beim Oralverkehr (Stimulation mit dem Mund) kannst du dich nur anstecken, wenn du Sperma oder Menstruationsblut in den Mund bekommst. Wenn du dich selbst oral befriedigen lässt, kannst du dich nicht anstecken.
So wird HIV NICHT übertragen
Grundsätzlich lässt sich sagen: Das Virus ist sehr empfindlich und ausserhalb des menschlichen Körpers unter Alltagsbedingungen nicht lebensfähig. Die üblichen Hygienemassnahmen im Haushalt und im Krankenhaus reichen aus, um es unschädlich zu machen. Die Aids-Hilfe Schweiz gibt an, wo/wie HIV zum Beispiel überall NICHT übertragen wird:
- Küssen oder Zungenküsse
- Sexuelle Stimulation mit der Hand
- Händeschütteln, Umarmen, Streicheln und Kuscheln
- bei Coiffeur, Manicure, Pedicure
- Piercing und Tattooing, wenn die Fachpersonen sich an die Hygienevorschriften ihres Berufsstandes halten
- Husten und Niesen
- Über kleinen oder bereits verheilte Wunden
- Über Urin oder Kot
- in öffentlichen Toiletten, Saunas, Schwimmbädern
- gemeinsamer Gebrauch von Geschirr, Haushaltgegenständen oder Wäsche
- Berührung von Türklinken, Telefonhörern und anderen Möbeln und Wohnaccessoires
- Insektenstiche, Hundebisse oder Haustiere
Mehr Information zur Übertragung des Virus findest du bei der Aids-Hilfe Schweiz.
Kann ich nach einer HIV-Aussetzung noch eine Ansteckung verhindern?
Wenn du den dringenden Verdacht hast, dass du HIV ausgesetzt warst, solltest du dich innerhalb von 72 Stunden an eine PEP-Notfallnummer wenden. Dort kann eine vorbeugende Therapie mit Medikamenten (HIV-Postexpositions-Prophylaxe (PEP)) gemacht werden, um das Risiko der Infektion zu senken.
Wie funktioniert ein HIV-Test und wo mache ich ihn?
Tests, die in der Schweiz durchgeführt werden, sind HIV-Kombinationstests. Sie suchen Antikörper und p24-Antigene. Drei Monate nach einer Ansteckung kann ein HIV-Test eine Infektion sicher anzeigen. (In Ausnahmefällen kann er sie schon 2 bis 6 Wochen anzeigen; wenn Symptome bestehen, empfiehlt es sich, schon jetzt einen Test zu machen. Wenn der Test negativ ausfällt, muss er 3 Monate nach der möglichen Ansteckung noch einmal durchgeführt werden). Es gibt in der Schweiz zwei Testmöglichkeiten: Blutentnahme aus dem Finger (Schnelltest) oder Blutentnahme aus der Vene. Die Verlässlichkeit des Schnelltests ist sehr gut (99%). Du bekommst das Resultat am gleichen Tag. Wenn der Test positiv ist, muss eine venöse Blutentnahme erfolgen. Das Blut wird anschliessend im Labor getestet. Nur so ist eine Diagnose möglich. Wenn du einen HIV-Test machen möchtest, kannst du dich z.B. an eine anonyme HIV-Beratungs- und Teststelle, eine Aids-Hilfe in deiner Nähe oder eine Beratungsstelle der Familienplanung wenden. Der Test kann anonym durchgeführt werden; allerdings musst du dann die Kosten selbst übernehmen (20-80 Franken).
Wie kann ich mich beim Sex vor HIV schützen?
- Verwende beim Sex immer Kondome oder Femidome.
- Vermeide es, Menstruationsblut oder Sperma der anderen Person in den Mund zu bekommen. Bei oraler Stimulation der Geschlechts- und Analregion schützen Lecktücher.
- Sprich mit einem neuen Partner, einer neuen Partnerin bevor ihr Sex habt. Frag ihn/sie, ob sie/er HIV-positiv ist.
- Macht einen HIV-Test.
- Schau genau hin, ob dein Partner/deine Partnerin Veränderungen hat, die vielleicht mit einer sexuell übertragbaren Infektion zu tun haben könnten.
- Sag nein zu sexuellen Handlungen, wenn du vermutest, dass der/die Andere eine sexuell übertragbare Infektion hat.
- Sag nein, wenn der/die Andere es ablehnt, Kondome oder Femidome zu benutzen.
Sehr ausführliche Information über HIV/Aids, viele Tipps, Links und Adressen findest du auf der Website der Aids-Hilfe Schweiz.
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Zytomegalie
Was löst Zytomegalie aus?
Das Cytomegalievirus (CMV) verursacht diese Erkrankung. Das Virus gehört zur Gruppe der Herpesviren.
Wie häufig ist es?
In Mitteleuropa haben im Schulalter schon 20 bis 30 Prozent der Menschen das Virus. Unter den Erwachsenen sind es dann zwischen 40 und 80 Prozent.
Was sind die Krankheitszeichen?
Wenn du dich angesteckt hast, merkst du das meistens gar nicht, manchmal kannst du aber auch grippeähnliche Krankheitszeichen bekommen.
Wie lange dauert es, bis Krankheitszeichen auftreten?
Vermutlich zwei bis sechs Wochen, da viele Infektionen aber nicht bemerkt werden, lässt sich das nicht genau sagen.
Was können die Folgen sein?
Genauso wie andere Herpesviren behältst du das Cytomegalievirus, wenn du es einmal aufgenommen hat, lebenslang. Da das Virus im Körper bleibt, kann es gefährlich werden, wenn dein Immunsystem gestört ist (z.B. bei Aids oder unter Chemotherapien).
Ich habe Krankheitszeichen – was kann ich tun?
Geh zum Arzt/zur Ärztin. Wenn ausnahmsweise sehr schwere Krankheitserscheinungen auftreten, wird er/sie dir Medikamente (Virostatika) geben.
Wie wird das Zytomegalievirus übertragen?
Die Erreger können in Speichel, Blut, Ejakulat, Zervikalsekret (Schleim des Muttermundes), Urin, Blut und Muttermilch nachgewiesen werden. Auch wenn Organe von einem Menschen mit Cytomegalievirus transplantiert werden, kann sich der Organempfänger anstecken. Das heisst, du kannst dich auf alle möglichen Arten anstecken, und zwar immer dann, wenn es zur Übertragung von Zellen und Sekreten kommt. Also zum Beispiel auch beim Küssen und beim Geschlechtsverkehr.
Wie kann ich mich schützen?
- Sprich mit einem neuen Partner, einer neuen Partnerin bevor ihr Sex habt. Frag ihn/sie, ob er eine sexuell übertragbare Krankheit hat.
- Verwendet Kondome bzw. Femidome (Frauenkondome).
- Latexhandschuhe und Lecktücher bieten einen möglichen Schutz bei Stimulation des Geschlechts mit den Händen und dem Mund.
- Schau genau hin, ob dein Partner/deine Partnerin Veränderungen hat, die vielleicht mit einer sexuell übertragbaren Krankheit zu tun haben könnten.
- Sag nein zu sexuellen Handlungen, wenn du vermutest, dass der andere/die andere eine sexuell übertragbare Krankheit hat.
- Sag nein, wenn der/die andere es ablehnt, Kondome oder Femidome zu benutzen.
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Gardnerella vaginalis (bakterielle Vaginose, Aminkolpitis)
Was löst bakterielle Vaginose aus?
Bakterielle Vaginose wird durch den Keim Gardnerella vaginalis und einige andere Bakterien in der Scheide ausgelöst. Die Krankheit selbst wird nicht sexuell übertragen, darum ist sie im engeren Sinne keine sexuell übertragbare Krankheit. Sie ist aber abhängig von der Anzahl der Sexualpartner und der sexuellen Aktivität (deshalb steht sie trotzdem hier). Denn der Keim Gardnerella vaginalis wird durch Geschlechtsverkehr übertragen. Er allein löst aber die Erkrankung nicht aus, solange sich die natürlichen Scheidenbakterien im Gleichgewicht befinden. Man findet den Keim Gardnerella vaginalis auch in der Scheide gesunder sexuell aktiver Frauen. Zu einer Erkrankung kommt es dann, wenn die natürliche Besiedlung der Scheide mit Lactobazillen aus dem Gleichgewicht kommt, so dass sich dort andere Keime breit machen, die eigentlich nicht dorthin gehören. Mehr dazu erfährst du in diesem Text.
Wie häufig ist Gardnerella vaginalis?
Ungefähr zehn Prozent aller sexuell aktiven Frauen haben diese Erkrankung.
Was sind die Krankheitszeichen?
Die Frauen haben eine Entzündung der Scheide mit fischig riechendem Ausfluss. Ein Teil der Frauen ist aber auch beschwerdefrei.
Wie lange dauert es, bis Krankheitszeichen auftreten?
Falls Krankheitszeichen auftreten, tun sie dies nach etwa einer Woche.
Was können die Folgen sein?
Unbehandelt kann die Infektion in den oberen Genitaltrakt aufsteigen und spätere Unfruchtbarkeit auslösen.
Ich habe Krankheitszeichen – was kann ich tun?
Geh zum Arzt/zur Ärztin. Nach Diagnosestellung gibt der Arzt/die Ärztin dir ein Medikament. Der Partner/die Partnerin muss nicht mit behandelt werden.
Wie wird die bakterielle Vaginose übertragen?
Der Keim Gardnerella vaginalis wird durch Geschlechtsverkehr übertragen. Er allein löst aber die Erkrankung nicht aus, solange sich die natürlichen Scheidenbakterien im Gleichgewicht befinden.
Wie kann ich mich schützen?
Möglichkeiten der Vorbeugung einer bakteriellen Vaginose liest du in diesem Text.
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Genitale Mykoplasmeninfektionen
Was löst genitale Mykoplasmeninfektionen aus?
Die Erreger heissen Ureaplasma urealyticum und/oder Mycoplasma hominis. Es handelt sich im engeren Sinne nicht um eine sexuell übertragbare Krankheit, da die Erreger bei den meisten sexuell aktiven Erwachsenen in geringer Zahl zu finden sind und keine Krankheit hervorrufen. Wenn die Keime sich aus irgendeinem Grund stark zu vermehren beginnen, können sie zu Erkrankungen führen.
Was sind die Krankheitszeichen?
Beim Mann kommt es dann typischerweise zu einer Entzündung der Harnröhre und der Prostata mit Beschwerden wie Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen. Bei der Frau kann es zu einer Entzündung der Eileiter und einer Entzündung im Unterbauch kommen. Mann und Frau können auch eine Nierenbeckenentzündung bekommen.
Wie lange dauert es, bis Krankheitszeichen auftreten?
10 bis 14 Tage.
Was können die Folgen sein?
Unfruchtbarkeit bei Männern und bei Frauen.
Ich habe Krankheitszeichen – was kann ich tun?
Geh zum Arzt/zur Ärztin. Nachdem er/sie die Diagnose gestellt hat, gibt er/sie dir ein Antibiotikum. Eventuell muss auch deine Partnerin/dein Partner mit behandelt werden.
Wie werden genitale Mykoplasmeninfektionen übertragen?
Die Übertragung der Keime erfolgt ausschliesslich genital, dass heisst beim Geschlechtsverkehr oder wenn das Geschlecht deines Partners dein Geschlecht berührt.
Wie kann ich mich schützen?
- Sprich mit einem neuen Partner, einer neuen Partnerin bevor ihr Sex habt. Frag ihn/sie, ob er eine sexuell übertragbare Infektion hat.
- Verwendet Kondome bzw. Femidome (Frauenkondome).
- Schau genau hin, ob dein Partner/deine Partnerin Veränderungen hat, die vielleicht mit einer sexuell übertragbaren Infektion zu tun haben könnten.
- Sag nein zu sexuellen Handlungen, wenn du vermutest, dass der andere/die andere eine sexuell übertragbare Krankheit hat.
- Sag nein, wenn der/die Andere es ablehnt, Kondome oder Femidome zu benutzen.
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Candidasis
Was löst Candidasis aus?
Diese Pilzerkrankung (Mykose) wird meist (zu 90-95%) von dem Hefepilz Candida albicans (andere sind auch möglich) hervorgerufen. Candida wird meist nicht sexuell übertragen. Da dies aber doch auch auch möglich ist, fügen wir den Text hier an. Der Hefepilz kommt auch bei gesunden Menschen vor, aber in geringer Anzahl. Durch Veränderungen der Zusammensetzung der normalen Keimbesiedlung der Scheide kann er plötzlich anfangen, sich zu vermehren, und Krankheitszeichen hervorrufen. Mehr darüber, was die Candida-Infektion auslöst, erfährst du in diesem Text.
Wie häufig ist Candidasis?
Drei Viertel aller Frauen haben diese Erkrankung mindestens einmal in ihrem Leben, viele Frauen aber auch häufiger. Bei Männern ist die Erkrankung viel seltener. Es wurden Paare untersucht, bei denen die Frau eine Candida-albicans-Infektion hatte. Dabei hat man festgestellt, dass nur 8 Prozent der männlichen Partner diese Erkrankung ebenfalls hatten.
Was sind die Krankheitszeichen?
Die Frau hat oft einen weisslich-käsigen Ausfluss. Möglich ist auch eine Rötung der Venuslippen und der Scheide mit weisslichen Auflagerungen, die man abwischen kann.
Beim Mann wird die Eichel allein oder mit Vorhaut befallen. Es finden sich weissliche Auflagerungen auf der Eichel/Vorhaut, die man abstreifen kann. Darunter ist es gerötet. Wenn man die Beläge abwischt, kann es darunter leicht bluten.
Bei Mann und Frau juckt und brennt es in dem Bereich, der befallen ist. Manchmal schmerzt es auch.
Wie lange dauert es, bis Krankheitszeichen auftreten?
Wenn die Erkrankung sexuell übertragen wurde, vergehen von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung zwei bis fünf Tage.
Was können die Folgen sein?
Es gibt keine Spätfolgen.
Ich habe Krankheitszeichen – was kann ich tun?
Geh zum Arzt/zur Ärztin. Wenn der Arzt die Diagnose gestellt hat, bekommst du zur Behandlung eine Creme und/oder Scheidentabletten. Dein Partner/deine Partnerin sollte auch untersucht und gegebenenfalls mit behandelt werden.
Wie wird Candidasis übertragen?
Es ist möglich, dass der Pilz durch Geschlechtsverkehr übertragen wird. Bei Männern, die diese Erkrankung haben, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich durch Geschlechtsverkehr angesteckt haben, viel grösser, als bei Frauen.
Wie kann ich mich schützen?
Möglichkeiten der Vorbeugung von Candida-Infektionen liest du in diesem Text.
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Filzläuse
Was sind Filzläuse?
Die Filzlaus (Phthirus pubis) hält sich meist in den Haaren am Geschlecht auf (bei sehr dichter Körperbehaarung auch an anderen Stellen).
Was sind die Krankheitszeichen?
Die Tiere kleben ihre Eier an die Haare am Geschlecht. Nach einer Woche schlüpfen daraus die Larven. Du hast dann starken Juckreiz im Bereich der Haare am Geschlecht. Wenn du genau hinschaust, kannst du die Läuse und die Eier sehen.
Wann treten die Krankheitszeichen auf?
Nach einer Woche.
Was können die Folgen sein?
Es gibt keine Spätfolgen.
Ich habe Krankheitszeichen – was kann ich tun?
Geh zum Arzt/zur Ärztin. Nach dem er/sie die Diagnose gestellt hat, gibt er/sie dir eine Lösung, mit der du die befallenen Stellen behandeln musst. Dein Partner/deine Partnerin muss mit behandelt werden.
Wie werden Filzläuse übertragen?
Du kannst dir dieses blutsaugende Insekt holen, indem du direkten Körperkontakt mit einer befallenen Körperregion einer anderen Person hast.
Wie kann ich mich schützen?
- Sprich mit einem neuen Partner, einer neuen Partnerin bevor ihr Sex habt. Frag ihn/sie, ob er eine sexuell übertragbare Infektion hat.
- Lecktücher und Latexhandschuhe bieten allenfalls begrenzt Schutz, sofern sie vermeiden, dass die befallene Region berührt wird.
- Schau genau hin, ob dein Partner/deine Partnerin Veränderungen hat, die vielleicht mit einer sexuell übertragbaren Infektion zu tun haben könnten.
- Sag nein zu sexuellen Handlungen, wenn du vermutest, dass der andere/die andere eine sexuell übertragbare Infektion hat.
- Sag nein, wenn der/die andere es ablehnt, Regeln des Schutzes vor Übertragung von Infektionen einzuhalten.
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