Ich bin momentan sehr verzweifelt. Ich merke, dass ich mich für meinen Körper schäme. Dies hat auch damit zu tun, dass ich früher als dick bezeichnet wurde und als Teenie gemobbt wurde. Meine Eltern sagten mir auch immer, ich müsste auf die Linie achten. Mein Vater reagierte teilweise wütend, wenn ich mir Pasta kochte und meinte immer Pasta sei nicht gesund. Er kam oft in die Küche und kontrollierte was ich esse.
Meine Mutter hatte früher ebenfalls eine Essstörung. Sie war magersüchtig. Sie sprach immer von sich als ich noch ein Kind war, dass sie so einen dicken Bauch bekommen habe oder so dicke Beine, obwohl es nicht stimmte. Mein Vater bestritt dies dann auch. Sie machten auch spötische Kommentare, wie beipielsweise das ich super sportlich bin obwohl ich es nicht war. Ich wusste dann nie wie ich mich verhalten sollte. Mein Grossvater meinte einmal zu mir, als ich sagte ich esse nichts, dass ich ja genug habe. Meine Tante meinte, ich habe ein ähnlichen Körper wie die und die und sie fände es gut das ich mich damit abgefunden habe. Als ich wegen Knieschmerzen zu Ärzten ging, wurde mir einmal gesagt, ich habe Schmerzen da ich zu schwer bin. Ich war mir sicher, dass dies nur ein Teil ist, da diese nach dem Mobbing aufgetreten sind. Der einte Arzt meinte das eher vorwurfsvoll. Der zweite Arzt meinte, ich solle einfach mehr Gemüse essen und weniger Schokoladenpralinen etc. Ich fühlte mich so machtlos, hilflos und schuldig. Die Scham ist riesig. Meine Mutter meint auch immer, wenn sie mir Essen gibt, mit viel Gemüse oder? Sie fragt mich selten wie viel ich essen mag. Ich habe extrem zugenommen als ich 10 Jahre alt war. Ich habe ab da Süssigkeiten gekauft und heimlich gegessen. Ich denke ich habe damals eine Art Überlebensstrategie gesehen im Essen. Meine Mutter besprach dies mit dem Kinderarzt. Ich hatte bereits mit 12 einen Termin beim Kinderarzt über Ernährung. Sie gab mir auch damals ein Buch über Ernährung. Ich habe mich bereits damals extrem geschämt und mich und meinen Körper als nicht schön wahrgenommen. Ich habe dann mit dem Mobbing versucht abzunehmen. Ich machte mehr Sport aber es gab einen Jo-Jo-Effekt. Ich hatte immer wieder und auch noch heute Fressanfälle. Ich fühle mich total verloren, da mir irgendwie niemand helfen kann. Es ist nicht so, dass mir die Nebenwirkungen nicht klar sind oder so aber es ist einfach unglaublich schwer. Vor allem die Erinnerungen fallen mir schwer. Ich fühle mich minderwertig, voller Scham und habe das Gefühl es sei alles meine Schuld, da mir niemand langfristig helfen kann. Ich mag mein Körper auch nicht. Meine Eltern sehen auch völlig normale Menschen als dick an, weshalb ich teilweise keine Einschätzungen mehr machen kann, was gesund ist und was nicht. Meine Eltern machen auch beide viel Sport. Ich bewege mich sehr gerne in Form von Laufen aber irgendwie hemmt mich etwas Sport zu machen, vielleicht der Leistungsgedanke. Hättest du eine Idee was ich machen könnte? Ich frage mich auch, da ich die Erinnerungen an diese Erlebnisse als sehr schwer empfinde und das Gefühl habe es seien so viele, dass ich mich nie davon befreien kann. Stimmt das auch wirklich?
Unsere Antwort
Kann es sein, dass du uns bereits die Fragen 39674 und 39682 gestellt hast? Die Fragen ähneln deiner sehr.
Nein, es stimmt nicht, dass du dich nie von diesen Erinnerungen befreien können wirst. Du wirst das Erlebte immer erlebt haben. Aber du kannst den negativen Einfluss hinter dir lassen.
Es ist sinnvoll, dir Unterstützung zu holen, um das Erlebte zu überwinden. Wende dich für weitere Unterstützung am besten an die AES (Arbeitsgemeinschaft Essstörungen). Auf deren Website erhältst du vertrauliche Unterstützung und musst dafür erstmal nicht bezahlen. Es ist möglich, da rauszukommen und ein anderes Essverhalten und Verhältnis zu Sport aufzubauen.
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