Frage Nr. 41789 von 17.10.2026
Hey gestern bin ich (w18) nach der Schule noch bei einer Klassenkameradin gewesen und abends mit dem Bus nach Hause gefahren. Der Bus war fast leer und dabei hat sich gegenüber von mir ein Mann hingesetzt der sein Glied entblößt hat und angefangen hat daran rumzuspielen während er mich angeschaut hat. Ich habe dann Panik bekommen, bin direkt aufgestanden und an der nächsten Haltestelle ausgestiegen, obwohl ich noch nicht Zuhause war. Ich habe Zuhause geweint, fühle mich immer noch schlecht und weiß jetzt nicht was ich machen soll. Bringt es was sowas zu melden oder anzuzeigen? Oder passiert da sowieso nichts denn ich habe ja auch keine Zeugen. Ich habe bisher noch nicht mal mit meinen Eltern darüber geredet weil mir das wirklich unangenehm ist und ich sehr schüchtern bin.
Unsere Antwort
Toll, dass du dich an uns wendest. Ich kann verstehen, dass du bisher noch mit niemandem geredet hast. Es ist okay, wenn du dafür Zeit brauchst. Wenn es sich richtig anfühlt, wirst du es tun.
Du hast gut gehandelt. Du hast dich aus der Situation befreit. Deine emotionale Reaktion ist normal. Und du hast dir direkt Hilfe geholt bei Fachpersonen, die sich damit auskennen.
Das, was du erlebt hast, nennt man Exhibitionismus oder sexuelle Belästigung. Das ist eine Straftat. Der Mann, der das getan hat, trägt die Verantwortung für sein Handeln. Er hat deine Grenzen massiv überschritten.
Du hingegen hast nichts falsch gemacht. Du bist einfach nur Bus gefahren und konntest nicht damit rechnen, dass so etwas passiert.
In den nächsten Tagen ist es wichtig, dass du gut auf dich achtgibst. Du musst jetzt gar nichts. Du darfst auch erstmal nicht mehr daran denken wollen. Jemand hat deine Grenzen überschritten. In den nächsten Tagen, achtest du deine Grenzen – auch was die Verarbeitung angeht.
Du fragst, ob es etwas bringt sowas zu melden oder anzuzeigen. Darauf gibt es keine ganz eindeutige Antwort. Sicher ist, dass niemand etwas unternehmen wird, wenn nur du es gesehen hast und du nichts sagst. Daraus entsteht aber keine Verpflichtung, dass du etwas tun musst. Überleg dir, ob du das möchtest.
Was bedeutet für dich ganz persönlich "etwas bringen"? Heißt es, dass die Person gefunden und bestraft wird? Heißt es, dass andere vor solchen Übergriffen geschützt werden? Heißt es, dass die Chance besteht, dass die Person gefunden und bestraft wird? Heißt es, dass du das getan hast, was du tun konntest?
Für die letzten beiden Dinge kannst du etwas tun durch deine Meldung. Es bedeutet für dich aber auch, dass du dich länger mit dem Erlebten auseinandersetzen musst, als wenn du es direkt beiseite legst.
Du könntest dir für jetzt einmal die Fakten notieren: Um welche Uhrzeit ist das passiert und an welcher Haltestelle. Wie sah der Mann aus? Könntest du Merkmale nennen, an denen man ihn wieder erkennen kann?
Sobald du das festgehalten hast, kannst du in Ruhe nachdenken, ob du weitere Schritte machen möchtest oder nicht.
Du entscheidest, was du tun willst und in welcher Reihenfolge. Lass dich da von niemandem drängen.
Du könntest den Fall bei der Polizei anzeigen.
Du könntest dem Verkehrsanbieter den Fall melden.
Du könntest dich erstmal ablenken und auf Schönes fokussieren.
Du könntest deinen Eltern davon erzählen.
Du könntest Freundinnen oder anderen Vertrauenspersonen davon erzählen.
Du kannst uns jederzeit wieder schreiben. Und du kannst dich an eine Chatberatung der Opferhilfe wenden.
Solche Erlebnisse werden in aller Regel gut verarbeitet, wenn du ein unterstützendes Umfeld hast.
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Frage Nr. 41788 von 16.10.2026
Liebes Lilli-Team,
ich (w, 30) frage mich, ob sexueller Missbrauch immer schlimm für das Kind sein muss. Kann es sein, dass der Missbrauch für das Kind einfach normal war und es keine Angst oder andere unangenehme Gefühle dabei hatte? Erst wenn es dann erwachsen ist und gemerkt hat, dass andere Menschen so etwas als Missbrauch bezeichnen und ganz schrecklich finden, entstehen schlimme Gefühle zum Missbrauch.
Könnte man sagen, dem Kind geht es nicht wegen dem Missbrauch schlecht, sondern weil die Gesellschaft Missbrauch als schreckliches Verbrechen verurteilt?
Ich möchte damit keine Gewalt legitimieren oder Täter in Schutz nehmen, es ist nur etwas das ich nicht verstehe.
Unsere Antwort
In (fast) allen Gesellschaften gehören die «sexuellen Handlungen mit einem Kind» zu den schweren Straftaten. Ein Grund dafür ist, dass Kinder durch die sexuellen Übergriffe von Erwachsenen oft sehr schwere Entwicklungsschäden erleiden. Die Strafbarkeit ist aber auch eine gesellschaftliche Übereinkunft. Kinder sollen vor unangemessenen Eingriffen, die nicht ihrem Alter entsprechen, geschützt werden. Ihnen soll eine störungsfreie sexuelle, emotionale und kognitive Entwicklung ermöglicht werden. Die Strafbarkeit richtet sich nicht gegen die Kinder, sondern gegen den tätlichen Erwachsenen.
Dass die Verantwortung bei der tätlichen erwachsenen Person liegt, muss immer wieder deutlich gemacht und eindeutig benannt werden. Die tätlichen Erwachsenen versuchen nämlich gerade mit ihrem Grooming-Verhalten, die Verantwortung an die Kinder zu delegieren oder ihre Straftaten als nicht schlim zu minimalisieren. So ist es logisch, dass Kinder unter schlimmen Schuldgefühlen leiden und sich selbst niedermachen. Die schlimmen Gefühle erlebt das betroffene Kind als Erwachsene ja vor allem, weil die Täterschaft gezielt und schrittweise das Vertrauen von Kindern und oft auch deren Umfeld erschleicht.
Wenn die betroffene Person als Erwachsene erkennt, dass ihr Vertrauen missbraucht wurde, kann das sehr belastend sein. Umso wichtiger ist es, über Grooming-Strategie aufzuklären und die Verantwortlichkeit eindeutig beim tätlichen Erwachsenen zu lassen. Wenn die Gesellschaft die Sexualstraftaten an Kindern nicht mehr verurteilt, wäre das Groomingziel der Täterschaft erreicht.
Zum Glück gibt es eine grosse Gruppe Kinder, die die Gewalttaten verarbeiten und ohne schweren Schaden erwachsen werden können. Dies kann aber kein Grund sein, sexuelle Handlungen wischen Kindern und Erwachsenen zu tolerieren.
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Frage Nr. 41774 von 13.10.2026
Ich hätte eine Frage zum Thema Vertrauen aufbauen. Ich habe oft Mobbing und übergriffige Menschen erlebt. Dies hat mein Menschenbild beeinflusst. Ich frage mich, wue ich dieses verändern kann auch wenn es immer wieder übergriffige Menschen geben wird? Was kann ich bei übergriffigen Menschen tun, wenn ich erst später merke, dass sie sich übergriffig verhalten haben?
Unsere Antwort
Dass du übergriffiges Verhalten manchmal erst im Nachhinein erkennst, geht vielen Menschen so. In der Situation selbst ist man oft überrascht oder verunsichert und merkt erst später, dass eine Grenze überschritten wurde. Das ist nicht deine Schuld, denn verantwortlich für eine Grenzüberschreitung ist immer die Person, die sich so verhält. Auch nachträglich kannst du noch reagieren. Du kannst die Person zum Beispiel ansprechen und ihr sagen, dass ihr Verhalten für dich nicht in Ordnung war. Du darfst aber auch Abstand nehmen und den Kontakt auf das Nötigste beschränken oder ganz beenden. Oft hilft es, mit einer vertrauten Person über das Erlebte zu reden, um es besser einordnen zu können. Damit du künftig früher merkst, wenn dir etwas nicht guttut, kannst du üben deinen Körper gut zu spüren. Er meldet sich häufig schneller als der Kopf, etwa durch Anspannung, ein flaues Gefühl im Bauch oder den Wunsch, auszuweichen. Wenn du dir regelmässig Zeit nimmst, deinen Körper bewusst wahrzunehmen, zum Beispiel mit geschlossenen Augen, beim Bewegen oder Spazierengehen, lernst du diese Signale immer besser kennen und kannst ihnen vertrauen. Vielleicht interessiert dich dazu auch unser Text «Wie beeinflusse ich meine Stimmung über den Körper?».
Dein Menschenbild kannst du verändern, indem du neue und gute Erfahrungen sammelst. Eigentlich machen wir ständig auch gute Erfahrungen mit anderen Menschen, nehmen sie aber häufig gar nicht bewusst wahr. Es kann helfen, deine Aufmerksamkeit gezielt auf solche Momente zu richten. Frag dich, welche Menschen dir guttun und welche nicht. Mit denen, die dir nicht guttun, darfst du den Kontakt verringern. Den anderen kannst du mehr Raum in deinem Leben geben. Vertrauen muss dabei nicht von Anfang an da sein, es darf langsam wachsen. Du kannst Menschen erst in kleinen Dingen vertrauen und beobachten, wie sie damit umgehen, ob sie ein Nein respektieren, dir zuhören und sich an Absprachen halten. Hilfreich ist dabei, genau hinzuschauen, ohne gleich zu bewerten. Wenn wir bewerten, vergleichen wir oft mit früheren Erfahrungen, statt zu sehen, was gerade wirklich passiert. Wenn du merkst, dass alte Bilder auftauchen, kannst du dir sagen, dass du erst einmal nur beobachtest. Such dir ausserdem Menschen, die du magst und die respektvoll mit anderen umgehen, und pflege Freundschaften, in denen du dich sicher fühlst.
Wenn du merkst, dass dich deine Erfahrungen stark belasten und es dir allein nicht gelingt, wieder Vertrauen zu fassen, kann eine Psychotherapie sehr unterstützend sein. In unserer Linkliste findest du Adressen von Psychotherapeut*innen. Falls du übergriffiges Verhalten erlebt hast, das dich körperlich, psychisch oder sexuell verletzt hat, kannst du dich auch kostenlos und vertraulich an die Opferhilfe in deinem Kanton wenden. Und natürlich kannst du uns jederzeit wieder schreiben. Gib dabei bitte die Nummer dieser Antwort an.
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Frage Nr. 41769 von 12.10.2026
Ich hatte sex mit einem Mann. Wir haben seit Monaten zusammen geschrieben. Er hat mir auch gesagt er würde mir nicht weh tun oder etwas gegen meinen Willen machen. Als ich bei ihm war hat er mich geküsst alles war in Ordnung. Danach ist er sehr grob geworden. Er hat mich mit der Hand penetriert so dass ich blute. Auch vaginal und anal und am schluss mich auf die Toilette gesetzt und angepinkelt. Es tat einfach nur alles weh und ich weiss nicht warum ich mitgemacht habe und nicht gesagt habe ich möchte es nicht. Ich bin nur sehr verwirrt und muss ständig weinen. Weil ich nicht einfach gegangen bin.
Unsere Antwort
Es ist sehr verständlich, dass du dir dich selbst nicht verstehst. Du bist sicher daran gewöhnt, dass du deine Handlungen kontrollieren kannst. In der Situation mit dem Mann war das nicht möglich. Er hat über Monate Versprechungen gemacht und damit Sicherheit in dir aufgebaut. Als du dann bei ihm bist, gilt keine seiner Versprechungen. Du beschreibst eine Vergewaltigung und keinen einvernehmlichen Sex. Er hat dich körperlich und emotional überwältigt. Deine Reaktionen darauf, Erstarrung und Handlungsunfähigkeit, sind normale und erklärbare Reaktionen. Du bist am Körper und in deinen Gefühlen schwer verletzt und leidest jetzt an den Folgen der Traumatisierung. Du bist also nicht ‚verrückt‘ oder besonders empfindlich. Unser Infotext «Verarbeitung von Trauma und Gewalt:» erklärt dir das genauer. Wenn du ganz logisch überlegst, wirst du dich verstehen. Ein Mann kriminell verhalten. Er hat die Gewalttaten geplant und durch gezielte Vorbereitungshandlungen Vertrauen aufgebaut. Du hast nichts falsch gemacht!
Wir möchten dich sehr ermutigen, dich an eine Spezialisierte Opferhilfestelle in deiner Nähe zu wenden. Es gibt sie im ganzen deutschsprachigen Raum. Eine Opferhilfestelle kann dir Fachpersonen vermitteln. Sie machen auch psychologische Krisenbegleitung und informieren dich über deine rechtliche Möglichkeiten und deine Ansprüche nach dem Opferhilfegesetz. Unbedingt solltest du so schnell wie möglich medizinisch behandelt werden. Ärzte sollten deine Verletzungen gut dokumentieren, möglichst auch mit Fotos. In der Schweiz und Österreich gibt es Spitäler, in denen speziell ausgebildete forensic nurses arbeiten. Sie untersuchen Opfer von häuslicher, körperlicher oder sexualisierter Gewalt, dokumentieren Verletzungen rechtssicher und sichert Spuren (wie DNA), ohne dass direkt eine Strafanzeige erstattet werden muss. Nimm die angebotenen Hilfen unbedingt an. Du wirst merken, dass die Unterstützung von Fachpersonen und Freund*innen hilft, deine Selbstsicherheit und deine Handlungsfähigkeit wieder herzustellen.
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Frage Nr. 41755 von 09.10.2026
Hallo M (26)
Ich mache mir zunehmend Sorgen um den Umgang mit dem Thema Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt. In Social Media insbesondere in Tiktok aber auch Youtube oder Instagram gibt es zunehmend Influencer die Gewalt gegen Frauen verharmlosen oder teilweise gar rechtfertigen. Mich sorgt dieser Trend sehr, da auch diese männlichen und sogar teilweise weiblichen Content-Creator teilweise auch hunderttausende Abonnenten und viele Likes auf ihre Videos bekommen z.B Andrew Tate in den USA aber auch Influencer aus Deutschland die ultrakonservativ, reaktionär und klar rückwärtsgewandte Inhalte in ihren Videos kommunizieren. Also das dieser Grundkonsens Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt zutiefst verurteilt wird, dadurch bei immer Menschen verloren geht. Ich mache mir darum große Sorgen und frage wie sollte man/ich dazu eingestellt sein um besser damit umgehen zu können?
Unsere Antwort
Deine Sorge ist berechtigt. Auch im deutschsprachigen Raum steigt die Gewalt gegen Frauen stetig an. Im Hellfeld, also bei den polizeilich registrierten Straftaten zeigt die Statistik einen jährlichen Anstieg zwischen 2% und 4%. Wahrscheinlich nehmen Gewalttaten im Dunkelfeld ebenfalls zu. Die Erfahrung zeigt, dass viele Fälle niemals bei der Polizei angezeigt werden. Die Beeinflussung über die Sozialen Medien wirkt also.
Du fragst, was du tun kannst. Ein Teil deines Handelns kann sein, dass du deine eigene Haltung und Meinung vor den Influencer-Einflüssen schützt. Beobachte, wie deine Haltung auf den Druck der ‚Indoktrination‘ reagiert. Lass dich nicht verbittern, auch wenn du dich ohnmächtig und hilflos fühlst. Am besten übst du den Umgang mit Gefühlen wie Ohnmacht und Hilflosigkeit. Wenn du deine Gefühle regulieren und kontrollieren kannst, wirst du dich selbstsicher fühlen. Mit Selbstsicherheit kannst du deine Einflussmöglichkeiten realistisch einschätzen. Du wirst dann akzeptieren können, dass dein Einfluss eher klein und auf dein nahes soziales Umfeld beschränkt ist. Wenn das für dich erträglich ist, kannst du Haltung zeigen und dich einmischen, wenn in deiner Umgebung Gewalt verharmlost und gerechtfertigt wird. Wenn alle besorgten Menschen den Mut haben, in ihrem Umfeld eine Anti-Gewalt-Haltung zu zeigen, hat das wahrscheinlich Wirkung.
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Frage Nr. 41690 von 21.09.2026
Hallo, gerne würde ich über Belästigung erzählen, damit mir
dann wie ich wünsche besser = leichter geht!
Habt Ihr einen Chat ? Gerne würde ich auch anonym anrufen
und Feedback erhalten.
Unsere Antwort
Wir haben leider keinen Chat. Wir können Deine Fragen nur zeitversetzt und öffentlich beantworten. Darum legen wir viel Wert auf Anonymität. Du kannst uns gern deine Geschichte ausführlich erzählen. Wir werden sie anonymisiert mit unserer Antwort veröffentlichen. Du kannst wählen, wie lange deine Frage/unsere Antwort öffentlich bleiben soll. Die Mindestzeit ist 1 Woche. Wir bieten auch keinen Telefondienst an, weil wir nur diese Website mit ihrem begrenzten Beratungsprogramm finanzieren können. Wir finanzieren diese Arbeit durch jährliches Fundraising. Unter "Über uns" / Dokumente und Material auf dieser Website findest du unsere Jahresberichte, die dir genaue Auskunft über unser Projekt geben.
Wenn du persönliche Beratung wünschst, käme wahrscheinlich eine spezialisierte Opferberatungstelle in Frage. Dort kannst du über deine Erfahrungen ausführlich berichten und bekommst ein direktes Feedback.
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Frage Nr. 41596 von 26.08.2026
Vielen Dank für euere Antwort zu Frage Nr. 41565.
— Ich denke, dass auch emotionale Nähe schwierig ist: Ich habe eine gute Freundin, ansonsten wenig Menschen. Ich habe grosse Angst, anderen zu viel zuzumuten, wenn ich von mir erzähle. Einfach, weil ich eine schwere Vorgeschichte habe und viel Themen da sind, die auch andere belasten können.
— Körperliche Nähe: Ich habe alle eure aufgeführten Beispiele gemeint und nichts davon bisher mit jemandem erlebt. Auch in platonischen Beziehungen fällt mir Berührung schwer: Ich habe schnell Angst, übergriffig zu sein, bzw dass es der anderen Person unangenehm ist. Selbst finde ich es manchmal schön, aber oft löst es auch Angst aus. Sexualität mit einer anderen Person löst auch Sorge vor Flashbacks aus. Ich habe verschiedene Körpertherapien gemacht/ mache ich immer noch und Nähe/ Berührung/ auf dem Rücken liegen können triggern (Intrusionen, Flashbacks, Dissoziation, Erschrecken).
— Tatsächlich bin ich beim Punkt Selbstbefriedigung weitergekommen im letzten Jahr: Vorher war es sehr schlimm mit Gewaltphantasien, Ekel, Scham, Flashbacks etc. Jetzt kann ich es auch geniessen, liebevoll und lustvoll sein.
— Ich habe nicht mehr ganz so ein schlimmes Verhältnis zum Körper wie früher. Ich bin öfter auch neutral dazu. Schwoerigkeiten/ Frustrationen entstehen durch Schmerzen (ich habe eine Hypermobilitätsspektrumsstörung und damit verbunden idR immer mehrere Gelenke mit Problemen) Ich gehe oft über meine Grenzen mit Sport. Körperpflege/ Hygiene sind glücklicherweise nicht mehr so schwierig.
Ich war mittlerweile bei einer Therapeutin zum Vorgespräch. Die Realität ist einfach, dass die Plätze sehr begrenzt sind und ich deshalb wenig Auswahl habe. Ich habe Sorge, wieder sehr viel Energie in das Kennenlernen zu geben, meine lange Geschichte mitzuteilen, mich zu erklären, um dann nach 1-1.5 Jahren zu merken, dass es nicht hilfreich war. Auch das Thema, dass so viele (Trauma-)Therapeut:innen sich gar nicht an die Sexualität trauen. Auch oft nichtmal an die Kernthemen, weil sie glauben, erst noch länger stabilisieren zu müssen. Ich verstehe das einerseits, andererseits geht mein Leben Jahr für Jahr vorbei und ich möchte nicht bis zum Ende nur stabilisieren, nur weil ich „komplex“ bin. Da hörte es bisher immer auf: Fokus auf Stabilität. Ich wünsche mir aber auch Lust und Freude am Leben. Nur weiss ich nicht, wie ich dazu komme, insbesondere wenn Fachpersonen mir bisher nicht damit helfen konnten (am ehesten noch Körpertherapien wie Shiatsu und neu etwas im Bereich von Somatic Experiencing, die ich ausprobiert habe)
Unsere Antwort
Vielen Dank für deine Rückmeldung. Das hilft mir, ein etwas klareres Bild zu bekommen.
Was ich lese, zeigt mir, dass du auf deinem Weg schon weit gekommen bist. Es ist eine bewundernswerte Entwicklung, dass du Selbstbefriedigung mittlerweile liebevoll und lustvoll geniessen kannst. Du hast da bereits viel geschafft. Das hat sicher viel von dir abverlangt und du bist dran geblieben. Bleib da weiterhin dran. So kannst du dir eine stabile Basis bauen für Begegnungen mit anderen Menschen. Falls du dir an der ein oder anderen Stelle spezifische Unterstützung wünschst, melde dich gern.
Du hast eine gute Freundin. Es ist ein gutes Zeichen, dass du eine stabile und tiefe Freundschaft hast. Auch hier kann für dich ein Experimentierfeld entstehen, wo du dich ein bisschen trauen kannst und hinterher fragen, wie es war. Schau mal, ob du da Lust drauf hast.
Ich lese auch, dass du deine Trigger und Ängste beschreiben kannst. Die Frage schließt sich an: Was dann? Es wäre wohl hilfreich, wenn du an genau diesen Stellen mehr Handlungsspielräume erleben könntest. Dafür lege ich dir sehr das Buch "Das Lächeln der Freiheit" von Paul Linden ans Herz. Darin erfährst du viele Körperübungen, die dir helfen, dich stark zu fühlen statt wehrlos. Basierend auf deinem bisherigen Interesse an Körpertherapien und an fordernder statt nur stabilisierender Traumaarbeit, halte ich den Ansatz für geeignet. Schau aber selbst, ob es für dich passt. Ich bin interessiert an deinen Eindrücken. Es handelt sich dabei um einen pädagogischen Ansatz - es ersetzt keine Therapie. In deinem Fall wäre es wahrscheinlich sinnvoll, du hättest therapeutische Begleitung parallel zur Arbeit mit dem Ansatz von Paul Linden.
Ich gehe ganz einig mit dir, dass du zum aktuellen Zeitpunkt nicht irgendeine Therapie brauchst, sondern eine, dir für dich das passende liefert. Bei mir verfestigt sich durch deine weitere Beschreibung der Eindruck, dass du bei einer Fachperson gut aufgehoben wärst, die sowohl traumatherapeutisch als auch sexualtherapeutisch ausgebildet ist. Und du brauchst eine Person, die den Mut aufbringt, dich zu fordern mit dem Ziel, dir ein leichteres Leben zu ermöglichen. Solche Fachpersonen gibt es und es lohnt sich, dir für die Suche Zeit zu nehmen. Einerseits brauchst du Klarheit darüber, was du genau willst. Und dann die Bereitschaft dich erst zufrieden zu geben, wenn du so eine Person für dich gefunden hast. Gleichzeitig übst du dabei, dich selbst wirklich ernst zu nehmen.
Die Sache mit der Stabilisierung interessiert mich bei dir. Lust und Freude am Leben kann durchaus ein Resultat von stabilisierender psychotherapeutischer Arbeit sein. Was hast du erlebt?
Du machst die Erfahrung, dass Shiatsu hilfreich ist und etwas im Bereich Somatic Experiencing auch. Vertraue auf dieses Gefühl von Stimmigkeit. Was ist dabei anders als bei der stabilisierenden Arbeit?
Ich denke, die erneute Therapeut*innensuche ist zur Zeit ein wichtiger Schritt bei dir. Ich wünsche dir, dass du die Energie dafür aufbringen kannst. Eine Hilfestellung für dich für die Zeit der Suche und des Kennenlernens könnte sein, dass du die wichtigsten Aspekte deiner Geschichte aufschreibst und mitbringst. Denn es ist in der Tat belastend, traumatische Inhalte wieder und wieder zu erzählen. Das wissen auch Therapeut*innen.
Welche Dinge könntest du bereits vorab in einem Telefonat klären, um deine Zeit nicht zu vergeuden?
Was möchtest du genau statt Stabilisierung? Könntest du das in 2-3 Sätze fassen? Je klarer du das hast, umso leichter fällt dir die Auswahl von Therapeut*innen, die für dich die passende Unterstützung im Angebot haben. Was wäre anders nach einer gelungenen Therapie? Woran genau würdest du das bemerken, dass es jetzt besser ist als vorher?
Bei Traumabearbeitung ist die Dosis tatsächlich sehr entscheidend. Und es ist Teil des professionellen Handelns vor der Traumabearbeitung Stabilität herzustellen. Natürlich weiß ich nicht, wie das in deinem Fall genau abgelaufen ist. Dein inneres Gefühl sagt dir offenbar deutlich, du brauchst zum aktuellen Zeitpunkt eine Fachperson, die bereit ist, dir Entwicklung zuzumuten. Stabilisierende Arbeit ist dir zu wenig. Ich halte es für wichtig, dass du genau das ansprichst im Kontakt mit Therapeut*innen, die in Frage kommen.
Die wichtigsten Entwicklungen während einer Therapie erfolgen in der Regel außerhalb des Therapieraums in deinem echten Leben basierend auf den Entscheidungen, die du anders triffst als bisher. Du hast da also ganz vieles selbst in der Hand und bist aktiv beteiligt an deinem Therapieverlauf. Fachpersonen unterstützen dich dabei und haben wertvolle Beiträge, wenn du selbst nicht weiterkommst. Letztendlich geht es aber darum, dass in deinem Inneren etwas in Bewegung kommt, und somit in deiner Gefühlswelt, deinem Verhalten und deinen Interaktionen mit anderen. Das sind Dinge, die nur du in der Hand hast. Von außen können Therapeut*innen nur Impulse geben und du kannst sie annehmen oder verwerfen. Manchmal passen die Impulse nicht für dich und das ist okay. Wie blickst du darauf?
Ich würde mich freuen, weiter von dir zu hören und dich zu begleiten, wenn du das möchtest. Du kannst uns einfach wieder schreiben.
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Frage Nr. 41586 von 26.07.2026
Woran erkenne ich ob mein Vater zu streng ist und mir schadet?
Unsere Antwort
Wir haben zu diesem Thema bei Lilli ein paar Texte geschrieben. Der Text Womit tun mir meine Eltern nicht gut? hilft dir zum Beispiel besser einzuordnen, welche Verhaltensweisen nicht okay sind. Und vielleicht interessiert dich auch der Text Krach mit den Eltern in der Pubertät.
Du kannst uns auch gerne wieder schreiben und dabei deine Situation etwas genauer schildern. Dann können wir dir gezielter weiterhelfen. Das Fragefenster macht momentan Sommerferien. Ab dem 24.08. kannst du uns aber wieder schreiben. Gib dann bitte die Nummer dieser Frage an.
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Frage Nr. 41571 von 22.07.2026
Ich stelle mir oft vor das ich mit jungen Mädchen sexssuellen
kontakt haben möchte.
Darum geht es mir noch nicht mal darum mit dem Mädchen
zu Schlafen sondern vor Ihr zu Onanieren.
Unsere Antwort
Hast du nur Fantasien, oder denkst du darüber nach, sie in die Tat umzusetzen? Sexuelle Fantasien sind nicht dasselbe wie Handlungen. Du machst dich nicht strafbar, weil du Fantasien hast. Aber du darfst in der Realität keine sexuellen Handlungen vor oder mit Minderjährigen machen. Das gilt auch dann, wenn es nicht um Geschlechtsverkehr geht. Es liegt in deiner Verantwortung, diese Grenze einzuhalten.
Wie alt bist du? So wie du schreibst, klingt es für mich, als ob du erwachsen bist und von jüngeren Mädchen fantasierst. Dann darfst du diese Fantasien auf keinen Fall in die Tat umsetzen. Du würdest Minderjährigen damit schaden und machst dich strafbar. Du könntest ins Gefängnis kommen, und dein Leben könnte damit zerstört werden. Davor solltest du dich unbedingt schützen. Lies dazu bitte auch unseren Text «Sexuelle Handlungen und das Schutzalter».
Bist du dir bewusst, warum diese Grenze so wichtig ist? Kinder und Jugendliche im Schutzalter können noch nicht begreifen, was sexuelle Annäherungen von Erwachsenen bedeuten würden. Der Schutz von Minderjährigen steht deshalb an erster Stelle. Es liegt daher in deiner Verantwortung, diese Grenze einzuhalten.
Wenn du Angst hast, dich nicht gut kontrollieren zu können, brauchst du dringend Unterstützung. Das gilt besonders, wenn du darüber nachdenkst, deine Fantasien umzusetzen. Dann empfehlen wir dir das Angebot «Kein Täter werden». Du kannst auch uns jederzeit wieder schreiben.
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Frage Nr. 41566 von 21.07.2026
Ich habe gestern über Patrick Frei gelesen. Ich bin persönlich sehr erschüttert davon. Irgendwie ist bei mir selbst/ meiner Vergangenheit immer ein Zweifel da und ein Teil beruht darauf, dass meine ausübende Person ja ganz normal wirkt/ aussieht, als liebevoller Familienmensch und erfolgreicher Karrieremensch gesehen werden kann und wird. Und dass aber das was hinter verschlossenen Türen passierte absolut grausam war passt da gar nicht dazu. Auch meine Person tut immer so, als sek nie etwas gewesen und ich eben sehr gestört. Aber so wie ich verstehe, heisst das nichts und muss nicht für mich bedeuten, dass ich meine Erinnerungen/ Wahrnehmungen hinterfrage, oder?
Und andererseits macht es mich verzweifelt, wie selbstverständlich die SVP die Opferhilfe wegsparen möchte, gleichzeitig in gewissen Momenten das Thema für ihre rassistischen Zwecke instrumentalisiert. Irgendwie macht mich das alles wütend, aber auch sehr mutlos.
Unsere Antwort
Deine Erschütterung ist sehr verständlich. Wir können nicht damit rechnen, dass Straftaten dieser Art in unserer Nachbarschaft stattfinden. Wir sollten auch auf keinen Fall hinter jeder liebevollen und erfolgreichen Oberfläche Grausamkeiten vermuten. Das täte unseren Gefühle und unserem Lebensmut nicht gut.
Wenn ich dich richtig verstehe, hast du erlebt, dass etwas aussen glatt aussehen kann, obwohl es hinter verschlossenen Türen grausam zugeht. Wenn das Leben in zwei Welten für dich zeitweise Normalität war, wirst du dich ‚gestört‘ fühlen. Du musst dann ja innerlich etwas zusammenbringen, was man gar nicht zusammenbringen kann. Und dann ist es fast schon logisch, dass du denkst: «da war nichts!» und alle Störungen nur in dir selbst siehst. Damit wären die Zweifel vom Tisch. Schwierig wird es, wenn du immer wieder fragst: «war da vielleicht doch was?». Dann bleibt es ja so wie früher. Du lebst in zwei unvereinbaren Welten. Wir raten dir, deine Wahrnehmungen ernst zu nehmen, weil sie die Grundlage für dein Selbstverständnis sind. Zentral geht es um deine Lebenszufriedenheit. Nach unserer Erfahrung wird die Zufriedenheit grösser, wenn du dich verstehst und deine Biografie akzeptieren lernst.
Es wird immer Strömungen geben, die gegen Opferschutz und andere wichtige Sachen politisieren. Derzeit gibt es aber auch die Istanbul-Konvention, die in ganz Europa umgesetzt wird. Die Schweiz hat sich verpflichtet, wirksame Massnahmen zum Opferschutz zu entwickeln und einzuführen.
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Frage Nr. 41478 von 01.07.2026
Hallo Lilli, ich habe: das Auge des Teufels auf YouTube gesehen, in dieser Dokumentation in der es um europäischen Kinderhandel geht, frage ich mich wie ich auf öffentlichen Plätzen sowas erkennen könnte? Und wie man reagieren kann ohne selbst in Gefahr zu geraten.
In D ist es so das Personen die andere Anzeigen ihre Adresse vorlegen müssen und auf diese dann der Zugriff hat, der angezeigt wurde. (Selbst so im Bekanntenkreis erlebt).
Einfach furchtbar sowas.
Unsere Antwort
Du kannst auf öffentlichen Plätzen Menschenhandel nicht erkennen. Es gibt auch keine empfohlenen Reaktionen. Du könntest dich aber über Menschenhandel informieren. Es gibt für Europa und für jedes Mitgliedsland, sowie für die Schweiz, Rechtsvorschriften. Darin findest du z.B., dass eine Strafanzeige unter bestimmten Voraussetzungen anonym möglich ist. Zudem gibt es überall Zeugenschutzprogramme. Der Zugang zu ihnen hat auch strenge Voraussetzungen, was sinnvoll ist. Solche Programme greifen tief in das Leben einer Zeugin ein.
Wenn du dich näher damit beschäftigen möchtest, findest bei Kinderschutz Schweiz gute Informationen.
Wir haben den polnischen Dokumentar-Film, den du angibst, nicht gesehen. Uns scheint, dass er sehr sensationsgierig mit dem Thema umgeht.
Diese Antwort gilt auch für 41479.
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Frage Nr. 41394 von 22.06.2026
Bezug auf die Frage Nr. 41373 von 17.06.2026.
Ich bedanke mich für die Antwort. Ich habe meinen Fuss in der Zwischenzeit einer Ärztin gezeigt. Diese meinte, den Fuss sofort zu belasten sei falsch. Dies löste dann in mir ein umdenken aus. Mir ist aufgefallen, dass meinen Freunden/Bekannten der Fuss sofort aufgefallen ist. Sie haben sich aufmerksam nach mir erkundigt. Meine Mutter hat mich kurz gefragt ob etwas gebrochen sei, mein Vater hat mich gefragt was passiert sei. Als ich es ihm erzählt habe kam nur die Antwort "oh nein". Mehr kam da nicht. Ich erlebte mein Umfeld als viel hilfsbereiter und verständlicher in dieser Hinsicht. Es kommt mir teilweise so vor als hätten meine Eltern kein Aufrichtiges Interessen an mir. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie eigebtlich sehr mit sich beschäftigt sind und deshalb keine Kapazität haben sich für mich vertieft zu interessieren.
Ich habe mir auch schon überlegt eine Therapie zu machen, da mich die situation zuhause umbewusst belastet. ich merke wie ich vermutlich unbewusst und heute bewusst versuche möglichst wenig zeit zuhause zu verbringen. ich habe mir immer andere familien gesucht, um meine freizeit zu verbringen. ich werde demnächst 18 und plane deshalb auch auszuziehen und als wochenaufenthalter bei meinem freund zu leben. ich verbringe bereits meine wochenenden bei ihm und merke wie ich entspannter bin und beginne die welt neu zu sehen.
ich frage mich noch immer wie es klappt mich emotional zu lösen, da dies sehr schwierig ist für mich. wie gelingt mir das?
danke für die hilfe& antwort!
Unsere Antwort
Super, dass du dich um dich und deinen Fuss gekümmert hast. Und es ist ein gutes Zeichen, dass du die Unterschiede im fürsorglichen Verhalten bemerkst. Du bist wirklich schon auf einem guten Weg.
Gut, dass du dir das mit der Therapie schon überlegt hast. Weißt du, wie du zu einer Therapie kommen kannst?
Für mich wäre es zunächst wichtig zu verstehen: Was heißt für dich "Emotional lösen"? Was wäre anders, wenn du das geschafft hast? Inwiefern fühlst du dich emotional gebunden? Wenn du uns wieder schreiben möchtest, beschreibe das bitte genauer. Am besten machst du ein paar Beispiele.
Allgemein kann man sagen: Für eine emotionale Ablösung von den Eltern braucht es einen klaren Blick auf die Eltern. So wie du das aktuell schon machst. Es ist normal, dass wir als Kinder unsere Eltern schöner zeichnen als sie sind. Denn die Eltern sind unsere grösste Quelle der Sicherheit. Deshalb haben Kinder ein Bild von ihnen, dass sie gut sind. Im Gegenzug werten Kinder sich selbst häufig ab oder geben sich die Schuld am Verhalten ihrer Eltern. Zur Ablösung gehört, dass du deine Eltern von ihrem Sockel runternimmst. Sie sind nicht nur gut. Auch Eltern haben an manchen Stellen ihr Leben und ihre elterliche Verantwortung überhaupt nicht im Griff. Und ihre Kinder leiden darunter. Zur Ablösung gehört also genauer zu schauen, wie sie sind. Und die Folgen für dich als Kind klar zu sehen. Das hilft dir dann auch, dich zu lösen. Bitte lies dazu auch unseren Text Wie hängen meine Probleme mit der Kindheit zusammen? Dort erklären wir die Loyalität mit den Eltern und das notwendige Mitgefühl für dich als leidendes Kind noch ausführlicher.
Außerdem ist es hilfreich, wenn du mehr eigenes entwickelst. Also eigene Interessen, eigene Hobbies, dein eigenes Geld, deine eigene Wohnung... Es geht also darum mehr Selbständigkeit zu entwickeln und deine Eltern nach und nach auf einer ganz pragmatischen Ebene nicht mehr zu brauchen. Du bist noch jung, also wird es noch eine Weile dauern, bis du deine Eltern wirklich nicht mehr brauchst. Aber du kannst Schritte in diese Richtung gehen.
Ich möchte dich sehr in deinem Wunsch bestärken, dass es dir besser gehen darf. Du bist da schon echt gut dabei und hörst auf dein Gefühl. Weiter so!
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Frage Nr. 41392 von 22.06.2026
Ich bin Schülerin im GYM. Heute hatten wir mit unsemrem Geschichtslehrer eine Stadführung und wärend dem reden( er war gerade dabei eine frsge zu stellen) Starrte er so einige Sekundrn in die Richtung von meinen freundinnen und mir. Danach starrte er mich an unf lies anschliesend seinen Blick einmal langsam an mir runter und wider hochwandern so das es sogar eine Freudin die in meiner nähe stand bemerkt hat und meinte das das daneben von ihm sei. Und auch ich habe mich nicht wohl dabei Gefühlt das er mich so "gescant" hat. Ich bin mir jetzt unsicher. War das grenzüberschreiten von im? Und wen ja was kann ich tun und sollte ich das einer anderen Lehrperson mitteilen? Oder war das eher Zufall und keine Absicht?
Unsere Antwort
Dein Geschichtslehrer war gerade dabei eine Frage zu formulieren. Wahrscheinlich musste er nachdenken. Vielleicht führte er euch sogar durch eine fremde Stadt? Anscheinend lässt er nicht dauernd und auch in ruhigeren Situationen seine Blicke wandern. Er scheint auch nicht als ‚Gucker‘ verrufen zu sein. Ich würde darum von Zufall ausgehen. Es können sich auch zufällige Blicke unangenehm sexualisierend anfühlen. Jetzt sofort mit einer anderen Lehrperson zu reden, halte ich für verfrüht. Das Arbeitsverhältnis zwischen dir und deinem Lehrer könnte leiden. Du bist ja im Geschichtsunterricht um Geschichte zu lernen.
Wenn ein Lehrer sexuelle Übergriffe macht, privaten Kontakt sucht, seinen Schüler*innen Vorteile für sexuelle Gegenleistungen verspricht oder sie unter Druck setzt, sollte das allerdings unbedingt gemeldet werden.
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Frage Nr. 41373 von 17.06.2026
Ich beziehe mich auf die Frage Nr. 41363. Ich bedanke mich für eure Antwort. Ich habe mich etwas ungenau ausgedrückt. Meine Mutter sagte einmal bevor der Unfall passiert ist, dass man sofort wieder auf Fuss stehen sollte nachdem man umgeknickst sei. Jetzt erst im Nachhinein kommt es mir etwas speziell vor, da ich gelesen habe man solle dann entlasten. Es fällt mir aber unglaublich schwer zu erkennen was wahr ist und was nicht.
Ich lebe hauptsächlich bei meinem Freund. Seit meiner Jugend verbringe ich überwiegend meine Ferien und Freizeit bei meinen Freunden oder bei meinem Freunden. Ich habe vermutlich instinktiv gemerkt, dass es mir besser geht wenn ich Abstand halte. Wie kann mich ganz emanzipieren und lösen, da mir offensichglich diese Beziehung nicht wirklich gut tut. Danke für eure Antwort.
Unsere Antwort
Danke für deine Rückmeldung, dass die Aussage deiner Mutter zu einem anderen Zeitpunkt stattfand. Das lässt ein etwas anderes Bild entstehen. Aber es sind in der psychotherapeutischen Erfahrung oft subtile Sachen, die im späteren Leben im Weg stehen. Daher bleibt bei mir der Eindruck, dass das Verhalten deiner Mutter mit großen Schwierigkeiten für dich einhergeht. Ich kann mir gut vorstellen, dass deine familiäre Situation dazu beiträgt, dass du heute Schwierigkeiten hast, zu erkennen, was wahr ist und was nicht. Glücklicherweise ist es nie zu spät, das zu lernen.
Es freut mich schonmal sehr, zu hören, dass du bezogen auf den Abstand zu deiner Familie ein gutes Gespür dafür hast, was dir gut tut und was nicht. Das ist ein großes Geschenk und du bist bereits auf einem guten Weg. Sich aus einem Elternhaus zu lösen, in dem nicht gut mit dir umgegangen wurde, ist eine herausfordernde Aufgabe. Mich freut es schonmal zu hören, dass du eine stabile Partnerschaft und Freundschaften hast. Das sind ganz wichtige Ressourcen für dein selbstbestimmtes Leben.
Du machst das schon gut. Das Emanzipieren geht nicht von jetzt auf gleich. Ganz wichtig dabei ist, dass du ein Mitgefühl mit dir als Kind entwickelst und verstehst, wie emotionale Altlasten mit deinen Erlebnissen als Kind zusammenhängen. Lies dazu doch bitte diese beiden Texte Womit tun mir meine Eltern nicht gut? und Wie hab ich mich an mein Elternhaus angepasst? Das hilft dir, einerseits genauer zu greifen, was es eigentlich ist, womit dir deine Mutter nicht gut tut und die Mechanismen zu verstehen. Viele erleben es als entlastend, wenn sie ihre emotionalen Themen besser verstehen können. Das ist ein guter erster Schritt.
Du scheinst selbst auch schon Entscheidungen getroffen zu haben, wie viel Kontakt mit deinen Eltern dir eigentlich gut tut. Darin möchte ich dich bestärken. Es ist wichtig, was dir gut tut. Und du bist damit nicht allein. Viele Menschen entscheiden sich im Laufe ihres Lebens für mehr Abstand zu ihren Eltern.
Folgende Fragen sind bei mir aus unserem letzten Kontakt noch offen geblieben:
Wie geht es dir in der Zwischenzeit? Bist du wegen dem Knöchel zum Arzt/Ärztin gegangen?
Wie alt bist du?
Wie haben deine Eltern reagiert, als du nach Hause kamst? Und wie geht es dir sonst im Leben?
Wenn du möchtest und dir der Kontakt mit uns hilfreich erscheint, schreib uns doch wieder und berichte ein bisschen, wie es dir seither erging.
Von dem, was ich bisher von dir mitbekomme, habe ich ein gutes Gefühl für deinen weiteren Lebensweg. Und wenn es Sachen gibt, die dich im Alltag belasten, könnte eine psychotherapeutische Begleitung bereichernd sein. Psychotherapeutische Fachpersonen bringen eine neue Perspektive rein. Das stelle ich mir für dich hilfreich vor. Das muss nicht jetzt sein. Überleg dir das doch einfach mal. Falls du dir Unterstützung suchst, wäre aus meinem bisherigen Eindruck eine Person mit traumatherapeutischer Weiterbildung sinnvoll. Du kannst uns auch jederzeit wieder schreiben.
PS: Falls du meine letzte Antwort nochmal anschaust, dort ist mir ein kleiner Fehler passiert. Ich habe versehentlich einen Text verlinkt, der nicht ganz zu deiner beschriebenen Situation passt. Ich habe das mittlerweile korrigiert und den richtigen Link gesetzt. Das tut mir leid.
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Frage Nr. 41272 von 02.06.2026
was kann ich tun bei cybermobbing
Unsere Antwort
Wenn du von Cybermobbing betroffen bist, gibt es ein paar Dinge, die du tun kannst:
- Wichtig ist zuerst: Geh möglichst nicht auf das Verhalten der Person ein. Antworte nicht auf provozierende oder beleidigende Nachrichten. Wenn du nicht reagierst, verliert die Person irgendwann das Interesse daran, dich weiter zu quälen.
- Blockiere die Person. Je nachdem, über welchen Kanal das Cybermobbing passiert, funktioniert das etwas anders. Schau ein bisschen nach oder frag andere, wenn du nicht weisst, wie das geht.
- Wichtig ist auch, dass du Beweise sicherst. Behalte und speichere alles, was die Person schreibt oder macht. Also zum Beispiel Nachrichten, Chats, Bilder oder andere Dinge, die mit dem Cybermobbing zu tun haben. Das kann wichtig sein, wenn du die Person meldest oder zur Polizei gehst.
- Und: Hol dir Unterstützung. Wenn du von Cybermobbing betroffen bist, wende dich am besten an eine Beratungsstelle. Du kannst eine Beratungsstelle in deiner Nähe finden, wenn du zum Beispiel "Cybermobbing" und "Beratungsstelle" bei Google eingibst. In der Schweiz empfehlen wir dir zum Beispiel diese Seite von 147. Wenn du in Deutschland lebst, ist Juuuport eine gute Anlaufstelle. Beide bieten auch vertrauliche und kostenlose Online-Beratung an.
Mehr zum Thema Cybermobbing erfährst du in diesem Text.
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Frage Nr. 41267 von 31.05.2026
Für mich (w) war physische und psychische Gewalt zuhause ziemlich alltäglich und es kam zu sexualisierten Grenzüberschreitungen. Eigentlich komme ich damit weitgehend klar, aber ich habe ein Problem, das mich immer wieder belastet und für das ich mich sehr schäme. In regelmäßigen Abständen empfinde ich einen enormen inneren Druck mich mit ähnlichen gewaltvollen Themen zu befassen wie ich sie erlebt habe. Dann lese ich Berichte von betroffenen Personen über ihr Erleben oder sehe mir z.B. Dokumentationen dazu an. Das löst jedes Mal natürlich die schmerzhaften Emotionen und oft auch körperliche Zustände und Erinnerungen aus. Das schlimmste daran ist für mich, dass ich es nicht schaffe dieses Verhalten dauerhaft abzustellen. Ich kann mit viel Willenskraft dagegen ankämpfen, aber dann wird der Druck immer größer und irgendwann halte ich es nicht mehr aus. Ich habe schon versucht herauszufinden, wodurch dieser Zwang entsteht, aber ich weiß es nicht und kann keinen Auslöser dafür festmachen. Oft passiert das eigentlich leider in ruhigeren Momenten, wenn ich z.B. Urlaub habe. So verrückt es auch klingt, aber dieser innere Druck wird weniger, nachdem ich durch die schlimmen Emotionen und Zustände durch bin und ich spüre durch die Gefühle dann in dem Moment ganz kurz, wie das früher war. Ansonst habe ich dazu meistens zum Glück genug Abstand. Ich möchte, dass dieser Zwang aufhört, weil es sich für mich verrückt und schlimm anfühlt. Ich habe im Internet schon gesucht, aber nichts dazu gefunden. Im Gegenteil man kann nachlesen, dass normale Menschen Trigger und Erinnerungen an solche Erlebnisse um jeden Preis vermeiden. Dadurch fühle ich mich noch schlechter und schäme mich wirklich. Ich denke, andere Leute können das gar nicht nachvollziehen und ich kann mich auch selbst nicht verstehen, warum das immer wieder passiert. Was kann ich tun, damit das aufhört? Gibt es eine psychologische Erklärung dafür?
Unsere Antwort
Du beschreibst deine innere Befindlichkeit sehr eindrücklich. Gewalterfahrung ist sehr prägend. Die Körpererfahrungen und die Gefühle sind sehr intensiv. Oft ist es überhaupt nicht einfach, Situationen, die nicht so intensiv sind, auszuhalten. Du merkst das selbst: Urlaub, Entspannung, Ruhezeiten lassen dich wahrscheinlich eine Leere fühlen, die nicht angenehm ist. Füllen kannst du sie mit der kontrollierten Rückkehr in deine Kindheit. Du liest Bücher von betroffenen, schaust dir Dokumentationen an und erlebst so die alten körperlichen und emotionalen Zustände. Das füllt dich dann wieder aus. Wenn es genug ist, lässt der Druck nach. Im Grunde hast du einen guten Weg gefunden, die überwältigenden Erinnerungen zu kontrollieren. In Psychotherapien geht man ja ähnlich vor. Die traumatisierenden Erlebnisse sollen so verabreitet werden, dass die gewalttätige Vergangenheit sich tatsächlich wie überlebt und vergangen anfühlt. Damit werden dann Trigger weniger wirksam.
Wenn du dich von deiner Vergangenheit verabschieden willst, hör auf gegen dich selbst zu kämpfen. Druck erzeugt Gegendruck. Dabei kannst du die Folgen deiner Gewalterfahrungen kontrollieren. Das ist doch gut. Du bist anscheinend noch keine Spezialistin für den Genuss an Ruhe oder Freude an Urlaub. Du könntest dich darum auf die Suche machen, wie du den Weg aus belasteten Zeiten in die friedliche Ruhe des Urlaubs gestaltest. Mir scheint, dass du dich mit einer Stressbelastung wohler fühlst als ohne. Dann bist du ausgefüllt. Erwarte an Wochenden oder am Urlaubsbeginn nicht, dass dir sofort Genuss gelingt. Wenn du dich nicht aktiv beschäftigst, kommen wahrscheinlich die gewaltvollen Themen von früher. Könntest du Sport machen? Etwas mit Anderen unternehmen? Du müsstest beobachten, mit welcher Aktivität du deinen inneren Druck auffangen und gestalten kannst, so dass ruhige Zeiten erträglich oder sogar genussvoll werden.
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Frage Nr. 41227 von 23.05.2026
Ich bin zwar nicht selber tretroffen. Aber ich habe mit bekommen das ein 33 jähriger mir bekannt. Etwas mit einer 14 Jährige hat so viele ich weiss nur küssen. Ist das auch strafbar? Würden damit gerne zur Polizei gehen.
Unsere Antwort
In Deutschland und Österreich endet das Schutzalter für Kinder mit dem 14. Geburtstag. Wenn die 14 Jährige in die Handlungen eingewilligt hat, ist der sexuelle Kontakt legal. In der Schweiz endet das Schutzalter erst mit dem 16. Geburtstag. In der Schweiz ist also jede sexuelle Handlung mit einer Jugendlichen unter 16 strafbar. Für ein Strafverfahren, sowie einer strafrechtlichen Verurteilung muss der Tatbestand eindeutig bewiesen sein. Diese Beweise können Drittpersonen in der Regel nur erbringen, wenn die jugendliche Hauptzeugin eindeutige Aussagen macht, bzw. überhaupt zu Aussagen bereit ist. Darum sollte auch sie mit der Strafanzeige einverstanden sein. Wir raten in jedem Fall eine spezialisierte Opferhilfeberatungsstelle zu kontaktieren. Du kannst dich dort über deine Rolle als Anzeigeerstatter im Strafverfahren informieren.
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Frage Nr. 41196 von 15.05.2026
Meine cousine mit der ich aufgewachsen bin hat sich mir gegenüber missbräuchlich verhalten als ich ein kind war.
ich bin jetzt eine erwachsene frau in ihren zwanzigern und es geht mir sehr schlecht seit dem ich vor meinen eltern das thema angesprochen habe. meine mutter war zuerst geschockt, hat dann mit meiner cousine gesprochen und die konnte sich an nichts grawierendes erinnern. seit dem ist meine mutter sehr seltsam zu mir und bagatellisiert alles. mir geht es nicht gut, ich fühle mich nicht ernstgenommen.
es gab einige vorfälle damals, die laut definition als sexuelle übergriffe gelten und ich leide bis heute an den folgen, da ich mich so sehr schäme und beklemmt fühle, dass ich kaum andere menschen in mein leben lassen kann, was sich sehr negativ auf meine lebensqualität auswirkt. ich fühle mich sehr isoliert und möchte dieses thema nie wieder mit menschen besprechen die so wenig zu mir stehen und mich auch noch als dramaqueen mit opferhaltung darstellen, als ob ich irgendetwas davon hätte. ich habe einfach nur versucht mich zu öffnen um einen dialog über wichtige themen zu starten und meine stimme zu erheben, also um mich zu stärken. das gegenteil ist die folge, ich bin geschwächter denn je und schäme mich 10mal mehr, will einfach nur verschwinden.
wie kann ich mit dieser situation umgehen, wie komme ich da raus ? ich will nicht für den rest meines lebens stigmatisiert werden, als schwach dagestellt werden obwohl ich eigentlich ja stark war. es fühlt sich so verdreht an und ich habe angst, dass ich die meinungen meiner familie irgendwann annehme, weil ich niemanden habe, der meinen teil der geschichte validiert.
Unsere Antwort
Wenn ich dich richtig verstehe, brauchst Du jemandem zum Reden und musst gleichzeitig sicher sein, dass du ernst genommen wirst. Da wäre ein Kontakt mit einer Opferhilfeberatungsstelle ein sinnvoller Schritt. Neben einer Opferhilfeberatungsstelle käme auch eine Psychotherapie in Frage. An beiden Orten arbeiten Professionelle. Sie werden dich ernst nehmen und sich vor allem für dein Befinden interessieren. Zudem hast du in einer Psychotherapie die Chance, deine eigene Art der Selbststärkung zu erarbeiten. Wichtig scheint mir auch, dass dein Umfeld weniger wichtig für dich wird, wenn es um die Beurteilung deiner Lebenserfahrung geht.
Leider machen viele Opfer von Gewalt die Erfahrung, dass sich Personen des nahen Umfelds nicht unterstützend verhalten. Das hast du auch erlebt. Darum wäre es gut, wenn du dir nicht immer neue Verletzungen holst. Du hast erfahren, dass deine Familie keine Hilfe ist. Hilfreicher sind in einem solchen Fall professionelle Personen, die dich sicher nicht beschämen. Du kannst dir durchaus vornehmen, mit deiner Familie im Dialog zu bleiben und für deinen Teil der Geschichte einzutreten. Das kann ein Ziel sein. Zunächst solltest du dich auf die Entwicklung deiner Eigenständigkeit konzentrieren.
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Frage Nr. 41192 von 15.05.2026
Ich Mann
Ich Befriedige mich 3 Mal im Tag ab und zu auch 4 mal ist es noch normal?
Und ist es OK wenn mein mama zuschaut
Unsere Antwort
Du kannst so oft Selbstbefriedigung machen, wie du Lust darauf hast und wie es dir Spass macht. Dazu haben wir den Text Selbstbefriedigung bei Männern: ab welchem Alter und wie oft? geschrieben. Vielleicht interessiert er dich ja.
Dass deine Mutter dabei zuschaut, ist aber nicht okay. Selbstbefriedigung ist etwas Privates. Zwischen Eltern und ihren Kindern muss es dabei klare Grenzen geben. Wenn du minderjährig bist, kann so etwas auch strafbar sein. Lies dazu bitte diesen Text.
Wenn dich das beschäftigt oder du dich damit unwohl fühlst, ist es wichtig, mit einer anderen Vertrauensperson oder einer Beratungsstelle darüber zu sprechen. Du kannst uns auch gern noch einmal schreiben und etwas genauer erzählen, wie diese Situation aussieht. Gib dabei bitte die Nummer dieser Frage an.
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Frage Nr. 41165 von 07.05.2026
Ich fühle mich schuldig, denn ich habe einen 17-jährigen Jungen über einem Jahr in der Pause beim Arbeitsplatz sexuell missbraucht (Schulter, Nacken massiert und dabei Erektionen gehabt).
Wir wurde von Meta AI empfohlen hier Hilfe zu holen und in eine Therapie zu gehen.
Noch dazu akzeptiere ich die Grenzen von Frauen auch nicht.
Das beginnt mit dem erste "Nein".
Unsere Antwort
Wir raten dir ebenfalls dringend zu einer Beratung oder Psychotherapie. Es gibt in der Schweiz und in Deutschland die Anlaufstellen 'Kein Täter werden'. In Zürich ist die Anlaufstelle am Universitätsspital. Lies auch mal das Kapitel zu «Keine Übergriffe machen..». Du hast gemerkt, dass du Grenzen nicht einhältst. Du kennst die Grenzen aber genau. Jetzt nutze dein Schuldgefühl und schau dich nach einer professionellen Vertrauensperson um, die mit dir zusammen studiert, wie du die Übergriffe machst, wie du sie verhinderst und wie du neue Beziehungsfähigkeiten entwickeln kannst.
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