Frage Nr. 41586 von 26.07.2026
Woran erkenne ich ob mein Vater zu streng ist und mir schadet?
Unsere Antwort
Wir haben zu diesem Thema bei Lilli ein paar Texte geschrieben. Der Text Womit tun mir meine Eltern nicht gut? hilft dir zum Beispiel besser einzuordnen, welche Verhaltensweisen nicht okay sind. Und vielleicht interessiert dich auch der Text Krach mit den Eltern in der Pubertät.
Du kannst uns auch gerne wieder schreiben und dabei deine Situation etwas genauer schildern. Dann können wir dir gezielter weiterhelfen. Das Fragefenster macht momentan Sommerferien. Ab dem 24.08. kannst du uns aber wieder schreiben. Gib dann bitte die Nummer dieser Frage an.
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Frage Nr. 41571 von 22.07.2026
Ich stelle mir oft vor das ich mit jungen Mädchen sexssuellen
kontakt haben möchte.
Darum geht es mir noch nicht mal darum mit dem Mädchen
zu Schlafen sondern vor Ihr zu Onanieren.
Unsere Antwort
Hast du nur Fantasien, oder denkst du darüber nach, sie in die Tat umzusetzen? Sexuelle Fantasien sind nicht dasselbe wie Handlungen. Du machst dich nicht strafbar, weil du Fantasien hast. Aber du darfst in der Realität keine sexuellen Handlungen vor oder mit Minderjährigen machen. Das gilt auch dann, wenn es nicht um Geschlechtsverkehr geht. Es liegt in deiner Verantwortung, diese Grenze einzuhalten.
Wie alt bist du? So wie du schreibst, klingt es für mich, als ob du erwachsen bist und von jüngeren Mädchen fantasierst. Dann darfst du diese Fantasien auf keinen Fall in die Tat umsetzen. Du würdest Minderjährigen damit schaden und machst dich strafbar. Du könntest ins Gefängnis kommen, und dein Leben könnte damit zerstört werden. Davor solltest du dich unbedingt schützen. Lies dazu bitte auch unseren Text «Sexuelle Handlungen und das Schutzalter».
Bist du dir bewusst, warum diese Grenze so wichtig ist? Kinder und Jugendliche im Schutzalter können noch nicht begreifen, was sexuelle Annäherungen von Erwachsenen bedeuten würden. Der Schutz von Minderjährigen steht deshalb an erster Stelle. Es liegt daher in deiner Verantwortung, diese Grenze einzuhalten.
Wenn du Angst hast, dich nicht gut kontrollieren zu können, brauchst du dringend Unterstützung. Das gilt besonders, wenn du darüber nachdenkst, deine Fantasien umzusetzen. Dann empfehlen wir dir das Angebot «Kein Täter werden». Du kannst auch uns jederzeit wieder schreiben.
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Frage Nr. 41566 von 21.07.2026
Ich habe gestern über Patrick Frei gelesen. Ich bin persönlich sehr erschüttert davon. Irgendwie ist bei mir selbst/ meiner Vergangenheit immer ein Zweifel da und ein Teil beruht darauf, dass meine ausübende Person ja ganz normal wirkt/ aussieht, als liebevoller Familienmensch und erfolgreicher Karrieremensch gesehen werden kann und wird. Und dass aber das was hinter verschlossenen Türen passierte absolut grausam war passt da gar nicht dazu. Auch meine Person tut immer so, als sek nie etwas gewesen und ich eben sehr gestört. Aber so wie ich verstehe, heisst das nichts und muss nicht für mich bedeuten, dass ich meine Erinnerungen/ Wahrnehmungen hinterfrage, oder?
Und andererseits macht es mich verzweifelt, wie selbstverständlich die SVP die Opferhilfe wegsparen möchte, gleichzeitig in gewissen Momenten das Thema für ihre rassistischen Zwecke instrumentalisiert. Irgendwie macht mich das alles wütend, aber auch sehr mutlos.
Unsere Antwort
Deine Erschütterung ist sehr verständlich. Wir können nicht damit rechnen, dass Straftaten dieser Art in unserer Nachbarschaft stattfinden. Wir sollten auch auf keinen Fall hinter jeder liebevollen und erfolgreichen Oberfläche Grausamkeiten vermuten. Das täte unseren Gefühle und unserem Lebensmut nicht gut.
Wenn ich dich richtig verstehe, hast du erlebt, dass etwas aussen glatt aussehen kann, obwohl es hinter verschlossenen Türen grausam zugeht. Wenn das Leben in zwei Welten für dich zeitweise Normalität war, wirst du dich ‚gestört‘ fühlen. Du musst dann ja innerlich etwas zusammenbringen, was man gar nicht zusammenbringen kann. Und dann ist es fast schon logisch, dass du denkst: «da war nichts!» und alle Störungen nur in dir selbst siehst. Damit wären die Zweifel vom Tisch. Schwierig wird es, wenn du immer wieder fragst: «war da vielleicht doch was?». Dann bleibt es ja so wie früher. Du lebst in zwei unvereinbaren Welten. Wir raten dir, deine Wahrnehmungen ernst zu nehmen, weil sie die Grundlage für dein Selbstverständnis sind. Zentral geht es um deine Lebenszufriedenheit. Nach unserer Erfahrung wird die Zufriedenheit grösser, wenn du dich verstehst und deine Biografie akzeptieren lernst.
Es wird immer Strömungen geben, die gegen Opferschutz und andere wichtige Sachen politisieren. Derzeit gibt es aber auch die Istanbul-Konvention, die in ganz Europa umgesetzt wird. Die Schweiz hat sich verpflichtet, wirksame Massnahmen zum Opferschutz zu entwickeln und einzuführen.
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Frage Nr. 41478 von 01.07.2026
Hallo Lilli, ich habe: das Auge des Teufels auf YouTube gesehen, in dieser Dokumentation in der es um europäischen Kinderhandel geht, frage ich mich wie ich auf öffentlichen Plätzen sowas erkennen könnte? Und wie man reagieren kann ohne selbst in Gefahr zu geraten.
In D ist es so das Personen die andere Anzeigen ihre Adresse vorlegen müssen und auf diese dann der Zugriff hat, der angezeigt wurde. (Selbst so im Bekanntenkreis erlebt).
Einfach furchtbar sowas.
Unsere Antwort
Du kannst auf öffentlichen Plätzen Menschenhandel nicht erkennen. Es gibt auch keine empfohlenen Reaktionen. Du könntest dich aber über Menschenhandel informieren. Es gibt für Europa und für jedes Mitgliedsland, sowie für die Schweiz, Rechtsvorschriften. Darin findest du z.B., dass eine Strafanzeige unter bestimmten Voraussetzungen anonym möglich ist. Zudem gibt es überall Zeugenschutzprogramme. Der Zugang zu ihnen hat auch strenge Voraussetzungen, was sinn voll ist. Solche Programme greifen tief in das Leben einer Zeugin ein.
Wenn du dich näher damit beschäftigen möchtest, findest bei Kinderschutz Schweiz gute Informationen.
Wir haben den polnischen Dokumentar-Film, den du angibst, nicht gesehen. Uns scheint, dass er sehr sensationsgierig mit dem Thema umgeht.
Diese Antwort gilt auch für 41479.
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Frage Nr. 41394 von 22.06.2026
Bezug auf die Frage Nr. 41373 von 17.06.2026.
Ich bedanke mich für die Antwort. Ich habe meinen Fuss in der Zwischenzeit einer Ärztin gezeigt. Diese meinte, den Fuss sofort zu belasten sei falsch. Dies löste dann in mir ein umdenken aus. Mir ist aufgefallen, dass meinen Freunden/Bekannten der Fuss sofort aufgefallen ist. Sie haben sich aufmerksam nach mir erkundigt. Meine Mutter hat mich kurz gefragt ob etwas gebrochen sei, mein Vater hat mich gefragt was passiert sei. Als ich es ihm erzählt habe kam nur die Antwort "oh nein". Mehr kam da nicht. Ich erlebte mein Umfeld als viel hilfsbereiter und verständlicher in dieser Hinsicht. Es kommt mir teilweise so vor als hätten meine Eltern kein Aufrichtiges Interessen an mir. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie eigebtlich sehr mit sich beschäftigt sind und deshalb keine Kapazität haben sich für mich vertieft zu interessieren.
Ich habe mir auch schon überlegt eine Therapie zu machen, da mich die situation zuhause umbewusst belastet. ich merke wie ich vermutlich unbewusst und heute bewusst versuche möglichst wenig zeit zuhause zu verbringen. ich habe mir immer andere familien gesucht, um meine freizeit zu verbringen. ich werde demnächst 18 und plane deshalb auch auszuziehen und als wochenaufenthalter bei meinem freund zu leben. ich verbringe bereits meine wochenenden bei ihm und merke wie ich entspannter bin und beginne die welt neu zu sehen.
ich frage mich noch immer wie es klappt mich emotional zu lösen, da dies sehr schwierig ist für mich. wie gelingt mir das?
danke für die hilfe& antwort!
Unsere Antwort
Super, dass du dich um dich und deinen Fuss gekümmert hast. Und es ist ein gutes Zeichen, dass du die Unterschiede im fürsorglichen Verhalten bemerkst. Du bist wirklich schon auf einem guten Weg.
Gut, dass du dir das mit der Therapie schon überlegt hast. Weißt du, wie du zu einer Therapie kommen kannst?
Für mich wäre es zunächst wichtig zu verstehen: Was heißt für dich "Emotional lösen"? Was wäre anders, wenn du das geschafft hast? Inwiefern fühlst du dich emotional gebunden? Wenn du uns wieder schreiben möchtest, beschreibe das bitte genauer. Am besten machst du ein paar Beispiele.
Allgemein kann man sagen: Für eine emotionale Ablösung von den Eltern braucht es einen klaren Blick auf die Eltern. So wie du das aktuell schon machst. Es ist normal, dass wir als Kinder unsere Eltern schöner zeichnen als sie sind. Denn die Eltern sind unsere grösste Quelle der Sicherheit. Deshalb haben Kinder ein Bild von ihnen, dass sie gut sind. Im Gegenzug werten Kinder sich selbst häufig ab oder geben sich die Schuld am Verhalten ihrer Eltern. Zur Ablösung gehört, dass du deine Eltern von ihrem Sockel runternimmst. Sie sind nicht nur gut. Auch Eltern haben an manchen Stellen ihr Leben und ihre elterliche Verantwortung überhaupt nicht im Griff. Und ihre Kinder leiden darunter. Zur Ablösung gehört also genauer zu schauen, wie sie sind. Und die Folgen für dich als Kind klar zu sehen. Das hilft dir dann auch, dich zu lösen. Bitte lies dazu auch unseren Text Wie hängen meine Probleme mit der Kindheit zusammen? Dort erklären wir die Loyalität mit den Eltern und das notwendige Mitgefühl für dich als leidendes Kind noch ausführlicher.
Außerdem ist es hilfreich, wenn du mehr eigenes entwickelst. Also eigene Interessen, eigene Hobbies, dein eigenes Geld, deine eigene Wohnung... Es geht also darum mehr Selbständigkeit zu entwickeln und deine Eltern nach und nach auf einer ganz pragmatischen Ebene nicht mehr zu brauchen. Du bist noch jung, also wird es noch eine Weile dauern, bis du deine Eltern wirklich nicht mehr brauchst. Aber du kannst Schritte in diese Richtung gehen.
Ich möchte dich sehr in deinem Wunsch bestärken, dass es dir besser gehen darf. Du bist da schon echt gut dabei und hörst auf dein Gefühl. Weiter so!
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Frage Nr. 41392 von 22.06.2026
Ich bin Schülerin im GYM. Heute hatten wir mit unsemrem Geschichtslehrer eine Stadführung und wärend dem reden( er war gerade dabei eine frsge zu stellen) Starrte er so einige Sekundrn in die Richtung von meinen freundinnen und mir. Danach starrte er mich an unf lies anschliesend seinen Blick einmal langsam an mir runter und wider hochwandern so das es sogar eine Freudin die in meiner nähe stand bemerkt hat und meinte das das daneben von ihm sei. Und auch ich habe mich nicht wohl dabei Gefühlt das er mich so "gescant" hat. Ich bin mir jetzt unsicher. War das grenzüberschreiten von im? Und wen ja was kann ich tun und sollte ich das einer anderen Lehrperson mitteilen? Oder war das eher Zufall und keine Absicht?
Unsere Antwort
Dein Geschichtslehrer war gerade dabei eine Frage zu formulieren. Wahrscheinlich musste er nachdenken. Vielleicht führte er euch sogar durch eine fremde Stadt? Anscheinend lässt er nicht dauernd und auch in ruhigeren Situationen seine Blicke wandern. Er scheint auch nicht als ‚Gucker‘ verrufen zu sein. Ich würde darum von Zufall ausgehen. Es können sich auch zufällige Blicke unangenehm sexualisierend anfühlen. Jetzt sofort mit einer anderen Lehrperson zu reden, halte ich für verfrüht. Das Arbeitsverhältnis zwischen dir und deinem Lehrer könnte leiden. Du bist ja im Geschichtsunterricht um Geschichte zu lernen.
Wenn ein Lehrer sexuelle Übergriffe macht, privaten Kontakt sucht, seinen Schüler*innen Vorteile für sexuelle Gegenleistungen verspricht oder sie unter Druck setzt, sollte das allerdings unbedingt gemeldet werden.
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Frage Nr. 41373 von 17.06.2026
Ich beziehe mich auf die Frage Nr. 41363. Ich bedanke mich für eure Antwort. Ich habe mich etwas ungenau ausgedrückt. Meine Mutter sagte einmal bevor der Unfall passiert ist, dass man sofort wieder auf Fuss stehen sollte nachdem man umgeknickst sei. Jetzt erst im Nachhinein kommt es mir etwas speziell vor, da ich gelesen habe man solle dann entlasten. Es fällt mir aber unglaublich schwer zu erkennen was wahr ist und was nicht.
Ich lebe hauptsächlich bei meinem Freund. Seit meiner Jugend verbringe ich überwiegend meine Ferien und Freizeit bei meinen Freunden oder bei meinem Freunden. Ich habe vermutlich instinktiv gemerkt, dass es mir besser geht wenn ich Abstand halte. Wie kann mich ganz emanzipieren und lösen, da mir offensichglich diese Beziehung nicht wirklich gut tut. Danke für eure Antwort.
Unsere Antwort
Danke für deine Rückmeldung, dass die Aussage deiner Mutter zu einem anderen Zeitpunkt stattfand. Das lässt ein etwas anderes Bild entstehen. Aber es sind in der psychotherapeutischen Erfahrung oft subtile Sachen, die im späteren Leben im Weg stehen. Daher bleibt bei mir der Eindruck, dass das Verhalten deiner Mutter mit großen Schwierigkeiten für dich einhergeht. Ich kann mir gut vorstellen, dass deine familiäre Situation dazu beiträgt, dass du heute Schwierigkeiten hast, zu erkennen, was wahr ist und was nicht. Glücklicherweise ist es nie zu spät, das zu lernen.
Es freut mich schonmal sehr, zu hören, dass du bezogen auf den Abstand zu deiner Familie ein gutes Gespür dafür hast, was dir gut tut und was nicht. Das ist ein großes Geschenk und du bist bereits auf einem guten Weg. Sich aus einem Elternhaus zu lösen, in dem nicht gut mit dir umgegangen wurde, ist eine herausfordernde Aufgabe. Mich freut es schonmal zu hören, dass du eine stabile Partnerschaft und Freundschaften hast. Das sind ganz wichtige Ressourcen für dein selbstbestimmtes Leben.
Du machst das schon gut. Das Emanzipieren geht nicht von jetzt auf gleich. Ganz wichtig dabei ist, dass du ein Mitgefühl mit dir als Kind entwickelst und verstehst, wie emotionale Altlasten mit deinen Erlebnissen als Kind zusammenhängen. Lies dazu doch bitte diese beiden Texte Womit tun mir meine Eltern nicht gut? und Wie hab ich mich an mein Elternhaus angepasst? Das hilft dir, einerseits genauer zu greifen, was es eigentlich ist, womit dir deine Mutter nicht gut tut und die Mechanismen zu verstehen. Viele erleben es als entlastend, wenn sie ihre emotionalen Themen besser verstehen können. Das ist ein guter erster Schritt.
Du scheinst selbst auch schon Entscheidungen getroffen zu haben, wie viel Kontakt mit deinen Eltern dir eigentlich gut tut. Darin möchte ich dich bestärken. Es ist wichtig, was dir gut tut. Und du bist damit nicht allein. Viele Menschen entscheiden sich im Laufe ihres Lebens für mehr Abstand zu ihren Eltern.
Folgende Fragen sind bei mir aus unserem letzten Kontakt noch offen geblieben:
Wie geht es dir in der Zwischenzeit? Bist du wegen dem Knöchel zum Arzt/Ärztin gegangen?
Wie alt bist du?
Wie haben deine Eltern reagiert, als du nach Hause kamst? Und wie geht es dir sonst im Leben?
Wenn du möchtest und dir der Kontakt mit uns hilfreich erscheint, schreib uns doch wieder und berichte ein bisschen, wie es dir seither erging.
Von dem, was ich bisher von dir mitbekomme, habe ich ein gutes Gefühl für deinen weiteren Lebensweg. Und wenn es Sachen gibt, die dich im Alltag belasten, könnte eine psychotherapeutische Begleitung bereichernd sein. Psychotherapeutische Fachpersonen bringen eine neue Perspektive rein. Das stelle ich mir für dich hilfreich vor. Das muss nicht jetzt sein. Überleg dir das doch einfach mal. Falls du dir Unterstützung suchst, wäre aus meinem bisherigen Eindruck eine Person mit traumatherapeutischer Weiterbildung sinnvoll. Du kannst uns auch jederzeit wieder schreiben.
PS: Falls du meine letzte Antwort nochmal anschaust, dort ist mir ein kleiner Fehler passiert. Ich habe versehentlich einen Text verlinkt, der nicht ganz zu deiner beschriebenen Situation passt. Ich habe das mittlerweile korrigiert und den richtigen Link gesetzt. Das tut mir leid.
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Frage Nr. 41272 von 02.06.2026
was kann ich tun bei cybermobbing
Unsere Antwort
Wenn du von Cybermobbing betroffen bist, gibt es ein paar Dinge, die du tun kannst:
- Wichtig ist zuerst: Geh möglichst nicht auf das Verhalten der Person ein. Antworte nicht auf provozierende oder beleidigende Nachrichten. Wenn du nicht reagierst, verliert die Person irgendwann das Interesse daran, dich weiter zu quälen.
- Blockiere die Person. Je nachdem, über welchen Kanal das Cybermobbing passiert, funktioniert das etwas anders. Schau ein bisschen nach oder frag andere, wenn du nicht weisst, wie das geht.
- Wichtig ist auch, dass du Beweise sicherst. Behalte und speichere alles, was die Person schreibt oder macht. Also zum Beispiel Nachrichten, Chats, Bilder oder andere Dinge, die mit dem Cybermobbing zu tun haben. Das kann wichtig sein, wenn du die Person meldest oder zur Polizei gehst.
- Und: Hol dir Unterstützung. Wenn du von Cybermobbing betroffen bist, wende dich am besten an eine Beratungsstelle. Du kannst eine Beratungsstelle in deiner Nähe finden, wenn du zum Beispiel "Cybermobbing" und "Beratungsstelle" bei Google eingibst. In der Schweiz empfehlen wir dir zum Beispiel diese Seite von 147. Wenn du in Deutschland lebst, ist Juuuport eine gute Anlaufstelle. Beide bieten auch vertrauliche und kostenlose Online-Beratung an.
Mehr zum Thema Cybermobbing erfährst du in diesem Text.
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Frage Nr. 41267 von 31.05.2026
Für mich (w) war physische und psychische Gewalt zuhause ziemlich alltäglich und es kam zu sexualisierten Grenzüberschreitungen. Eigentlich komme ich damit weitgehend klar, aber ich habe ein Problem, das mich immer wieder belastet und für das ich mich sehr schäme. In regelmäßigen Abständen empfinde ich einen enormen inneren Druck mich mit ähnlichen gewaltvollen Themen zu befassen wie ich sie erlebt habe. Dann lese ich Berichte von betroffenen Personen über ihr Erleben oder sehe mir z.B. Dokumentationen dazu an. Das löst jedes Mal natürlich die schmerzhaften Emotionen und oft auch körperliche Zustände und Erinnerungen aus. Das schlimmste daran ist für mich, dass ich es nicht schaffe dieses Verhalten dauerhaft abzustellen. Ich kann mit viel Willenskraft dagegen ankämpfen, aber dann wird der Druck immer größer und irgendwann halte ich es nicht mehr aus. Ich habe schon versucht herauszufinden, wodurch dieser Zwang entsteht, aber ich weiß es nicht und kann keinen Auslöser dafür festmachen. Oft passiert das eigentlich leider in ruhigeren Momenten, wenn ich z.B. Urlaub habe. So verrückt es auch klingt, aber dieser innere Druck wird weniger, nachdem ich durch die schlimmen Emotionen und Zustände durch bin und ich spüre durch die Gefühle dann in dem Moment ganz kurz, wie das früher war. Ansonst habe ich dazu meistens zum Glück genug Abstand. Ich möchte, dass dieser Zwang aufhört, weil es sich für mich verrückt und schlimm anfühlt. Ich habe im Internet schon gesucht, aber nichts dazu gefunden. Im Gegenteil man kann nachlesen, dass normale Menschen Trigger und Erinnerungen an solche Erlebnisse um jeden Preis vermeiden. Dadurch fühle ich mich noch schlechter und schäme mich wirklich. Ich denke, andere Leute können das gar nicht nachvollziehen und ich kann mich auch selbst nicht verstehen, warum das immer wieder passiert. Was kann ich tun, damit das aufhört? Gibt es eine psychologische Erklärung dafür?
Unsere Antwort
Du beschreibst deine innere Befindlichkeit sehr eindrücklich. Gewalterfahrung ist sehr prägend. Die Körpererfahrungen und die Gefühle sind sehr intensiv. Oft ist es überhaupt nicht einfach, Situationen, die nicht so intensiv sind, auszuhalten. Du merkst das selbst: Urlaub, Entspannung, Ruhezeiten lassen dich wahrscheinlich eine Leere fühlen, die nicht angenehm ist. Füllen kannst du sie mit der kontrollierten Rückkehr in deine Kindheit. Du liest Bücher von betroffenen, schaust dir Dokumentationen an und erlebst so die alten körperlichen und emotionalen Zustände. Das füllt dich dann wieder aus. Wenn es genug ist, lässt der Druck nach. Im Grunde hast du einen guten Weg gefunden, die überwältigenden Erinnerungen zu kontrollieren. In Psychotherapien geht man ja ähnlich vor. Die traumatisierenden Erlebnisse sollen so verabreitet werden, dass die gewalttätige Vergangenheit sich tatsächlich wie überlebt und vergangen anfühlt. Damit werden dann Trigger weniger wirksam.
Wenn du dich von deiner Vergangenheit verabschieden willst, hör auf gegen dich selbst zu kämpfen. Druck erzeugt Gegendruck. Dabei kannst du die Folgen deiner Gewalterfahrungen kontrollieren. Das ist doch gut. Du bist anscheinend noch keine Spezialistin für den Genuss an Ruhe oder Freude an Urlaub. Du könntest dich darum auf die Suche machen, wie du den Weg aus belasteten Zeiten in die friedliche Ruhe des Urlaubs gestaltest. Mir scheint, dass du dich mit einer Stressbelastung wohler fühlst als ohne. Dann bist du ausgefüllt. Erwarte an Wochenden oder am Urlaubsbeginn nicht, dass dir sofort Genuss gelingt. Wenn du dich nicht aktiv beschäftigst, kommen wahrscheinlich die gewaltvollen Themen von früher. Könntest du Sport machen? Etwas mit Anderen unternehmen? Du müsstest beobachten, mit welcher Aktivität du deinen inneren Druck auffangen und gestalten kannst, so dass ruhige Zeiten erträglich oder sogar genussvoll werden.
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Frage Nr. 41227 von 23.05.2026
Ich bin zwar nicht selber tretroffen. Aber ich habe mit bekommen das ein 33 jähriger mir bekannt. Etwas mit einer 14 Jährige hat so viele ich weiss nur küssen. Ist das auch strafbar? Würden damit gerne zur Polizei gehen.
Unsere Antwort
In Deutschland und Österreich endet das Schutzalter für Kinder mit dem 14. Geburtstag. Wenn die 14 Jährige in die Handlungen eingewilligt hat, ist der sexuelle Kontakt legal. In der Schweiz endet das Schutzalter erst mit dem 16. Geburtstag. In der Schweiz ist also jede sexuelle Handlung mit einer Jugendlichen unter 16 strafbar. Für ein Strafverfahren, sowie einer strafrechtlichen Verurteilung muss der Tatbestand eindeutig bewiesen sein. Diese Beweise können Drittpersonen in der Regel nur erbringen, wenn die jugendliche Hauptzeugin eindeutige Aussagen macht, bzw. überhaupt zu Aussagen bereit ist. Darum sollte auch sie mit der Strafanzeige einverstanden sein. Wir raten in jedem Fall eine spezialisierte Opferhilfeberatungsstelle zu kontaktieren. Du kannst dich dort über deine Rolle als Anzeigeerstatter im Strafverfahren informieren.
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Frage Nr. 41196 von 15.05.2026
Meine cousine mit der ich aufgewachsen bin hat sich mir gegenüber missbräuchlich verhalten als ich ein kind war.
ich bin jetzt eine erwachsene frau in ihren zwanzigern und es geht mir sehr schlecht seit dem ich vor meinen eltern das thema angesprochen habe. meine mutter war zuerst geschockt, hat dann mit meiner cousine gesprochen und die konnte sich an nichts grawierendes erinnern. seit dem ist meine mutter sehr seltsam zu mir und bagatellisiert alles. mir geht es nicht gut, ich fühle mich nicht ernstgenommen.
es gab einige vorfälle damals, die laut definition als sexuelle übergriffe gelten und ich leide bis heute an den folgen, da ich mich so sehr schäme und beklemmt fühle, dass ich kaum andere menschen in mein leben lassen kann, was sich sehr negativ auf meine lebensqualität auswirkt. ich fühle mich sehr isoliert und möchte dieses thema nie wieder mit menschen besprechen die so wenig zu mir stehen und mich auch noch als dramaqueen mit opferhaltung darstellen, als ob ich irgendetwas davon hätte. ich habe einfach nur versucht mich zu öffnen um einen dialog über wichtige themen zu starten und meine stimme zu erheben, also um mich zu stärken. das gegenteil ist die folge, ich bin geschwächter denn je und schäme mich 10mal mehr, will einfach nur verschwinden.
wie kann ich mit dieser situation umgehen, wie komme ich da raus ? ich will nicht für den rest meines lebens stigmatisiert werden, als schwach dagestellt werden obwohl ich eigentlich ja stark war. es fühlt sich so verdreht an und ich habe angst, dass ich die meinungen meiner familie irgendwann annehme, weil ich niemanden habe, der meinen teil der geschichte validiert.
Unsere Antwort
Wenn ich dich richtig verstehe, brauchst Du jemandem zum Reden und musst gleichzeitig sicher sein, dass du ernst genommen wirst. Da wäre ein Kontakt mit einer Opferhilfeberatungsstelle ein sinnvoller Schritt. Neben einer Opferhilfeberatungsstelle käme auch eine Psychotherapie in Frage. An beiden Orten arbeiten Professionelle. Sie werden dich ernst nehmen und sich vor allem für dein Befinden interessieren. Zudem hast du in einer Psychotherapie die Chance, deine eigene Art der Selbststärkung zu erarbeiten. Wichtig scheint mir auch, dass dein Umfeld weniger wichtig für dich wird, wenn es um die Beurteilung deiner Lebenserfahrung geht.
Leider machen viele Opfer von Gewalt die Erfahrung, dass sich Personen des nahen Umfelds nicht unterstützend verhalten. Das hast du auch erlebt. Darum wäre es gut, wenn du dir nicht immer neue Verletzungen holst. Du hast erfahren, dass deine Familie keine Hilfe ist. Hilfreicher sind in einem solchen Fall professionelle Personen, die dich sicher nicht beschämen. Du kannst dir durchaus vornehmen, mit deiner Familie im Dialog zu bleiben und für deinen Teil der Geschichte einzutreten. Das kann ein Ziel sein. Zunächst solltest du dich auf die Entwicklung deiner Eigenständigkeit konzentrieren.
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Frage Nr. 41192 von 15.05.2026
Ich Mann
Ich Befriedige mich 3 Mal im Tag ab und zu auch 4 mal ist es noch normal?
Und ist es OK wenn mein mama zuschaut
Unsere Antwort
Du kannst so oft Selbstbefriedigung machen, wie du Lust darauf hast und wie es dir Spass macht. Dazu haben wir den Text Selbstbefriedigung bei Männern: ab welchem Alter und wie oft? geschrieben. Vielleicht interessiert er dich ja.
Dass deine Mutter dabei zuschaut, ist aber nicht okay. Selbstbefriedigung ist etwas Privates. Zwischen Eltern und ihren Kindern muss es dabei klare Grenzen geben. Wenn du minderjährig bist, kann so etwas auch strafbar sein. Lies dazu bitte diesen Text.
Wenn dich das beschäftigt oder du dich damit unwohl fühlst, ist es wichtig, mit einer anderen Vertrauensperson oder einer Beratungsstelle darüber zu sprechen. Du kannst uns auch gern noch einmal schreiben und etwas genauer erzählen, wie diese Situation aussieht. Gib dabei bitte die Nummer dieser Frage an.
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Frage Nr. 41165 von 07.05.2026
Ich fühle mich schuldig, denn ich habe einen 17-jährigen Jungen über einem Jahr in der Pause beim Arbeitsplatz sexuell missbraucht (Schulter, Nacken massiert und dabei Erektionen gehabt).
Wir wurde von Meta AI empfohlen hier Hilfe zu holen und in eine Therapie zu gehen.
Noch dazu akzeptiere ich die Grenzen von Frauen auch nicht.
Das beginnt mit dem erste "Nein".
Unsere Antwort
Wir raten dir ebenfalls dringend zu einer Beratung oder Psychotherapie. Es gibt in der Schweiz und in Deutschland die Anlaufstellen 'Kein Täter werden'. In Zürich ist die Anlaufstelle am Universitätsspital. Lies auch mal das Kapitel zu «Keine Übergriffe machen..». Du hast gemerkt, dass du Grenzen nicht einhältst. Du kennst die Grenzen aber genau. Jetzt nutze dein Schuldgefühl und schau dich nach einer professionellen Vertrauensperson um, die mit dir zusammen studiert, wie du die Übergriffe machst, wie du sie verhinderst und wie du neue Beziehungsfähigkeiten entwickeln kannst.
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Frage Nr. 41160 von 05.05.2026
Hey Lili.
Ich bin 13 und war in der 8. Klasse. Ich wurde seit der 3. Klasse stark gemobbt mit allem drum und drann. 2x wurde ich sogar geschlagen und zwinge mich zu reden obwohl ich gar nich will. Nun habe ich etwa vor 2 Monaten in die 7. Klasse gewechselt und es ist viel besser aber ich kann mich nie mehr konzentrieren. Ich sehe immer Bilder vor meinen Augen und in der Pause immer wenn ich der Person XXX sehe kriege ich so Angst und muss weg. Auch im Unterricht muss ich manchmal fast weinen und schreien und ich werde wütend wenn viele Leute im Raum dind jnd es Laut ist. Was soll ich tun?
Unsere Antwort
Nimm dich ernst. Deine Mobbing-Erfahrungen sind noch nicht lange vorbei. Die mobbenden Personen sind wohl auch noch in deiner Nähe. Du wirst also durch dein Gedächtnis und deine Umgebung dauernd an das schädigende und ängstigende Mobbing erinnert. Das stört deine Konzentration.
Wir raten dir mit deinen Eltern, deinen Lehrpersonen oder der Schulsozialarbeiter*in zu reden. Sinnvoll wäre eine Psychotherapie, in der du lernen kannst, dich sicher zu fühlen. Zu einem Teil kannst du das schon. Du merkst, dass es in deiner neuen Klasse besser ist als vorher. Deine Erinnerung stört aber noch. Deine Gefühle können noch nicht glauben, dass du in Sicherheit bist. Und da dir Person XXX begegnet, melden deine Gefühle Gefahr. Aufgrund ihrer Erfahrung haben sie recht. Sie haben aber noch nicht wirklich verstanden, dass du in deiner neuen Klasse sicher bist. Auch deine Angst bei Lärm und vielen Leuten ist logisch. Wenn du keinen Überblick mehr hast, wirst du unsicher. Und dann melden sich die Mobbingerfahrungen wieder. Du kannst lernen, deine jetzige Gefühlsaufregung zu beruhigen. Die meisten Menschen lernen viel besser, wenn sie wohlwollend unterstützt werden. Darum raten wir dir zu einer Psychotherapie.
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Frage Nr. 41141 von 01.05.2026
Hallo Lilli-Team
Meine Frage betrifft Freundschaften/ Beziehungen im Erwachsenenalter. Ich habe eine schwierige Vergangenheit (sexualisierte Gewalt in der Kindheit), was dazu beigetragen hat, dass ich wenige Freund:innen habe. Ich habe Mühe, auf andere zuzugehen, offen zu sein, andere nah ran zu lassen. Aber ich habe auch immer das Gefühl, hässlicher, weniger Wert und teilweise sogar abstossend/ ekelhaft zu sein. Das macht es sehr schwer, Kontakte aufzubauen. Wenn jemand nett zu mir ist, befürchte ich, dass das aus Mitleid geschieht.
Ich habe auch grosse Angst, irgendetwas tiefgründigeres zu teilen, oder darüber zu sprechen wie es mir geht, weil ich nicht so jemand sein möchte, der all seine Probleme ablädt und alle vollquatscht über intime Dinge. Ich möchte nicht belasten oder überfordern. Aber gleichzeitig habe ich den Eindruck, mich da so zurückzunehmen verhindert auch tiefere Beziehung, oder?
Ich denke auch über Liebe/ romantische Beziehungen nach. Ich war nie in einer und war nie verliebt. Ich habe teilweise Angst, gar nicht dazu in der Lage zu sein, dass ich das nie erleben werde. Das macht traurig, aber gleichzeitig wüsste ich auch nicht, wie ich da weiterkomme. Ich versuche Kontakte aufzubauen, Menschen kennenzulernen, Dinge zu unternehmen, wo ich andere treffen kann. Gleichzeitig ist auch nur begrenzt Energie da neben der Arbeit und wenn es mir schlechter geht, wird das alles fast unmöglich durch Schamgefühle und Ekel vor mir.
Unsere Antwort
Deine Erfahrungen in der Kindheit haben in dir Überzeugungen wachsen lassen. Dazu gehört, dass du besser niemandem zur Last fällst und auch niemanden vollquatscht. Mit Belastung kennst du dich also aus und auch mit Überforderung. Also hältst du dich fern. Du merkst jetzt aber, dass Beziehungen nicht so tief werden können, wenn du Abstand hältst.
Eigentlich ist es ja gut, dass du deine Angst bemerkt hast. Sie zeigt dir, dass dir nähere und tiefere Beziehungen fehlen. Die Angst zeigt dir allerdings auch, dass du im Führen einer Beziehung nicht geübt bist. Es gibt also etwas zu lernen. Auch dein Selbstwertgefühl kann noch dazu lernen. Es ist leider so, dass fiese Bemerkungen und Abwertungen immer schädlich sind. Wenn du sie schon in der Kindheit verarbeiten musst, hast du wahrscheinlich die Überzeugung entwickelt, dass du nicht wertvoll bist. Das stimmt nicht! Du hast nicht gelernt, dich wertvoll zu fühlen.
Es gibt keinen Schalter, der ohne dein Zutun einen anderen Menschen aus dir macht. Du kannst aber dein ganzes Leben lang Neues lernen. Der Schalter für das Lernen ist die Einsicht (die du schon hast). Der Schalter für Veränderung ist die Akzeptanz deiner eigenen Gefühle. Sie sind nicht falsch. Sie sind durch falsche Behandlung entstanden. Das solltest du nie vergessen. Du kannst einen neuen Umgang mit dir lernen und dich fragen: ‚Wie kannst du dich selbst wertschätzen?‘ ‚Wie kannst du deine Gefühle lesen und schätzen lernen?‘ ‚Wie kannst du dir andere Menschen erträglich machen?‘
Bisher kostet dein beschämtes Selbstwertgefühl viel Energie. Vielleicht kannst du diese Energie für den Aufbau deiner Beziehungsfähigkeiten einsetzen. Du könntest dir dabei von einer/m Psychotherapeut*in helfen lassen. Du hättest dort die Chance persönliche Dinge zu erzählen und würdest sicher verstanden werden. Du könntest auch üben, dich selbst zu akzeptieren.
Wissen solltest du, dass für die meisten Menschen nahe Beziehungen und Freundschaften schwierig sind. Die meisten Leute haben sich schon von besten Freund*innen und Liebespartner*innen getrennt. Beziehungen muss man wählen und führen. Schau dazu mal unser Kapitel «Beziehungen eingehen» an.
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Frage Nr. 41129 von 28.04.2026
Guten Tag
Ich arbeite für die interne Präventions- und Meldestelle einer Stiftung im Kanton [...]. Nun haben wir an einem Standort in [...], aktuelle Thematik Sexueller Übergriff bei Minderjährigen Mädchen welchen dies während einer Entweichung geschehen ist. Dies wurde alles aufgefangen und die notwendigen Schritte wurden eingeleitet. Auch psychologisch sind die Klientinnen betreut. Nun meine Anfrage: Gibt es ein Angebot, welches Morgen Vormittag uns im Team unterstützen kann um diese Situationen zu reflektieren und auch das Thema Resilienz aufzugreifen?
Herzliche Grüsse
Unsere Antwort
Sorry, wir sind zu spät mit unserer Antwort. Ihr hättet unsere Unterstützung gern bereits gestern gehabt. Wir bieten aber nur anonyme Online-Beratung an. Persönliche Begleitungen und/oder Supervision machen wir nicht. Solch eine Begleitung könnte in einer spezialisierten Opferhilfestelle angefragt werden, z.B. bei Lantana. In Zürich kämen dafür z.B. Kokon, Castagna oder frauenberatung:sexuelle Gewalt als Kontaktstellen in Frage, oder auch Limita, die Fachstelle zur Prävention sexueller Ausbeutung. Neben den Berner und Zürcher Fachstellen gibt es in vielen Kantonen spezialisierte Opferhilfestellen. Eine Liste ist unter opferhilfe-schweiz.ch zu finden. Wir hoffen, wir konnten euch etwas weiterhelfen.
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Frage Nr. 41127 von 27.04.2026
Liebes Lilli-Team
Ich gehe morgens häufig vor der Arbeit beim Bäcker vorbei. Dort sitzt fast immer ein älterer Mann (geschätzt über 75). Er grüsst mich seit einiger Zeit immer. Ich bin generell schüchtern und habe Mühe mit Grüssen etc. Aber ich wollte nicht „so sein“ und wünsche auch einen guten Morgen. Dann kam bald dazu, dass er einen guten Tag oder ein schönes Wochenende wünscht. Ich bedanke mich jeweils schnell und gehe. Heute Morgen sagte er dann, ich hätte „herzigi chlini häärli“ zu meiner Frisur. Ich habe „danke“ gemurmelt und bin schnell gegangen.
Es ist mir unangenehm. Ich möchte keine Kommentare zu meinem Aussehen, keine Bewertungen, nicht von alten Männern und schon gar nicht diese Verniedlichung. Vielleicht überreagiere ich. Es hat mich dran erinnert, wie icb mit 17 nach dem Schwimmen aus dem Wasser kam und ein alter Mann auf der Bank mich betrachtete und meinte „Sie haben ein schönes Figürchen“.
Wenn es mehr würde, ist mein nächster Schritt jeweils den Ort zu meiden. Es ist nicht gravierend oder schlimm, das ist mir klar. Und dennoch weiss ich nicht, wie ich damit umgehen soll (w, 27)
Unsere Antwort
Dein ganz persönliches Erleben ist entscheidend. Dir sind die Situationen mit diesem Mann unangenehm. Es geht ganz vielen Menschen so, dass sie unsicher sind, wie sie in dieser Situation reagieren sollen. Nur wenige Menschen wären bei einem unerwarteten Kommentar zum eigenen Aussehen schlagfertig und souverän. Hast du mal Freund*innen davon erzählt? Es kann spannend sein, unterschiedliche Perspektiven dazu anzuhören.
Du beschreibst eine Erinnerung an ein Ereignis vor 10 Jahren. Der Kommentar des Mannes war unangemessen. Wie hast du dich damals gefühlt? Hattest du Angst? Wie hast du gehandelt? Konntest du dich im nachhinein jemandem anvertrauen? Und was hättest du rückblickend gern getan?
Die Situation heute beim Bäcker hat einerseits Parallelen aber auch Unterschiede zu der Situation damals. Du bist bei der Bäckersituation vollständig angezogen, 10 Jahre älter als damals... In der Zwischenzeit sind in deinem Leben bestimmt einiges passiert und du hast vieles in deinem Leben erfolgreich bewältigt.
Du hast bereits einen Plan gemacht, was du tust, wenn es mehr wird. Ich möchte dich darin bestärken, dass du die unangenehme Begegnung meiden darfst. Du darfst ihm auch sagen, dass du lieber keine Kommentare zu deinem Aussehen bekommen möchtest. Das ist aber kein Muss. Ich möchte dich nur darin bestärken, dass du nicht höflich sein musst.
Wenn du magst, schau mal, wie du dich körperlich in der Situation verhältst. Stärkend wirkt zum Beispiel den Kontakt deiner Füße zum Boden zu spüren und in alle Richtungen Raum zu spüren um deinen Körper herum, die Zunge liegt entspannt im Mund, die Augen sind locker, der Bauch darf sich bei der Atmung sanft wölben. Vielleicht hast du Lust, damit zu experimentieren. Möglicherweise erlebst du, dass du anders in die Situation hineingehst. Das könnte dir auch in anderen Lebenslagen helfen, wo du dich unsicher fühlst.
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Frage Nr. 41116 von 25.04.2026
Triggerwarnung
Wenn schon junge Menschen (Kinder, Jugendliche aber auch Erwachsene) opfer von Missbrauch werden, dann ist das zusätzliche Trauma noch körperliche Verletzung durch Ansteckung und ungewollter Schwangerschaft ausgesetzt oder
Vor allem auch hpv schon, wie wirkt sich das aus bei den jungen opfern? Dann haben die opfer dann noch zusätzliche Körperverletzung erfahren oder
Ich finde sollte mehr Aufklärung für pädagogen geben, woran man m*ssbrauch bei Kinder etc erkennt
Unsere Antwort
Ja, du hast ganz recht. Es ist wichtig zu wissen, dass die Folgen von sexuellem Missbrauch weitreichend und vielfältig sind. Wir finden auch, dass alle Menschen darüber Bescheid wissen sollten. Wir müssen aber auch bedenken, dass Menschen, die sexuelle Gewalt erlebt haben, keine erkennbare Merkmale oder Verhaltensweisen haben. Es ist darum besonders wichtig, dass wir alle lernen, gut zuzuhören. Opfer von Gewalt erzählen ihre Erlebnisse eher einer Person, die gut zuhört und von der sie sich verstanden fühlen. Es ist leider häufig so, dass den Opfern nicht geglaubt wird. Oder, dass die Angesprochenen finden, das Erlebte sei doch nicht so schlimm. Solche Erfahrungen schüchtern Opfer ein. Das führt dazu, dass sie sich selbst beschuldigen.
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Frage Nr. 41074 von 14.04.2026
Hii,
Ich hatte bereits eine Frage gestellt und möchte mich nochmals zurückmelden (41028).
Ich habe darüber nachgedacht.
Stimmt, wenn ich solche Angst habe, dass mich meine Mutter ignorieren könnte, dann bin ich wieder ein Kind.
Generell habe ich oft das Gefühl keine Ahnung vom Leben zu haben, einfach weil ich so lange in dieser „eigenen“ Welt war.
Unter Familie meinte ich meinen Vater, meine Mutter und meine Schwester (31).
Alle leben in dieser „eigenen“ Welt, obwohl ich glaube, dass mein Vater noch am „normalsten“ ist. Er sagt mir immer wieder, dass ich das schon richtig mache wie ich es mache.
Ich habe das Gefühl, erst seit ich mit meinem Freund zusammen bin lebe ich richtig.
Er hat mich irgendwie da raus geholt… Aber manchmal falle ich zurück und habe wieder solche Angstgefühle. Das nervt mich selbst sehr, weil mir oft garnicht bewusst ist wieso ich Angst habe.
Ich glaube, dass ich den Kontakt mit meinen Eltern bzw. Mit der Familie abbrechen muss, wenn ich weiter eine Zukunft mit meinem Freund haben möchte.
Habt ihr vielleicht Tipps wie ich mit meinen Eltern umgehen kann und wie ich Grenzen setzen kann, damit ich selbst entscheiden kann, wie ich leben möchte?
Unsere Antwort
Zuerst mal: ich finde es gut und wichtig, dass du die Situation schon ganz gut durchschaust. D.h., du siehst eigentlich, wie schädlich euer Familiensystem für dich ist.
Ganz klar: Solange du dir von deiner Mutter vorschreiben lässt, wie du zu leben hast, tut dir der Kontakt nicht gut. Mir gehen da verschiedene Möglichkeiten durch den Kopf:
- Du reduzierst den Kontakt aufs mindeste. Letzteres kann als erster Schritt einfacher sein. Hast du denn eine Möglichkeit, auszuziehen? Wenn das möglich wäre, würde ich dir das sehr empfehlen.
- Der zweite Schritt wäre die Auseinandersetzung mit der Mutter irgendwann einmal. Also ich meine das Gespräch, in dem du ihr klar sagst, wie du die Beziehung definieren möchtest.
- Interessant finde ich, was du über deinen Vater schreibst: du findest, er sei der normalste, und er scheint das auch gut zu finden, was du machst. Wie steht er dazu, wie deine Mutter mit dir umgeht? Hast du mit ihm schon mal darüber geredet? Hast du ihn mitgeteilt, wie sehr du darunter leidest? Könnte das Gespräch mit ihm allenfalls dazu führen, dass er dir hilft bei der Abgrenzung gegenüber der Mutter?
- Grundsätzlich könnte es sinnvoll sein, dass du eine Psychotherapie machst oder zu einer psychologischen Beratungsstelle gehst, denn es ist nicht so einfach, sich aus so einem Familiensystem zu lösen; da kann fachliche Unterstützung sehr hilfreich sein.
- Ich empfehle dir sehr, dass du unsere Texte über schwierige Familien liest. Ich habe dich ja schon auf diesen Text über das Verhalten von Eltern verlinkt. Von dort kommst du auf weitere Texte, die ich dir auch sehr empfehle.
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Frage Nr. 41028 von 25.03.2026
Hallo Lilli Team,
Ich bin w24 und wohne noch zuhause.
Ich habe folgendes Problem: ich habe große Angst vor meiner Familie, bzw. Vor meiner Mutter.
Immer wenn ich etwas ihrer Meinung nach nicht richtig mache, dann wird sie böse. Das macht sie aber nicht, in dem wir streiten, sondern sie ignoriert mich dann Tagelang.
Wenn ihr etwas nicht passt, dann werde ich zu Luft, bzw. sie wird total gleichgültig.
Seit einem Jahr führe ich eine Beziehung mit einem Mann. Er ist, für mich, die tollste Person auf der Welt,
Aber meine Familie ist immer beleidigt, wenn ich etwas mit ihm unternehme.
Ich habe schon richtig Angst zu sagen, dass ich etwas unternehmen möchte (egal ob mit meinem Freund oder mit Freundinnen), weil in der Zeit ich nicht daheim bin, sondern wo anders.
Ich weiß langsam nicht mehr was ich machen soll, denn diese Angst etwas falsch zu machen (obwohl es ja nicht falsch ist, sich mit Freunden oder dem Partner zu treffen) ist so schlimm. Ich habe richtig Panik und weine viel.
Anstatt, dass meine Familie meinen Freund als neues Familienmitglied sieht, sehen sie ihn als Rivale.
Die ganze Situation findet mein Freund natürlich auch nicht cool.
Kann ich etwas gegen diese Angst tun?
Habt ihr vielleicht Tipps?
Ist es nicht normal, dass ich mein Leben selbst aufbauen möchte und nicht immer erst „bei Mama fragen muss, ob das in Ordnung ist“? So fühlt es sich zumindest immer an.
Unsere Antwort
Doch, es ist normal, wenn du dein Leben selbst aufbauen möchtest. Du bist eine erwachsene Frau. Ich kenne deine Lebensumstände nicht und weiss daher nicht, warum du noch bei deinen Eltern lebst. Ganz klar tun sie dir überhaupt nicht gut. Sie scheinen nicht an deinem Wohlergehen interessiert zu sein, und sie scheinen dir überhaupt nicht zu gönnen, dass du dein eigenes Leben hast.
Es gibt einen guten Grund, warum du bei dem Verhalten deiner Mutter Angst bekommst – statt dass du dir entrüstet sagst: "So nicht! Das lass ich mir nicht bieten! Ich ziehe aus!" Du hast offenbar Angst davor, dass sie dich ignoriert, und dass du ihr gleichgültig wirst. Was ist daran so schlimm? Ich vermute, das ist eine ganz alte Geschichte. Ich vermute, das sind alte Emotionen, die viel mehr zu dir als kleinem Mädchen passen als zu dir als erwachsene Frau: Wenn die Mutter das Mädchen ignoriert, ist es schlimm, ja eigentlich lebensbedrohlich. Wenn sie die erwachsene Frau ignoriert, ist das allenfalls ärgerlich (oder sogar entlastend, weil sie dich dann in Ruhe lässt). Aber ich glaube die Gefühle des Mädchens sind in dir noch sehr wach. Verstehst du was ich meine? Wenn du von diesen Gefühlen des kleinen Mädchens heimgesucht wirst, dann fällt die Ablösung natürlich wahnsinnig schwer. Siehst du dich als erwachsene Frau? Es würde mich wundern nehmen, was du über diesen Abschnitt denkst. Gern kannst du uns das schreiben.
Du beziehst dich in einem Satz auf deine Familie. Du schreibst, dass sie deinen Freund nicht als neues Familienmitglied, sondern als Rivale sieht. Wer genau ist deine Familie? Mutter, Vater – wer sonst noch? Es kommt mir so vor, als habe deine Familie eine eigene Welt aufgebaut, aus der man nicht ausbrechen darf. Ist das so? Eigentlich geht es ja nicht primär darum, dass dein Freund in die Familie aufgenommen wird, sondern viel mehr darum, dass du deine eigene Familie aufbaust. Da gehört dein Freund dazu, da gehören deine Freund:innen dazu – Menschen, die du dir wählst, und die dir gut tun. Und vielleicht dann irgendwann mal, wenn du das möchtest, auch deine Kinder.
Vielleicht möchtest du uns noch einmal schreiben, uns deine Gedanken zu dem, was ich dir geschrieben habe, mitteilen, und deine Situation etwas genauer erklären. Ich bitte dich zudem, dass du dir diesen Text über das Verhalten von Eltern ansiehst. Du wirst da wahrscheinlich einiges wieder erkennen.
Wenn du uns nochmal schreibst, gib bitte die Nummer dieser Frage an.
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