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Fragen & Antworten:
Ich und die anderen

Frage Nr. 41824 von 26.10.2026

Seit ihr irgendwie grundsätzlich gegen Transitionen und Mastektomien? Es kommt mir so vor

Unsere Antwort

Nein, wir sind nciht grundsätzlcih gegen Transitionen und Mastektomien. Es würde mich interessieren, wie du zu dieser Annahme kommst. Möchtest du uns nochmal schreiben und das erläutern?

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Frage Nr. 41816 von 23.10.2026

Ich beziehe mich auf die Frage Nr. 41785 von 16.10.2026. Ich bedanke mich für eure Antwort. Dann habe ich eure Antwirt falsch verstanden. Ich habe die Putzfrau nun entlassen, da ich nicht freiwillig mit jemandem zusammenarbeiten möchte ohne Vertrauen.

Unsere Antwort

Das ist doch eine gute Idee.

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Frage Nr. 41785 von 16.10.2026

Ich beziehe mich auf die Antwirt zur Frage Nr. 41746 von 07.10.2026. Ich bedanke mich für eure Antwort. Ich finde sie aber in einigen Punkten problematisch. Ich hätte mir gewünscht, dass ihr meine Meinung unterstützt. Ich bin der Meinung, dass meine Wohnung mein Safe Space ist und ich machen kann, was ich möchte. Zudem erwarte ich von einer Putzfrau, welche bereits Erfahrung besitzt eine gesunde professionelle Distanz. Dies beinhaltet beispielsweise, dass die Privatsphäre gesehen wird. Ich finde, dass Öffnen einer Schublade ist ein absolutes No Go. Die Rechtfertigung, sie hätte dort geputzt anstelle einer Entschuldigung finde ich schwach. Zudem finde ich das Kommentieren und Body Shaming des Körpers einer Kundin ebenfalls ein absolutes No Go. Ich hätte erwartet, dass ihr mich dabei unterstützt meine Grenzen zu wahren.

Unsere Antwort

Wir sind voll auf deiner Seite und hätten uns gewünscht, deine Putzfrau hätte professionell gehandelt. Das hat sie aber nicht getan. Jetzt ist eine Möglichkeit, du hältst ihr die NoGo’s vor und beschwerst dich über ihr Verhalten und verlangst eine Entschuldigung. Das ist dein Recht. Fraglich ist, wie sich das auf das Arbeitsverhalten auswirkt. Die andere ist, du stellst die Regeln auf und kommunzierst sie eindeutig. Unser Rat war, Zusammenarbeit zu ermöglichen. Dazu gehört, die Fehler der Angestellten zu erkennen und in der Führungsrolle zu bleiben. Wenn wir dir raten, du sollst das «Verhalten deiner Reinigungskraft nicht überbewerten», meinen wir nicht, deine Putzfra hat recht. Wir raten dir handlungsfähig zu bleiben, damit du sie sicher führen kannst. 

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Frage Nr. 41764 von 12.10.2026

Ich habe etwas eine persönliche Frage. Ich getraue mich kicht dies mit meinen Freund oder so zu besprechen. In letzter Zeit habe ich dehr starke und intensive Träume, die mich aufwecken oder schockieren. Diese Nacht träumte ich, dass mein Freund nach Jahren der Beziehung sagte er stehe auf BDSM und auf Schwerter aus Plastik beim Sex. Mich hat das extrem schockkert und ich merkte wie meine starken Drang nach Kontrolle und meine Angst hervorkommt. Ich merkte dann wie wichtig mir Kontrolle unbewusst ist. Wieso fühlte sich Traum so real an und Mühe ihn von Realität zu trennen? Wieso so Angst vor Kontrollverlust allgemein? Ursachen?

Unsere Antwort

Schön, dass du dich getraut hast, uns zu schreiben.

Offenbar wühlt dich der Inhalt des Traums und deine Gefühle dabei und danach ziemlich auf. Es ist sicher ganz schön anstrengend, wenn du in letzter Zeit einige solcher intensiver Träume hattest.

Mir stellt sich die Frage, wie es dir insgesamt geht zur Zeit. Und wie steht es um deine Beziehung?

Es war nur ein Traum. Und doch erlebst du starke Angst. Was glaubst du, was will sie dir sagen? Wovor will sie dich schützen? Was möchtest du kontrollieren, um weniger Angst zu spüren?

Vielen Menschen würde es Angst machen, wenn sie nach Jahren der Beziehung etwas von ihrem Partner erfahren, was sie überhaupt nicht erwartet haben. Vielleicht auch etwas, was unvereinbar scheint mit den eigenen Werten und Vorstellungen. Letztlich können wir den Menschen an unserer Seite nie ganz kennen und nie ganz verstehen. Enge partnerschaftliche Beziehungen bergen immer neben all den schönen Seiten auch eine nie endende Fremdheit und Getrenntheit, die verunsichernd erlebt werden kann.

Normalerweise nimmt das intensive Gefühl nach Erlebnissen in Träumen nach einiger Zeit von allein ab. Wenn du in ein paar Wochen zurückblickst, ist es vielleicht schon gar nicht mehr so relevant wie jetzt.

Noch kenne ich dich kaum. Du beschreibst dich als einen Menschen mit starkem Drang nach Kontrolle. Wie zeigt sich das? Hast du in deinem Leben mal Kontrollverlust erlebt? Hast du Ideen dazu, weshalb du Angst vor Kontrollverlust hast? Das wären wichtige Informationen für mich, um mir ein Bild von deiner derzeitigen Situation zu machen.

Falls dich das Gefühl von Angst und Kontrolle im Alltag sehr stark einnimmt, wäre allenfalls psychotherapeutische Unterstützung hilfreich. Allgemeine Informationen zu Angst findest du bei Angst- und Panikhilfe Schweiz und bei Deutsche Angst-Hilfe e.V.

Wenn du magst, schau doch mal, was du mit deinem Freund besprechen könntest. Du musst ihm nichts vom Inhalt der Träume erzählen. Einfach nur, dass es in letzter Zeit häufiger so war, dass du richtig stark und intensiv geträumt hast. 

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Frage Nr. 41746 von 07.10.2026

Ich habe vor einigen Tagen unangenehme Erfahrung mit der Putzfrau gemacht. Als sie am aufräumen war, kam sie mit Binde auf mich zu und fragte ob sie diese haben kann. Ich sagte ja. Die Binden liegen bei mir in der Schublade im Bad. Ich habe ihr anschliessend gesagt, dass dies privat ist und sie nächstes Mal doch bitte fragen sollte. Sie meinte es sei ein Notfall gewesen und normalerweise frage sie. In der Woche zuvor sagte sie als ich Beinumfang gemesen habe, dass sie zum abnehmen die Abnehmspritze empfehle. Ich sagte ihr ich messe mein Beinumfang für Hose zu kaufen. Sie meinte dann ihre Tante habe viel Gewicht verloren mit Abnehmspritze und es habe ihr sehr geholfen. Sie hat mich auch mehrfach gefragt, ob Nachbarn oder meine Mutter Putzhilfe benötigt und mich gefragt ob ich sie empfehlen kann. Mir ist das ganze sehr unabgenehm und gleichzeitig meint mein Umfeld ich solle ihr nochmals Chance geben, da sie gut putzt und klare Regeln. Ich habe aber Problem mit Vertrauen, da sie ungefragt etwas aus Schublade nahm auch wenn sie Bereich geputzt hat. Zudem glaube ich gleichzeitig, dass ich zu grosszügig war, da ich Mühe habe Grenzen zu setzten und Nein zu sagen. Was meinst du dazu? Was würdest du tun und wie kann ich Grenzen setzten und Nein sagen lernen, auch wenn ich ünerrumpelt werde?

Unsere Antwort

Deine Reinigungskraft scheint eine Frau zu sein, die viel beobachtet, gern redet und sich einmischt. Als sie dich um die Binde bat, hast du souverän reagiert. Deine klare Anweisung war: Bitte fragen! Genauso wird es auch in anderen Bereichen funktionieren. Du kannst aber auch damit rechnen, dass sie immer wieder nachfragt und kommentiert. Wenn du deinen Beinumfang misst, zieht sie daraus ihre eigenen Schlüsse. Wenn du so ein Gespräch nicht führen willst, machst du persönliche oder intime Sachen besser nicht, wenn die Putzfrau da ist.

Dass sie dich fragt, ob du sie weiter empfiehlst, finde ich normal. Das Geschäft einer Reinigungskraft wächst am besten durch Empfehlungen. Sie weiss ja, dass sie gut putzt. Und du bist in diesem Fall ihrer Meinung. Du kannst aber durchaus sagen, dass du keine Empfehlungen gibst. Das ist dein gutes Recht.

Mir scheint wichtig, dass du das Verhalten deiner Reinigungskraft nicht überbewertest und dir selbst Angst machst. Sonst wirst du dich gar nicht über die gut geputzte Wohnung freuen können. Sie hat zwar ungefragt etwas aus einer Schublade genommen, es dir dann aber gezeigt. Sie verheimlicht dir nichts, sondern handelt für dich zu eigenständig.

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Frage Nr. 41739 von 06.10.2026

Ich bedanke mich für die vielen Beiträge und die Arbeit die ihr leistet. Ich finde eure Seite super hilfreich. Ich wende mich mit einer persönlichen Frage an euch. Ich habe seit ich 12 Jahre alt bin das Problem unter Essanfällen zu leiden. Als Kind war es vermutlich eine Bewältigunsstrategie. Ich habe bereits als Teenie Diäten ausprobiert und auch Sport gemacht.

Mir ist aufgefallen, dass es ein sehr emotionales Thema ist, welches mit viel Scham behaftet ist. Wenn jemand mein Gewicht anspricht, dann fühle ich mich schnell verletzt. Ich war als Teenie nicht dick aber schwere als die anderen Kinder und wurde von ihnen als dick bezeichnet. Zudem kommentierten Erwachsene mein Essverhalten oder meinen Körper. Auch von Ärtzen fühlte ich mich nicht wirklich verstanden.

Erst seit ich erwachsen bin, werde ich gefühlt weniger aufgrund meines Aussehens ausgeschlossen oder schlechter behandelt. Wenn es jemand aber dennoch anspricht oder ich höre, dass andere darüber gesprochen haben verletzt es mich unglaublich.

Ich habe vor einiger Zeit angefangen wieder regelmässig Sport zu treiben und versuche mich möglichst gesund zu ernähren aber dennoch bleibt in mir ein Denken ich dürfe dies oder das nicht essen. Die emotionalen Essanfälle sind weniger geworden seitdem ich erkannt habe, dass ich Essen nicht als emotionaler Regulator brauche. Dennoch ist mit dem Thema viel Belastung verbunden. Ich weiss da nicht wirklich weiter, wie ich mit dem Thema umgehen kann. Hättet ihr einen Tipp? Danke für eure Hilfe!

Unsere Antwort

Also erstmal: Hut ab, was du schon alles erreicht hast! Ganz wichtig ist, dass du das Essen nicht mehr so als emotionalen Regulator brauchst. Die Gefahr ist allerdings, dass bei all der gesunden Ernährung den Faktor "Spass beim Essen" möglicherweise übergangen wird. Essen ist etwas, das uns nicht nur körperlich, sondern auch emotional sättigen kann. Für dich wäre es also zentral, dass du das Essen wirklich geniesst. In einem Essanfall ist das in der Regel nicht der Fall. 

So wie du schreibst, klingt es für mich so, als ob du zu allein rund um das Thema bist. Ich empfehle dir, dass du dich bei der Arbeitsgemeinschaft Ess-Störungen AES meldest. Ich fände es sehr gut, wenn du mit jemandem reden könntest, der deine Probleme und dein Erleben rund um Gewicht, Körperbild und Essen wirklich ernst nimmt und dir konkrete Tipps und Adressen für dein weiteres Vorgehen geben kann. Und das tun die Beraterinnen bei der AES. Du könntest dich per Email oder Telefon beraten lassen oder auch einen kostenlosen Beratungstermin abmachen. 

An welche Adressen denke ich? Zum Beispiel an eine ernährungspsychologische Beraterin, die sich mit Binge Eating/Essanfällen auskennt. Ernährungspsychologische Beraterinnen vermischen Ernährungsberatung und psychologische Beratung. Möglich wäre allenfalls auch eine Psychotherapie, in der du dabei unterstützt wirst, dich von der Vergangenheit zu "emanzipieren".

Und dann fände ich es auch noch eine gute Idee, du würdest etwas machen, das dein körperliches Selbstwertgefühl unterstützt. Da ist so ein bisschen die Frage, was du jetzt schon machst. Du machst Sport. Welche Sportarten? Sind das auch Dinge, die Spass machen oder die Körperwahrnehmung fördern? Z.B. Tanzen, Yoga oder eine Kampfsportart? Das würde ich auf jeden Fall auch empfehlen. 

Unseren Text über Essanfälle kennst du? Den empfehle ich dir auf jeden Fall sehr. 

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Frage Nr. 41725 von 02.10.2026

Hallo
Bruder geht es nach Unfall nicht gut, schreibt u.a das er 'es nicht mehr kann'. Habe Angst und kann nicht mehr ruhig schlafen.
WIE fragen nach S-Absichten? Was tun?

Unsere Antwort

Du kannst deinen Bruder fragen, ob er mit dir reden möchte. Als Grund kannst du sagen, dass du beobachtet hast, dass es ihm nicht gut geht. Du könntest ihm sagen, dass du ihn gern unterstützen möchtest. Wenn er ablehnt, solltest du nicht drängen. Oft ist es für Menschen in Krisen schon eine Erleichterung, wenn sie merken, dass andere gesprächsbereit sind.

Ernst nehmen solltest du in jedem Fall deine Sorgen. Es geht auch dir nicht gut und du schläfst schlecht. Eine Begleitung für dich wäre darum sicher gut. Schau doch unser Adress-Kapitel Krisen & Suizidalität an. Dort sind auch Anlaufstellen für Angehörige aufgelistet. Sie sind in der Krisenbgleitung erfahren und können dir einmal sagen, wie du mit deinem Bruder umgehen kannst. Wenn du dich sicherer fühlst, wird es dir leichter fallen, deinen Bruder wirksam zu unterstützen. 

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Frage Nr. 41724 von 02.10.2026

Ich habe eine Frage in Bezug auf Geld. Ich habe heute meinen Kleiderschrank aufgeräumt. Mir ist aufgefallen, dass ich ein Kleid besitze, von dem ich nicht mehr wusste, dass ich es besitze. Ich habe mir dann Gedanken gemacht über meine Finanzen. Als Kind konnte ich sparsam sein. Als ich älter wurde konnte ich schlechter sparen. Ich kaufe Dinge, die ich nicht brauche und verkaufe sie dann wieder oder gebe sie weg. Häufig kaufe ich auch secondhand. Dennoch kann ich schlecht sparen und habe Angst, nach meiner Ausbildung kaufsüchtig zu werden oder mich zu verschulden.
Was kann ich tun? Wie kann ich lernen zu sparen und wo kann ich mich zum Sparen informieren? Woran erkenne ich, ob ich für Kaufsucht gefärdet bin oder bereits kaufsüchtig bin? Wie kann ich mit den Gefühlen umgehen, wenn schlechte Gefühle auftauchen im Zusammenhang mit dem kaufen?
Mir ist zudem aufgefallen, dass teilweise schlechte Gefühle auftauchen, wenn ich etwas zurücklege und eine Leere. bis jetzt habe ich ausser spüren und akzeptieren, dass etwas trotzt in mir keine Strategie gefunden.
Danke für eure Hilfe!

Unsere Antwort

Wir leben in einer Welt, in der unentwegt Bedürfnisse geweckt werden, DInge zu kaufen. Das ist ein Teil unserer Wirtschaft. Wenn du also Kauflust spürst, ist dies eine Reaktion auf die Angebote, die dir gemacht werden. Darum geht es sehr vielen Menschen so wie dir. Du kaufst lieber, als dass du die Kleider dann auch trägst. Gut, dass du deinen Kleiderschrank aufgeräumt hast. So konnte dir auffallen, dass du mehr kaufst als du brauchst. Gut auch, dass du gleich weiter gedacht hast. An deine Finanzen und dein Zukunft. So hast du auch deinen Änderungswunsch wahrnehmen können. Dein 'Behandlungsversuche' sind gut: Du spürst in dir etwas trotzt. Du hoffst, das Akzeptanz hilft. Akzeptanz ist wichtig, wenn es um dich geht. Dich als Person zu akzeptieren, ist wichtig. Freundlich und aufbauend mit dir selbst umzugehen, ist wichtig. Dich trotzig weiter kaufen zu lassen, hilft nicht.

Wenn du weniger kaufen willst, braucht es tatsächlich Strategie. Du beschreibst schlechte Gefühle beim Kaufen. Beim Zurücklegen von Ware hast du eine Leere wahrgenommen. Mir scheint, du suchst nach einem befriedigenderen Lebensinhalt. Das Kaufen ist leicht und geht fast immer. Es nimmt viel Zeit und Energie in Anspruch. Mir scheint, es macht deine Gefühle nicht satt und zufrieden. Du hast schon rausgefunden, dass du keine verschuldete Dauerkäuferin werden willst. Wer willst du werden? Wie möchtest du dein Leben gestalten? Mit was möchtest du es füllen? Deine Strategie könnte sein, eine Zukunftsfrau zu entwerfen, die du werden möchtest. Deinen idealen Entwurf könntest du als Begleiterin nutzen. Sie könnte dich bei deinem Entwicklungsweg unterstützen.

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Frage Nr. 41709 von 29.09.2026

Hallo liebes Team,
Ich (w28) habe das Problem, dass ich oft mit meinen eigenen Gefühlen nicht zurecht komme, insbesondere mit Wut und Frustration. Wenn ich wütend oder frustriert bin, brauche ich immer eine andere Person, meistens ist es meine Mutter, mit der ich über Dinge, die vorgefallen sind reden kann. Eine Person mit neutraler Stimmung, die mich beruhigt und dann mit mir konstruktiv Lösungen bespricht.
Allein verzweifle ich in emotionalen Situationen hingegen oft und weiß nicht was ich machen soll. Mein Kopf denkt nicht klar, ich bin sehr verstrickt in die jeweilige Emotion und habe negative Gedanken wie „Ich bin so ein Opfer“, wenn ich das Gefühl habe, dass mir jemand Unrecht getan hat und ich mich wieder nicht wehren konnte oder „Ich bin einfach nicht tough genug für das Leben“, wenn ich eine Frustration erfahren.
Ich möchte Wut und Frustration oft durch viel Arbeit kompensieren, aber ich bin dann in den Situationen meist zu emotional um mich auf die Arbeit zu konzentrieren, was mich noch mehr fertig macht, weil ich dann wieder denke, dass ich zu schwach bin um hart zu arbeiten.
Ich habe so oft das Gefühl, einfach schwach zu sein, und es alleine im Leben nicht schaffen zu können. Ich möchte aber gerne unabhängiger davon werden, meine aktuellen emotionalen Befindlichkeiten immer an anderen Personen auszulassen. Insbesondere meine Mutter ist mit ihren eigenen Problemen belastet und braucht meine nicht zusätzlich oben drauf und bei Freunden habe ich Angst, dass ich mich unbeliebt mache. Ich weiß oft nicht, wie viel von mir ich anderen zumuten kann und soll.
Ich wäre manchmal gern wie ein stahlharter Mensch, an dem alles abprallt, der alles durchstehen kann und den alle respektieren. Ich denke oft, dass es im Leben allein darum geht, sich knallhart durchzusetzen, aber dass ich das halt einfach nicht kann und so immer hinter meinen Zielen zurückbleiben werde, während andere stark und glücklich sind.

Unsere Antwort

Du beobachtest dich gut. Was du beschreibst, ist richtig. Der Weg, Andere als Helfer*innen für die Regulation der eigenen Gefühle zu engagieren, ist naheliegend. Und du machst auch das gut. Du lässt nicht deine Wut und Frustration an Anderen aus, sondern besprichst sie. Du bist also auf dem richtigen Weg. Allerdings merkst du, dass du deine Mutter vielleicht belastest, wenn du sie immer wieder für deine Regulation anfragst. Möglicherweise findet deine Mutter das gar nicht so schlimm. Trotzdem solltest du deinen Wunsch nach Eigenständigkeit ernst nehmen. Wir fühlen uns als Erwachsene wohler, wenn wir unsere Gefühle kennen und selbst steuer können. Tipps dazu findest du in «Ich komme mit meinen Gefühlen nicht klar». 

Du hast schon rausgefunden, was deiner Wut hilft.. Du brauchst eine 'Person mit neutraler Stimmung'. Die fehlt dir mitten in Wut- und Frustrationsgefühlen. Dann bist du verwirrt und fühlst dich als Opfer. Das ist eigentlich normal. Wahrscheinlich wurdest du wirklich ungerecht behandelt oder fühltest dich durch jemanden verletzt. Gefühle sind nämlich meistens klug. Sie zeigen an, was dir gefällt/nicht gefällt, was dir gut tut/nicht gut tut und/oder was du gern hast/nicht ertragen kannst. Ich würde dir raten, sie anzunehmen und konstruktiv auf sie zu antworten. Hier könntest du dazu lernen. Denk mal an deine Selbstgespräche: «Ich bin nicht tough genug», «ich bin zu schwach», «ich müsste stahlhart sein» etc. Dies sind wahrscheinlich die freundlichsten Gedanken über dich selbst. Wenn du deine Gedanken-Sätze ernst nimmst, verstärken sie doch genau die miese Stimmung, in der du gerade schon bist. Logisch fühlst du dich dann hilflos. Wenn du so versuchst, das Problem mit einem Sturz in deine Arbeit zu lösen, verstärkst du Verwirrung, Schwäche und Hilflosigkeit. Es könnte ein Teufelskreis entstehen, in dem du dich immer schlechter behandelt und so immer schächer machst. Je schwächer du dich fühlst, desto stärker wird deine Hoffnung als 'stahlharter Mensch, an dem alles abprallt' aufzuwachen. Dieses stahlharte Ziel würde ich in Frage stellen. Oder fühlt sich bei dir Wohlbefinden stahlhart an?

Mein Rat wäre: Behandele dich auch in deinen Gedanken so respektvoll, wie du gern behandelt werden möchtest. Dann hast du gute Chancen, dass andere dich respektieren. Schau mal, ob du in dir selbst eine neutrale Haltung findest. Diese könntest du gut gebrauchen, wenn du wieder auf dem Weg bist, wütend zu werden. Wenn du deiner Wut Recht gibst, muss sie dich vielleicht nicht so sehr verwirren. Die Wut könnte dir erzählen, worüber sie sich ärgert. Und du könntest mit der Hilfe deiner neutralen Haltung einen Wut-Beruhigungs-Weg suchen. Wichtig ist noch, dass du weisst: Gefühle sind Spannungen im Körper. Man kann sie nicht weg denken. Du musst sie im Körper so bewegen, dass sie für dich und andere erträglich werden. Probier das mal selbst aus. Welche Haltung musst du einnehmen, dass du dich hilflos fühlen kannst? Wie fühlt sich Stärke und Sicherheit im Körper an?

Sich selbst regulieren können, ist ein tiefer Kinderwunsch. Weisst du noch, wie wichtig es dir als Kind war, etwas selbst und allein zu machen? Ich rate dir, diesen alten Wunsch in dir wachzurufen. Konzentrier dich auf Selbst-Ermunterung und Selbst-Respekt. Dann nimmst du dein eigenes Leben viel lieber in die Hand. ln einer unzufriedenen Atmosphäre fühlt sich niemadn wohl.

 

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Frage Nr. 41672 von 14.09.2026

Ich bin ein Mädchen, 17, und möchte mal wissen ob das komisch ist mit seinen Eltern in die Sauna zu gehen. Machen andere Kinder / Jugendliche so in meinem Alter das auch? Meine Eltern gehen nämlich regelmäßig in die Sauna und früher hat mich das nie interessiert aber mittlerweile möchte ich doch mal gerne mitgehen

Unsere Antwort

Nein, das ist nicht komisch. Wenn du Lust hast, es auszuprobieren, dann mach es.

Wenn es dir zu heiss wird, kannst du einfach rausgehen. Und wenn du dich unwohl fühlst, nackt vor anderen Menschen zu sein, kannst du dir auch ein Handtuch um den Körper machen. Sehr vielen Menschen gefällt Sauna gut, auch wenn es manchen Jugendlichen zuerst unangenehm ist. Es gibt aber genauso viele, die gerne mit ihren Eltern in die Sauna gehen.

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Frage Nr. 41655 von 11.09.2026

Ich habe in letzter Zeit folgende Beobachtung gemacht: Ich lebe hauptsächlich nicht mehr bei meinen Eltern, da ich in einer anderen Stadt studiere. Mir geht es seit ich ausgezogen bin psychisch besser. Ich habe jedoch gemerkt, dass von meinen eltern, seit ich ausgezogen bin, eher selten kam "wie geht es dir?" "möchtest du am sonntag zum abendessen kommen?". es ist eher so, dass ich sage, wenn ich komme und dann freuen sie sich auch. jedoch kommt es mir so vor, als käme von ihnen eher wenig und es fühlt sich für mich wie desinteresse an.
einmal habe ich weihnachten im ausland verbracht und war traurig darüber, nicht mit meinen freunden feiern zu können. eine kollegin im ausland erzählte mir, wie ihre eltern sie anriefen und wie sie traurig war, dass sie nicht bei ihnen sein konnte. ich habe von meinen eltern nichts gehört auch an silvester nicht. ich habe ihnen versucht mitzuteilen, dass andere eltern mehr mit ihren kindern unternehmen und telefonieren. sie antworteten beide es sei kein mangel an desinteresse.
vorübergehend telefonierten wir mehr. ich merke in letzter zeit, wie mich das sehr traurig macht, da ich mich von ihnen entfremdet fühle und eigentlich mehr mit freunden mache als mit meiner familie. ich fühle mich auch mit freunden mehr verbunden. gleichzeitig möchte ich auch nicht zu viel in diese beziehung investieren, da ich merke bei anderen menschen kommt mehr feedback und gegenseitigkeit. was meinst du kann ich machen und wie kann ich mich da distanzieren?

Unsere Antwort

Du wohnst nicht mehr zu Haus. Ich gehe davon aus, dass du inzwischen erwachsen bist. Du beobachtest, dass es dir seit du nicht mehr zu Haus wohnst, besser geht. Eine Seite der neuen Eigenständigkeit tut dir also gut. Eine andere Seite ist, dass Erwachsene Freundschaften in der eigenen Generation finden, die besser zu ihnen passen, als die Eltern. Du hast das bereits erlebt. Mit Kolleg*innen und Freun*innen kannst du dich auf besondere Art verbunden fühlen und fühlst dich verstanden. Ihr habt ähnliche Lebensthemen, Gefühle, Hoffnungen und Wünsche. Darum ist unter den Freund*innen der Austausch vielseitiger und intimer. Deine Eltern haben sich lange um dich gekümmert. Und vielleicht waren sie auch früher nicht so eng aufeinander und auf dich bezogen, wie die Eltern deiner Kollegin. Jetzt sind sie in einer Lebensphase, wo die Fürsorge für ihr Kind nicht mehr im Mittelpunkt steht. Und sie überlassen es dir, die Nähe zu bestimmen und die Beziehung zu pflegen. Könnte es sein, dass deinen Eltern deine Freiheit wichtig ist? Sie möchten in deinem neuen erwachsenen Leben nicht stören? Oder sie merken, dass zwischen dir als ein Mitglied der jungen Generation und ihnen aus der älteren Generation der Austausch nicht so leicht fällt. Grundsätzlich ist all das normal. Es ist auch sehr normal, dass Veränderungen in Beziehungen traurig machen. Du spürst, dass deine Kindheit vorbei ist.

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Frage Nr. 41652 von 10.09.2026

zu Frage / Antwort 41509 vom 10.07.26:
aphantasie.org kenne ich - leider kann man sich im Moment nicht anmelden. Die Forschungen von Herrn Monzel sind mir bekannt.
Erinnerung erfolgt bei mir in "Textform" - wenn ich z.B. Thomas Mann lese muss ich die sehr detailreichen Beschreibungen auswendig lernen und das ist mühsam uns deshalb nicht wirklich "intuitiv" - ich mag lieber Texte mit einer interessanten Geschichte oder lexikalische Texte. Kognitive Umstrukturierung ist nicht ganz einfach, weil ich - um etwas zu erfassen - vereinfach und auf die "Kernaussage" herunterbreche, um den Sinn zu verstehen. "Ich kann etwas nicht" - bzw. "Ich kann etwas NOCH nicht" bedeutet für mich etwas identisches: ich kann es zur Zeit nicht. Das "NOCH" macht zusätzlich Druck: weil ich dann versuche, sowas zu lernen.
Ich glaube aber eher, dass das allgemeine psychische Themen sind. Im Bereich der Sexualität scheint das nur indirekt eine Rolle zu spielen (Afantasie / Alexithymie / Autismus) macht ziemlich einsam...
In einer Antwort fand ich: "es ist nicht selbstverständlich, dass eigene Berührung als erotisch empfunden werden" - das zu "lernen" wird schwer, da ich Schwierigkeiten mit der Interozeption habe.
Stimulierung meiner Partnerin ist für mich allerdings sehr stark erotisierend. Nur: danach dann mich "stimulieren" zu lassen (Hände, Mund) und mich dabei "fallen zu lassen" führt zu einem "Zusammenbruch der Erektion", weil ich eher nichts fühle - und letztlich sind wir dann beide mit dem Sex unzufrieden...

Unsere Antwort

Du fokussierst sehr auf dein Nicht-Können. Das kannst du auch sehr genau beschreiben. Mit diesem Fokus verstärkst du deine Unzufriedenheit. Meinst du, es könnte dir gelingen, die Dinge, die du angenehm erlebst, zu pflegen? Du beschreibst die Stimulation deiner Partnerin als stark erotisierend. Du kannst dich also selbst erotisieren und deine Partnerin ist als Erregungsquelle nutzen. Damit habt ihr schon mal einen gemeinsamen Genussraum gefunden. Jetzt ginge es eigentlich um die Erweiterung deines Erregungsraums. Mir scheint, du konzentrierst dich dann auf den "Zusammenbruch der Erektion". Könntest du etwas von der erotisierenden Stimulation in dir deponieren, so dass die unsichere Erektion nicht zum Drama wird? Ihr habt beide gemeinsam etwas Angenehmes erlebt. Das darf doch nicht zu beidseitiger Sex-Unzufriedenheit führen. Bleibt bei dem, was ihr gut könnt und erweitert die Grenzen in feinen, kleinen Schritten. Dann hat eure Zufriedenheit mehr Spielraum. 

Das gesellschaftliche Verständnis von Sexualität ist oft sehr eng. Penetration, Erektion und orgastische Lustgefühle werden dabei überbewertet. Sexuelle Erregung kann aber in vielen Formen erlebt und ausgedrückt werden. Du erotisierst dich durch Stimulierung deiner Partnerin. Das ist deine Basis zum sexuellen Weiter-Lernen. Alle Menschen haben in der Gestaltung ihrer Sexualität Grenzen. Die Vorstellung von dem, wie Sex sich anfühlen sollte und was alles möglich sein müsste, wird mit grosser Unzufriedenheit bedacht und fantasiert. Dabei sind die angenehmen und unangenehmen Empfindungen ja eine ganz persönliche, individuelle Erfahrung. Dein Lernerfolg wäre grösser, wenn du bei deinem ganz persönlichen Erleben bleibst: Was ist für dich angenehm, in deinen Gefühlen, deinen Gedanken und auch in den sensorischen Wahrnehmungen? Zudem könntest du üben, deine Grenzen zu studieren, um sie zu akzeptieren und zu einem Teil von dir zu machen. Du bist ein sehr guter Beobachter und kannst deine Beobachtungen sehr gut in Worte fassen. Du bist auch bereit, dich um deine Entwicklung zu kümmern. Wenn du deine sexuelle Erregung und dein sexuelles Erleben förderst, hast du mehr Chancen zur Zufriedenheit.

Diese Antwort gilt auch für 41651.

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Frage Nr. 41647 von 08.09.2026

Was sind überwertige Ideen?

Unsere Antwort

Eine überwertige Idee ist ein Gedanke, der sehr viel Macht bekommt. Oft hat dieser Gedanke einen nachvollziehbaren Ursprung und ist mit starken Gefühlen wie Scham oder Angst verbunden. Dadurch nimmt er immer mehr Raum ein. Er fühlt sich dann sehr wahr und sehr wichtig an. Und er bestimmt immer mehr, wie du dich selbst, andere Menschen oder eine Situation siehst. Dadurch beeinflusst er auch immer mehr dein Verhalten. 

Aber nicht jeder Gedanke, an den du oft denkst, ist eine überwertige Idee. Wenn du zum Beispiel bald eine Prüfung hast und viel daran denkst, ist das erstmal normal.

Ein Beispiel wäre: Jemand wurde einmal stark ausgelacht. Daraus kann sich der Gedanke entwickeln: «Alle achten auf mich und warten nur darauf, dass ich etwas Peinliches mache.» Dieser Gedanke kann dann immer mehr bestimmen, wie die Person sich selbst sieht und wie sie sich anderen Menschen gegenüber verhält. Vielleicht vermeidet sie bestimmte Situationen oder fühlt sich ständig beobachtet.

Wenn dich so ein Gedanke stark belastet oder dein Leben einschränkt, kann es hilfreich sein, mit einer Fachperson darüber zu sprechen.

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Frage Nr. 41639 von 06.09.2026

Darf man sich mit 18 nackt ins bett gehen

Unsere Antwort

Klar darfst du das. Du kannst mit Kleidung, Unterwäsche oder nackt schlafen. Ganz wie du möchtest.

Dabei solltest du aber die Grenzen anderer Menschen respektieren. Wenn du zum Beispiel mit anderen in einem Zimmer schläfst oder jemand unangekündigt reinkommen könnte, ist es gut, vorher zu überlegen, ob das für alle okay ist.

Wenn du allein in deinem Bett bist und dich nackt wohl fühlst, spricht nichts dagegen.

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Frage Nr. 41630 von 04.09.2026

Hallo liebes Lilli Team,
Es tut mir leid, dass ich euch nochmal schreibe. Ich hatte euch bereits 2x geschrieben (41028).

Nun hat sich die Situation etwas verändert. Meine Familie zuhause lässt mich eigentlich in Ruhe und ich kann machen was ich möchte. Trotzdem habe ich noch Angst davor zu sagen, dass ich etwas mit meinem Freund unternehmen möchte.

Generell ist das Klima daheim eher kühl. [...] Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich nicht mehr dazu gehöre. Oft bekomme ich auch einfach doofe und unnötige Sprüche an den Kopf geworfen, die mich verletzen [...].

Ich rede nicht mehr mit meinem Freund über die Situation daheim, weil er mir kommuniziert hat, dass das Thema unsere Beziehung belastet [...].

Mittlerweile fühle ich mich oft einsam und weine viel.

Ich bin wirklich im Kopf soweit, dass ich ausziehen möchte. Aber ich habe Angst vor dem Streit, den es dann wahrscheinlich gibt. Außerdem weiß ich nicht, ob es so gut ist, wenn ich alleine lebe, weil ich mich so einsam fühle.

Ich habe irgendwie niemanden, mit dem ich reden kann. Eine Therapie kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Ich habe erfahren, dass z.B. die Versicherungsbeiträge erhöht werden, wenn man in psychischer Behandlung war oder man Versicherungen nicht mehr abschließen kann.

Aber ich glaube ich brauche doch Hilfe. Habt ihr vielleicht einen Tipp?

PS: könntet ihr den Beitrag vielleicht kürzen? Ich möchte nicht, dass jemand der mich kennt das vielleicht liest und erkennt.

Unsere Antwort

Wahrscheinlich kannst du dir vorstellen, dass das Ausziehen und das Alleinwohnen dir in deiner persönlichen Entwicklung helfen können. Ausziehen und allein wohnen sind grosse Schritte in Richtung Autonomie. Und wenn du merkst, dass du das schaffst, kann dich das selbstbewusster machen. Auch wenn es mit schwierigen Situationen und Emotionen verbunden ist.

Wie würde denn der Streit aussehen, wenn du ausziehst? Wer würde was sagen? Wie würdest du antworten? Es kann helfen, wenn du eine Situation mal im Kopf durchspielst und dir überlegst, was du sagen würdest. Dann bist du eher darauf vorbereitet. Du könntest uns das auch nochmal genauer beschreiben.

Ich finde es wichtig, dass du jemanden hast, mit dem du in deiner Einsamkeit reden kannst. Gibt es Freundinnen oder andere Menschen, mit denen du wieder mehr Kontakt aufnehmen könntest? Welche Art von Beratung bietet deine Uni an? Alternativ kommt auch eine Jugendberatung infrage. Wenn du keine Psychotherapie machen möchtest, empfehle ich dir dringend, dass du Ausschau hältst nach Alternativen. Du könntest z.B. bei Google «Hilfe bei Einsamkeit» und deinen Wohnort angeben und schauen, was es da alles für Angebote gibt.

Das Thema Pschotherapie ist für mich damit aber nicht einfach so für immer vom Tisch. Falls du in Deutschland lebst, kannst du dich z.B. auf dieser Seite informieren, wie das mit den Versicherungsbeiträgen ist. 

Ich würde zudem etwas darin investieren, Kontakte mit anderen Menschen zu knüpfen und Beziehungen aufzubauen. Es ist wichtig, dass du dir deine eigene «Familie» schaffst. Line Dancing mit deiner Mutter und Schwester hilft dir nicht dabei, ein eigenes soziales Umfeld ausserhalb deiner Familie aufzubauen. Ein Tanzkurs oder eine Sportart an der Uni oder sonst in deinem Umfeld schon. Überleg dir doch mal, was da möglich wäre.

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Frage Nr. 41626 von 04.09.2026

Guten Tag Lilli,
Ich hab AD(H)S und ne Zwangsstörung.
Nehme deswegen Antidepressiva.
Das ADS war eine Diagnose in der Jugend.
Nur scheint die klassische Erwachsenenpsychiatrie, bei der ich regulär bin, AD(H)S bei Erwachsenen nicht zu kennen.
Von dem wie ich mich selbst erlebe, habe ich den Eindruck dass die Zwänge unter anderem das unstrukturierte, Chaos, vergessen usw versuchen zu kompensieren. Auch weil man jahrelang kaum Fortschritte machte bei der Therapie von den Zwängen.
Nun ist es so das ADHS-Medikamente bei der Kombination auch nicht verschrieben werden, weil es Zwänge triggern kann oder?
Hinzu kam das bei einem anderen Behandler (dazu bin ich sehr weit gefahren) als DD ASS infrage kam, was wiederum anders behandelt wird, oder? Ich bin als Laie mittlerweile jedoch "Experte" auf dem Gebiet, denn ich tauche bei Interesse sehr ins Detailwissen ab. Sind über die Jahre jedoch wechselnde Themen.

Für mich passt das Gesamtbild deutlicher zu AD(H)S mit autistischen Zügen.
Und eben der ausgeprägten Zwangsstörung obendrauf.

Deshalb freue ich mich über Ihre Rückmeldung.

Danke & Freundliche Grüße

Unsere Antwort

Ich kann dir keine Auskunft über Medikamente geben, weil ich nicht deine behandelnde Ärztin bin. Bitte besprich das mit der Person, die dir Medikamente verschreibt.

Als Psychotherapeutin würde ich dich individuell behandeln, basierend auf dem oder den Anliegen, die du hast, und auf deinen persönlichen Stärken und Herausforderungen. Neurodiversität zeigt sich von Person zu Person anders.

Auch Zwänge sind eine sehr individuelle Sache. Du erkennst bei dir das Bedürfnis, das unstrukturierte Chaos zu kompensieren. Die Frage ist, was du für Wege lernen könntest, besser damit umzugehen. Da fände ich Coaching/Psychotherapie sehr sinnvoll.

Hast du denn eine Fachperson, die mit dir individuell deine Probleme und Herausforderungen anschaut und dich dabei unterstützt, besser damit klarzukommen?

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Frage Nr. 41623 von 02.09.2026

Ich bin ein 11-jähriges Mädchen und gehe in die 6. Klasse.
Ich habe ein Thema, das mich seit ein paar Wochen sehr belastet. Ich weiß nicht genau, wie ich damit umgehen soll, und habe bisher mit niemandem darüber gesprochen. Ich möchte auch nicht mit jemandem darüber sprechen.

Vor ein paar Wochen war ich mit zwei Jungs aus meiner Klasse in der Badi. Beide sind 12 Jahre alt. Wir haben zusammen gebadet und hatten eigentlich viel Spaß. Irgendwann saßen wir auf einem Balken auf dem Spielplatz. Die beiden Jungs waren oben ohne.

Einer der Jungs hat sich irgendwann gestreckt. Dabei konnte ich seine Achsel sehen und mir ist aufgefallen, dass er dort Achselhaare hatte. Ich glaube, ich habe etwas zu auffällig hingeschaut, und meiner Meinung nach hat er bemerkt, dass ich auf seine Achsel geschaut habe. Danach hat er selbst unter seine Achsel geschaut und meiner Meinung nach ziemlich auffällig ein Achselhaar genommen und daran gezupft. Ich glaube, er wollte es unauffällig machen, aber ich habe trotzdem gesehen, was er gemacht hat. Der andere Junge hat von der Situation bzw. von den Achselhaaren nichts bemerkt.

Seitdem habe ich das Gefühl, dass der Junge auch in der Schule häufiger unter seine Achsel schaut und sich manchmal so streckt, dass man seine Achsel sehen kann. Ich sitze außerdem neben ihm, obwohl ich mir diesen Sitzplatz nicht selbst ausgesucht habe.

Als ich seine Achselhaare damals in der Badi zum ersten Mal gesehen habe, wurde mir plötzlich schlecht und ich habe mich nicht mehr wohlgefühlt. Ich habe mir aber nichts anmerken lassen.

Ich weiß nicht, warum mich das so stark beschäftigt und wie ich damit umgehen soll. Ich möchte eigentlich mit niemandem darüber sprechen.

Vielleicht könnt ihr mir auch erklären, was während der Pubertät bei Jungen und Mädchen ungefähr passiert und in welchem Alter die verschiedenen Veränderungen normalerweise beginnen. Mich würden dabei möglichst genaue Altersangaben interessieren, auch wenn ich weiß, dass sich jeder Mensch unterschiedlich entwickelt.

Vielen herzlichen Dank schon jetzt für eure Hilfe.

Herzliche Grüße

Unsere Antwort

Was du erlebt hast, ist normal. Euer Körper verändert sich gerade, das macht neugierig, kann aber auch verunsichern, das geht nicht nur dir so. Wahrscheinlich fühlt sich der Junge deshalb auch etwas unsicher oder neugierig und kontrolliert jetzt öfter, ob an seinen Achseln ein neues Haar dazugekommen ist oder sich etwas verändert hat. 

Dass dich die ganze Situation beschäftigt, ist verständlich, gerade wenn einem so etwas neu und ungewohnt vorkommt. In der Pubertät wachsen sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen Körperhaare, unter den Achseln und im Intimbereich, meistens etwa ab neun bis vierzehn Jahren. Der Körper wächst schneller als vorher oder man kann auch mal Pickel bekommen, und der Schweiss riecht plötzlich intensiver als früher. Bei Mädchen beginnt die Brust sich oft schon zwischen acht und  dreizehn Jahren zu entwickeln, und die erste Periode kommt meistens irgendwann zwischen neun und fünfzehn Jahren. Bei Jungen verändert sich zusätzlich die Stimme in etwa zwischen elf und fünfzehn Jahren, sie wird tiefer, das nennt man Stimmbruch. Viele merken in dieser Zeit auch, dass ihre Gefühle stärker schwanken als sonst, das gehört genauso dazu.

Bei jedem Menschen ist das anders, und ob es bei dir oder bei anderen früher oder später losgeht, ist völlig normal.

In diesem Kapitel zum Thema Pubertät, da kannst du erfahren was, in dieser Zeit beim Körper passiert.

 

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Frage Nr. 41621 von 01.09.2026

Hallo! Ich habe eine Frage zum Thema Psychotherapie. Mein Therapeut verfolgt das Konzept der hilfreichen Selbstoffenbarung in der therapeutischen Beziehung und hat mir ein paar private Dinge über sich erzählt. Nun bin ich die ganze Zeit damit beschäftigt über ihn nachzudenken und ihn zu analysieren. War es unprofessionell von ihm mir private Dinge zu erzählen? Wie kann ich besser damit umgehen und wieder etwas mehr gedankliche Distanz zu ihm aufbauen? VG!

Unsere Antwort

Die Selbstoffenbarungen deines Therapeuten waren für dich nicht hilfreich. Das Konzept hat bei dir also nicht funktioniert. Jedenfalls nicht in der Form, in der dein Therapeut sie angewendet hat. Seine Selbstoffenbarungen wirken auf dich unprofessionell. Wir raten dir, deine Reaktion ernst zu nehmen und mit ihm darüber zu sprechen. 

Du kannst dir erklären lassen, welchen Sinn diese Methode hat und was du dabei lernen kannst/sollst? Jede psychotherapeutische Methode kann nur wirkungsvoll werden, wenn sie für dich sinnvoll ist.. Dein Therapeut hat die Methode gelernt. Er wird darin einen Sinn sehen. Du hast einen Grund, warum du zu einem Psychotherapeuten gehst. Jetzt müsste dein Therapeut dir erklären, wie seine Methode gerade für deine Bedürfnisse und Fragen genützt werden kann Frag ihn doch, was sein Grund ist, dir Privates zu erzählen. Vielleicht will er, dass du ihn als Person wahrnimmst, die Fehler hat und Fehler macht. Vielleicht will er Nähe herstellen oder authentisch sein. Möglicherweise arbeitet er nach dem 4-Ohren-Modell. Dort geht man davon aus, dass jede Information mehrere Ebenen hat: die sachliche und informative Ebene, die persönliche und selbstoffenbarende Ebene, die Beziehungsebene und den Apell. Zum 4-Ohren-Modell gehört nicht unbedingt die konkrete Selbstoffenbarung. Gespräche werden eher auf den vier Ebenen analysiert. 

Ich verlinke mal einen Artikel aus dem Deutschen Ärzteblatt zu Selbstoffenbarungen. Vielleicht hilft er dir weiter. Die Psychotherapieforschung hat nämlich herausgefunden, dass viele Patientinnen von Selbstoffenbarungen profitieren. Selbstoffenbarende Therapeuten wirken auf sie sympathischer, integrer und menschlich wärmer. Es scheint aber noch keine guten Weiterbildungen zur Methode der Selbstoffenbarung zu geben. Durch Fragen und ernsthaftes Wissenwollen kannst du deinen therapeutischen Prozess fördern. Frag nach! Stell dich selbst ins Zentrum. Ganz sicher ist, dass dein Therapeut dir nochts Privates erzählt, damit du dich in Gedanken oder im Leben um ihn kümmerst. Das wäre unprofessionell.

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Frage Nr. 41599 von 27.08.2026

Liebes Team

Vor einiger Zeit habe ich mich mit 41219 bei euch gemeldet und eure Antwort und eure Beiträge haben mir sehr fest geholfen. Ich war später auch in einer Beratung bei Lust und Frust und eventuell würde mir auch eine Art langfristige Therapie helfen. Die Angst von dort ist jetzt weg und ich war in der selben Woche als ich die Frage abgeschickt habe halt noch beim Frauenarzt wo ich leider mega weinen musste weil es mich so belastete. Sie hat dann ein Ultraschall gemacht was eigentlich medizinisch nicht notwendig gewesen wäre aber das hat mir eine 100 Prozent Sicherheit gegeben.
Wegen diesem Ereignis hatte ich mehrere Urintests plus ein Bluttest gemacht also sehr viele Tests. Leider war die ganze Situation fast irgendwie traumatisierend für mich und im Nachhinein merke ich, dass ich mir unbewusst die sexuelle Erfahrung mit ihm verboten habe und mich dafür geshamed habe.
Einige Zeit später hatte ich jemanden kennengelernt dem ich sehr gut vertrauen konnte. Er war immer ehrlich zu mir und ich habe ihm von meinen Ängsten erzählt und er war wirklich sehr lieb mit mir. Wir waren intim aber hatten einfach oralsex und petting mit Kleidern also alles Sachen wo man geschützt ist weil ich nicht mehr als das machen wollte.
Auch wenn wir uns dann trotzdem dazu entschieden haben uns nicht mehr weiter zu Daten hatte ich danach keine angst oder Panik, dass etwas passiert sein könnte da unser Abschlussgespräch sehr gegenseitig und ehrlich war (mit der ersten Situation gab es beispielsweise gar kein Abschlussgespräch). Ich fühlte mich nicht so im Stich gelassen wie bei der ersten Situation.

Jetzt kommt einbisschen das fast zwanghafte, ich habe dann obwohl ich keine angst hatte und meine Periode normal hatte trotzdem Schwangerschaftstests gemacht und war auch 10 Monate danach sicherheitshalber so 11 Wochen nach dem Ereignis bei der Gynäkologin zum einfach 100 sicher zu sein. Es hat mir wirklich geholfen mit meiner Gynäkologin zu reden und einen Ultraschall zu machen (ich habe halt noch starke Menstruationsbeschwerden und deswegen inkl. meiner Sicherheit die ich haben will haben wir den Ultraschall auch gemacht, daher war es dieses mal nicht völlig unnötig) aber das kann ich ja auch nicht jedesmal machen.

Ich möchte nicht so eine komische Gewohnheit aneignen und schäme mich auch dafür. Wie kann ich es schaffen, dass wenn ich mal Sex habe ich nicht so viele Tests mache und schon gar nicht andauernd zur Frauenärztin gehe und einen Ultraschall mache.

Meine Cousine hatte beispielsweise mit ihrem letzten typen oft sex also mit Verhütung natürlich aber bei ihr reicht die monatliche Periode als Zeichen, dass nichts schief gelaufen ist. Ich will auch meinem Körper wieder voll vertrauen. Ich habe einfach damals halt sehr viel über kryptische Schwangerschaften gehört was mir sehr angst macht. Mir macht es angst das es irgendwie unbemerkt bleiben könnte und deswegen bin ich auch so blockiert und kann mir null vorstellen demnächst mal sex zu haben.

Natürlich kann ich auf Sex verzichten (was ich aber langfristig nicht will) und mir ist auch bewusst das es den richtigen Partner inkl. eine gute Verhütung braucht aber ich will an meinem Problem arbeiten auch wenn es heisst, dass ich mir aktuell noch Zeit lasse mit Sex was völlig okay ist für mich.

Könnt ihr mir irgendwie Tipps geben? Danke tausend eure Seite ist die Beste!

Unsere Antwort

Schön, dass dir Lilli gefällt und dass wir dir schon helfen konnten! 

Ich finde, du hast schon wichtige Schritte gemacht. Besonders deine zweite sexuelle Erfahrung zeigt das: Du konntest einem Mann vertrauen, deine Grenzen bestimmen und Sexualität erleben, ohne danach in grosse Angst und Panik zu geraten. Das ist ein wichtiger Erfolg.

Du merkst auch selbst, dass die vielen Schwangerschaftstests und Ultraschalls dir zwar kurzfristig Sicherheit geben, du dir dieses Kontrollieren aber nicht angewöhnen möchtest. Genau da kannst du ansetzen. Das Ziel ist nicht, dass du dich immer zu 100 Prozent sicher fühlst. Es geht darum, dass du lernst, ein bisschen Unsicherheit und Angst auszuhalten, ohne sie sofort mit einem Test oder einer Untersuchung wegmachen zu müssen. Die Angst darf da sein – und sie kann auch wieder vorbeigehen.

Du schreibst, dass dir vielleicht eine längerfristige Therapie helfen würde. Das finde ich eine sehr gute Idee. Deine Angst beschäftigt dich schon länger und beeinflusst inzwischen auch, wie frei du deine Sexualität leben kannst. In einer Therapie kannst du lernen und üben, die Angst auszuhalten, ohne dich immer wieder durch Tests und Untersuchungen beruhigen zu müssen. Und du kannst dich auch mit der Scham beschäftigen, die du im Zusammenhang mit deiner ersten sexuellen Erfahrung beschreibst. Schau doch mal auf unserer Linkliste nach Adressen. Vielleicht könnte dir bei der Suche auch Lust und Frust weiterhelfen.

Deine zweite Erfahrung hat dir bereits gezeigt, dass Sexualität sich auch sicher und gut anfühlen kann. Du hast dem Mann vertraut, konntest mit ihm über deine Ängste sprechen und selbst bestimmen, wie weit du gehen möchtest. Auch der respektvolle Abschluss hat dir geholfen. Das sind wichtige Hinweise darauf, was du brauchst, damit du dich bei sexuellen Erfahrungen sicher fühlst. Darauf kannst du aufbauen und Schritt für Schritt weitere gute Erfahrungen machen.

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Frage Nr. 41574 von 23.07.2026

Hallo, ich bin das Mädchen aus der Frage 41495. Seit meinem damaligen Gefühlsausbruch sind einige Tage vergangen, und jetzt habe ich das Bedürfnis zu sagen, dass ich sehr widersprüchliche Gefühle habe. Während mein Ich von vor ein paar Tagen einfach nur einen Moment der Ruhe in Einsamkeit gesucht hat, überkommt mich jetzt ein Gefühl der Traurigkeit, das mich jeden Abend zum Weinen bringt, weil ich Angst habe, allein zu bleiben.

In letzter Zeit habe ich angefangen, mir viele Fragen zu stellen und vor allem über mein Verhalten und das der anderen nachzudenken. Ich bin nun schon vor 12 Jahren aus Italien ausgewandert, was dazu geführt hat, dass ich mich vom familiären Umfeld (Großeltern, Tanten, Onkel, Cousins usw.) entfernen musste. Während ich mich mit meinen Eltern und meinen Freunden wohlfühle, habe ich mich beim Rest der Familie fehl am Platz gefühlt – und tue es auch heute noch. Seit ich weggegangen bin (ich war damals 7 Jahre alt), habe ich mich immer weiter von diesen Menschen entfernt, und vielleicht sie sich auch von mir. Die Erinnerungen aus meiner Kindheit hinterlassen bei mir nur vage Spuren, ich weiß nicht mehr, wie sie mich damals behandelt haben. Ich weiß nur, dass sie ab meinem elften Lebensjahr begonnen haben, mich mit anderen Augen anzusehen. Jedes Mal, wenn ich sie besuchte, war es, als liefe ich durch einen Scanner. Sie starrten meinen Körper an, der sich in dieser Entwicklungsphase verständlicherweise ständig veränderte, und sie beobachteten auch die Entwicklung meiner Persönlichkeit.

Das Problem ist, dass ich schon immer ein sehr sensibler Mensch war und jede Kritik oder jeden Kommentar mit einer zehnmal höheren Intensität aufgenommen habe als ein normaler Mensch. Ich habe sogar allein an den Blicken der Leute gemerkt, wenn etwas nicht stimmte. Das bedeutet, dass ich mich in dieser Zeit, mit 11 Jahren, zutiefst unwohl fühlte, wenn ich durch diesen Scanner lief. Sie machten Kommentare über mich, und ich reagierte in keiner Weise, außer dass ich alles aufsaugte und tagelang und wochenlang über diese Worte nachgrübelte, um sie zu verstehen und zu verarbeiten. Die Kommentare waren positiv, was meine schulischen Leistungen betraf, aber negativ in allem anderen.

Zum Beispiel hatte ich schon immer eine etwas kräftigere Statur (leichtes Übergewicht), und sie gaben mir das so sehr zu spüren, dass ich in Tränen ausbrach (allerdings nie vor ihnen). Aus irgendeinem Grund brachte ich in ihrer Gegenwart dann auch kein Wort mehr heraus: Mein Mund schloss sich instinktiv. Ich setzte mich in eine Ecke und hörte stundenlang zu, ohne den Mund aufzumachen. Als eine Tante dieses Verhalten sah, sagte sie einmal zu meiner Mutter (während ich daneben saß und zuhörte), dass ich vielleicht depressiv sei und mich von einem Spezialisten untersuchen lassen sollte.

Kurz gesagt, ihr Verhalten hat mir nie gefallen, weil sie zu aufdringlich waren; ihre Kommentare, die meiner Meinung nach viel zu heftig formuliert waren, verletzten mich und machten mich wütend. Diese Situation zog sich über Jahre hinweg, und eine besonders wichtige Rolle spielte dabei eine meiner Tanten. Ich weiß noch, dass ich als kleines Kind gerne Zeit mit ihr verbracht und mit ihr gespielt habe. Im Laufe der Jahre jedoch, besonders seit sie ein Kind bekommen hat, scheint sie mir immer egoistischer und egozentrischer geworden zu sein. Die ganze Welt muss sich um sie und ihre Familie drehen. Manchmal kritisiert sie meine Mutter dafür, wie sie uns erzogen hat, und sagt, dass sie es bei ihrem Sohn anders mache. Wenn wir abends per Video mit den Großeltern telefonieren, muss sie immer zeigen oder erzählen, was ihr Sohn an dem Tag Tolles gemacht hat. Wenn hingegen ich erzähle, gibt es keinerlei Reaktion, alle bleiben stumm und niemand scheint sich besonders dafür zu interessieren. Das Gleiche passiert, wenn wir uns persönlich sehen: Ich werde nie beachtet, ja oft werde ich sogar von Witzen oder bestimmten Aktivitäten ausgeschlossen.

Ich habe viel über diese Situation nachgedacht, und ehrlich gesagt empfinde ich nur Wut, Traurigkeit und Angst. Wut über das Verhalten meiner Verwandten, Traurigkeit, weil ich mich falsch fühle und mir wünsche, wie die anderen behandelt zu werden, und Angst, weil ich mich im Moment so allein fühle.

Ich wünschte mir so sehr jemanden an meiner Seite, der mir sagt, dass mit mir alles in Ordnung ist und dass das Problem nicht bei mir liegt. Ich wünschte mir jemanden, der mir die Gewissheit gibt, für mich da zu sein, egal was passiert. Ich habe zwar meine Freunde und meine Eltern, ja, aber mit ihnen kann ich über diese Dinge nicht reden, oder wenn ich es versuche, verstehen sie meinen Standpunkt nicht richtig. Ich wünschte mir jemanden, der mit mir gemeinsam nachdenkt und mir ein wenig Last von den Schultern nimmt.

Zudem bringt mich mein Gedankenkarussell oft dazu, zu glauben, dass das Problem bei mir liegt und dass ich ein schlechter Mensch bin, der dazu bestimmt ist, für immer allein zu bleiben. Das liegt auch an meiner Reaktion auf bestimmte Verhaltensweisen: Während ich das Verhalten meiner Familie die meiste Zeit ignoriere, platze ich ab und zu mit Kommentaren heraus, von denen ich weiß, dass sie Menschen verletzen, die ich aber wegen der vielen angestauten Wut nicht zurückhalten kann.

Ein weiterer Moment, den ich als schwierig empfunden habe, war, als ich derselben Tante erzählte, an welche Universität ich gehen würde. Sie sagte mir, dass das nicht gut sei und es besser wäre, einen anderen Fachbereich zu wählen. Als ich ihr dann sagte, dass ich Übersetzerin werden möchte, antwortete sie, dass ich für diesen Beruf nicht geeignet sei. Ich zählte andere Optionen auf, und sie lehnte sie alle ab (und schlug sogar vor, das Studienfach zu wechseln). Sie hält mich in allem für unfähig. Das hat mir sehr wehgetan, vor allem weil ich in dieser Zeit ohnehin schon sehr unsicher bezüglich meiner Wahl war, und solche Worte zu hören, hat mir sicherlich nicht geholfen. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, jegliche Informationen über die Universität und meine akademische Ausbildung zu verschweigen.

Ich habe große Angst davor, allein zu bleiben, ein schlechter Mensch zu sein, ohne es zu merken, und diese Momente, in denen ich mich einsam fühle, abgewechselt von denen, in denen ich allein sein möchte, verwirren mich sehr. Ich hoffe, ihr versteht, wie ich mich fühle und was mein Problem ist. Ich entschuldige mich, falls die Nachricht etwas chaotisch wirkt, aber im Moment habe ich so ein Durcheinander im Kopf, dass ich es alleine nicht schaffe, Ordnung hineinzubringen. Vielen Dank für eure Antworten!

Unsere Antwort

Keine Sorge, ich finde deine Nachricht weder chaotisch noch anstrengend. Du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Genau für Menschen wie dich wollen wir mit unserer anonymen Onlineberatung ein Ort sein, wo Unterstützung möglich ist. Selbst, oder gerade dann, wenn du allein nicht weiter weißt.

Da scheint dich offensichtlich etwas sehr zu berühren. Ich finde es okay, dass du traurig bist und es in dir widersprüchliche Gefühle gibt. Einerseits möchtest du dich für Alleinsein entscheiden, du möchtest aber nicht einsam sein. Vielleicht hilft es dir, in eine Richtung zu denken, wo beides vereinbar ist. Kannst du dir vorstellen, dass es bei anderen Menschen auch beides gibt?

Du beschreibst sehr feine Antennen für die Stimmungen und Reaktionen anderer. Das ist bei dir begleitet von einem sehr unangenehmen Gefühl, bewertet zu werden. Ich finde es sehr schade, zu lesen, dass du außer zu deinen schulischen Leistungen keine positiven Rückmeldungen bekommen hast. Insgesamt klingen die Erlebnisse in deiner Familie wirklich unangenehm. Ich kann verstehen, dass du dich dort nicht wohlfühlst.

Ich finde es schön, zu lesen, wie du heute auf die Situationen blickst. Du erkennst deine Gefühle an. Das ist wichtig. Du bemerkst auch deutlich, was du dir stattdessen wünschst.

Ich lese deine Zeilen: "Ich wünschte mir so sehr jemanden an meiner Seite, der mir sagt, dass mit mir alles in Ordnung ist und dass das Problem nicht bei mir liegt. Ich wünschte mir jemanden, der mir die Gewissheit gibt, für mich da zu sein, egal was passiert. Ich habe zwar meine Freunde und meine Eltern, ja, aber mit ihnen kann ich über diese Dinge nicht reden, oder wenn ich es versuche, verstehen sie meinen Standpunkt nicht richtig. Ich wünschte mir jemanden, der mit mir gemeinsam nachdenkt und mir ein wenig Last von den Schultern nimmt." Da kommt bei mir der Gedanke an eine psychotherapeutische Begleitung auf. Hast du darüber selbst auch schon mal nachgedacht?

Du hast dich ja bereits an uns gewendet und das finde ich einen mutigen Schritt. Du kannst dir auch weiterhin Unterstützung von uns holen, wenn du das möchtest. Für deine klar formulierten Wünsche stelle ich mir vor, dass es eine Person braucht, die mit dir im gleichen Raum ist. Es gibt solche Begleitungen aber in ganz verschiedenen Formaten. Schriftlich - so wie bei uns. Telefonisch - zum Beispiel bei der Telefonseelsorge. Per Video oder in echt. Hier findest du Anlaufstellen. Du kannst auch nach Psychotherapiepraxen in deiner Nähe schauen. Was fühlt sich für dich stimmig an?

Ich hoffe, ich kann dir mit diesen Anregungen etwas weiterhelfen. Falls du den Eindruck hast, dass ich etwas nicht verstehe, melde es mir gerne zurück. Ich bin interessiert daran, zu verstehen, wie ich dir helfen kann.

Unser Fragefenster macht nun Sommerpause. Deshalb kannst du uns erst danach wieder schreiben. Das kannst du gerne tun. Ich bin gespannt, zu erfahren, wie es bei dir weitergeht. Gib dann bitte die Nummer dieser Frage an.

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