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Fragen & Antworten:
Liebe und Beziehung

Frage Nr. 41263 von 31.05.2026

Hallo liebes Lilli-Team,
habt Ihr Buchtipps für gesunde Beziehungen?
Vielen lieben Dank

Unsere Antwort

Hier ist eine unvollständige Liste von Büchern über Beziehungen, die wir gut finden:

Zuallererst empfehlen wir die Bücher des Arbinger Institute. Lies am besten zuerst „Führung und Selbsttäuschung: Raus aus der Box“. Darin geht es eigentlich um Arbeitsbeziehungen. Aber schon dort wird der Blick auch auf persönliche Eheprobleme gelenkt, und es werden Mechanismen beschrieben, die es uns schwer machen, in Beziehungen glücklich zu sein. Es beschreibt ganz grundsätzliche Dinge, die für alle Beziehungsen gelten. Auch das Buch "Konflikte im Kern gelassen lösen: Die Anatomie des Friedens" ist sehr empfehlenswert. Dort geht es um Paarbeziehungen und um Beziehungen zwischen Eltern und Kindern. Die Bücher sind leicht zu lesen und wie Romane geschrieben. Man muss sich beim Lesen nicht besonders anstrengen.

Wenn es dir ganz konkret um sexuelle Beziehungen geht, ist auch "Intimität und Verlangen: Sexuelle Leidenschaft in dauerhaften Beziehungen" von David Schnarch sehr empfehlenswert. Auf ähnliche Weise schreibt auch Esther Perel in ihrem Buch "Was Liebe braucht - Das Geheimnis des Begehrens in festen Beziehungen".

Ein weiterer bekannter Beziehungsratgeber ist "Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe" von John Gottman und Nan Silver. Sehr konkrete Tipps und Übungen findest du auch in ihrem Buch "Die Vermessung der Liebe: Vertrauen und Betrug in Paarbeziehungen". Es enthält vielen Fragebögen und Übungen, mit denen man als Paar gemeinsam arbeiten kann.

Einfach lesbare Bücher zu verschiedenen Themen hat außerdem auch Berit Brockhausen geschrieben. Von ihr ist vor allem das Buch "Hoheitsgebiete: Revierkämpfe in der Liebe" empfehlenswert. Ein weiteres bekanntes und beliebtes Buch ist "Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest" von Eva-Maria Zurhorst.

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Frage Nr. 41248 von 26.05.2026

Habt ihr Tipps zu Dating und Neurodivergenz?

Unsere Antwort

Neurodivergenz ist ein sehr breiter Begriff. Verschiedene Personen verstehen darunter oft etwas ganz Unterschiedliches und machen sehr unterschiedliche Erfahrungen. Deswegen können wir deine Frage so, wie du sie stellst, nicht beantworten. Du kannst uns aber gerne noch einmal schreiben und etwas genauer erklären, worum es dir geht.

Beschreib doch mal, welche Anzeichen du in deinem Erleben und Verhalten siehst, die du neurodivergent findest. Wo siehst du möglice Besonderheiten oder Probleme beim Dating? Welche Erfahrungen hast du schon gemacht?

Falls du diese Frage für jemand anderen oder ganz allgemein gestellt hast, teile uns das bitte auch mit und probiere bitte auch dort, die Frage konkreter zu fassen. Wenn du uns nochmal schreibst, gibt bitte die Nummer dieser Frage an.

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Frage Nr. 41216 von 20.05.2026

Ich bin 36 Jahre alt, weiblich und mit meinem Freund seit einem halben Jahr zusammen, kennen und daten tun wir uns seit ungefähr einem Jahr.
(...)
Aber diese obengenannten Vorfälle lösen bei mir auch grosse Unsicherheit über diese Beziehung aus, wodurch ich zögerlich bin ihn komplett zu integrieren. Ich habe mir schon ein paar Mal überlegt mich zu trennen, aber habe es dann doch nicht geschafft. Was denkt ihr dazu? Übertreibe ich? Lässt sich das noch kitten? Ich fühle mich überfordert. Entschuldigt den langen Text, ich wäre froh, wenn ihr ihn kürzen könntet, da er schon sehr ausführlich und persönlich ist.

Unsere Antwort

Ich habe all deine Beispiele heraus genommen, da sie wirklich sehr persönlich sind. Ich finde, so wie du deinen Freund beschreibst, ist er sehr besitzergreifend, und er gesteht dir dein Eigenes nicht zu. Dass du am Anfang der Beziehung zögerlich warst, ist nichts, was ihn verletzen sollte. Vielleicht hat es ihn verunsichert. Aber das ist sein Problem.

Hinter diesem besitzergreifenden Verhalten sehe ich eine grosse Unsicherheit. Du erlebst ihn auch als manipulativ, und ich glaube, da machst du dir nichts vor. Ich finde, wenn du weiter mit ihm zusammenhalten möchtest, solltest du ihn zur Rede stellen und sagen, dass dieses Verhalten für dich nicht stimmt und welche Änderungen du dir diesbezüglich wünschst-

Du sprichst auch einen Kinderwunsch an. Ich würde mir das sehr genau überlegen, unter welchen Bedingungen du möchtest, dass er der Vater deiner Kinder ist. Bevor du dieses Projekt mit ihm angehst, sollte das für dich stimmen. Das solltest du auch mit ihm besprechen.

Du könntest ihm auch vorschlagen, dass ihr zusammen in eine Paarberatung geht. Wenn du von ihm aus keine Bereitschaft siehst, an der Beziehung zu arbeiten und Verantwortung für seine Anteil zu übernehmen, würde ich ernsthaft die Trennung erwägen.

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Frage Nr. 41191 von 15.05.2026

hallo Leute, ich hab ein Problem und zwar ich bin 20 und hab auf der Arbeitsstelle einen Kollegen kennen gelernt. Wir haben uns sehr gut verstanden und etwa zwei Monate nachdem ich dort angefangen habe zu arbeiten hat sie mir auf da nicht mal Lust habe mit in den Ausgang zu gehen. ich hab dann erst gezögert, bin aber trotzdem mitgegangen. Wir waren dann eine Gruppe und es war ziemlich lustig. so ging das dann einige Male und irgendwann hab ich gemerkt, dass er mich irgendwie anders behandelt, dass er mir Komplimente macht zeigt dass ich süss bin und wurde auch ein bisschen körperlich zwischen uns war natürlich nicht ausgeartet. Etwa zwei Wochen danach habe ich herausgefunden, dass er eine Freundin hat und seitdem bin ich ziemlich verzweifelt, denn er hört nicht auf mir weiterhin Hoffnung zu geben, obwohl er genau weiss, dass er eine Freundin hat und er weiss auch, dass ich es herausgefunden habe. Irgendwie macht mich das komplett wahnsinnig im Kopf die ganze Situation an sich ist einfach ziemlich schlimm für mich und ich kann es irgendwie nicht verdrängen und versuche es gerade zu verarbeiten. Aber ich weiss einfach nicht was ich tun soll.

Unsere Antwort

So wie du schreibst, ist das wirklich keine einfache Situation, und es ist verständlich, dass dich das so beschäftigt und durcheinanderbringt.

Es wirkt, als hättest du dich auf den Kontakt mit ihm eingelassen und würdest jetzt merken, dass er dir gegenüber vielleicht nicht ganz ehrlich war. Das kann sehr weh tun, und auch dieses Gefühl von Verwirrung und Verzweiflung ist nachvollziehbar. Vielleicht interessiert dich unser Text Wie beruhige ich mich selbst? da findest du gute Tipps wie du dich in einer schwierigen Situation selbst beruhigen kannst.

Wir wissen von aussen natürlich nicht genau, wie seine Beziehung aussieht oder welche Abmachungen es dort gibt. Umso wichtiger wäre es vielleicht, offen darüber zu sprechen, damit du besser einschätzen kannst, woran du bist.

Vielleicht kann es helfen, dir selbst ein paar Fragen zu stellen: Was brauchst du gerade – eher weniger Kontakt, ein klärendes Gespräch oder etwas anderes? Wärst du in der Lage, ihn direkt anzusprechen und ihm zu sagen, wie sehr dich sein Verhalten verwirrt oder verletzt? 

Wenn du magst, schreib uns gerne wieder und nenne die Nummer dieser Antwort.

 

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Frage Nr. 41189 von 14.05.2026

Hi Lilli,
inzwischen bin ich siebzig und ja, weiblich.
Seit vielen Jahren bin ich verheiratet, vor einigen Jahren mal ausgezogen aus dem eigenen Haus und jetzt lebe ich wieder mit meinem Mann zusammen

Ich würde gerne frei mit ihm leben, meine eigenen Interessen leben und ihm seine überlassen. Allein es geht nicht. Mitunter bin ich mir sicher, dass ich gerne wieder alleine leben möchte, dann wieder sehe ich, was wir hier (unser Zuhause) alles gemeinsam aufgebaut haben und dass ich sehr viel Zeit, Liebe und Energie reingesteckt habe - genauso wie er auch - und weiß nicht wie ich mich entscheiden soll.

Was mir meine Entscheidung massiv erschwert ist die Tatsache, dass er mir glaubhaft versichert, sich umbringen zu wollen, wenn ich gehe. Das turnt mich total ab, inzwischen bin ich zum Schlafen in ein anderes Zimmer umgezogen und mir fehlt inzwischen auch jegliche Lust auf Sex mit ihm, den er doch so gerne hätte! Ich habe mich inzwischen auch anderweitig beraten lassen und mich von der Belastung durch seine Suizidabsichten distanzieren können, dennoch triggern sie mich und eigentlich will ich das auf keinen Fall.

Wenn ich darüber nachdenke, es könnte sich doch alles wieder einrenken und ich mit gewissen "Verhandlungen" meine Vorstellungen von freiem, gemeinsamem Leben verwirklichen, so bemerke ich, dass ich nicht wirklich glücklich damit wäre - es wäre immer ein selbstbetrügerischer Kompromiss, oder doch nicht??? Ich bin noch ziemlich fit und gesund und habe Lust auf "Leben", allerdings würde mir auch vieles fehlen, was ich/wir bisher aufgebaut habe/n.

Ich habe mir auch schon eine rechtliche Beratung gegönnt, so dass ich weiß, dass ich finanziell nicht völlig abstürzen würde und wohl mein Auskommen hätte, aber das wiegt die immer noch emotionale Bindung nicht auf. Meine Angst ist auch ein bisschen die: Dann bin ich ganz allein und wer weiß, ob sich nochmal eine neue Partnerschaft ergibt, in der ich mich wieder wohlfühle. Oft werde ich das Gefühl nicht los, dass mein Mann, im Falle einer Krankheit und Beeinträchtigung bei mir, dem relativ hilflos gegenüber stehen würde und ich nicht "aufgehoben" bin bei ihm. Er widerspricht dem.

Jedenfalls bin ich ständig hin- und hergerissen, frustriert und tue auch zu Hause nur noch das Nötigste, was eigentlich gar nicht meine Art ist. Meinen persönlichen Interessen allerdings gehe ich gerne und intensiv nach und auch mit Freundinnen bin ich aktiv und berede mich.

Aber die Situation bedrückt mich sehr. Vielleicht können Sie mir einfach mal Ihren Eindruck von "außen" schildern, damit ich mal wieder klarer sehen und mich entscheiden kann.
Das würde mir total helfen.
Viele liebe Grüße,

Unsere Antwort

Du steckst in einem echten Dilemma, so sehe ich das. Beides hat Vor- und Nachteile – mit deinem Mann zusammen leben und ausziehen. Egal, für was du dich entscheidest, etwas anderes kommt zu kurz. Zur Zeit entscheidest du dich dafür, mit ihn zusammenzuleben.

Du schreibst, dass dein Mann dir versichert, sich umbringen zu wollen, wenn du gehst. Dieser Satz scheint mir die Spitze eines Eisberges zu sein. Ich meine damit, dass ich überhaupt nichts über eure Beziehung weiß. Ich weiß nicht, warum du ausgezogen bist, und was du eigentlich unter einem freien, gemeinsamen Leben verstehst, und warum du das mit deinem Partner nicht leben kannst. Ich weiß auch nicht, was sich alles einrenken muss bei euch. Aber so wie du schreibst, würde ich dir echt eine Paartherapie empfehlen. Mit fachliche Unterstützung könntet ihr in der Beziehung vermutlich dahingehend weiterkommen, dass dir ein Entscheid einfacher fällt. 

Wenn der Partner nicht bereit ist für eine Paartherapie – also das in die Beziehung zu investieren –, hilft dir das möglicherweise auch bei der Entscheidung, ob du mit ihm zusammen bleiben möchtest oder nicht.

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Frage Nr. 41178 von 10.05.2026

Wie mache ich mit meinem Freund schluss, ohne ihn zu verletzen? Wir sind ein halbes Jahr zusammen und ich liebe jemanden anderes. Und wie erzähle ich es meinen Familien ?

Unsere Antwort

Wahrscheinlich wirst du es nicht schaffen, mit ihm Schluss zu machen, ohne dass es ihn verletzt. Eine Trennung tut meistens weh. Aber du kannst bei dem Gespräch fair, klar und respektvoll bleiben.

Wichtig ist, dass du ehrlich bist und bei deiner Entscheidung bleibst. Ein klares Ende ist oft leichter zu verkraften als ein Hin und Her. Sprich am besten so, dass du bei dir bleibst. Zum Beispiel: „Es tut mir leid, dass es dir wehtut, aber für mich ist es richtig, die Beziehung zu beenden.“ Du musst dabei nicht grob sein. Aber es ist wichtig, keine falschen Hoffnungen zu machen.

Auch deiner Familie kannst du einfach sagen, dass ihr euch getrennt habt. Du musst nicht alles im Detail erklären, wenn du das nicht möchtest. Es reicht, wenn du sagst, dass die Beziehung für dich nicht mehr gestimmt hat. Ob du deiner Familie auch erzählen möchtest, dass du dich neu verliebt hast, kannst du selbst entscheiden. Du kannst das sagen, wenn es sich für dich gut anfühlt. Du musst es aber nicht erzählen, wenn du das nicht möchtest.

Mehr dazu, wie du ein Trennungsgespräch fair und klar führen kannst, findest du in diesem Text. Dort geht es auch darum, wie du mit Schuldgefühlen umgehen kannst und warum es wichtig ist, konsequent zu bleiben.

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Frage Nr. 41172 von 09.05.2026

Hallo Lilli.
Ich habe heute jemanden kennengelernt und wir haben uns angeschaut , angelächelt und sind uns 2 Mal flüchtig angekommen. Bedeutet das mehr

Unsere Antwort

Das kann ich dir nicht beantworten. Es kann etwas bedeuten, und es kann auch sein, dass es nichts bedeutet. Blicke, Lächeln und kleine Berührungen können ein Zeichen von Interesse sein. Sie können aber auch einfach Teil einer schönen, kurzen Begegnung gewesen sein.

Wichtiger ist vielleicht die Frage, ob du Lust hättest, die Person noch einmal anzusprechen oder wiederzusehen. Dann könntest du dich langsam weiter annähern, flirten und das Gespräch suchen. Dabei kannst du schauen, wie die andere Person reagiert und ob er oder sie dein Interesse teilt.

Unsere Tipps fürs Flirten können dir dabei helfen. Und in unserem Kapitel Tipps fürs Dating und Verführen findest du viele weitere hilfreiche Anregungen.

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Frage Nr. 41157 von 05.05.2026

Liebes Lilli-Team, danke für eure tolle Arbeit!

Ich (w, 26) habe eine Frage zum Thema Liebe und Beziehung. Ich bin jetzt Mitte 20, gerade fertig mit dem Studium und merke, dass ich mich danach sehne, eine stabile, langfristige, wertschätzende, einfach ‚erwachsene’ Beziehung einzugehen, bei der ich daran glauben kann, dass sie auch zu Heirat, Familie etc. führen könnte. Natürlich kann man so etwas ganz am Anfang einer Beziehung noch nicht wissen, aber ich spüre da einfach so eine Sehnsucht und auch ein bisschen einen Neid auf meine besten Freund*innen, die größtenteils in langen Beziehungen sind, sich mit ihren Partner*innen gemeinsam Wohnungen einrichten und zusammen einen schönen Alltagsrhythmus im Arbeitsleben finden etc.

[...]

Hättet ihr Tipps für mich, wie ich mit diesen Sorgen umgehen kann? Ich glaube, es sind fast schon Zwangsgedanken. Wenn wir einen schönen Moment zusammen verbringen, kommt mir oft die Vorstellung in den Kopf, wie er ihn in der Zukunft mit jemand anderem erleben wird, obwohl ich das überhaupt nicht denken will. Und der Gedanke, dass, wenn ich in ein paar Jahren nicht allein sein will, ich diese Beziehung nicht ‘genießen’, sondern mir ‘etwas Stabiles’ suchen sollte. Zusammen mit Schuldgefühlen gegenüber meinem Exfreund, den ich verlassen habe, führt das dann zu sehr negativen und destruktiven Gedanken mir selbst gegenüber.

Ich habe mich noch nicht getraut meine Sorgen in der Beziehung anzusprechen, weil ich einerseits meinen Freund nicht überfordern will (selbst, wenn er älter wäre, könnte ich nach ein paar Monaten Beziehung ja noch gar nicht wissen, wie unsere Zukunft aussieht), und andererseits glaube, dass sie nur zum Teil der Realität entsprechen. Denn immer, wenn mein Freund meine Unsicherheiten spürt, betont er, dass er mich liebt, so wie ich bin, mit mir zusammensein will und, wenn ich Ende des Jahres für die Arbeit weiter wegziehe, mit mir zusammenbleiben möchte.

Aber die Zweifel verselbstständigen sich leider. Ich denke, vielleicht liegt das daran, dass ich mit häuslicher Gewalt und einem depressiven Elternteil aufgewachsen bin und früher selbst einmal depressiv war. Ich wäre dankbar für eure Tipps und Anregungen, weil mir diese Beziehung wirklich sehr viel bedeutet, aber mich diese Gedanken sehr belasten.

Könntet ihr bitte den 2. und 3. Absatz (über die beiden Beziehungen) beim Antworten nicht veröffentlichen? Das ist für mich etwas sehr Privates und ich würde mich anderenfalls nicht so wohl damit fühlen. Danke euch schon mal für eure Hilfe.

Unsere Antwort

Wir haben die Frage auf deinen Wunsch hin gekürzt.

Du beobachtest bereits treffend, was bei dir passiert. Deine Angst sabotiert deinen Wunsch nach einer schönen langfristigen Beziehung.

Und du schreibst noch etwas sehr wichtiges: "Aber die Zweifel verselbstständigen sich leider. Ich denke, vielleicht liegt das daran, dass ich mit häuslicher Gewalt und einem depressiven Elternteil aufgewachsen bin." Dieser Zusammenhang ist sehr gut möglich.

Ich kann deine ambivalenten Gefühle gut nachvollziehen. Einerseits möchtest du diese Beziehung und andererseits hast du Angst, das sie scheitert. Nehmen wir an, du begibst dich vertrauensvoll in eine Beziehung. Und dann wirst du enttäuscht oder verletzt. Das überlebst du als die erwachsene Person, die du heute bist. Es tut weh, aber es ist verkraftbar. Aber als Kind war das eine existentielle Bedrohung und ich vermute, dass du dafür damals nicht angemessen Trost bekommen hast.

Bei Menschen, die mit häuslicher Gewalt oder Bezugspersonen mit psychischen Störungen aufgewachsen sind, ist es oft schwieriger ein Grundvertrauen in Beziehungen zu entwickeln. Und dann kann es zu solchen sich verselbständigenden Gefühlen kommen, wie du sie beschreibst. Es ist nicht selten, dass Sorgen auftreten, die nicht der Realität entsprechen. Da mischt sich altes Gefühlserleben mit dem Hier und Jetzt.

Ich kenne deine genaue Geschichte nicht, deshalb kann ich dir vorerst nur rückmelden, dass es verständlich ist, was du in Beziehungen erlebst. Und dein Beziehungserleben kann leichter werden, wenn du zwischen damals und heute unterscheidest. Das erlaubt dir, freier zu handeln im Hier und Jetzt. Schau dazu bitte auch in unseren Text Probleme mit mir und anderen nach Gewalterfahrungen und Wie hängen meine Probleme mit der Kindheit zusammen?

Du bringst offensichtlich bereits einige Ressourcen mit, um einen guten Umgang in Beziehungen zu pflegen trotz der Erlebnisse von damals. Du kannst steuern, was du wann ansprichst. Manche Sorgen machst du mit deinem Beziehungspartner aus und anderes hältst du zum Wohle des Miteinanders erstmal zurück. Manches kannst du kontrollieren und andere Dinge musst du mit der Zeit beobachten.

Schau mal, welche Unterstützung du dir wünschst. Möchtest du weiterhin mit uns schreiben? Möchtest du dich an eine psychotherapeutische Fachperson wenden für persönliche Begleitung? Beides ist möglich. Wir sind da, wenn du dir unsere Hilfe wünschst.

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Frage Nr. 41153 von 04.05.2026

Meine freundin hatte letztes Jahr Depressionen und jetzt ist es wieder besser aber machmal kommt diese zeit bei ihr wieder hoch und es geht ihr nicht gut, mir geht es dann auch nicht gut weil ich sie nur glücklich sehen will, und sie spricht nicht so über ihre gefühle, habt ihr tipps wie sie besser umgehen kann damit und wie ich ihr in solchen phasen am besten beistehe

Unsere Antwort

Depressionen belasten häufig die Angehörigen auch. Ich kann also gut verstehen, dass du dich auch nicht gut fühlst.

Depressionen verlaufen typischerweise in Schüben. Also es gibt Phasen, da geht es ihr gut und es gibt Phasen, da sind Gefühle von Wertlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Freudlosigkeit, Antriebslosigkeit im Vordergrund und hängen manchmal wie ein grauer Schleier über allem. Für Aussenstehende ist das oft schwierig nachzuempfinden. Für dich könnte es dennoch hilfreich sein Symptome der Depression zu erkennen, um dich davon abzugrenzen. Depressionen sind behandlungsbedürftige psychische Erkrankungen. Ist deine Freundin in psychotherapeutischer Behandlung?

In depressiven Phasen ist der Wunsch nach Rückzug und Ruhe häufig sehr groß. Gleichzeitig hilft gegen depressive Gefühle körperliche Aktivität, also Spaziergänge, Sport oder auch mal einfach nur schnell auf der Stelle rennen. Gibt es da etwas, was ihr gemeinsam machen könnt?

Es ist ein schöner Wunsch, deine Freundin nur glücklich sehen zu wollen. Du meinst es gut mit ihr. In Zeiten einer Depression kann dieser Wunsch der Angehörigen sich jedoch belastend anfühlen. Vielleicht könntest du dir etwas anderes wünschen, was du eher umsetzen kannst. Zum Beispiel: in schwierigen Zeiten möchte ich dich in den Arm nehmen oder ich werde dir zuhören, wenn du reden möchtest.

Ich empfinde den Familiencoach Depression der AOK als eine hilfreiche Unterstützung für Angehörige. Schau doch mal, wie dir dieses Angebot weiterhilft.

Darüber hinaus empfehle ich dir in guten Zeiten mit deiner Freundin offen zu besprechen, wie ihr mit depressiven Phasen umgehen wollt. So habt ihr bereits einen Plan für den Fall der Fälle.

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Frage Nr. 41150 von 03.05.2026

Wie flirte ich?

Unsere Antwort

Kennst du schon unsere Tipps zum Flirten? Dort erfährst du, wie Flirten geht und wie du es üben kannst. Lies dir den Text mal durch. Wenn du dann noch Fragen hast, kannst du uns gerne wieder schreiben. Gib dabei bitte die Nummer dieser Frage an. 

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Frage Nr. 41137 von 30.04.2026

Hallo liebes Lilli-Team

Erstmal möchte ich euch meinen Dank aussprechen. Ich finde ihr leistet wirklich tolle Arbeit!

Nun zu meiner Frage: Wie soll ich mit folgender Situation umgehen bzw. was kann ich diese besser einordnen: Ich habe beim Durchscrollen vom Handy meines Partners ( Kontext: er gab mir sein Handy um bestimmte Fotos in seiner Galerie anzuschauen, dabei habe ich unerlaubterweise etwas weiter „raufgescrollt“ als gedacht (—> Ich weiss, dass ich dadurch in seine Privatsphäre gedrungen bin und das nicht in Ordnung war von mir) und habe Screenshots von einer jungen Frau in Unterwäsche gesehen. Es hat mich irritiert woaraufhin ich ihn direkt darauf angesprochen habe. Er zeigte sich daraufhin - wie erwartet- entsetzt darüber das ich in seinem Handy „herumgeschnüffelt“ habe & erklärte mir das ich mir nicht so viel darüber einbilden solle. Er würde sich halt hin und wieder so Videos (Pornos) anschauen. Schliesslich war ich seit einigen Monaten nicht wirklich präsent in unserer Beziehung (das stimmt ich war in einem Stimmungstief und liess in dieser Zeit keine Nähe -> emotional wie physisch zu) .

Nun weiss ich nicht wie ich damit umgehen soll. Einerseits verstehe ich ihn andererseits möchte ich nicht das so „pornografischer Inhalt“ sich auf unser Sexleben auswirkt und unsere Intimität zu fest beeinflusst. Ich weiss das Pornos schauen im Grundsatz nichts verwerfliches ist alles ok aber irgendwie fühle ich mich doch auch etwas „hintergangen“ . Klingt irgendwie komisch aber naja würde mich über eure Meinung dazu freuen. w, 26

Unsere Antwort

Du stellst sehr spannende Fragen. Ich denke, es macht Sinn zwei Dinge zu unterscheiden. Pornos ganz allgemein und den Zustand eurer Beziehung im speziellen.

Unsere Haltung ganz allgemein ist: Pornos gucken machen viele, auch unabhängig davon wie das Sexleben in der Beziehung ist. Es gibt die Solosexualität, die jeder für sich gestaltet, und die Sexualität zu zweit. Aus unserer Sicht ist es kein fremdgehen, wenn jemand Pornos schaut.

Du beschreibst, dass eure Beziehung eine schwierige Zeit überstanden hat, in der es dir nicht gut ging. Wie geht es dir mittlerweile? Und hat sich eure Nähe in der Beziehung wieder erholt? Beziehungen sind in hohem Grad davon abhängig, wie es den Beteiligten geht. Geht es den Beziehungspartner*innen nicht gut, geht es ganz häufig auch der Beziehung nicht gut. Und wenn das über längere Zeit andauert, kann es etwas Geduld brauchen, bis sich wieder ein angenehmes Miteinander einstellt.

Fürs erste würde ich dir empfehlen, lass mal die Pornos beiseite und schau darauf, wie du deine Beziehung und dein Sexleben haben möchtest. Wie geht ihr miteinander um? Und wie könnt ihr euch wieder miteinander verbunden fühlen? Aus deiner Beschreibung lese ich dazu:

  • Er gibt mit seiner Aussage dir die Verantwortung dafür, dass er Pornos geguckt hat.
  • Du schaust in seinen Handybildern, obwohl du weisst, dass das nicht in Ordnung ist.
  • Du fühlst dich hintergangen, obwohl du weißt, dass Pornos gucken eigentlich normal ist.

Ich weiß noch nicht genau, was du damit meinst, dass pornografischer Inhalt sich auf euer Sexleben auswirkt und eure Intimität beeinflusst. Natürlich können Pornos sich darauf auswirken, welche sexuellen Handlungen als wünschenswert oder normal wahrgenommen werden. Ist das denn bei euch so? Was wünschst du dir?

Du merkst, ich habe einige Rückfragen. Ich lade dich daher dazu ein, uns wieder zu schreiben. Gib dann bitte die Nummer dieser Frage an. Du kannst uns einfach aufschreiben, was unsere Antwort bei dir ausgelöst hat. Falls du einzelne meiner Fragen nicht beantworten möchtest, lass sie einfach weg.

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Frage Nr. 41136 von 30.04.2026

Hallo ich bin Männlich 15 und bin sehr in ein Mädchen verliebt, welche ich auf dem Fussball platz kennen gelernt habe. Leider geht sie nicht mehr auf den Fussball platz und ich sehe deswegen nicht mehr, wir haben leider auch nicht die Nummern ausgetauscht. Was kann ich machen das wir uns wieder näher kommen? Vielen Dank jetzt schon fürs beantworten

Unsere Antwort

Auch wenn die Situation für dich im Moment vielleicht eher ausweglos aussieht, gibt es vielleicht doch Wege, wie du den Kontakt zu dem Mädchen wiederherstellen kannst. Kennst du ihren Namen? Oder gibt es andere Leute vom Fussballplatz, die sie kennen und die Kontakt zu ihr haben? Wenn ihr gemeinsame Bekannte habt, könntest du diese fragen, ob sie deine Nummer an das Mädchen weitergeben.

Du kannst auch mal überlegen, warum sie nicht mehr auf den Fussballplatz kommt. Kann es sein, dass sie einfach ein paar Mal nicht da war und irgendwann wieder kommt?

Deine Verliebtheitsgefühle für sie sind offenbar sehr stark. Du weisst noch nicht, wie sie zu dir steht. Wenn du einen Weg findest, Kontakt aufzunehmen, ist es wichtig, das auf eine respektvolle Weise zu tun. Gib ihr dabei die Freiheit, selbst zu entscheiden, ob sie das auch möchte. Ich empfehle dir auch, die Texte im Kapitel Tipps fürs Dating und Verführen zu lesen. Dort findest du sicher den einen oder anderen Tipp, der dir weiterhelfen kann.

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Frage Nr. 41101 von 22.04.2026

Hallo!

Ich wollte mal fragen- ob es normal ist- dass mein langjähriger Partner nicht kuscheln mag. Er kuschelt sich auch im Bett nicht an- es sei denn er möchte Sex. Ansonsten reicht er mir eher die Hand- aber das ist mir echt zu doof- dass ich mich meist wegdrehe. Das ganze haben wir natürlich diverse Male schon besprochen. Eine richtige Antwort bekomme ich nicht- und eine Änderung erfolgt nicht. Wir sind schon Anfang 50. Dieses kalt-warm-Spiel ist irgendwie nicht meins. Ich mag gerne schmusen- auch Sex haben- aber letzterer muss nicht zwangsläufig sein wenn wir kuscheln. Muss ich das als gegeben akzeptieren? Oder gibt es Möglichkeiten daran zu schrauben? Vielen Dank!

Unsere Antwort

Du beschreibst, dass dein Partner kaum kuscheln mag und Nähe oft nur dann entsteht, wenn er Sex möchte. Gleichzeitig wünschst du dir mehr körperliche Nähe auch unabhängig davon. Das kann auf Dauer ziemlich frustrierend sein.

Was ich mich beim Lesen gefragt habe:
Du schreibst, dass er dir manchmal die Hand reicht, dir das aber nicht reicht und du dich dann eher wegdrehst. Was würde passieren, wenn du dieses Angebot annimmst – auch wenn es sich erstmal ungewohnt oder zu wenig anfühlt? Wie geht es dann weiter?

Gleichzeitig ist es genauso wichtig, deine Bedürfnisse ernst zu nehmen: Du wünschst dir Kuscheln und Nähe ohne dass es direkt zu Sex führen muss, das ist ein sehr nachvollziehbarer Wunsch.

Deshalb interessiert es mich, in welchen Situationen entsteht bei euch Nähe – ganz unabhängig von Sex? Gibt es Momente, in denen du dich verbunden fühlst, auch ohne viel Körperkontakt?

Und auch interessant wäre:
Wie zeigst du selbst, dass du dir Nähe wünschst? Gibt es Wege, wie du Körperkontakt initiierst – und wie reagiert er darauf?

Wenn du magst, kannst du mir noch mal schreiben und mir mehr erzählen, wie eure Gespräche bisher verlaufen sind. Gib dann die Nummer dieser Antwort an.

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Frage Nr. 41094 von 21.04.2026

Wie schafft man es dass eine Schulkameradin auf mich steht.
6. Klasse
♂️ Mänlich

Unsere Antwort

Du fragst, wie du es schaffen kannst, dass eine Schulkameradin auf dich steht.
Die ehrliche Antwort ist: Man kann leider nicht steuern, ob sich jemand verliebt oder einen mag. Aber es gibt Dinge, die du tun kannst, damit ihr euch besser kennenlernen könnt.

Zum Beispiel:
Sei einfach du selbst und versuch, freundlich und interessiert zu sein. Viele Menschen finden es attraktiv, wenn jemand echt ist und sich selbst mag. Wie ist das bei dir?

Da ich nicht so viel über eure Situation weiß, frage ich mich:
Seid ihr in einer Klasse oder seht ihr euch oft? Habt ihr schon mal miteinander gesprochen oder geschrieben?

Vielleicht gibt es kleine Möglichkeiten, mehr Kontakt zu haben – zum Beispiel zusammen reden, in der Pause etwas gemeinsam machen oder über etwas sprechen, das euch beide interessiert z. B. Sport, Musik, Games, Serien. Gibt vielleicht Dinge, die dir Spaß machen, die ihr gemeinsam machen könnt? 

Wenn du magst, kannst du mir gerne noch mal schreiben, dann gib einfach die Nummer dieser Antwort an.

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Frage Nr. 41093 von 21.04.2026

Hallo liebes Lilli-Team.
Ich bin die Fragestellerin von 41054 und bin sehr dankbar für eure Antwort.

Ich habe nun den Entschluss gefasst eine längere Reise ca. 1 Monat zu machen um mir nun bewusst Zeit zu nehmen die Fragen welche mich schon länger umtreiben anzuschauen und ernst zu nehmen. So wie ihr es mir auch geraten habt. Nun habe ich auch meinen Job gekündigt um wirklich „frei“ zu sein und mich auf diesen Prozess einlassen zu können. Ich habe geplant eine Wanderung zu machen für mich alleine und dann nach Abschluss der Reise mit Klarheit zurück in die Schweiz zu kehren.

Ich habe meinem Partner kommuniziert, dass das Resultat dieser Reise auch sein könnte, dass ich mich dazu entscheide mich zu trennen und neue Wege zu gehen - sei es in der Heimat oder sonst wo. Nach diesem Entschluss, mir die Auszeit zu geben ging es mir um einiges besser als die Wochen davor und merke auch wie ich wieder etwas „leichter“ werde und wieder lachen kann. Mein Partner äussert, dass er auch finden würde das es mir schon besser gehen würde. Ich war auch in Therapie und meine Therapeutin meinte auch das eine räumliche Tremnung aktuell das Beste für uns sei.

Nun zum eigentlichen „Problem“: ich weiss nicht inwiefern meinem Partner bewusst ist, dass eine Trennung auch eine mögliche Option ist. Natürlich könnte ich auch zu dem Entschluss kommen das ich in der Beziehung bleiben möchte und die Ehe fortführen will und wir beide daran arbeiten aber ich habe das Gefühl mein Partner denkt so was wie „die macht nun ihren Selbstfindungstrip“ und kommt dann wieder zurück und alles ist beim Alten und wir können wie gehabt weiter machen. Ich habe ihm auch schon mehrmals gesagt, dass er sich „nicht zu grosse Hoffnung“ machen sollte, in Momenten z.B. in denen wir glücklich zusammen waren. Ich weiss, dass er seinen Emotionen selber regulieren muss und ich nicht dafür verantwortlich bin. Trotzdem habe ich die Befürchtung schliesslich doch nicht ganz frei zu entscheiden und so etwas wie einen „faulen Kompromiss“ einzugehen. Meine grösste Angst wäre insofern, dass ich mir nicht selbst treu bleiben konnte und ich meinen Partner auf längerer Sicht hin verletze. Weil ich ihn eigentlich liebe ich jedoch nicht weiss ob Liebe allein ausreicht… sehr kompliziert ich weiss :/ Danke jetzt schon mal für eure Rückmeldung. [ w, 27 ]

Unsere Antwort

Ich sehe, du hast Entscheidungen getroffen und dir stehen größere Veränderungen bevor. Es ist mutig, dass du dich auf eine solche Zeit der Ungewissheit einlässt. Ich wünsche dir, dass deine Reise hilft, um Klarheit zu entwickeln.

Ich stelle dir nun ein paar möglicherweise etwas unbequeme Rückfragen. Ich unterstütze dich in deinem Vorhaben diese Reise anzutreten und für dich Klarheit zu entwickeln. Schau mal, was meine Fragen und Gedanken in dir auslösen. Ich schreibe sie dir auf, um dich darin zu unterstützen für dich stimmige Entscheidungen zu treffen. Jede Entscheidung ist okay. Denn es ist dein Leben.

Was versprichst du dir davon, deinem Mann jetzt schon klarzumachen, dass du dich vielleicht trennen wirst?

Bist du erst frei, wenn er dich freiwillig und emotional unberührt gehen lässt? Auf sein Verhalten hast du keinen Einfluss. Er ist frei und du bist frei. Ihr seid freiwillig miteinander in Beziehung. Es gehört zu einer verbindlichen Beziehung dazu, dass deine Entscheidung zur Trennung für ihn sehr schmerzhaft sein kann. Das macht dich aber nicht weniger frei.

Möchtest du ihn in der Zeit deiner Abwesenheit zu Veränderungen bewegen? In dem Fall würde ich dir empfehlen, Klartext mit ihm zu reden, worum es ganz konkret geht. Wie fühlst du dich mit ihm? Wie blickst du auf eure Beziehung? Wo sind die Dinge irgendwie unschön miteinander und wie könntest du ihm deine Sicht auf die Dinge zur Verfügung stellen? Häufig sprechen Paare lange Zeit nur über das, was sie sich wünschen. Sie kämen aber weiter, wenn sie offenen Auges betrachten und besprechen, wo es unschön ist. Die meisten Menschen tragen einiges an unschönen Vorerfahrungen aus ihren Herkunftsfamilien im Gepäck. Es ist eine Herausforderung, eine dauerhafte Beziehung miteinander so zu gestalten, dass beide gerne weitermachen möchten.

Es ist möglich, dass du richtig einschätzt, wie dein Partner über deine Entscheidung denkt. Es könnte auch sein, dass er sich ganz andere Gedanken macht. Und es ist gut möglich, dass ihr unterschiedliche Perspektiven auf deine Reise habt.

Du schreibst von deinem Wunsch "ganz frei" zu entscheiden. Etwas "ganz frei" zu entscheiden, ist ein sehr hoher Anspruch. Realistischer ist, dass du stets nur so weit blicken kannst, wie es aktuell möglich ist. Und bei den allermeisten Entscheidungen gibt es sowohl etwas wofür du dich entscheidest, als auch etwas wogegen du dich entscheidest. Womöglich ist es für dich, wie für viele Frauen, eine ungewohnte Situation, dich in den Mittelpunkt deiner Entscheidung zu stellen. Die Sozialisation von Frauen bringt ihnen häufig bei, das Wohl anderer vor ihr eigenes zu stellen. Und das kann auf längere Sicht sehr unglücklich machen. Insbesondere in engen Beziehungen ist es ganz wichtig, dass beide für das eintreten können, was ihnen wichtig ist.

Was bedeutet lieben für dich in eurer Situation? Liebst du ihn nicht mehr, weil du eine längere Reise für dich unternimmst? Könntet ihr euch trennen und dennoch Liebe und Wertschätzung füreinander empfinden? Viele Menschen erleben im Laufe ihres Lebens ganz neue Formen von Liebe, weil sich die bisherigen Vorstellungen erweitern.

Schau mal, was du davon mitnehmen möchtest. Ich wünsche dir auf alle Fälle schonmal eine Reise, die dir gut tut.

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Frage Nr. 41092 von 20.04.2026

Liebes Lilli Team,
ich habe mich in schon mal Frage Nr. 40470 von 30.11.2025 euch gewandt, aber es wird nicht besser. Ich weiß, dass ich sexuell mich eigentlich nur von Männern angezogen fühle, aber habe romantische Gefühle nur zu Frauen. Ich war seit der Nachricht an euch bei einer queeren Beratungsstelle und versuche mit Freunden darüber zu reden, aber komme irgendwie nicht weiter. Deshalb habe ich vier Fragen:

1) Wie in meiner letzten Nachricht schon beschrieben, habe ich den starken Glaubenssatz verinnerlicht, dass ich nur schwul geworden bin, weil ich keine Frau abbekommen habe und auch nicht dazu in der Lage bin eine Frau zu verführen. In meiner Jugend gehört, dass stark zu dem Männlichkeitsbild dazu, dass man erst ein echter Mann ist, wenn man Erfolg bei Frauen hat. Mein Outing mit 22 ist mir deshalb sehr schwer gefallen. Ich habe seitdem große Fortschritte gemacht habe, trage gerne Nagellack und fühle mich als Teil der queeren Community. Auch wenn ich aber schon bei so vielen Dates und Orten mit Männern war, bin ich mit 26 immer noch Jungfrau. Ich habe ständig den Gedanken, erst sexuelle Erfahrungen mit einer Frau zu haben, um „frei“ zu sein. Ausserdem empfinde ich es als so unfair, dass andere sich mit beidn Geschlechtern ausprobieren konnten und ich nicht. Sollte ich diesen Gedanken nachgehen? Falls nicht, wie schaffe ich es endlich loszulassen? Wenn es mir gut geht, habe ich sie nicht. Aber der Druck endlich Sex zu haben und meine etwas verpasst zu haben, kommt irgendwann immer zurück. (Ich weiß, dass diese Gedanken in der Dramatik nicht stimmen, habe sie aber trotzdem).

2) Auch wenn Selbstbefriedigung zu meinem Leben gehört und ich auch Lust auf Sex habe, fühle ich mich irgendwie gar nicht bereit dazu und weiß nicht, wie sich das ändern kann. Tatsächlich schäme ich mich sehr durch die Serie „Heated Rivalry“, die in meinem Umfeld viel gesehen wird. Vor allem vor Frauen schäme ich mich, weil ich noch nie Sex hatte und meine, dass von mir erwartet wird, auch so wie in der Serie Sex haben zu müssen. Gleichzeitig schäme ich mich eher vor Männer, dass in der Öffentlichkeit jetzt so viel über schwulen Sex gesprochen wird und dabei fühle ich mich ertappt und unmännlich. Mir wäre es lieber heterosexuelle Menschen wüssten gar nichts über schwulen Sex. Was kann ich gegen die Scham tun? Eigentlich sollte man sich ja nicht für seine Sexualität schämen.

3) Ich könnte damit sogar gerade damit leben noch keine Sex gehabt zu haben, weil ich ein sehr erfüllendes aber zeitintensives Studium habe. Allerdings belastet mich mein Muster mit Frauen sehr, weil es sich andauernd wiederhole. Ich habe fast jedes Jahr immer eine Freundin, die ich immer anhimmle und auf ein Podest stelle. Zu Beginn meine ich sogar sie kurz sexuell attraktiv zu finden, aber das lässt nach einer Zeit nach. Trotzdem bleibt die emotionale Zuneigung so groß, dass sie mich extrem Kraft kostet.

Aktuell habe ich das wieder mit einer Freundin. Ich spüre immer den Druck ihr etwas bieten zu müssen und habe Angst, dass ich zu viel bin und ihr zu viel Energie raube. Gleichzeit gibt sie mir so viel und wir haben eine gute Freundschaft, aber ich weiß, dass ich ihr das nicht in der gleich Form zurückgeben kann. Ich habe starke Sehnsucht nach ihr, wenn sie nicht da ist und wenn wie Kontakt haben, fühle ich mich gestresst den zuhalten. Ich weiß auch, dass ich sie deutlich mehr brauche als sie mich, da ich außer ihr kaum tiefe Freundschaften habe. Irgendwie glaube ich bei Frauen immer, dass sie mich gar nicht so richtig mögen können und ich immer nur eine 2- Freundschaft bin und nie der beste Freund im Inner Circle sein kann. So glaube ich auch mit anderen Freunden und mit ihr konkurrieren zu müssen, weil ich sonst ersetzt werde. Ich fühle mich so als wäre ich unglaublich in sie verliebt und muss ständig an sie denken. Gleichzeitig habe ich kein körperliches oder sexuelles Interesse an ihr. Sie wird leider im Herbst wegziehen, deswegen fühlt es sich mein Muster mit Frauen an wie ein Teufelskreislauf. Ich weiß auch nicht, was hier Projektion ist oder was echt. Was kann ich machen, um mit solchen normalen Freundinnen normal befreundet zu sein?

4) Durch dieses Muster glaube ich romantisch „blind“ für Männer zu sein und habe sogar Probleme andere Männer auch nur in Gesprächen interessant zu finden. Was kann ich machen, um solche Gefühle für Männer zu entwickeln? Deswegen kommt bei mir auch immer der Gedanke, dass ich doch meine Sexualität doch viel besser zu Frauen passen würde.

Vielen Dank für eure Arbeit. Ich spende an euch gerne.

Unsere Antwort

Danke für dein Vertrauen – in deiner Schilderung steckt sehr viel Reflexion. Es ist deutlich wie ernsthaft du dich mit dir auseinandersetzt. Zu Deiner Idee, Sex mit einer Frau zu haben, um frei zu sein: Sexualität ist kein Beweis, sondern ein Lern- und Entwicklungsprozess.

Du hast Gedanken und Glaubenssätze wie „Ich bin nur ein richtiger Mann, wenn ich Erfolg bei Frauen habe“ oder fühlst dich „nicht genug Mann“, wenn du diesem Ideal nicht entsprichst. Idealisierte Männlichkeitsbilder können das eigene Gefühl erzeugen, nicht zu genügen. Deshalb kommt dir der Gedanke, das einmal machen zu müssen, um frei zu sein. Dieser Gedanke ist jedoch kein echtes sexuelles Bedürfnis – sondern ein Versuch, deinen inneren Konflikt zu lösen.

Aus therapeutischer Sicht würdest du damit aber wahrscheinlich kein Problem lösen, sondern eher den Druck erhöhen und dich weiter von deinem echten Begehren entfernen. Deine Sexualität entsteht durch Lernen, Erfahrung und Zeit – nicht durch einmalige „Korrekturhandlungen“.

Zu deinen Schamgefühlen (gegenüber Frauen und Männern): Einige Männer denken, wenn ich nicht performe, bin ich weniger Mann. Das erzeugt Scham („Ich bin nicht weit genug“), Vergleich („Andere sind weiter“) und Selbstabwertung. Ideale und Bewertungen beeinflussen das sexuelle Erleben massiv. Scham entsteht nicht aus deiner Sexualität – sondern aus den Bewertungen darüber. Scham reduziert sich nicht nur durch Denken, sondern durch positive Körpererfahrungen, z. B. Selbstbefriedigung ohne Druck – dazu könntest du vielleicht eine Sexualtherapie nutzen.

Dein Muster im Kontakt mit Frauen (die starke Verliebtheit ohne sexuelles Interesse) ist ein spannender Punkt. Sexualität besteht aus verschiedenen Komponenten, die unabhängig sein können: das Liebesgefühl (emotionale Bindung), das sexuelle Begehren und die Anziehung. Das bedeutet, du kannst stark verliebt sein ohne sexuelles Begehren und sexuelles Begehren ohne romantische Gefühle haben. Das ist genau das, was du beschreibst.

Bei Verunsicherung werden andere Personen idealisiert oder als „Rettung“ erlebt. Das erklärt auch die Angst ersetzt zu werden, Konkurrenzgefühle oder emotionale Überforderung. Was hilft hier? Entlaste Eure Beziehung und richte weniger Fokus auf diese eine Person; baue mehr andere/weitere Kontakte auf. Mach eine Realitätscheck: Sie ist nicht „die eine“, sondern ein Mensch mit Grenzen. Anziehungsgefühle entwickeln sich durch Erfahrung, Fantasie, Lernen und die sind nicht vollständig steuerbar, aber entwickelbar.

Warum fühlst du romantisch wenig für Männer? Möglicherweise aufgrund wenig positiver Beziehungserfahrungen mit Männern oder weil du deinen Fokus bisher auf Sexualität statt emotionaler Verbindung legst und gleichzeitig bei Frauen emotional stark investierst.

Versuche deinen Fokus zu verschieben. Nicht: „Muss ich mich verlieben?“, sondern: „Kann ich neugierig werden?“. In Gesprächen, über Nähe und gemeinsame Aktivitäten ohne sofortige Bewertung. Vertiefe deine Freundschaften mit Männern, denn Begehren entsteht durch Erfahrungsräume, nicht durch Zwang. Du hast starke innere Ideale, Unsicherheiten im Gefühl von Männlichkeit und wenig integrierte Beziehungserfahrungen. Daher orientiere dich lieber daran, was sich für dich gerade „stimmig“ anfühlen würde – nicht „richtig“.

Sollten dich deine bisher besprochenen Gedanken weiterhin so intensiv beschäftigen und dein konkretes sexuelles Handeln eher blockieren, könntest du auch über eine Psychotherapie nachdenken. Zum Beispiel indem du in einer Verhaltenstherapie sehr konsequent an Zielen und mit Verhaltenserprobungen arbeitest, die du wöchentlich sehr detailliert im Therapierahmen auswerten und weiterentwickeln kannst.

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Frage Nr. 41073 von 14.04.2026

Ergänzung zur Frage Nr. 40985

Vielen Dank erstmal für eure Antwort.
Leider hat er mir das nicht offen gestanden, sondern ich habe es rausgefunden und zuerst hat er es vehement abgestritten.

In der Zwischenzeit hat sich gezeigt, dass er das mit Frauen aus meinem gesamten Umfeld macht. Er hat mir gesagt, dass er die Frauen (auch in meinem Beisein) mustert und sich Details einprägt, die er dann später bei der SB in Pornos einbindet. Also er schaut sich den Porno an und stellt sich vor, dass die Frauen die Darstellerin und er der Darsteller ist. Es ist für mich ein grosses Problem, dass er das mit wirklich so gut wie jeder Frau macht. Und dies auch mehrmals. Darunter auch meine Familienmitglieder und Freundinnen und auch Frauen aus seinem Umfeld. Die, die er nicht genug hübsch findet, darf ich gemäss ihm "behalten". Ich kann das alles nicht mehr einschätzen. Es geht also wahrscheinlich um irgend eine Kompensation oder irgendwas. Aber ich bin nicht sicher, ob das nicht bereits eine Sucht / Drang ist.

Unsere Antwort

Ich habe das ja schon in der letzten Antwort geschrieben: Dass dein Partner von vielen Frauen und auch von Bekannten fantasiert, finde ich nicht bedenklich. Was in unserer sexuellen Fantasie abläuft, ist unsere Privatsphäre, und da ist sehr viel möglich, was im richtigen Leben nicht möglich ist. Bedenklich finde ich, dass er dir das alles so detailliert erzählt. Obwohl er doch sicherlich merkt, wie sehr dich das stresst.

Und was meint er damit, dass du diejenigen behalten darfst, die er nicht hübsch genug findet? Das finde ich bedenklich. Gern kannst du uns noch mal schreiben und genauer erläutern, was er da gesagt hat. 

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Frage Nr. 41054 von 09.04.2026

Hallo zusammen :) Leider wurde meine Frage Nr. 40990 noch nicht beantwortet. Wahrscheinlich ist sie in der Masse der gestellten Fragen untergegangen deshalb würde ich euch bitten mir bei Gelegenheit eine Rückmeldung zu geben: Ich (27) bin seit 10 Jahren in einer Beziehung und seit fast 2 Jahren verheiratet. Mein Mann ist ein liebevoller Mensch, wir können gut miteinander sprechen, und trotzdem habe ich seit einiger Zeit immer stärker das Gefühl, etwas im Leben zu verpassen.

Seit etwa 1,5 Jahren wird dieses Gefühl intensiver. Ich verspüre den Wunsch, Dinge zu verändern – zum Beispiel einmal alleine zu wohnen und auch herauszufinden, wie es wäre, sexuelle Erfahrungen mit jemand anderem zu machen.
Ich habe offen mit meinem Mann darüber gesprochen. Er zeigt teilweise Verständnis, macht aber auch deutlich, dass ich die wichtigste Person in seinem Leben bin und er sich ein Leben ohne mich nur schwer vorstellen kann.

Zusätzlich habe ich meine Heimat verlassen, um in sein Land zu ziehen, und merke immer wieder, dass ich Heimweh habe. Gleichzeitig bin ich unsicher, ob ein Leben zurück in meiner Heimat wirklich die Lösung wäre oder ob die Unzufriedenheit eher in mir selbst liegt.

Meine Frage ist: Wie kann ich herausfinden, ob diese Gefühle ein Zeichen dafür sind, dass ich grundlegende Veränderungen brauche – oder ob es eher eine Phase ist, die ich anders angehen sollte, ohne meine Beziehung zu gefährden?

Unsere Antwort

Es tut mir leid, dass unsere Antwort den Weg zu dir noch nicht geschafft hat. Deine Frage mit der Nummer 40990 haben wir am 26.03. beantwortet. Ich habe nochmal überprüft, ob die Frage über die Suche zu finden ist. Bei mir hat das funktioniert. Du solltest sie also finden, wenn du die Nummer in unserer Suche eingibst. Bitte gib uns nochmal Rückmeldung, ob das geklappt hat.

Gerne beantworte ich deine aktuelle Frage.

Ihr seid bereits seit langer Zeit in Beziehung. In der Lebensspanne von 17 Jahren bis 27 Jahren habt ihr euch viel verändert. Sicher hat sich auch eure Beziehung zueinander über die Zeit immer wieder verändert. Es ist gut möglich, dass eine solche Veränderung bei euch ansteht.

Du hast den Wunsch, aus der Beziehung auszubrechen. Dahinter kann stecken, dass es an der Zeit ist, deine Eigenständigkeit mehr zu pflegen. Also den Verhaltensspielraum auszuweiten auf Verhaltensweisen, die den anderen möglicherweise verunsichern. Mehr dazu schreiben wir in unserem Text Wieso ist Eigenständigkeit wichtig für eine gute Liebesbeziehung? und im Text Wie entscheide ich mich zum Schlussmachen?

Aus dem, was du beschreibst, lese ich nicht heraus, dass es dir grundlegend schlecht geht mit deinem Mann. Gleichzeitig lese ich, dass manche Aspekte um deine Aufmerksamkeit kämpfen und das auch schon seit längerer Zeit. Du zweifelst daran, ob du in dieser Beziehung findest, was du dir für dein Leben wünschst. Ich empfehle dir, diese Zweifel ernst zu nehmen. Was steckt dahinter? Was davon sind innere Konflikte? Und was davon möchtest du mit deinem Partner neu aushandeln? Es klingt so, als wäre es an der Zeit, dich herauszuwagen mit dem, was dich im Inneren umtreibt. Und das offene Gespräch mit deinem Mann war ein erster Schritt. Häufig braucht es für solche großen Themen viele Gespräche, in denen du dem anderen Einblick gewährst und somit die Chance gibst, wirklich Nähe herzustellen.

Du machst auf mich einen sehr behutsamen und reflektierten Eindruck. Du ziehst bereits in Erwägung, dass manches in dir selbst liegt. Es handelt sich um große Themen rund um deine Identität, Herkunft und Zukunftsausrichtung. Wie könntest du dem mit Interesse begegnen? Ich kann mir vorstellen, dass dir eine Auseinandersetzung mit deiner Heimat gut tun könnte. Vielleicht möchtest du zunächst einmal (allein) Urlaub dort machen, dich mit Menschen aus deiner Heimat unterhalten, die hier leben und Menschen, die in der Heimat geblieben sind und solchen, die zurückgekehrt sind? Gibt es etwas, was dich anspricht? Sicher ist, dass du nicht allein bist mit deinen Themen. Solche Fragen haben sich schon viele Menschen gestellt und werden sich noch viele Menschen in Zukunft stellen. Diese Perspektiven können dich auf deinem Weg begleiten.

Mein Eindruck von außen ist, dass du in einer Lebensphase bist, in der du dir viele Fragen stellst. Du darfst dir Zeit nehmen, diese zu beantworten und du kannst auf diesem Weg deiner Auseinandersetzung deinen Partner einbeziehen oder du kannst das für dich machen. Für eure Partnerschaft könnte es eine Chance sein, euch nochmal auf andere Weise kennenzulernen. Aber es birgt auch die Aufgabe mit diesen weiteren Aspekten einen Umgang in eurer Beziehung zu finden. Und vielleicht wird das nicht gelingen. Was ich damit sagen will, ist: Es birgt ein Risiko, dich mehr zu zeigen. Und es bietet Chancen.

Du beschreibst den Wunsch, deinem eigenen mehr nachzugehen, ohne die Beziehung zu gefährden. Das kann ich dir leider nicht bieten. Risikofrei gibt es an der Stelle nicht. Aber du kannst das Risiko dosieren und dein Bemühen zeigen, einen Weg mit deinem Partner zu finden. Dafür ist es sehr hilfreich, die Fähigkeit zu entwickeln, deine Angst vor dem Verlust dieser Beziehung gut halten zu können. Also anzuerkennen, dass du diese Angst hast. Und akzeptieren, dass das dazugehört.

Ich wünsche dir alles Gute für deinen weiteren Weg. Schau mal, wie es bei dir landet, was ich schreibe. Du kannst uns auch einfach wieder schreiben. Gib dafür bitte die Nummer dieser Frage an.

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Frage Nr. 41050 von 08.04.2026

Hi, ich finde das hier total gut. Ich weiß nämlich nicht, wen ich fragen soll. Also ich habe einen besten Freund. Wir sind seit 7 Jahren befreundet. Ich war anfangs absolut überzeugt, dass ich in ihn verliebt bin. (Grund dafür: Auf einer Klassenfahrt hat er mal ohne Grund gesagt, er liebe mich nicht mehr. Das war aber auch nie so gewesen. Also es war nichts zwischen uns.) Später habe ich dann kapiert, dass ich mir das nur vorspiele. Aber ich glaubte und tue es immer noch, dass er in mich verliebt ist. Das klingt erst mal unlogisch, aber er schaut mich dauernd an und guckt dann weg, er repariert Kleinigkeiten, schaut zu mir, um zu gucken, ob ich seine Witze lustig finde,etc. Ich habe auch gedacht, ich würde nur auf Mädchen stehen. So bin ich auch seit einem Jahr bei meinen Eltern geoutet. Aber als ich letztens von ihm geträumt habe, ließ mich der Gedanke nicht mehr los. Und dann hatte ich zwischendurch plötzlich Schmetterlinge im Bauch. Oder Gänsehaut. Ich war halt noch nie verliebt. Und jetzt weiß ich nicht mehr, was ich machen soll. Stehe ich auf ihn? Steht er auf mich? Was soll ich tun? Hilfe ????. Ich hoffe die Frage passt hier hin.

Unsere Antwort

Das, was du beschreibst, kennen viele Menschen – Gefühle können ganz schön verwirrend sein und sind nicht immer eindeutig. Du schreibst dass ihr schon Sieben Jahre befreundet seid. Da können ganz unterschiedliche Gefühle gleichzeitig da sein: Freundschaft, Vertrautheit, Neugier oder auch Anziehung. 

Dass du dich als auf Mädchen stehend geoutet hast und jetzt diese Gefühle für einen Jungen auftauchen, kann sich vielleicht seltsam anfühlen. Aber sexuelle Orientierung ist oft kein fixer Punkt, sondern eher ein Entdecken. Du musst das jetzt nicht neu einordnen oder erklären – weder dir selbst noch deinen Eltern. Vielleicht interessiert dich dazu dieser Text.

Was dein Freund fühlt, kann ich von hier aus natürlich nicht sagen. Aber was du beschreibst – das Wegschauen, das Reparieren, das Suchen nach deiner Reaktion – das klingt nach jemandem, dem du wichtig bist. 

Wie fühlst du dich, wenn du mit ihm zusammen bist? Gut? Sicher? Aufgeregt? Diesen Gefühlen kannst du erst mal einfach Raum geben, ohne sofort eine Antwort daraus machen zu müssen.

Schreib gern nochmal. Gib dann bei der Frage die Nummer dieser Antwort an.

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Frage Nr. 41042 von 29.03.2026

40959

Ich verstehe das irgendwie nicht... Sexualität hängt doch mit dem Aussehen zusammen?

Warum haben dann die Freunde die extrem gut aussehen viel Sex und keine Probleme mit Frauen und die die nicht gut aussehen nie Sex?

Wenn eine Person dick und Sexuell ist, dass passt doch nicht zusammen? Er wird trotzdem von vielen Frauen abgelehnt. Ich habe hier auch einen Post von einer Frau gelesen, die das gut beschrieben hat. Sie hat freundlich einen Mann im Freundeskreis der übergewichtig und dick ist aber keine Frauen abbekommt. Sie schrieb er solle abnehmen dann und Muskeln aufbauen, dann hätte er auch keine Probleme. Es kommt immer nur auf das Aussehen an.

Durch das Aussehen eröffnen sich so viele neue Türen. Man kann attraktivere Frauen daten, steigt also Ligen auf, hat mehr Chancen bei Frauen, hat Chancen Matches zu bekommen, viel mehr Chancen das die Frau den ersten Schritt macht, Frauen schreiben sogar zurück und Frauen zeigen sogar Interesse und geben sich mühe dich kennenzulernen! Das hat man alles nicht wenn man dicker ist und dafür "sexuell" ist. Wie kann jemand der dick ist überhaupt sexuell wirken?

Am Ende kommt es nur auf Muskeln an. Erst dadurch kommt man bei Frauen an, ohne viel Kopfschmerzen.

Das ist einfach Fakt. Man sieht es im Freundeskreis und sonst überall auch. Gerade wenn es um Affären oder Freundschaft Plus geht.

"Während der sexuellen Erregung gut in emotionaler Begegnung mit der Frau sein kannst"
Was ist damit eigentlich gemeint?

Unsere Antwort

Du wirst so lange nicht verstehen, was sexuelle Selbstsicherheit ist, bis du dich darauf eingelassen hast, dafür etwas zu tun – wie ich dir das in der letzten Antwort empfohlen habe. Nur so kommst du zu neuen Erfahrungen und zu neuen Erkenntnissen. Nicht dadurch, dass du darüber nachdenkst.

Überleg dir, was du da schreibst, wenn du sagst, dass zu einer dicken Person keine Sexualität passt. Es gibt ausgesprochen viele dicke Menschen auf dieser Erde. Es gibt ausgesprochen viele Menschen auf dieser Erde, die irgendwelchen Schönheitsidealen nicht entsprechen. Es gibt ausgesprochen viele Männer auf dieser Erde, die deinem Ideal von einem Mann nicht entsprechen. Ich würde sogar sagen, das ist die Mehrheit der Männer. Und von all diesen Männer sind wiederum extrem viele in sexuellen Beziehungen und haben eine gute Sexualität.

Daher empfehle ich dir: Frag dich, was diese Männer haben, das es ihnen ermöglicht, in Beziehungen zu sein. Mit deinem Bild vom idealen Mann bist du auf dem Holzweg. Ich würde mir für dich sehr wünschen, dass du dir das, was ich dir in der letzten Antwort geschrieben habe, zu Herzen nimmst, und an deiner sexuellen Selbstsicherheit arbeitest. Ich möchte dir dazu noch mal das Buch "Klappt's?" von Michael Sztenc empfehlen.

Was meine ich mit "Während der sexuellen Erregung gut in emotionaler Begegnung mit der Frau sein kannst"? Viele Menschen verlieren das gegenüber aus den Augen, wenn sie sich sexuell erregen. Das, was sie während dem Sex erleben, passt nicht zu den Gefühlen von Liebe und emotionalen Nähe, die sie zu der anderen Person haben. Sie sind beim Sex in einem Zustand, wo emotionale Nähe nicht Platz hat. Dazu erfährst du mehr in diesem Text.

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