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Frage Nr. 39836 von 28.05.2025

Ergänzung zu Frage Nr. 39801

Liebes lilli-Team,
ganz lieben Dank für eure Bemühungen zur Lösung unseres Problems. Wir sind vor eineinhalb Monaten eingezogen: das Haus ist klein mit ingesamt nur drei Wohnungen - zwei im Parterre , eine ist derzeit frei, in der anderen wohnen wir. Im Obergeschoß lebt eben die Nachbarsfamilie, die offensichtlich von allem Anfang an nicht sehr begeistert war, dass sie Mitbewohner bekam.

Was die Dauer unseres Sex angeht - meine Großmutter hätte gesagt "es dauert eben solang bis es fertig ist". Will heißen, wir vögeln nicht nach einem konkreten Zeitplan. Allerdings ist mit Sicherheit zu sagen, dass der überwiegende Teil unserer "Aktivitäten" mit gedämpften Geräuschen vor sich geht. Natürlich passiert es, dass man dabei heftiger atmet oder auch mal stöhnt, aber im Vergleich dazu ist Schnarchen eine weitaus größere Lärmbelästigung.

In eurer Antwort meint ihr, "dass ich mich nicht zurücknehmen muss". Leider sehen das die Nachbarn etwas anders, wenn sie von "dauernden Sexgedräuschen" reden. Wie schon gesagt weiß ich, dass ich manchmal ziemlich laut werde - das bestätigte mein Freund schon als wir die ersten Male miteinander Sex hatten, aber er meinte auch, dass das maximal 10 Sekunden dauert. Als ich den Versuch machte, die Problematik anzusprechen, bekam ich die Antwort, wir sollten "lernen uns wie zivilisierte Menschen und nicht wie läufige Brüllaffen zu benehmen".

Ein weiteres Argument seitens der Nachbarn war die vorgebliche Rücksichtslosigkeit gegenüber ihren Kindern, die mit der Unmoral ihrer Mitbewohner konfrontiert würden. Dazu konnte ich nichts sagen, weil ich die Kinder bis heute noch nicht gesehen habe, Vergangenes Wochenende traf mein Freund im Hausflur auf zwei Jungs im Alter von etwa 15 oder 16 Jahren bei denen es sich eben um die "Nachbarskinder" handelte. Abgesehen, dass sie nicht den Eindruck schutzbedürftiger Unmündiger vermittelten, könnten wir uns eher vorstellen, dass sie sich durch lautes Sexgestöhne weniger gestört fühlen, sondern eher auf Gedanken kommen, die sonst nur läufige Brüllaffen haben...:)

Ich hoffe, es ist mir gelungen, die Situation etwas klarer zu machen und freue mich auf eure Antwort.

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nochmal zu Frage Nr. 39801
Manchmal gibt es unerwartete Überraschungen: Als wir gestern Abend bei uns in der Stadt waren, begegneten wir den Nachbarjungs und der Ältere fragte mich direkt: "Bist Du die, die so schreit wenn ihr Sex habt?" Und dann meinte er, dass das ihren Eltern ziemlich auf die Nerven ginge und sie etwas gegen uns unternehmen wollen, aber er und sein Bruder fänden "das einfach geil". Ich bin mir noch nicht klar, ob und wie man diese Informationen bei einer erneuten Auseinandersetzung (denn dazu kommt es sicher) ins Spiel bringen könnte.

Unsere Antwort

Vielen Dank, dass du uns eure Situation noch einmal so ausführlich beschrieben hast. 

Zuerst möchte ich noch einmal betonen, dass es völlig in Ordnung ist, beim Sex auch mal laut zu sein. Und wenn das nur maximal 10 Sekunden eurer sexuellen Aktivitäten betrifft, entspricht das in keiner Weise einem "dauerhaften Lärm". Sondern es fällt unter ganz normale Geräusche, die in einem Mehrparteienhaus vorkommen können, genauso wie Lachen, Streiten, Musikhören oder auch Schnarchen. Ich bin mir sicher, dass ihr genauso auch manchmal Geräusche von euren Nachbarn hört.

Natürlich kann es trotzdem sein, dass eure Nachbarn sich gestört fühlen. Vor allem, wenn sie bis vor kurzem noch die einzigen Bewohner*innen des Hauses waren. Trotzdem ist es nicht in Ordnung, euch als "unzivilisiert" oder "unmoralisch" zu bezeichnen. Ausdrücke wie "läufige Brüllaffen" oder die Sorge um die "Unschuld der Kinder" sagen letztlich mehr über ihre Einstellung aus als über euer Verhalten.

Auch wenn ihr nichts falsch gemacht habt, könnt ihr versuchen, guten Willen zu zeigen, um die Situation etwas zu entschärfen. Ihr könnt gegenüber euren Nachbarn betonen, dass ihr euch grundsätzlich um ein gutes Miteinander bemüht und die Lautstärke insgesamt im Rahmen haltet. Ihr könnt auch versichern, dass ihr nachts Rücksicht nehmt, aber auch darauf hinweisen, dass lautes Stöhnen für ein paar Sekunden am Abend nicht als Ruhestörung zu werten ist. Ob und wie ihr die Begegnung mit den Söhnen eurer Nachbarn erwähnen möchtet, liegt bei euch.

Wenn ihr möchtet, könnt ihr zusätzlich kleine Schallschutzmassnahmen ergreifen. Zum Beispiel könnt ihr einen Wandbehang anbringen, dicke Vorhänge aufhängen oder eine zusätzliche Türdichtung im Schlafzimmer anbringen. Das dämpft die Geräusche, ohne dass ihr euch zensieren müsst.

Diese Antwort gilt auch für Frage 39838.

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