Hallo, ich war in der Uniklinik in [...] und dort wurde Autismus diagnostiziert. Es ist jedoch nicht das typische Autismus und ehrlicherweise dachte ich eher das ADS besser passt.
Oder liege ich vielleicht in der Schnittmenge beider Störungen?
Kennt ihr die Klinik und wie bewertet ihr die so?
Eigentlich sollten die sich schon damit auskennen denn sie haben auch eine Autismus-Station.
Bei mir war jedoch der Theory of mind und weitere Tests zur Emotionserkennung unauffällig.
Bei mir ist hauptsächlich die schnelle Ablenkbarkeit, schlechte Exekutivfunktion, Organisationsprobleme, Zeitmanagement, Langsamkeit, sprunghaftes Denken mit mehreren Gedanken gleichzeitig usw. im Vordergrund. Ich hab allerdings auch "Spezialinteressen", die jedoch im Verlauf der Jahre wechselten und kann schlecht "filtern", wenn ich jemandem zuhöre und im Hintergrund z.B laute Musik läuft.
Unsere Antwort
Du schreibst, du hättest die Diagnose atypischer Autismus (ICD-10/84.1) bekommen. Im neuen Diagnoseschlüssel ICD-11 würde man die Diagnose Autismus-Spektrum-Störung (ICD-11/6A02) nennen. Mit der neuen Einordnung soll deutlich werden, dass Autismus ein sehr breites Feld abdeckt. Sie kann auch gestellt werden, wenn einige Symptome fehlen. Du selbst schätzt dich eher als ADS ein und vermutest richtig: die Schnittmenge von ADHS und ASS ist erheblich.
Wenn du die Diagnose überprüfen lassen möchtest, könntest du dich in einer spezialisierten Klinik oder Praxis für einen Diagnostikprozess anmelden. Möglicherweise brauchst du dafür eine Überweisung vom Hausarzt.
Allerdings wurdest du in einer sehr renommierten Universtitäts-Klinik diagnostiziert. Wir raten dir, dort mit einer Fachperson deine Zweifel zu besprechen und dir genau erklären zu lassen, wie die Diagnose entstanden ist und was sie für dich bedeutet.
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