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Frage Nr. 40053 von 18.07.2025

Hallo Lilli,

ich beziehe mich auf 40023. Vielen Dank für eure Antwort :-)

Ihr habt wahrscheinlich Recht, dass mein Partner eine Erregungstechnik mit viel Druck hat. Ich habe ihn bereits vorsichtig darauf angesprochen. Aber ich bin damit auf ziemlich viel Widerstand gestoßen, denn ich sei die einzige Frau, mit der er dieses Problem habe, deshalb liegt es eher an mir... sonst wäre das ja bei den anderen Frauen auch so gewesen... dem kann ich natürlich nichts entgegnen.

Ich habe mir ein Biofeedbackgerät verschreiben lassen, um den Druck in meiner Vagina zu messen... das Gerät zeigt an, dass die Beckenbodenmuskeln eher hyperton sind, und sagt ständig: Schwächer, Schwächer... weil zu viel Spannung da ist. Deshalb funktioniert auch das Trainigsprogramm nicht, weil das Gerät immer nur dieses Feedback in der Loslassphase gibt. Meine Frauenärztin findet mich auch normal und nicht zu weit.

Für mich ist der Sex inzwischen tatsächlich nicht mehr schön. Ich habe das Gefühl, zu enttäuschen und fühle mich hilflos. Auch kann ich nur sehr schwer annehmen, wenn etwas für mich getan wird, das ist generell ein Problem von mir. Auch habe ich oft eher Schmerzen beim Sex und fühle mich als ob die Vagina zu eng wäre, was sicherlich mit der Beckenspannung zusammenhängt. Die wiederum kommt wahrscheinlich von der Angst, wieder zu enttäuschen und nicht gut genug zu sein... Teufelskreis.

Was uns weiterbringen würde... ich weiß es nicht. Ich hoffte, es seien eure Übungen und Tipps. Aber ich setze die schon lange um, aber es ändert sich nichts. Er müsste wahrscheinlich auch an sich arbeiten... auch wenn ich mich tatsächlich wundere, dass mit anderen Frauen das Problem offenbar nicht bestand.

Und zu den Vergangenheitsgeschichten... was würde da weiterbringen? Ich weiß es nicht. Wenn ich es wüsste, hätte ich nicht euch geschrieben... Ich habe nichts gegen Pornos, Swingerclubbesuche etc. Aber ich finde Frauenkörper einfach nicht erotisch. Es ist ein Teil von mir, den ich mir nicht abtrainieren kann. Ich bringe einfach die Eigenschaft "Bi" nicht mit.... und sehe auch keine Kompromisse, wie sollten die denn aussehen? für mich ist das wie Schwanger sein: Ganz oder gar nicht, ein bisschen schwanger gibt es ja auch nicht... und für mich deshalb auch nicht ein "bisschen Bi sein"....

Vielen Dank.

Unsere Antwort

Vielen Dank, dass du nochmal geschrieben hast. Jetzt habe ich mehr Informationen, um dir weiterzuhelfen. Schau mal, wie bei dir ankommt, was ich dir jetzt schreibe. Mir ist es ein Anliegen, dir die Dinge aufzuzeigen, die du vielleicht übersiehst.

Du hast bereits objektive Belege dafür, dass deine Vagina eher zu viel als zu wenig anspannt. In dieser Richtung geht es also nicht weiter.

So, wie du es beschreibst, weist dein Partner jede Verantwortung von sich und sieht zu, wie du dir größte Mühe gibst ohne selbst einen Finger krumm zu machen. Was glaubst du, geht in seinem Kopf vor, wenn er sich so verhält? Versuche dich wirklich in ihn hineinzuversetzen. Was hat er davon, sich auf diese Weise zu verhalten? Das ist ein ganz wichtiger Schritt. Denn aktuell habe ich den Eindruck, du denkst von ihm "Der Arme kommt gar nicht auf seine Kosten mit mir. Er leidet und ich muss ihm helfen, damit es ihm besser geht in unserer Beziehung, sonst kann ich nicht mithalten mit seinen Ex-Partnerinnen" An deiner Stelle würde ich das in Zweifel ziehen, denn dafür schaut er schon viel zu lange zu, wie du dir größte Mühe gibst.

Viele Menschen haben sogenannte "Blinde Flecken" für bestimmtes unangemessenes Verhalten von Mitmenschen. Ich frage mich, ob es bei dir solche blinde Flecken gibt, weshalb dir sein Verhalten nicht zu denken gibt. Kennst du solches Verhalten zum Beispiel aus deiner Familie? Du gehst ganz schön weit, um es deinem Partner recht zu machen. Solche Strategien entwickeln wir nicht ohne Grund. Was dich hier weiterbringt, ist, Mitgefühl für dich zu entwickeln unter welchem Anpassungsdruck du auf diese Strategien zurückgegriffen hast.

Du schreibst: "Dem kannst du natürlich nichts entgegnen" Das sehe ich anders. Du könntest sagen: "Und du bist mit mir in einer Beziehung und ich möchte, dass du dazu beiträgst, dass wir guten Sex miteinander haben. Für mich ist unser Sex nicht mehr schön. Ich habe den Eindruck, ich bin eine ständige Enttäuschung für dich. Noch dazu halte ich Schmerzen beim Sex aus, in der Hoffnung, dir das bieten zu können, was du möchtest. Und ich will das so nicht mehr." Meine Sichtweise ist: Dein Partner geht unangemessen mit dir um. An deiner Stelle würde ich ihm ganz klar sagen, dass du am Ende dessen bist, was du machen kannst und möchtest, dass er etwas beiträgt.

Du schreibst, dass es dir schwerfällt, anzunehmen, wenn etwas für dich getan wird. Das halte ich für ein unglaublich spannendes Lernfeld für dich. Wenn du etwas üben möchtest, was dich wirklich weiterbringt, dann verwende deine Energie darauf. Verwende deine Energie für ein Gefühl von: Ich bin genug. Ich bin wertvoll. Ich brauche keine Schmerzen aushalten. Ich umgebe mich mit Menschen, die es gut mit mir meinen.

Wie du wahrscheinlich bemerkst, habe ich eine ziemlich andere Einstellung dazu, was euch in eurer Beziehung weiterbringt. Wie kommt das bei dir an?

Unser Fragefenster macht jetzt Sommerpause. Du kannst dich einfach wieder nach den Ferien melden. Gib dann bitte wieder die Nummer dieser Frage an.

Für Zwischendurch empfehle ich dir, deine Gedanken für dich zu verschriftlichen und auch Gespräche mit Vertrauenspersonen zu führen.

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