Ich, m24 und meine Freundin w23 sind bereits seit vier Jahren zusammen und hatten bis vor etwa zwei Jahren ein Sexleben, das uns beide befriedigt hatte und mit dem wir auch beide grösstenteils zufrieden waren.
Seitdem sie vor zwei Jahren eine neue Stelle angenommen hat (die sie sehr liebt!), wurde sie zum "workaholic", was sich unter anderem auch auf unser Sexleben ausgewirkt hat. Der Sex wurde weniger (womit ich aber kein grosses Problem habe), jedoch habe ich auch das Gefühl, dass sie sich selbst weniger "schaut"/sich fast ein wenig vernachlässigt (z.B. wenig Bewegung/wenig schlaf).
Ich habe deswegen das Gefühl, dass ich mich immer weniger sexuell zu ihr angezogen fühle, obwohl ich sie sehr liebe. Gleichzeitig erwische ich mich immer mehr in sexuellen Fantasien mit anderen Frauen, wobei ich mich sehr schlecht fühle.
Angesprochen habe ich das Thema schon viele Male, fühle mich aber immer unverstanden und sie fühlt sich verletzt. Deswegen habe ich das Thema auch jetzt seit ein paar Monaten nicht mehr angesprochen. es kommt aber natürlich immer wieder hoch. Was kann ich bzw. was können wir tun?
Unsere Antwort
Es ist auf jeden Fall eine gute Idee, dass du das Thema ansprichst. Du hast schlechte Gefühle wegen deinen sexuellen Fantasien. Besser ist, dass du dein Erleben ernst nimmst, und schaust, was du tun kannst, damit du in der Beziehung mit deiner Freundin wieder glücklicher wirst. Denn wenn du das nicht tust, wirst du höchstwahrscheinlich noch unzufriedener und fühlst dich noch weniger von ihr angezogen. Und das ist für die Beziehung gar nicht gut.
Du schreibst, sie fühlt sich verletzt, wenn du es ansprichst. Was ist denn bei ihr verletzt? Hast du ihren Stolz verletzt, ihr Ego, ihr Selbstwertgefühl? Wenn du etwas ansprichst, was dich bei ihr stört, ist das natürlich Kritik. Und Kritik fühlt sich nie gut an. Dieses Unwohlsein gleich Verletzung zu nennen, finde ich problematisch. Denn wie sollten wir denn in einer Beziehung Kritik äussern können, wenn wir ständig probieren, Verletzungen zu vermeiden?
Die Frage ist, wie geht sie mit dieser Kritik um? Derzeit stellt sie ihr eigenes Unwohlsein offenbar über ihr Interesse daran, was du brauchst. Die Frage ist, warum. Wie beschreibt sie denn ihre Verletzung?
In diesem Zusammenhang ist es natürlich interessant, anzuschauen, wie du die Kritik äusserst. Was hast du ihr denn genau gesagt? Hast du ihr gegenüber konkrete Wünsche geäussert? Hast du ihr gesagt, wovon du dir mehr wünschst? Was du dir für eure (sexuelle) Bezehung wünschst? Das ist auf jeden Fall konstruktiver, als wenn du einfach nur sagst, was dich stört und was du nicht mehr möchtest.
Falls du uns nochmal schreiben möchtest, dann beschreibe bitte, so gut es geht, so einen typischen Dialog zwischen euch. Da könnten wir die konkrete Unterstützung bieten, wie man es allenfalls besser machen könnte. Falls du uns noch mal schreibst, gib bitte die Nummer dieser Frage an.
Alternativ könnte auch eine Sitzung bei einer Parthertherapeutin hilfreich sein. Das Lösen von Konflikten ist oft erfolgreicher, wenn eine dritte Person im Raum ist.
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