Ich will gerne wieder mal sex haben. Ich habe einen schönen Penis aber etwas gehbehindert. Ich habe keine Kniescheiben. Was mich etwas unattraktiv macht. Wie soll ich mich öffnen und dann sex haben
Unsere Antwort
Du schreibst, dass du einen schönen Penis hast. Das finde ich wichtig. Denn das zeigt, dass du einen positiven Bezug zu deinem Körper hast – und das ist keine Kleinigkeit. Viele Menschen die mit einer sichtbaren oder unsichtbaren Behinderung leben, erleben ihren Körper vor allem als problematisch. Dass du etwas an dir schön findest, ist eine echte Stärke und eine gute Grundlage, um dich auch einer Partner*in gegenüber zu öffnen.
Gleichzeitig machst du dir Sorgen wegen deiner Knie. Deine Gefühle und Ängste sind normal und verständlich, besonders wenn es um intime Beziehungen und Sexualität geht. Viele Menschen fühlen sich unwohl damit, sich anderen nackt zu zeigen. Das geht sehr vielen Menschen so, ob mit oder ohne Behinderung. Es macht uns etwas aus, was andere Leute von uns denken. Insbesondere dann, wenn wir mit ihnen in einer Liebesbeziehung sind. Das ist normal und kann sehr verunsichernd sein.
Ein bisschen Unsicherheit gehört bei neuen sexuellen Erfahrungen dazu. Je öfter du die Erfahrung machst, umso sicherer wirst du. Wir haben dazu den Text „Wie kriege ich Lust darauf, mich der*dem anderen zu zeigen?“ geschrieben.
Du kannst auch mit deinen Gedanken helfen, dass du dich sicherer machst. Erinnere dich: eine Person, die dich mag und schätzt, liebt dich nicht nur für dein Aussehen. Sondern sie liebt dich für die Person, die du bist. Anziehungskraft hat viel mehr mit Ausstrahlung zu tun als mit Aussehen. Wenn jemand dich wirklich mag, wird sie dich als Gesamtperson sehen und schätzen, einschließlich deiner Stärken und Schwächen, und nicht nur aufgrund deines Körpers.
Denk an die Teile von dir, die du schön findest. Wie du schreibst z.B. an deinen Penis. Und versuche auch, die Teile zu akzeptieren, die wegen deiner Behinderung anders aussehen. Was ist das Besondere an deinen Körperteilen? Es macht attraktiv, wenn du dich in deiner Haut wohl fühlst. Dadurch verändert sich auch die Art, wie du dich selbst siehst und wie du dich anderen zeigst. Lies dazu gerne diesen Text.
Sich zu öffnen passiert selten auf einmal. Es beginnt mit kleinen Schritten – Kontakt aufnehmen, flirten, Nähe zulassen. Nicht alles auf einmal.
Magst du mir noch etwas mehr erzählen, was dich konkret hemmt? Ist es eher die Frage, wie du jemanden kennenlernst? Oder die Unsicherheit darüber, was beim Sex passiert?
Gerne kannst du mir noch einmal schreiben. Gib dazu die Nummer dieser Frage an.
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