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Frage Nr. 41729 von 03.10.2026

Ich weiß nicht, ob ich Kinder möchte oder nicht. Bin da innerlich so zerrissen.
Bis vor wenigen Monaten hatte ich es zu 95 % gefühlt welche zu wollen, dann nach einem Berufsabschluss auf einmal nicht mehr sicher. An manchen Tagen ist man dann froh gerade kein Kind zu haben.
- Ist es eigentlich echt schwerer heutzutage ein Kind großzuziehen wie früher noch vor einigen Jahren/Jahrzehnten?
- habe das Gefühl die Welt wird auch immer schlimmer, auch deshalb überlegt man es sich
- Ein Kind haben zu wollen muss man fühlen und weniger aus rein kognitiven/logischen Gründen (wie zum Beispiel das Kinder Geld kosten), oder?
Ich finde es gibt kein schwarz und weiß, sollte jedoch in die Lebenssituation passen.

- Ich hätte auch extrem Angst vor der Geburt (das mir was passiert) und diese Angst neun Monate aushalten zu müssen?
- Partner war früher eigentlich ganz offen dafür (nicht ausgeschlossen) und nun tendiert es irgendwie mehr in Richtung Nein. (Schließt es nicht aus, circa 60 % Nein, circa 40 % Ja)
- Bei mir ist es so ein hin und her 50 zu 50

Zum jetzigen Zeitpunkt fühle ich es nicht ein Baby zu haben. Ich habe jedoch gemerkt wie schnell sich das ändern kann. Ich frage mich ob ihr von Lilli das auch kennt und wie löst. Und ob es normal ist das Ansichten des Partners so schwankend im Verlauf der Beziehung sind? Anfangs der Beziehung hatte man sich ja rangetastet, ob grundsätzlich Interesse an einem Kind da ist. Machen das andere auch so wenn sie eine Beziehung eingehen?

Unsere Antwort

Es ist eine weitreichende Entscheidung, ob du Kinder bekommst oder nicht. Es ist daher verständlich, dass dich diese Frage beschäftigt. Einige Anregungen für deine innere Auseinandersetzung mit dem Thema Kinderwunsch findest du auf dieser Website.

Zu deiner ersten Frage: Da ist eine allgemeine Antwort schwierig. Es ist so, dass die allgemeinen Lebenshaltungskosten (z.B. Wohnen und Essen) gestiegen sind und Familien häufig auf mehr als ein Einkommen angewiesen sind. Das macht die Balance zwischen Erwerbsarbeit und Sorgearbeit herausfordernder. Auch die Erwartungen an Eltern bezüglich guter Erziehung sind gestiegen oder mindestens empfinden das Eltern heute so. Falls du dich dafür mehr interessierst, könntest du im Neunten Familienbericht der deutschen Bundesregierung dazu ab Seite 148 nachlesen. Für die Schweiz erhältst du einen Überblick über die Lage von Familien im aktuellen Familienbarometer. Gleichzeitig haben viele Familien heute weniger Kinder als früher, wodurch die Belastung insgesamt womöglich abnimmt. Falls dich das intensiver interessiert, müsstest du mal nach wissenschaftlichen Artikeln dazu suchen.

Vielen Menschen geht es so wie dir. Sie sehen die aktuellen Krisen in den Nachrichten und haben Sorge um die Zukunft. Die Geburtenrate in der EU befindet sich auf einem Tiefstand, wie du in diesem Artikel von deutschlandfunk nachlesen kannst.

Ein Kinderwunsch ist sehr oft eine emotionale Entscheidung und keine rationale. Es gibt aber natürlich auch Menschen, die sich aus rationalen Gründen gegen Kinder entscheiden.

Letztendlich ist es vor allem eine höchstpersönliche Entscheidung und wird immer eine Entscheidung für etwas ungewisses sein. Du kannst jetzt nicht wissen, ob du es bereuen wirst. Sowohl in die eine als auch in die andere Richtung.

Was deine Angst vor Geburtskomplikationen betrifft. Diese sind selten. Fakt ist: 995 von 1000 Geburten verlaufen ohne Komplikationen. Und die medizinische Betreuung während der Schwangerschaft ist heutzutage sehr gut. Insbesondere, wenn Risikofaktoren vorliegen sollten.

Euer Vorgehen in der Beziehung finde ich nachvollziehbar. Viele kennen das, dass die Einstellung zum Kinderkriegen sich noch verändert und auch noch schwankt.

Allenfalls wäre es eine Lösung für dich, dass du dein klares "jetzt nicht" mit einem Datum versiehst. Also kein Kind bis zu diesem Zeitpunkt. Und dann schaust du es dir dann nochmal an. Vielleicht hat sich bis dahin etwas verändert, vielleicht nicht. Ich weiß nicht wie alt du bist und wie viel Zeit du noch hast mit der Entscheidung.

Was von den genannten Themen bewegt dich denn am meisten? Wir könnten das ein oder andere noch vertiefen, wenn du uns nochmal schreibst.

Ganz allgemein könntest du dich daran erinnern, in welchen anderen Situationen du dir mit einer Entscheidung unsicher warst. Was hat dir geholfen, zu einer Entscheidung zu gelangen? Und wie war es dann?

Schau dir mehr Antworten und Infotexte an zum Thema