Hi, vielleicht interessiert die Frau von Frage 41753 (und andere, denen es so geht) noch eine männliche Sicht. Aus meiner Sicht zählt nur eines: nämlich dass «du» es begehrst. Das macht dich automatisch von einer Geberin zu einer aktiven Nehmerin. Du nimmst dir selbstbewusst, was du begehrst. Ich habe von einer Frau vor kurzem einen Kommentar gelesen, der das auf den Punkt bringt:"I give head for me not him". Zu deutsch "Ich gebe Oralsex für mich, nicht für ihn". Für mich klingt das sehr selbstbewusst. Überhaupt sind ich die Begriffe geben oder nehmen unpassend. Du gibst ihm Mund und Zunge, aber er gibt dir Zugang zu seinen intimen Körperteilen. Ihr seid beide Geber und Nehmer.
Eine Sache, die weder du noch lilli bedenkt, ist dass dein Partner dich an sehr intime Stellen seines Körpers lässt. Er lässt im wahrsten Wortsinn die Hosen herunter und macht sich sehr verletzlich. Du kannst sicher sein, dass er im Hinterkopf auch etwas Angst haben wird, ob du es wirklich möchtest, ob du es begehrst, ob dir sein Penis gefällt, ob du seinen Intimgeruch und -geschmack magst. Abseits vom typischen Pornotrash ist er also keinesfalls in der mächtigen, überlegenen Position, sondern macht sich sehr verletzlich.
Bei der Unterwürfigkeit sehe ich das etwas anders als lilli. Die Unterwürfigkeit und Submission ist ein elementarer Teil der sexuellen Dynamik, die die Erregung befeuert. Wichtig ist, dass du dich bei deinem Partner wohl fühlst und weisst, dass du dich bei ihm fallen lassen kannst. Dass er möchte, dass du Spaß hast, dass er dich respektiert und wertschätzt - während und nach dem Blowjob. Und dass er weiss, dass du ihn respektierst und wertschätzt. Nochmal: Sich vor einem anderen Menschen sprichwörtlich nackt zu machen und diesen so intim heran zu lassen, ist keine Kleinigkeit! Den Tipp mit der Pause, wenn dein Partner sehr erregt ist, find ich nicht so toll. Sich erst nackt und vulnerabel zu machen und dann vorgeführt zu werden, kann auch nach hinten losgehen. Wenn dich Unterwürfigkeit stört, solltest du sie deinem Partner ebensowenig antun. Zumindest solltet ihr vorher darüber reden, wo eure Grenzen bei dieser Dynamik liegen. Ich würde aber empfehlen, dich frei von Porno-inspirierten Rollenbildern auf deine Lust zu konzentrieren. Skripte und alberne Machtspielchen lenken dich nur ab und zerstören die authentische Intimität.
Last but not least: Bitte zieh keine Pornoshow ab. Das ist albern und durchschaubar. Mach dir keinen Druck, eine bestimmte Technik können und ihn zum Orgasmus bringen zu müssen. Wenn es deinem Partner so geht, wie mir, dann möchte er nichts lieber, als dass es dich erregt und dass du es machst, weil du es willst, dass es dir gut geht, dass es schön für dich ist, dass du Lust empfindest. Sei einfach authentisch. Wenn eine Frau ihre eigene Lust zulassen und dazu stehen kann, wenn sie sich von erfundenen Geschlechterrollen (z.Bsp. die Frau darf nur begehrt werden und nicht aktiv den Mann begehren, sonst Schlampe) lösen kann - was könnte selbstbewusster und emanzipierter sein?
Unsere Antwort
Danke, dass du deine Gedanken mit uns teilst. Vielleicht liest die Fragestellerin sie ja.
Ich finde, daran wird gut deutlich, wie unterschiedlich Menschen dieselbe sexuelle Situation erleben können und wie wichtig es ist, miteinander über Wünsche und Grenzen zu sprechen.
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