Die Hormonspirale (Mirena)
Die Hormonspirale (Mirena)
Die Hormonspirale Mirena ist ein sehr sicheres, effektives Mittel der Verhütung von Schwangerschaften mit wenig Nebenwirkungen. 92% aller Frauen, die sie anwenden, sind zufrieden damit.
Wie wirkt die Hormonspirale?
Die Hormonspirale ist 3.2 cm mal 3.2 cm gross, T-förmig und aus Kunststoff. Die Hormonspirale gibt ständig minimale Mengen des Hormons Levonorgestrel (ein Gestagen) ab. Während z.B. mit der Pille der Eisprung und somit die Produktion von eigenen Sexualhormonen unterdrückt wird findet nach Einlage einer Hormonspirale in 85% der Menstruationszyklen ein Eisprung statt, und die Produktion der eigenen Sexualhormone wird nicht unterdrückt. Die Hormonspirale hat hauptsächlich eine lokale Wirkung, also in der Gebärmutter. Durch diese örtliche Hormonwirkung entsteht am Gebärmuttermund ein Schleimpropf, der für Spermien undurchdringlich ist. Somit ist den Spermien der Weg versperrt, so dass es zu keiner Befruchtung der Eizelle kommen kann. Zusätzlich wird durch die örtliche Hormonwirkung die Gebärmutterschleimhaut nur minimal aufgebaut, so dass sich Eizellen gar nicht einnisten könnten. Die Hormonspirale wirkt nach dem Einsetzen sofort. Sie kann 5 Jahre in der Gebärmutter bleiben und jederzeit vorher durch die Ärztin wieder herausgenommen werden. Sobald sie herausgenommen wird, kannst du wieder schwanger werden. Der Schwangerschaftsschutz der Mirena ist sehr hoch (Pearl Index: 0,16). Sie ist heute die sicherste reversible Verhütungsmethode auf dem Markt. Sie schützt aber nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen.
Wie sind die Blutungen unter der Hormonspirale?
Nach Einsetzen der Hormonspirale treten bis zu zirka drei Monaten oft leichte Schmierblutungen auf. Die Blutungen sind in der Regel viel schwächer als die normale Menstruationsblutung und auch weniger schmerzhaft. Nach einigen Monaten treten meist nur noch sehr schwache Blutungen auf in regelmässigen oder unregelmässigen Abständen. Einige Spiralenträgerinnen haben überhaupt keine Blutungen mehr. Trotz des Ausbleibens der Blutung bist du vor einer Schwangerschaft geschützt. Bei Frauen, die unter Hypermenorrhoe (übermässig starken Blutungen) leiden, kann die Hormonspirale helfen. Sie wird in der Schweiz bei Hypermenorrhoe sogar von der Krankenkasse bezahlt.
Ab welchem Alter kann die Hormonspirale eingesetzt werden?
Im Gegensatz zur Kupferspirale, die wegen Infektionsgefahr nicht bei Jugendlichen eingesetzt werden sollte, kann die Hormonspirale bei Jugendlichen ab 17-18 eingesetzt werden. In vereinzelten Fällen geht es auch schon bei 16- oder gar 15ährigen. Das hängt davon ab, ob die Gebärmutter schon gross genug für die Spirale ist. Die Frauenärztin kann das mit einer Ultraschalluntersuchung feststellen.
Wann macht die Hormonspirale als Verhütungsmittel Sinn?
Sobald deine Gebärmutter gross genug ist (sicher ab dem Alter von 17-18) und du ein sicheres Verhütungsmittel suchst mit möglichst wenig Beeinflussung deines natürlichen Zyklus und mit möglichst wenig Nebenwirkungen, und wenn es dich nicht stört, dass die Blutungen sehr schwach sind oder ausbleiben. Sinnvoll ist sie auch bei diversen Beschwerden, etwa bei zu starken Blutungen (Hypermenorrhoe), bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, oder wenn du die Antibabypille genommen hast und Probleme mit Nebenwirkungen hattest. Es gibt Erkrankungen, unter denen die Mirena nicht eingesetzt werden sollte; bespricht das mit der behandelnden Frauenärztin.
Welche Nebenwirkungen kann die Hormonspirale haben?
Da die Hormonspirale ein hormonelles Verhütungsmittel ist, werden viele Nebenwirkungen erwähnt, die auch bei Antibabypillen aufgelistet werden. Die Nebenwirkungen sind aber geringer als bei der Antibabypille oder auch beim Nuvaring oder bei Hormonpflastern, weil bei der Hormonspirale nur eine minimale Dosis Hormone abgegeben wird. Sie eignet sich also auch für Frauen, die bei Einnahme der Pille unter Nebenwirkungen gelitten haben. Eileiterschwangerschaften, Entzündungen und Verletzungen im Beckenraum sind ausgesprochen selten. Wenn du die Pille auch als Mittel gegen Akne genommen hast und jetzt auf die Mirena wechseln willst, kann es sein, dass sich deine Akne verschlechtert. Die Hormonspirale wirkt sich nicht negativ auf deine Fruchtbarkeit aus, sie ist also problemlos für Frauen anwendbar, die noch nicht geboren haben.
Wie wird die Hormonspirale eingesetzt?
Auch wenn du noch nie geboren hast, ist das Einsetzen der Mirena in der Regel einfach. Sie wird während der Menstruation eingelegt. Achte darauf, dass du vorher etwas isst. Ein Fünftel der Frauen sagen, das Einlegen tut weh, zwei Drittel sagen, es sei leicht unangenehm. Falls vorher keine Infektionen bestanden haben (z.B. Chlamydien), besteht auch nach Einsetzen der Mirena keine erhöhte Infektionsgefahr in den ersten 20 Tagen. Nach Einsetzen der Hormonspirale kann es während 6 bis 8 Wochen zu täglichen Schmierblutungen kommen. Nach 4 bis 6 Wochen folgt eine Nachkontrolle durch die Frauenärztin um die Verträglichkeit und den korrekten Sitz der Spirale zu prüfen. Mit dem Einsetzen bekommst du einen Mirenapass, dort steht das Datum des Einsetzens drin. Die Hormonspirale hat einen Rückholfaden, der 1 bis 2 cm aus dem Muttermund hinaushängt. Du kannst ihn mit den Fingern ertasten.
Wie teuer ist die Hormonspirale?
In der Schweiz kostet die Mirena 500 Franken. Das ist zunächst ein hoher Betrag – aber wenn du bedenkst, dass sie 5 Jahre in der Gebärmutter bleiben kann, und was du für die monatlichen Pillenpackungen zahlen müsstest, lohnt sich die Investition.
Alle Infotexte in «Andere Verhütungsmethoden» als pdf herunterladen
