Gibt es Hilfestellungen/ Wege herauszufinden, ob ich nonbinär bin? Ich bin AFAB und unsicher. Also ich weiss mit Sicherheit nicht am anderen Ende also Transmann. Aber Frau?
Ich bin unsicher, ob ich nichtbinär bin, oder ob ich eine Frau bin, die nicht den Erwartungen an das „Frausein“ folgt bzw. nicht die „Performance“ abliefert.
Ich merke, dass ich es schön finde, wenn keine Pronomen genutzt werden. They/ them finde ich auf Englisch angenehmer, auf Deutsch ist es für mich noch etwas fremd.
Ich freunde mich damit an, kaum Brustgewebe zu haben und dass mein Name viel bekannter als Männername ist.
Ich wurde ab und zu misgendered vom Aussehen weil ich weite Jeans trug und die Haare unter der Mütze/ Winterjacke waren.
In Mails werde ich sehr häufig als Herr angeschrieben wegen meines Namens. Beides mag ich nicht.
Ich mag Frauenkleider. Aber ich mag auch gerne weite / androgyne Kleidung und merke gerade, wie entspannt ich mich fühle, wenn ich mich selbst nicht unter Druck setze, „feminin“ zu sein/ zu wirken.
Die Fragen kommen auf, nachdem ich mich auch mit dem queer sein bzgl Sexualität beschäftige. (Frage 39533)
Gleichzeitig bin ich in einem Arbeitsumfeld, in dem es mir nicht wohl wäre, andere Pronomen einzuführen, oder offen nichtbinär zu sein.
Ich möchte auch keine Label beanspruchen, nur weil es in Mode ist oder um dazuzugehören.
Unsere Antwort
Du beschreibst klar, wie du es gerade empfindest. Du erkennst, was du magst und was du nicht magst. Das ist okay genau so wie es ist.
Nonbinär ist eine Selbstbezeichnung – genauso wie queer. Es geht um dein Gefühl der Geschlechtszugehörigkeit. Da es ein inneres Gefühl ist, gibt es dafür auch keine äusseren Kriterien. Letztlich entscheidest also du allein, ob und auch in welchen Kontexten und das Label für dich verwendest. Es ist möglich, dass du im Arbeitsumfeld weiterhin sie/ihr Pronomen nutzt und unter vertrauten Menschen they/them. Oder auch nur in queeren Safer Spaces. All das steht dir offen. Du kannst dich da auch ausprobieren und schauen, wie es sich anfühlt.
Du bist derzeit am Aufarbeiten einer Vergangenheit mit Gewalt. Es kann gut sein, dass sich dein Gefühl zu deinem Körper noch verändern wird im Laufe der Zeit. Ausserdem erleben viele Menschen, dass sie sich gestärkt fühlen in ihrem ganz persönlichen Ich, wenn sie ein Trauma aufarbeiten. Auch da bist du also auf einem guten Weg, um mehr Sicherheit darin zu erlangen, wer du bist und wie du dich bezeichnen und der Welt zeigen möchtest.
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