Hallo, ich bin w24 und habe Vaginismus oder jedenfalls eine abgeschwächte Form davon. Aufgrund dessen habe ich mit meinem Partner keinen Vaginalverkehr, da das für mich üblicherweise mit Schmerzen verbunden ist. Meine Gynäkologin weiß davon, dennoch fragt sie mich immer wieder nach meiner Verhütungsmethode. Dass ich gar keinen Vaginalsex habe, reicht als Antwort nie aus.
Als ich irgendwann sagte, dass ich in den wenigen Fällen ein Kondom verwende (das sieht dann in der Realität so aus, dass wir nach dem Verwenden von Dilatoren manchmal vorsichtig wenige cm von seinem Penis einführen und stillhalten während ich mich auf meine Atmung konzentriere, also kein Sex bis zur Ejakulation), wurde ich kritisch gefragt, was ich denn tun würde, wenn ich schwanger werde. Ich habe dann dazu gesagt, dass ich auch schon viele Jahre NFP mache und somit in der sehr fruchtbaren Zeit besonders aufpassen würde, damit das nicht passiert. Ich glaube das Nennen von NFP war ein Fehler, ab da wurde ich gar nicht mehr ernst genommen und mir wurde vehement dazu geraten, die Pille zu nehmen. Sie hatte sogar direkt ein Blister aus ihrer Schublade bereit, das ich aber abgelehnt habe, da ich den Sinn für mich nicht sehe, Hormone zu nehmen. Ich habe später den Namen der Pille gegoogelt und das ist wohl eine relativ neue Pille.
Jetzt frage ich mich wirklich, ob sie Geld von dem Pillenhersteller für Werbung bekommt oder warum sie so aufdringlich war. Ich fand das ganze Verhalten nicht angemessen. Wie schätzt ihr die Situation ein? Was kann ich nächstes Mal besser/anders machen?
Unsere Antwort
Ich kann gut verstehen, dass du dich mit ihrem Verhalten nicht wohl gefühlt hast und es nicht angemessen fandest. Dass sie Geld vom Pillenhersteller für Werbung bekommt, kann ich mir allerdings nicht vorstellen – so etwas wird nicht gemacht.
Ich vermute eher, dass sie vielleicht kürzlich Patientinnen betreute, die ungewollt schwanger wurden bei natürlicher Verhütung. Oder dass sie eine eigene persönliche Geschichte mit zu unsicherer Verhütung hat. Aber das ist natürlich nur eine Vermutung.
So wie du es beschreibst, bist du geschützt. Du bestimmst mit NFP deine fruchtbaren Tage, und an den fruchtbaren Tagen benutzt ihr ein Kondom, wenn du mit deiner Vagina seinen Penis wenige Zentimeter aufnimmst und er kommt nicht zur Ejakulation. Was du nicht schreibst, was es aber noch zu beachten gilt, ist ob er beim Petting mit seiner Penisspitze an deine Vagina kommt. Es ist eine vieldiskutierte Frage, ob der Kontakt des Lusttropfens an der Penisspitze mit der Vulva eine Schwangerschaft verursachen könnte. Das Risiko ist sehr gering, aber lies unseren Text zu diesem Thema und wie ihr euch verhalten sollt.
Du fragst, was du nächstes Mal anders machen kannst? Ich denke, du hast schon Vieles gut gemacht, indem du dich nicht überreden lassen hast, sondern gut überlegt bei deiner Einschätzung geblieben bist, und du jetzt ja auch hier noch nachfragst. Und falls du bei dieser Frauenärztin bleiben möchtest, empfehle ich dir, sie beim nächsten Mal nochmals auf die Situation und deine damit verbundenen unangenehmen Gefühle anzusprechen. Du kannst sie bitten, dich ernst zu nehmen und auf deine Argumente einzugehen, und dass sie dir ihre Hintergründe für ihre Empfehlungen genauer darlegen soll, wenn sie für dich keinen Sinn machen.
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