Liebes Lilli-Team
Mein Partner (33j) und ich versuchen seit wenigen Wochen schwanger zu werden. Wir sind seit vielen Jahren zusammen, Kinder waren immer ein Thema. Wir reden offen über alles, auch Ängste, Sorgen etc. Er ist der geduldigste und verständnisvollste Mensch den ich kenne. Sein Kinderwunsch ist riesig und schon lange vorhanden. In meinee Vorstellung sind auch Kinder in Zukunft, jedoch brauchd ich länger, um damit warm zu werden (Gedanken und Gespräche wie: Ich liebe meinen Job zu sehr, ich will meinen Körper nicht verändern, ich möchte mit dir noch reisen und Ferien machen etc.) Die mich beschäftigen, mit denen ich aber meiner Meinung nach jetzt Frieden geschlossen habe, (Reise ist gemacht, Ferien gehen auch dann noch) die für ihn aber zweitrangig sind.
Als wir sagten, jetzt probieren wirs, war beim 1. Versuch die Initiative von mir. Als er dann zwei Tage später nochmals wollte (die fruchtbaren Tage von Beginn weg voll ausnutzen - denn wer weiss wie lange es geht, bis es klappt?), kriegte ich plötzlich Schiss, ich wusste nicht, ob ich wirklich bereit bin, eir habens dann nicht mehr versucht - und war ziemlich froh, als der Test dann negativ war.
Beim zweiten Zeitfenster kam die Initiative von ihm. Ich war da beruflich sehr im Stress und der Gedanke "es" auf Knopfdruck zu tun und es könnte das Leben total verändern, stresste mich sehr. Wir haben / brauchen nicht viel GV, deshalb war es für mich umso komischer, es nun alle zwei Tage tun zu müssen. Er sagt, das sei halt Arbeit, das sagen alle. Er stellt den Kinderwunsch darüber. Das endete in einer nächtlichen Diskussion, die mich zum Weinen und schier an einen kleinen Nervenzusammenbruch brachte (bin ich komisch, dass ich das jetzt nicht will - war mega gestresst und viel um die Ohren. Er meinte, wir machen da jetzt was Positives draus. Wir sind schon älter, alle haben Kids, ich habe iwie Angst vor dem Schwanger sein, Veränderung, nichts ist planbar, habe gerne alles organisiert und geplant) und gleichzeitig denke ich schon, dass ich Familie und Kinder will.
Dazu wichtig: er drängt mich zu nichts. Ich fühle mich stets 100% wohl und gehört, er fragt xmal nach, ob es stimmt, bevor wir es tun. Wir taten es dann auch noch am selben Abend. War für uns beide aber logischerweise mental sehr stressig. Der übernächste Abend bereitete mir auch wieder Nervosität, es war aber von mir aus, da ich mich darauf "einrichten" konnte. Bedenken und Tränen gabs bei mir trotzdem vorher...
Einige Tage später war ich überhaupt nicht in Stimmung, er wollte das angefangene Fenster aber nicht verstreichen lassen. Es mündete auch wieder in einer langen Diskussion und Tränen meinerseits (warum bin ich so? Wieso so ängstlich), die ihn ermüdete, mental und körperlich, so dass ee stundenlang probierte, er aber gar nicht mehr einzuführen war. Also auch sehr zermürbend. In einer sehr langen Diskussion, legten wir beide unsere Sicht dar. Ich schlug vor, mal von den zwei versuchten Fenstern das nächste ohne Stress zu nehmen und mich entscheiden zu lassen, wann wir es tun. Und nicht dann wenn Tag 1 ist und gleich alle zwei Tage. Das stresst mich zu fest. Das versteht er absolut.
Meine Sorge ist jetzt va, ob bei mir psychisch allss ok ist. Heute einen Artikel über regretting motherhood gelesen, gleich Angst, dass ich das auch haben könnte. Dabei bin ich ja nicht mal schwanger. Heute von einer Freundin erfahren, das sie schwanger ist. Freund: alle haben Kinder ausser wir. Jetzt bin ich wieder so nervös und mache mir Sorgen, dass ich mir zu viele Sorgen ums Schwangerwerden mache, zu kompliziert bim beim Kindermachem etc. Icj hoffe, ihr versteht, was ich damit meine und habt vielleicht einen Tipp, wie ich mich meine Sorgen, Unplanbarkeiten und Ängsten diesbezüglich stellen kann.
Vielen herzlichen Dank fürs Beantworten. Ich bin gespannt auf die Rückmeldung!
Unsere Antwort
Du bist nicht allein mit solchen Ängsten. Das kennen viele Frauen (und Männer), dass sie Angst kriegen und ambivalente Gefühle haben, wenn es konkret darum geht, zu versuchen schwanger zu werden. Denn es ist ja auch ein grosser Schritt, und Kinder zu bekommen verändert das Leben ja tatsächlich stark. Von dem her können Ängste und Zweifel normale psychische Reaktionen sein.
Ich finde gut, dass du deine schwierigen Gefühle wahrnehmen und kommunizieren kannst und dass du auch mit deinem Freund darüber sprichst und er verständnisvoll reagiert. Meistens ist es ein Prozess, in den man hineinwächst, vom Überlegen, ob man überhaupt Kinder möchte, übers Ausdiskutieren mit dem Partner, es sich vorstellen zu können, Mutter/Eltern zu werden bis zum konkreten Probieren und wirklich schwanger werden. Unsicherheiten in dieser Zeit sind sehr häufig, und es gilt, einen Umgang damit zu finden. Ein unterschiedlich starker Kinderwunsch bei den beiden Partnern kann eine zusätzliche Herausforderung sein.
Ich finde deinen Plan gut, dass du gut auf dich hörst und bei der nächsten fruchtbaren Phase du bestimmst, ob, wann und wie oft ihr Sex miteinander habt. Es gibt im Moment ja keinen Zeitdruck, und ich würde euch empfehlen, euch nicht zu stark unter Druck zu setzen, dass es gleich klappen muss, sondern dass ihr es vorerst langsam und entspannt angeht, im Sinn von es kann aber muss nicht. Wenn du anhaltend unter starken Ängsten und Stress leidest, kannst du dich eventuell psychologisch begleiten lassen. Auch eine Kinderwunschberatung könnte euch helfen, auf euer Befinden rund um den Kinderwunsch einzugehen.
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