Hallo Lilli
Ich habe vorhin einige deiner Beträge gelesen, jedoch bin ich immer noch nicht sicher was mit mir los ist. Ich hatte Prüfungen von der Uni im Dezember. Danach Weihnachtsferien. Ich hatte das Gefühl noch nie so ein strenges Semester gehabt zu haben. Dann habe ich noch bevor die Ferien zu Ende waren ein anstrengendes Gespräch mit meiner Chefin. Ich konnte danach nicht mehr abschalten und dachte gefühlt die ganze Zeit nur noch an dieses Gespräch und das kommende Gespräch. Nachdem ich das zweite Gespräch hinter mir hatte funktionierte ich noch weiter, brach aber dann gefühlt ein Tag später zusammen. Es überkam mich Erschöpfung, danach überkam mich das Gefühl wie abgeschalten zu sein und dann wieder mehr das Gefühl "so nicht mehr weitermachen zu können". In den letzten Tagen hatte ich immer wieder Erschöpfungswellen. Ich habe entschieden zu kündigen, da mich die Chefin extrem triggert. Ich merke wie alte Belastungen nach oben kommen.
Jetzt stresst mich aber noch, dass ich einerseits bis zum Ende der Kümdigung arbeiten muss, andererseits das ich keine Kraft habe und Angst habe in einem Monat nicht mit der Uni weitermachen zu können. Hättet ihr für mein Problem einen Beitrag oder einen Tipp?
Danke für eure Hilfe & Unterstützung!
Unsere Antwort
Diese Erschöpfung wählen. Nach einer Phase der stressigen Anspannung sind normal. Wenn ich jetzt mit Fachjargon um mich werfe, sage ich folgendes: Du bist in einer Phase von sympathischer Aktivierung und kippst zwischendurch in einen dorsovagalen Shutdown.
Na gut, sagst du dir jetzt vielleicht, aber was heisst das? Salopp ausgedrückt heisst es, dass nach Stress die Erschöpfung folgt, weil das System ein bisschen ausbrennt. Es könnte auch sein, dass alles einfach zu viel wird und das System drum findet, jetzt muss ich abschalten.
Hierzu möchte ich dich auf unsere Texte zum autonomen Nervensystem verlinken. Lies bitte diesen Text, von ihm wirst du auf weitere Texte verlinkt. Ich finde es eine gute Idee, wenn du dein autonomes Nervensystem wirklich kennen lernst, denn es erklärt dir, was bei dir emotional und körperlich abläuft. Und warum. In den Texten wirst du auch verlinkt auf Tipps, wie du lernen kannst, es zu beeinflussen. Sicherlich wäre hier eine körperorientierte Therapiemethode hilfreich. Was auch sehr helfen kann ist achtsamkeitsbasierte Meditation.
Ganz klar ist, dass du mit der Doppelbelastung von Beruf und Uni sowieso schon eine rechte Belastung hast, und wegen der Chefin jetzt noch eine zusätzliche Belastung. Du hast eindeutig zu viel am Hut. Mein Tipp an dich ist, dass du dich bei der Arbeit krankschreiben lässt. Deine Beschreibung zeigt eindrücklich, warum du eine Krankschreibung verdient hast. Gönn dir das. Die Uni ist wichtiger als die Stelle.
Ich wünsch dir alles Gute!
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