Hallo zusammen :)
Ich bin W27 und glaube, bei mir hat sich seit ca. 6 Monaten eine Essstörung verfestigt. Ich hatte schon immer etwas Mühe mit Essen und meinem Körperbild, aber seit einem halben Jahr ist es irgendwie viel schlimmer geworden. Besonders als ich begonnen habe, leicht abzunehmen, bekam ich dieses Gefühl von Erfolg...was alles noch weiter verschlimmert hat.
Ich denke permanent an das Thema Essen. Entweder habe ich Hunger oder ich überlege mir, was ich schon alles gegessen habe und was ich noch „darf“. Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich zu wenig gegessen habe, aber wenn ich dann esse, habe ich wiederum ein schlechtes Gefühl, weil ich finde, es war zu viel usw. Diese ständigen Gedanken sind enorm anstrengend.
Trotzdem glaube ich, dass ich mich noch recht „vernünftig“ ernähre. Also ich bin körperlich noch gesund.
Da ich schon sehr lange Schlafprobleme habe, hat mir meine Ärztin einmal empfohlen, eine Therapie zu probieren. Damals wollte ich das noch nicht. Da ich bald wieder einen Termin bei ihr habe, schwanke ich nun etwas, ob ich das Thema Essen ansprechen soll.
Ich habe jedoch Angst, dass das direkt irgendwo in meiner Akte für immer festgehalten wird. Ich habe das Gefühl, dass es eventuell wieder besser werden könnte, es dann aber trotzdem immer ein Thema sein wird, wenn später mal sonst irgendetwas ist. Gleichzeitig würde ich aber sehr gerne einmal mit jemandem darüber sprechen, und es wäre ja möglich, dies bei einer allfälligen Therapie zu integrieren. Ich bin mir aber noch nicht sicher, was ich genau will.
Wisst ihr, ob man verlangen darf, dass etwas, das beim Termin besprochen wird, nicht in die Akte geschrieben wird?
Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe und Mühe!
Unsere Antwort
Wenn die Ärztin etwas mit dir bespricht, wird sie das in die Krankengeschichte schreiben. Du kannst sie natürlich bitten, dass sie das nicht hinein schreibt und ihr erklären, warum du das nicht möchtest. Du kannst sie auch fragen, was mit den Sachen passiert, die in der Krankengeschichte stehen.
So wie du schreibst, klingt es, als ob du findest, eine Essstörung oder Probleme mit dem Essen können gegen dich verwendet werden. Dem ist nicht so: Es gilt das Ärztegeheimnis, d.h., was in der Krankengeschichte steht, wird nicht einfach irgendwie herum gereicht.
Bei den Schlafproblemen scheinst du diese Sorge nicht zu haben. Was macht eine Essstörung so speziell? Warum darf anderes in deiner Krankengeschichte stehen, nur Probleme mit dem Essen nicht? Was sind denn da deine Sorgen? Das kannst du uns gern wieder schreiben. Wenn du uns wieder schreibst, gib bitte die Nummer dieser Frage an.
Ganz klar kann ich dir sagen: Wenn du heute ein Problem, eine Krankheit oder eine Störung irgendeiner Art hast, heißt das nicht, dass das wie ein Stempel auf dir sitzen wird für den Rest deines Lebens. Im Gegenteil, Ärzt*innen sind sehr froh, wenn sie hören, dass man das Problem, die Krankheit, die Störung überwunden hat.
Ich empfehle dir sehr, dass du deine Probleme mit dem Essen mit der Ärztin ansprichst – denn so kann sie dir gezielt helfen, zu einer Therapeutin zu kommen, die sich auch mit Essproblemen auskennt.
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