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Frage Nr. 40807 von 09.02.2026

Liebes Beratungsteam! Ich bin weiblich, 32 Jahre und leide unter Endometriose und Adenomyose. Die Endo befand sich bei der LSK 2016 im Douglas, die Adenomyose scheint im Vordergrund zu stehen. Endokrinologisch nachgewiesen war auch eine starke Östrogendominanz.

Ich behandele seit 2 Jahren mit Dienogest und bin sehr unzufrieden damit. Die NW versuche ich mit Gynokadin auszugleichen, wobei ein halber Hub zu wenig scheint (E2 einmal bei 60, einmal bei 21 und einmal 40 ng/l) und einer zu viel. Ich habe mit 0,5 Hub depressive Symptome, Ängste, Libidomangel, Schlafprobleme und diverse orthopädische Probleme (Sehnenreizungen etc.), die ich mit der Einnahme in Verbindung bringe.

Mit einem Hub fühle ich mich insgesamt besser, bekomme aber häufiger Migräne und Brustschmerzen. Gegen trockene Schleimhäute nehme ich Ovestin und Augentropfen. Meine Gynäkologin meint „ich habe die Wahl zwischen Läusen und Flöhen“- das ist jetzt für mich als Betroffene wenig sensibel und auch nicht mein Anspruch. Welche Präparate (GnRH Antagonisten sind ausgeschlossen) könnte man Ihrer Ansicht nach noch probieren?

Zur Mirena als Option hab ich besonders Fragen:
1.) In der Vergangenheit litt ich chronisch unter Pilzinfektionen (in der Stillzeit und mit Dieno Mono gar nicht)- ist das Risiko bei Spiralen durch den möglichen Biofilm auf dem Faden wieder erhöht?
2.) da ich leider eine Gebärmuttersenkung grad 1-2 (2 Schwangerschaften und Geburten) habe, trage ich ein Schalenpessar. Verträgt sich das zusammen?
3.) meine Portio schaut nach rechts- muss sie fürs einlegen in die Mitte und nach unten gezogen werden? Das wäre sehr ungünstig für mein Senkungsproblem da das Thema wohl an Bindegewebe und Ligamenten liegt (BB ist stark).
4.) Ist Akne bei Mirena ihrer Meinung nach ein häufiges Problem? (Neige dazu)
Würden Sie noch andere Präparate empfehlen?

Bin verzweifelt und kurz davor hinzuschmeißen. Viele liebe Grüße!

Unsere Antwort

Vielen Dank für deine detaillierte Frage bezüglich Behandlung deiner Endometriose und Oestrogendominanz.
Die ideale hormonelle Behandlung scheint bei dir relativ heikel einzustellen zu sein und ich kann gut verstehen, dass dich das belastet.
Es ist sicher gut, wenn du eine Frauenärztin hast, die sich mit Hormonbehandlungen gut auskennt und dich eng begleitet.
Du fragst nach Alternativen zur Dienogest, die du nicht so gut verträgst.

Das Gestagen Drospirenon 4mg (zB Slinda) wird von manchen Frauen mit Endometriose besser vertragen als Dienogest, das wäre eine mögliche Alternative zu Dienogest.

Die Mirena-IUD erachte ich als eine besonders gute Alternative, insbesondere da deine Endometrioseherde in und um die Gebärmutter liegen, also nahe am Wirkort der Hormonspirale.
Bezüglich deinen Fragen zur Mirena-IUD:

  1. Das Risiko für Pilzinfektionen ist bei Spiralenträgerinnen nicht höher als bei Frauen ohne Spirale.
  2. Ja, eine Mirena-IUD und ein Schalenpessar vertragen sich zusammen und sollten sich nicht gegenseitig stören.
  3. Die Spiraleneinlage verschlimmert eine Senkung nicht, auch wenn die Cervixe für die Einlage kurzfristig etwas nach unten gezogen werden muss. Das wirkt sich auf die Haltebänder nicht in relevanter Weise aus und die Cervix kehrt nach Lösen der Zange in ihre vorherige Position zurück.
  4. Eine Verschlimmerung der Akne kann unter der Mirena-IUD auftreten. Es ist relativ selten, aber möglich.

Neben der hormonellen Behandlung können Life style-Interventionen ebenfalls sehr wirkungsvoll sein zur Behandlung der Oestrogendominanz. Ich weiss nicht, ob du dich damit schon beschäftigt hast. Vielleicht könnte dich diesbezüglich eine Ärztin oder Therapeutin, die in funktioneller Medizin ausgebildet ist, unterstützen.

Mit einer Oestrogendominanz sind häufig folgende Probleme assoziiert:

  1. Silent Inflammation, also ein chronischer, subklinischer systemischer Entzündungszustand
  2. Insulinresistenz
  3. Darm-Dysbiose.

Es gibt einen sogenannten «Estrogen Inflammatory cycle», indem bei Oestrogendominanz mehr COX2 gebildet wird, welches das entzündliche Prostaglandin produziert. Dies führt zu einer vermehrten Aromatase-Aktivität, einem Enzym, welches zu noch mehr Oestrogenbildung führt. Ich würde dir empfehlen, dich bezüglich silent inflammation, Insulinresistenz und auf dein Stuhl-Mikrobiom testen zu lassen und bei Auffälligkeiten entsprechende Behandlungen inklusive Lebensstilinterventionen vorzunehmen.

Grundsätzlich wären folgende Ernährungsempfehlungen sinnvoll:
Möglichst keine entzündungsfördernde Nahrungsmittel wie verarbeitete Nahrungsmittel (Mehlprodukte wie Pizza, Pasta, Brot, Zucker, Fastfood etc.).
Dafür mehr entzündungshemmende Nahrungsmittel. Dazu gehört vor allem Frischkost (whole food plant based). Erhöhe den Anteil an Gemüse und Früchten, insbesondere grünes Blattgemüse, Ballaststoffe, Hülsenfrüchte, alle Farben von Gemüsen und Früchten, Nüsse und Samen. Diese sollten idealerweise 75% deiner Nahrungsmittelaufnahme stellen.

Diese Nahrungsmittel «füttern» die guten Darmbakterien und vermindern die «schlechten» Darmbakterien. Ballaststoffe/Fibers binden überschüssiges Oestrogen helfen bei Oestrogendominanz, dass Estrogen über den Stuhl eliminiert wird und nicht wieder im Darm reabsorbiert wird.

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