Hallo, das ist eine tolle Seite.
Ich bin 66 Jahre alt und habe seit einigen Jahren Vestibulitis am Scheideneingang. Ich habe die bei euch über Muskelentspannung gelesen und würde gerne wissen, ob ihr noch weitere Tipps habt, aus dem Bereich Öle oder Cremes zur Selbstbehandlung der Vestibulitis.
Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung.
Unsere Antwort
Als Frauenärztin empfehle ich meinen Patientinnen mit Vestibulitis und bei chronischen Beschwerden im Genitalbereich eine gute Grundpflege der Vulva mit etwas Fettendem. Insbesondere hochwertige Öle können die Vulvahaut gut nähren und pflegen, so dass sie belastbarer wird. Intimpflegeöle wie Granatapfelöl, Lavendel- oder Rosenöl werden idealerweise täglich auf die Vulva aufgetragen. Nach der Menopause können Oestrogenhaltige Gels oder Cremen ebenfalls sehr hilfreich sein wie Gynoflor, Blissel, Ovestin oder Oestro-Gynaedron.
Die Vestibulitis ist eine entzündliche Reaktion der Vulva-Haut. Diese kann manchmal auch Ausdruck einer Autoimmunreaktion sein, die im Darm beginnt mit Unverträglichkeiten auf gewisse Nahrungsmittel. Diese Nahrungsmittel können das Darm-Immunsystem triggern, welches Antikörper bildet, die eine entzündliche Reaktion in der Vulvahaut auslösen können. Besonders häufig sind Reaktionen auf Glutenhaltige Nahrungsmittel, manchmal auch auf Milchprodukte, Eier oder Soja.
Ich schlage deshalb meinen Patientinnen mit Vestibulitis eine sogenannte Eliminationsdiät vor. So können sie testen, ob sie auf bestimmte Nahrungsmittel reagieren. Man lässt dabei für 3 Wochen diese Nahrungsmittel ganz weg und schaut, ob sich die Symptome der Vestibulitis bessern. Falls ja, kann man die weggelassenen Nahrungsmittel einzeln wieder einführen. Man isst dann zum Beispiel für 2 bis 3 Tage besonders viel Glutenhaltige Nahrungsmittel und schaut, ob der Körper darauf reagiert. Falls ja, lässt man es wieder weg für einige Monate und macht währenddessen einen Darmaufbau. Falls der Körper nicht reagiert, kann man Gluten wieder essen und testet dann das nächste weggelassene Nahrungsmittel und so weiter. Falls du daran interessiert bist, suchst du dir am besten eine ÄrztIn/TherapeutIn, die in Fuktioneller Medizin ausgebildet ist.
Ich hoffe, dass dir diese Tipps weiterhelfen, um eine Besserung der Vestibulitis zu erreichen. Es ist in vielen Fällen möglich!
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