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Frage Nr. 40939 von 08.03.2026

Folgefrage 40839

Danke, Eure sehr guten Texte kenne ich natürlich :) Ich bin trotzdem sehr verunsichert. Es geht jetzt zwei Monate so ohne Steigerung. Sie schreibt mir weiterhin online sehr viel, teilt ihren Alltag, schickt Bilder, erzählt wie es auf der Arbeit war, schickt Bilder vom Spaziergang oder ihrer Katze, spiegelt meine Reaktionen (wenn ich ein Foto schicke, schickt sie mir eins usw).

Wir sind neulich dreimal hinter einander gemeinsam zur Arbeit gefahren, im Bus haben sich unsere Schultern sehr leicht berührt, aber sie muss es gespürt haben und ist nicht weggewichen.

Ich Chat bin ich etwas mutiger geworden, schicke er spielerische Nachrichten, Katzkuss-Emjois (die sich manchmal auf ihre Katze beziehen, manchmal auch nicht).

Gestern war ich bei ihr zu Hause, vor einem Treffen mit dem Freundes und Bekanntenkreis. Ich hatte Kuchen mitgebracht, sie mir einen Kaffee gemacht, wir haben dann gequatscht. Aber sie war, wie eigentlich bei jedem Treffen im realen Leben, recht oft am Handy, liest in Gruppenchats, organisiert eine Fahrt zu einem Konzert; also bricht die exklusive Zweisamkeit. Wir saßen zwar nah beieinander, aber zu Berührungen kam es nicht und Stimmung nach einen Kuss zu fragen ist erst gar nicht aufgekommen. Wir waren danach noch kurz spazieren und Eis essen, aber unsere Zweisamkeit wurde unterbroche, dass ein Freund aus dem Bekanntenkreis von ihr, schon früher da war. Auch während des Spazierens hatte sie ihren Blick immer mal wieder auf der Smartwatch (Macht sie im Gruppenkontext allerdings auch).
Dann, als wir im Freundeskreis zusammenstanden, erzählt sie plötzlich allen die da schon vor Ort waren, dass ich bei ihr war und Kuchen mitgebracht habe - das war mir wirklich unangenehm. Ich finde nicht, dass das die anderen was angeht momentan.

Die Verabschiedungs-Umarmung im Gruppenkontext war auch definitiv kurz.

Kaum bin ich zu Hause nach der gemeinsamen Aktivität im Freundes und Bekanntenkreis, ploppt auf dem Handy schon direkt eine Nachricht von ihr auf von ihrem Abendessen.

Mich wurmt das, weil sie nie voll präsent ist wenn wir uns sehen. Es war jetzt das fünfte Treffen wo wir uns verabredet hatten, wenn man die Busfahrten mitzählt das achte und mit alle Gruppenkontexten das 14 (führe ein kleines Tagebuch) seit Silvester und es ist alles ihrerseits wie beim ersten Treffen fast. Außer, dass man sich jetzt etwas besser kennt.

Ich werde heute schreiben, dass ich es schön fand mit ihr auf dem Balkon und mich dann aber ein bisschen zurückziehen. Wenn sie doch Interesse hat, wird sie ja nach einem Treffen fragen. Aber sonst scheint es mir doch eher freundschaftlich zu sein für sie. Allerdings habe ich mit keinem meine Freunde und Freundinnen einen so intensiven Chatkontakt von morgens bis abends. In zwei früheren Beziehungen war das eigentlich immer ein Indikator, dass da mehr im Raum steht. Aber sie scheint eher meine Aufmerksamkeit zu genießen, ohne das sie was risikieren muss irgendwie. Für mich ist das nichts, weil ich wirklich eine romantische Beziehung suche und nicht eine weitere Freundschaft, das passt für mich nicht.

Unsere Antwort

Ich kann gut verstehen, dass du dich verunsichert fühlst. Es ist nachvollziehbar, dass ihr Online- und Offline-Verhalten für dich widersprüchlich wirken. Deshalb halte ich es für eine gute Idee, auf dein Bauchgefühl zu hören und nicht einfach so weiterzumachen wie bisher, wenn sich das für dich nicht gut anfühlt. Wenn du dir eine Beziehung wünschst, ist es völlig verständlich, dass du nicht dauerhaft in dieser unklaren Situation bleiben möchtest.

Deine Idee, dich ein wenig zurückzunehmen, finde ich sinnvoll. So bekommt sie die Gelegenheit, selbst mehr Initiative zu zeigen, wenn sie das möchte. Und du kannst für dich beobachten, wie sich der Kontakt entwickelt.

Wenn du aber merkst, dass dich das Thema trotzdem weiter stark beschäftigt, kann es auch sinnvoll sein, offen anzusprechen, was ihr euch voneinander erhofft. Du könntest zum Beispiel sagen oder schreiben, dass du die Zeit mit ihr sehr geniesst und dir vorstellen könntest, dass daraus mehr als Freundschaft entstehen könnte. Und du könntest sie fragen, wie sie das sieht.

Es kann natürlich sein, dass du nicht die Antwort bekommst, die du dir gewünscht hättest. Trotzdem ist es auf Dauer oft entlastender, Klarheit zu haben, als lange zu rätseln. Egal wie sie reagiert, du weisst danach besser, woran du bist, und kannst für dich entscheiden, was sich richtig anfühlt.

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