Hallo,
zunächst vielen, vielen Dank für Eure großartige Hilfe in allen Bereichen der Sexualität!
Ich habe folgende Frage: Ich bin 53 Jahre alt seit 6 Jahren mit meinem Freund zusammen.
Wir hatten am Anfang eine schöne Zeit und auch einiges an Zärtlichkeit und auch Leidenschaft.
Mein Freund ist sehr freiheitsliebend und hält nicht viel von körperlicher und emotionaler Nähe. Er ist treu, lebt aber eher ungebunden.
Seit einiger Zeit haben wir übethaupt keine Sexualität mehr. Sonstige körperliche Liebeszeichen gibt es von seiner Seite aus sowieso nicht - ich habe sie mir abgewöhnt, weil er sie nicht mag. Vor einem Jahr ungefähr hatten wir ein kurzes Gespräch darüber, warum es bei uns mit dem GV nicht klappt. Ich habe ihm wahrheitsgemäß geantwortet, dass ich oft das Gefühl habe, dass es mich zerreißt, wenn er in mich eindringt. Aber das alles ohne Vorwurf. Daraufhin hat er sich völlig zurückgezogen.
Neulich habe ich ihn gefragt, ob er mich noch anziehend findet. Seine Antwort war 'ja, schon, weshalb fragst du?' Als ich ihn darauf hingewiesen hab, dass zwischen uns gar nichts mehr läuft, hat er geantwortet, er wartet, bis ich mich 'sexuell befreit hab' und bis dahin 'vermeidet er diese Situationen', weil er ja kein 'halber Vergewaltiger' sein will.
Damit war das Thema (für ihn) durch.
Mich hat diese Aussage sehr verletzt, weil ich das Gefühl hab, für das Gelingen unseres Liebeslebens allein verantwortlich gemacht zu werden und weil ich denke, dass er mir Probleme unterstellt, die ich nicht habe.
Bin ich zu empfindlich? Hätte ich ihm nichts sagen dürfen, dass mir der GV Schmerzen bereitet?
Was soll ich tun? Wenn ich mit ihm reden will, reagiert er unterschwellig aggressiv. Er interessiert sich nicht für mein Empfinden und für meine Gefühle und seine Antworten sind immer so formuliert, dass er mich zum Schweigen bringt und seine Ruhe hat.
Danke für eure Antwort.
Seit einigen
Unsere Antwort
Danke für dein Dankeschön 
So aus der Ferne finde ich es grundsätzlich verständlich, dass dein Partner die Situation vermeidet, weil er dir keine Schmerzen zuführen möchte. Dass Vermeidung seine Strategie ist, ist für dich natürlich frustrierend. Er braucht den Sex mit dir offenbar nicht, für ihn stimmt das offenbar so. Er erscheint nicht in die gemeinsame Sexualität investieren zu wollen. Es ist verständlich, dass dich das frustriert.
Es ist auf jeden Fall gut, dass du ihm gesagt hast, dass dir der Vaginalverkehr wehgetan hat. Es ist auch gut, dass du nicht einfach Vaginalverkehr hast, wenn du Schmerzen hast. Nein, du bist nicht zu empfindlich, Schmerzen sind echt.
Du hast nun die Wahl: möchtest du die sexuelle Beziehung mit ihm? Dann, glaube ich, solltest du das Gespräch noch mal suchen. Ich finde auch, dass du ansprechen solltest, warum das Reden mit ihm so frustrierend für dich ist. Seine Antworten mögen so formuliert sein, dass er dich zum Schweigen bringt und seine Ruhe hat. Wenn du ihm sagst, dass du das nicht möchtest, sondern dass du möchtest, dass er bleibt und mit dir redet, was macht er dann? Wenn du in die Beziehung investieren möchtest, musst du glaube ich hartnäckig bleiben.
Unabhängig davon kannst du etwas tun dafür, dass es deiner Vagina besser geht, wenn ein Penis sie besucht. Egal ob das nun der Penis deines Partners ist oder irgendein anderer Penis in Zukunft. In deinem Alter ist es speziell wichtig, die Vagina fit zu halten. Wenn sie regelmässig stimuliert wird und zum Beispiel einen Dildo aufnimmt, bleibt die Haut fitter und die Muskulatur lockerer.
Abgesehen davon kann sich so auch die Angst vor dem Penetriertwerden umwandeln in eine Lust auf das Aufnehmen. Angst geht immer mit Anspannung ein her, und sobald du einmal Schmerzen erlebt hast, komm natürlich eher Anspannung. Anspannung führt zu mehr Schmerzen beim Vaginalverkehr. Überleg dir, ob du ganz für dich selbst deine Vagina fitter für den Vaginalverkehr machen möchtest. Wenn ja, dann lies doch mal diesen Text.
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