Stell deine Frage...

Frage Nr. 41331 von 05.06.2026

Liebes Team von Lilli! Ich bin 33 Jahre, weiblich und Mutter zweier Kinder. Ich habe 4 Jahre am Stück gestillt (Kind 1+Kind 2). Abgestillt habe ich vor 4 Jahren. Ich bin schockiert von der Optik meiner Brüste. Sie sind sehr viel kleiner, wie leer getrunken und extrem weich. Die Brustwarzen sind verlängert und klappen auch teilweise nach unten, was in meinen Augen sehr eigenartig aussieht und ich auch noch niemals bei einer anderen Frau so gesehen habe. Zunächst haben sie sich etwas aufgefüllt nach einigen Zyklen, bis sie aktuell unter Dienogest (Monotherapie bei Endometriose) wieder aussehen wie frisch abgestillt.

Ich schäme mich extrem, lasse keine Intimität mehr zu und möchte mich damit auch keiner Frauenärztin zeigen. BH‘s passen mir auch nicht mehr. Nichts- (noch nicht mal A-Körbchen) werden ausgefüllt. Jetzt bin ich für mich persönlich gegen Silikonimplantate, habe aber entdeckt, dass man auch Brustwarzen verkleinern lassen kann. Darüber erhoffe ich mir ein attraktiveres Bild und weniger Scham.

Wie schätzen Sie die Risiken einer solchen OP ein? Was kann ich darüber hinaus tun für ein besseres Körpergefühl? Es fühlt sich an, als hätte ich mit der Mutterschaft (auch durch andere Spuren an meinem Körper) meine ganze Attraktivität abgelegt. Viele liebe Grüße und ich freue mich auf Ihre Antwort

Unsere Antwort

Du beschreibst sehr eindrücklich "Es fühlt sich an, als hätte ich mit der Mutterschaft meine ganze Attraktivität abgelegt." Da klingt für mich durch, dass dir der Zugang zu deiner Attraktivität verschlossen ist und du neben einer OP kaum Möglichkeiten siehst, diesen Zugang zurückzugewinnen. Damit bist du nicht allein. Einigen Müttern fällt es schwer, sich mit ihrem veränderten Körper durch Schwangerschaft und Geburt weiterhin oder wieder attraktiv zu fühlen. Das kann sich auch über Jahre ziehen.

Mich interessiert, wie das bei dir vor der Geburt der Kinder war. Woraus hat sich da dein Gefühl deiner Attraktivität zusammengesetzt? Häufig gehört so viel mehr dazu als das pure Aussehen bestimmter Körperteile. Und es zählt zum Beispiel auch die Lust daran, sich schön zu machen für bestimmte Anlässe dazu, oder Rückmeldungen von anderen, die häufig viel weniger kritisch schauen und auch deine Ausstrahlung beachten. Möglicherweise waren bei dir aber auch deine Brüste eine wichtige Quelle für dein Gefühl von Attraktivität und der Anblick schmerzt dich deshalb umso mehr. Wie ist es generell für dich mit deiner Mutterrolle und Raum und Zeit für dich als attraktive Frau? Hat sich etwas in deiner Wahrnehmung von Frausein verändert, seit du Kinder hast?

Was würdest du deinen Kindern mitgeben wollen, was einen Menschen alles attraktiv machen kann? Vielleicht fällt dir mit dieser Brille viel mehr ein, als wenn du es auf dich beziehst.

Ich weiß nicht, ob ich mit meiner Vermutung richtig liege. So wie du schreibst, klingt es für mich als wärst du recht allein mit deiner Auseinandersetzung mit deinem veränderten Körperbild. Deshalb ist es toll und mutig, dass du uns geschrieben hast. Wäre es für dich eine Möglichkeit, mit engen Freundinnen darüber zu sprechen oder deinen Partner einzuweihen? Gespräche mit vertrauten Menschen können sehr entlastend wirken. Du kannst dabei auch selbst entscheiden, wie viel du sie an deinem persönlichen Thema teilhaben lässt oder das Thema eher oberflächlich besprichst, um verschiedene Perspektiven zu hören.

Es ist deine Entschiedung, ob du deinen Körper so annehmen möchtest, wie er ist, oder ob du eine Brustoperation in Betracht ziehst. Operationen in spezialisierten Kliniken gelten heute als sehr sicher. Dennoch bestehen – wie bei jedem operativen Eingriff – Risiken. Wenn du genauer wissen möchtest, was eine Brustoperation beinhaltet, kann ein Beratungsgespräch in einer spezialisierten Klinik hilfreich sein. Als ersten Schritt möchte ich dich jedoch dazu ermutigen, dich mit deinen körperlichen Veränderungen auseinander zu setzen.

Du fragst konkret nach Möglichkeiten, um ein besseres Körpergefühl zu erreichen. Da können wir dir einiges mitgeben:

Es kann helfen, wenn du dich deinem Körper mit einem neuen Blick annäherst. Oft existieren ideale Bilder in unseren Köpfen. In der Realität sehen die wenigsten Brüste genauso aus, wie es in der Werbung, auf Social Media oder in anderen Medien vermittelt wird. Es ist ganz normal, dass dies Scham auslösen kann. Es braucht Zeit, diese Scham wahrzunehmen und zuzulassen. Im nachfolgenden Text steht beschrieben, wie vielfältig Brüste sein können. Mit den nachfolgenden Tipps kann es möglich sein, dass du lernst, deinen Körper, so wie er jetzt ist, zu akzeptieren. Dies ist ein Prozess, den du selbst gestalten kannst.

Denke daran: Deine Brüste haben deine Kinder vier Jahre lang ernährt und damit Grossartiges geleistet. Deine Gebärmutter hat zwei Kinder heranwachsen lassen, und du hattest die Kraft, sie auf die Welt zu bringen. Vielleicht hilft es dir als ersten Schritt, dies wertzuschätzen.

Zwei nachfolgende Texte können interessant für dich sein: 

Hilfreich kann auch sein, bewusst Abschied von dem Körper zu nehmen, den du vor deinen Kindern hattest. Dadurch schaffst du Raum, dich deinen jetzigen Brüsten und deinem Körper wieder anzunähern.

Die Annäherung an den eigenen Körper gelingt oft leichter, wenn du dich zunächst auf die Bereiche konzentrierst, die du bereits magst. Gibt es eine Stelle an deinem Körper – vielleicht deine Hände oder etwas in deinem Gesicht –, die du gerne betrachtest oder berührst?

Oft sind die Augen dabei sehr kritisch. Deshalb kann es dir erst wohler sein, deinen Körper zum Beispiel beim eincremen zu berühren und mit den Händen zu erkunden. Lese dazu den folgenden Text daüber, wieso spüren eine wichtige Rolle spielt. Achte darauf, wie du dich selbst ansiehst. Die Hinweise im folgenden Text können dabei unterstützen. Schaust du mit einer kritischen Brille auf dich oder gelingt es dir, einen sanften und verständnisvollen Blick einzunehmen – für all das, was dein Körper geleistet hat?

Hilfreich kann auch sein, bewusst wahrzunehmen, was deine Brüste spüren können. Wie fühlt es sich an, wenn du sie selbst berührst? Dann steht nicht nur der Blick in den Spiegel im Mittelpunkt, sondern auch die Wahrnehmung über deine Hände. Nimm dir dafür Zeit und achte darauf, tief in den Bauch zu atmen. Das beruhigt dein Nervensystem und kann helfen, mit aufkommender Scham umzugehen. 

Gib dir Zeit und wiederhole diese Berührungen. Wenn du Stellen gefunden hast, die du magst und deren Berührung sich angenehm anfühlt, wird es vielleicht wieder vorstellbarer, dass auch jemand anderes diese Stellen berührt.

Du kannst uns gerne wieder schreiben. Schreib einfach auf, was dir zu unseren Gedanken und Fragen in den Sinn kommt. Du brauchst nur das zu beantworten, was sich für dich hilfreich anfühlt. So kannst du unsere Online-Beratung nutzen, um für dich einen Schritt weiter zu kommen. Gib bitte die Nummer dieser Frage an, wenn du uns wieder schreibst.

Schau dir mehr Antworten und Infotexte an zum Thema