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Frage Nr. 41599 von 27.08.2026

Liebes Team

Vor einiger Zeit habe ich mich mit 41219 bei euch gemeldet und eure Antwort und eure Beiträge haben mir sehr fest geholfen. Ich war später auch in einer Beratung bei Lust und Frust und eventuell würde mir auch eine Art langfristige Therapie helfen. Die Angst von dort ist jetzt weg und ich war in der selben Woche als ich die Frage abgeschickt habe halt noch beim Frauenarzt wo ich leider mega weinen musste weil es mich so belastete. Sie hat dann ein Ultraschall gemacht was eigentlich medizinisch nicht notwendig gewesen wäre aber das hat mir eine 100 Prozent Sicherheit gegeben.
Wegen diesem Ereignis hatte ich mehrere Urintests plus ein Bluttest gemacht also sehr viele Tests. Leider war die ganze Situation fast irgendwie traumatisierend für mich und im Nachhinein merke ich, dass ich mir unbewusst die sexuelle Erfahrung mit ihm verboten habe und mich dafür geshamed habe.
Einige Zeit später hatte ich jemanden kennengelernt dem ich sehr gut vertrauen konnte. Er war immer ehrlich zu mir und ich habe ihm von meinen Ängsten erzählt und er war wirklich sehr lieb mit mir. Wir waren intim aber hatten einfach oralsex und petting mit Kleidern also alles Sachen wo man geschützt ist weil ich nicht mehr als das machen wollte.
Auch wenn wir uns dann trotzdem dazu entschieden haben uns nicht mehr weiter zu Daten hatte ich danach keine angst oder Panik, dass etwas passiert sein könnte da unser Abschlussgespräch sehr gegenseitig und ehrlich war (mit der ersten Situation gab es beispielsweise gar kein Abschlussgespräch). Ich fühlte mich nicht so im Stich gelassen wie bei der ersten Situation.

Jetzt kommt einbisschen das fast zwanghafte, ich habe dann obwohl ich keine angst hatte und meine Periode normal hatte trotzdem Schwangerschaftstests gemacht und war auch 10 Monate danach sicherheitshalber so 11 Wochen nach dem Ereignis bei der Gynäkologin zum einfach 100 sicher zu sein. Es hat mir wirklich geholfen mit meiner Gynäkologin zu reden und einen Ultraschall zu machen (ich habe halt noch starke Menstruationsbeschwerden und deswegen inkl. meiner Sicherheit die ich haben will haben wir den Ultraschall auch gemacht, daher war es dieses mal nicht völlig unnötig) aber das kann ich ja auch nicht jedesmal machen.

Ich möchte nicht so eine komische Gewohnheit aneignen und schäme mich auch dafür. Wie kann ich es schaffen, dass wenn ich mal Sex habe ich nicht so viele Tests mache und schon gar nicht andauernd zur Frauenärztin gehe und einen Ultraschall mache.

Meine Cousine hatte beispielsweise mit ihrem letzten typen oft sex also mit Verhütung natürlich aber bei ihr reicht die monatliche Periode als Zeichen, dass nichts schief gelaufen ist. Ich will auch meinem Körper wieder voll vertrauen. Ich habe einfach damals halt sehr viel über kryptische Schwangerschaften gehört was mir sehr angst macht. Mir macht es angst das es irgendwie unbemerkt bleiben könnte und deswegen bin ich auch so blockiert und kann mir null vorstellen demnächst mal sex zu haben.

Natürlich kann ich auf Sex verzichten (was ich aber langfristig nicht will) und mir ist auch bewusst das es den richtigen Partner inkl. eine gute Verhütung braucht aber ich will an meinem Problem arbeiten auch wenn es heisst, dass ich mir aktuell noch Zeit lasse mit Sex was völlig okay ist für mich.

Könnt ihr mir irgendwie Tipps geben? Danke tausend eure Seite ist die Beste!

Unsere Antwort

Schön, dass dir Lilli gefällt und dass wir dir schon helfen konnten! 

Ich finde, du hast schon wichtige Schritte gemacht. Besonders deine zweite sexuelle Erfahrung zeigt das: Du konntest einem Mann vertrauen, deine Grenzen bestimmen und Sexualität erleben, ohne danach in grosse Angst und Panik zu geraten. Das ist ein wichtiger Erfolg.

Du merkst auch selbst, dass die vielen Schwangerschaftstests und Ultraschalls dir zwar kurzfristig Sicherheit geben, du dir dieses Kontrollieren aber nicht angewöhnen möchtest. Genau da kannst du ansetzen. Das Ziel ist nicht, dass du dich immer zu 100 Prozent sicher fühlst. Es geht darum, dass du lernst, ein bisschen Unsicherheit und Angst auszuhalten, ohne sie sofort mit einem Test oder einer Untersuchung wegmachen zu müssen. Die Angst darf da sein – und sie kann auch wieder vorbeigehen.

Du schreibst, dass dir vielleicht eine längerfristige Therapie helfen würde. Das finde ich eine sehr gute Idee. Deine Angst beschäftigt dich schon länger und beeinflusst inzwischen auch, wie frei du deine Sexualität leben kannst. In einer Therapie kannst du lernen und üben, die Angst auszuhalten, ohne dich immer wieder durch Tests und Untersuchungen beruhigen zu müssen. Und du kannst dich auch mit der Scham beschäftigen, die du im Zusammenhang mit deiner ersten sexuellen Erfahrung beschreibst. Schau doch mal auf unserer Linkliste nach Adressen. Vielleicht könnte dir bei der Suche auch Lust und Frust weiterhelfen.

Deine zweite Erfahrung hat dir bereits gezeigt, dass Sexualität sich auch sicher und gut anfühlen kann. Du hast dem Mann vertraut, konntest mit ihm über deine Ängste sprechen und selbst bestimmen, wie weit du gehen möchtest. Auch der respektvolle Abschluss hat dir geholfen. Das sind wichtige Hinweise darauf, was du brauchst, damit du dich bei sexuellen Erfahrungen sicher fühlst. Darauf kannst du aufbauen und Schritt für Schritt weitere gute Erfahrungen machen.

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