Hallo liebes Lilli Team,
Es tut mir leid, dass ich euch nochmal schreibe. Ich hatte euch bereits 2x geschrieben (41028).
Nun hat sich die Situation etwas verändert. Meine Familie zuhause lässt mich eigentlich in Ruhe und ich kann machen was ich möchte. Trotzdem habe ich noch Angst davor zu sagen, dass ich etwas mit meinem Freund unternehmen möchte.
Generell ist das Klima daheim eher kühl. [...] Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich nicht mehr dazu gehöre. Oft bekomme ich auch einfach doofe und unnötige Sprüche an den Kopf geworfen, die mich verletzen [...].
Ich rede nicht mehr mit meinem Freund über die Situation daheim, weil er mir kommuniziert hat, dass das Thema unsere Beziehung belastet [...].
Mittlerweile fühle ich mich oft einsam und weine viel.
Ich bin wirklich im Kopf soweit, dass ich ausziehen möchte. Aber ich habe Angst vor dem Streit, den es dann wahrscheinlich gibt. Außerdem weiß ich nicht, ob es so gut ist, wenn ich alleine lebe, weil ich mich so einsam fühle.
Ich habe irgendwie niemanden, mit dem ich reden kann. Eine Therapie kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Ich habe erfahren, dass z.B. die Versicherungsbeiträge erhöht werden, wenn man in psychischer Behandlung war oder man Versicherungen nicht mehr abschließen kann.
Aber ich glaube ich brauche doch Hilfe. Habt ihr vielleicht einen Tipp?
PS: könntet ihr den Beitrag vielleicht kürzen? Ich möchte nicht, dass jemand der mich kennt das vielleicht liest und erkennt.
Unsere Antwort
Wahrscheinlich kannst du dir vorstellen, dass das Ausziehen und das Alleinwohnen dir in deiner persönlichen Entwicklung helfen können. Ausziehen und allein wohnen sind grosse Schritte in Richtung Autonomie. Und wenn du merkst, dass du das schaffst, kann dich das selbstbewusster machen. Auch wenn es mit schwierigen Situationen und Emotionen verbunden ist.
Wie würde denn der Streit aussehen, wenn du ausziehst? Wer würde was sagen? Wie würdest du antworten? Es kann helfen, wenn du eine Situation mal im Kopf durchspielst und dir überlegst, was du sagen würdest. Dann bist du eher darauf vorbereitet. Du könntest uns das auch nochmal genauer beschreiben.
Ich finde es wichtig, dass du jemanden hast, mit dem du in deiner Einsamkeit reden kannst. Gibt es Freundinnen oder andere Menschen, mit denen du wieder mehr Kontakt aufnehmen könntest? Welche Art von Beratung bietet deine Uni an? Alternativ kommt auch eine Jugendberatung infrage. Wenn du keine Psychotherapie machen möchtest, empfehle ich dir dringend, dass du Ausschau hältst nach Alternativen. Du könntest z.B. bei Google «Hilfe bei Einsamkeit» und deinen Wohnort angeben und schauen, was es da alles für Angebote gibt.
Das Thema Pschotherapie ist für mich damit aber nicht einfach so für immer vom Tisch. Falls du in Deutschland lebst, kannst du dich z.B. auf dieser Seite informieren, wie das mit den Versicherungsbeiträgen ist.
Ich würde zudem etwas darin investieren, Kontakte mit anderen Menschen zu knüpfen und Beziehungen aufzubauen. Es ist wichtig, dass du dir deine eigene «Familie» schaffst. Line Dancing mit deiner Mutter und Schwester hilft dir nicht dabei, ein eigenes soziales Umfeld ausserhalb deiner Familie aufzubauen. Ein Tanzkurs oder eine Sportart an der Uni oder sonst in deinem Umfeld schon. Überleg dir doch mal, was da möglich wäre.
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